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13 Dezember 2023

Hans-Ulrich Lüdemann: Ich - dann eine Weile nichts

Die Eltern sind geschieden – die Mutter hat einen anderen Mann geheiratet, ausgerechnet den Schuldirektor Himmelangst, und jeden Tag sieht Bärbel Fielow den neuen Mitschüler Hein Himmelangst in der Klasse. Dieser Brillenheini soll den gutmütigen Olaf zufriedenlassen, sonst bekommt er es mit ihr zu tun...
Bärbel Fielow ist ein eigenwilliges Mädchen. Sie wird mit Ereignissen konfrontiert, die wichtige Probleme zwischenmenschlicher Beziehungen berühren. Ihr komplizierter Charakter – hilfsbereit und egozentrisch zugleich – macht es ihr nicht leicht, damit fertig zu werden.

Buchanfang:
Zufrieden lasse ich meine Augen über die Klassenkameraden schweifen. Seid ehrlich: Die haut mächtig auf den Putz, habt ihr gedacht. Als ich euch was erzählt hab von einer Fahrt nach Berlin. In den Ferien. Habt wohl gedacht, Bärbel Fielow hat was am Keks! Für dreißig Figuren Übernachtung besorgen. Wo alle Welt in den Ferien diesen Törn macht. Aber gewußt wie! Und das bleibt mein Geheimnis. Tja, die Übernachtung ist ja nun mal der absolute Knüller. „Geschlafen wird auf einem Wohnschiff“, höre ich gerade Lehrer Grabsow erklären. „Und wenn ihr aufwacht, habt ihr welches Wasser vor Augen?“ Grabsows Stimme klingt so tief, als säße er im Keller. Oder – aber darüber spricht keiner von uns öffentlich – als läge er im Grab. Grabsow muß er auch ausgerechnet heißen. Kein Wunder, daß wir ihn kurz Grab nennen.
„Fängt mit dem Buchstaben S an. Wie unsere Stadt“, versucht Grab Erinnerungen an den Geographieunterricht zu wecken. Ich weiß natürlich Bescheid. Sollen die anderen mal ihren Grips anstrengen. Aber wo nichts ist, ist nichts. So kommt es mir vor. Und irgendwie freue ich mich darüber. Gleich wird Grab seine blaßblauen Augen zur Fensterreihe wenden, mir leicht mit dem Kopf zunicken und sagen..
„Spreewasser!“
Der Ruf kommt von hinten. Von der letzten Bankreihe, genauer gesagt. Gehört einem Brillenträger. Brauch mich gar nicht umzudrehen. Die Stimme kenn ich unter Tausenden heraus. Untrügliches Kennzeichen für mich: Gänsehaut! Jawohl, ich krieg eine Pickelpelle, wenn Hein Himmelangst den Mund aufmacht. Immer ernst und gelassen, der Herr Schüler. .....

Illustrationen von Fred Westphal
Fotos von Horst Glocke

Für Leser von 10 Jahren an

Der Kinderbuchverlag Berlin

1. Auflage 1976
2. Auflage 1977
3. Auflage 1978
4. Auflage 1979
5. Auflage 1981
6. Auflage 1983
7. Auflage 1985
8. Auflage 1989


Verfilmung:

ICH - DANN EINE WEILE NICHTS (1979)
Ein Film des Fernsehens der DDR nach Motiven
des gleichnamigen Kinderbuchs von Hans-Ulrich Lüdemann
Szenarium: Gunter Friedrich
Dramaturgie: Hans-Jürgen Stock
Regie: Gunter Friedrich

09 Oktober 2021

Brigitte Birnbaum: Alexander in Zarskoje


 Der Kutscher schnalzt, die Pferde ziehen an. Der Ruck wirft Sascha beinah auf den Schoß des Onkels. Sascha wendet sich um und winkt. Kutschengedröhn und Bimmeln der Pferdeglöckchen versucht er mit seiner Stimme zu übertönen. Es klingt wie ein Jubelschrei. Erschrocken betrachtet Wassili Lwowitsch den Neffen. Wie kann der Junge sich so fröhlich von seinen Eltern trennen? Hat Alexander nicht begriffen, was ihn erwartet? Der Ärmste weiß doch, daß er nach Sankt Petersburg fährt, zu einer Prüfung vor dem Minister. Besteht er sie, wird er am Lyzeum des Zaren lernen dürfen. Lockt ihn das Leben bei Hofe so?

Nein, der Zarenhof lockt Puschkin nicht, wohl aber erhofft er sich in Petersburg die Freiheit, die er für sich und seine Gedichte braucht…

Der Kinderbuchverlag Berlin 1980
Illustrationen von Fred Westphal

11 April 2021

Eva Maria Kohl: Der Koffer mit dem doppelten Boden


 Johanna Rademacher versteht nicht, weshalb ihre Mutter so plötzlich "verreisen" muß, weshalb die Großmutter weint, warum ihre Schulfreundinnen sich so anders verhalten. Es geht von ihr das Gerücht, daß "mit der da etwas nicht in Ordnung" sei.

Es ist das Jahr 1934. Wie soll Johanna ihren Klassenkameradinnen all die Dinge erklären, die ihr selbst unbegreiflich sind? Soll sie sagen, mein Vater sitzt im Gefängnis, meine Mutter wird von der Polizei gesucht? Die Umstände zwingen Johanna, Aufgaben zu erfüllen, deren Sinn sie zunächst nur ahnen kann, die sie aber letztlich befähigen, gefährliche Situationen in der illegalen Arbeit selbständig zu meistern.

Die Erlebnisse des Kindes Johanna wurden einem authentischen Schicksal nachgestaltet.

Der Kinderbuchverlag Berlin 1. Auflage 1984
Illustrationen von Fred Westphal

13 Februar 2021

Martin Selber: Hanna und Elisabeth


 Farnholz strich sich über das Kinn, er schien zu überlegen. „Sie wohnen schon lange hier?“, fragte er unsicher. „Fast zwei Jahre“, sagte das Mädchen. Er schüttelte den Kopf. „Donnerwetter. Was man doch in seinem eigenen Revier für Überraschungen erleben kann.“ „Und was werden Sie jetzt tun?“, fragte das Mädchen. „Sie werden anrufen gehen, uns melden und abholen lassen. Eine wirkliche Heldentat, ich gratuliere.“

Wird Farnholz die Löwys verraten? Martin Selber erzählt eine spannende Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, in der sich eine Mädchenfreundschaft bewährt und auch Erwachsene tatkräftige opferbereite Solidarität üben.
 
All jenen tapferen Berlinern gewidmet, die es gewagt haben, jüdische Mitbürger
vor dem Zugriff der nazistischen Mordmaschinerie zu bewahren


Der Kinderbuchverlag Berlin
Illustrationen von Fred Westphal
Für Leser von 10 Jahren an
 
1. Auflage 1981
2. Auflage 1982

23 September 2020

Hans Schneider: Das Mädchen vom Stamme der Charatá


 Die Indianer vom Stamme der Charatá leben im Urwald Brasiliens, nahe dem Rio Arinos. Der Fazendeiro Don Barras erfährt von den Goldfunden in ihrem Dorf. Er überfällt und ermordet die Indios, versteht es, ihr Land auf unrechtmäßige Weise an sich zu bringen. "Plötzlich versteinert Taru ... Und dann knattert eine Reihe von Schüssen."

Das Indianermädchen Taru und der Häuptlingssohn Awai entkommen dem Massaker, erreichen nach beschwerlicher, gefahrvoller Flucht die Stadt Sao Paulo. Auf ihrem Weg durch den Urwald müssen sie viele Gefahren bestehen.

Doch auch in der großen Stadt passiert den Indianerkindern so manches, was nur in einem Land wie Brasilien möglich ist.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 1. Auflage 1978
Illustrationen: Fred Westphal