17 Oktober 2026

Fritz E.W. Enskat: Gefangen am Gipfel der Welt & Im Nordmeer verschollen

Zwei technisch-phantastische Erzählungen für Jugendliche

Leseprobe: [aus: Im Nordmeer Verschollen]
Die andere Apparatur in der Funkkajüte stellte offenbar eine FT-Anlage dar. Davon hatte Paul bereits gehört und gelesen. Er war mithin unterrichtet, daß Schiffe funkentelegraphische Nachrichten von überallher zu empfangen und von Bord aus eigene funkentelegraphische Meldungen in alle Welt hinauszusenden vermögen. leider Gottes hatte er nicht die blasseste Ahnung, wie eine FT-Alage funktioniert. Brauchte man zu deren Inbetriebnahme ebenfalls elektrischen Strom?
Paul lagen die erbittertsten Verwünschungen auf der Zunge. Da befand sich nun alles, was ihm bestimmt hätte helfen, ja, was ihn wahrscheinlich hätte retten können, hier vor seiner Nase an Bord: und doch nutzte es ihm nichts – weil es ihm an den erforderlichen Kenntnissen mangelte, die Apparate in Gang zu bringen. 
Immer wieder kreisten seine Überlegungen um das Radiogerät. Und plötzlich durchschoß ihn ein Einfall. Strom mußte doch hier an Bord zu erzeugen sein! An Kohle herrschte weiß Gott kein Mangel: und eine maschinelle Anlage zur Stromerzeugung war zweifellos irgendwo vorhanden! Wo –? Nun, sicherlich unten in den Maschinenräumen.
Pauls freudig erregte Gedanken sprangen sogleich weiter: Falls es ihm gelingen würde, Strom zu erzeugen, müßte es zugleich möglich sein, die elektrische Beleuchtung überall in den Kabinen und unter Deck zum Wiederaufflammen zu bringen. Unerhört viel wäre damit gewonnen. Die Petroleumlampen, die Paul verwendete, spendeten ein keineswegs ideal helles Licht.
Mit Feuereifer betrieb Paul die eingehende Besichtigung der Maschinenräume. Dick angezogen, einen kleinen Stapel technischer Bücher mit sich tragend, so verweilte er mehrere Tage hindurch stundenlang tief drunten im Innern des Schiffes, wo einst die Antriebsvorrichtung der „Seeland“ unermüdlich wie ein stählernes Herz gepocht haben mußte. In diesen Tagen gönnte sich Paul kaum so viel Zeit, um zwischendurch ein paar Happen zu essen,
Es war ein Jammer, wie die fraglos einstmals blinkenden und blitzenden Maschinen, die Kolben, Räder, Zylinder, die Rohrschlangen und andere Teile aussahen. Das ganze riesige Gefüge, das vielerlei Gestänge aus Metall, war hier und da mit Eis überkrustet. Fast überall zeigte sich bereits häßlicher Rost.
Paul quälte sich geradezu ab, hinter das Funktionsgeheimnis dieser ganzen Anlage zu kommen. Er forschte und forschte, welches wohl die Teilanlage sein mochte, die vorher elektrischen Strom erzeugt hatte. Streng methodisch ging er dabei vor; denn mit seinen Beobachtungen fing er im Kesselraum vor den langen Ungetümen der Dampfkessel an.
 
Einbandentwurf und Illustrationen: Heinz Völkel

Mitteldeutsche Druckerei und Verlagsanstalt G.m.b.H. Halle (Saale)
1. Auflage 1949 

16 Oktober 2026

Gerhard Butzmann (Hrsg.): Jugendlexikon UdSSR


In dem vor Euch liegenden, „Jugendlexikon UdSSR“ wird versucht, Informationen über das politische und gesellschaftliche Leben in der UdSSR, über die Sowjetmenschen, über die ökonomische Entwicklung besonders im 10. Fünfjahrplanzeitraum, über die Geschichte und die Kultur der Völker der Sowjetunion, über die Natur, die Städte und die Sehenswürdigkeiten in einem Lexikon zu vermitteln. Bei der Arbeit haben uns dankenswerterweise sowjetische Genossen sehr unterstützt. In das Taschenlexikon wurden rund 1700 Stichwörter und 350 Abbildungen aufgenommen. Trotzdem kann es aus der riesigen Fülle der Informationen über das Land unserer sowjetischen Freunde nur eine eng begrenzte Auswahl darbieten. Text und Bild sind vor allem auf die Gegenwart ausgerichtet und auf das, was junge Menschen am meisten interessieren dürfte. Somit kann das Taschenlexikon „UdSSR“ Euch Ratgeber und Helfer in der schulischen Arbeit und im Pionier- und FDJ-Leben sein. Sicher wird es auch die Reisevorbereitungen in unser Freundesland unterstützen. 


VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon
1. Auflage 1981
2. Auflage 1984
 

Maria Seidemann: Neunfinger

Buchinfo
Martin wird Neunfinger genannt, und er trägt diesen Namen mit Stolz, hat er doch mit neun Fingern mehr geleistet als manch anderer mit zehn. — Nach einem Autounfall verlor er den Vater. Martin und seine nun auf einen Rollstuhl angewiesene Mutter wollten unbedingt zurück in ihre vertraute Umgebung: in eine abgelegene Siedlung im Wald. Martin meisterte diese Aufgabe, die ihn wie einen Erwachsenen forderte. Manfred, ein Maler, zog in das verlassene Nachbarhaus, er führte ihn in die Welt der Farben, der Bilder. Doch eines Tages, nach einem besonders strengen Winter, findet Martin sich mit seiner Mutter in einer komfortablen Hochhauswohnung wieder. Er fühlt sich von Manfred verraten, und die Bilder würde er, gäbe es hier einen Ofen, am liebsten verbrennen.

Leseprobe
Augenblicke gibt es, da fühle ich mich in der Südstadt richtig wohl, da vergesse ich, daß ich nicht mehr in Neulingen bin. Aber jedesmal passiert etwas, das mir wieder klarmacht: Jetzt ist alles anders.
Als Mutter gestern nachmittag vom orthopädischen Schwimmen kam, standen beide Fahrstühle still. Wir schauten eine Weile dem Monteur zu, der in den Aggregaten herumfingerte. Kurz vor halb fünf packte er sein Werkzeug zusammen, verschloß die Aufzüge und erklärte: "Das wird heute nichts mehr."
Mutter wollte, daß ich unsere Nachbarn aus der sechsten Etage bitte, ihr die Treppen hinaufzuhelfen. Doch ich bestand darauf, sie allein hochzutragen.

Autorin
Maria Seidemann (16. Oktober 1944 - 7. September 2010) wurde in der DDR geboren. Seit 1974 lebte sie als freie Schriftstellerin in Potsdam. Zu Beginn schrieb sie Gedichte, dann folgten Erzählungen und Romane aus dem DDR-Alltag.
Seit Mitte der 1980er-Jahre erschienen hauptsächlich Kinder- und Jugendbücher. In dem Jugendbuch "Neunfinger" behandelte sie 1983 das bis dahin in der DDR weitgehend tabuisierte Thema des Lebens mit einer Körperbehinderung.
Die meisten ihrer Werke erschienen nach der politischen Wende 1989.

Mit Illustrationen von Irene Dietrich

Der Kinderbuchverlag Berlin
1. Auflage 1983
2. Auflage 1985
3. Auflage 1989
 

15 Oktober 2026

Jugendlexikon – Die Reihe


JUGENDLEXIKON

Die Bücher gehören zu einer Reihe von Taschenlexika für Schüler, Lehrlinge und alle Jugendlichen bis etwa 25 Jahre zu ausgewählten Sachgebieten.
Mit diesen Nachschlagewerken soll sich jungen Leuten ein kultureller Bereich erschließen, der wie kaum ein anderer ihren Alltag mitbestimmt und an dessen Gestaltung sie andererseits selbst wesentlich beteiligt sind.

Jedes Lexikon enthält das Grundwissen eines Sachgebietes. Es ist in Sprache und Stil so gestaltet wie das Grundwerk „Jugendlexikon a-z" - mit zuverlässigen und verständlichen Erklärungen und zahlreichen Abbildungen.

Diese Reihe wird betreut vom Herausgeberkollektiv des „Jugendlexikon a-z": Gerhard Butzmann, Jonny Gottschalg, Günter Gurst, Annelies Müller-Hegemann

Art:     Taschenbuch
Verlag:    VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Erscheinungszeitraum:     1980 – 1990
Format:     12 x 19 cm; 13 x 20 cm
Preis:     7,00 M
Reihengestaltung:     Ludwig Winkler, Steinach 

Eva Kosak - Ingrid Kuntzsch - Ilse Laatz-Krumnow: Jugendlexikon Kleidung und Mode

Das vorliegende Buch gehört zu einer Reihe von Taschenlexika für Jugendliche zu ausgewählten Sachgebieten.
Mit diesem Nachschlagewerk wollen wir jungen Leuten einen kulturellen Bereich erschließen, der wie kaum ein anderer ihren Alltag mitbestimmt und an dessen Gestaltung sie andererseits selbst wesentlich beteiligt sind.
In rund 900 ausgewählten Stichwörtern werden branchentypische Fachbegriffe erklärt, Produktionsweisen und Techniken dargestellt und Termini aus dem Bereich der Ästhetik definiert. Jeder, der es möchte, kann Kenntnisse über die Wirkungsweisen von Farben, Materialien, Kleidungssilhouetten und modischem Beiwerk erlangen und Anregungen für den eigenschöpferischen Umgang auch mit Frisuren, Kosmetik und Schmuck finden. Dazu kommen Ratschläge für die Auswahl der Kleidung, ihre Nutzung und Pflege. In einem großen Abschnitt zur Kostümgeschichte und vielen ergänzenden Einzelstichwörtern werden sowohl Wandel als auch Stetigkeit der Mode als Teil der Kleidungskultur aufgezeigt, ihre vielfältigen Erscheinungsformen historisch geordnet und Zusammenhänge mit zeitgeschichtlichen Entwicklungen und Ereignissen hergestellt. Damit wollen wir die „Rätselhaftigkeit“ der Mode durchschaubarer machen und helfen, sie bewußt zu nutzen und das richtige Maß an vernünftigem Gebrauch, kurzweiligem Spaß und genußvollem Umgang mit ihr zu finden. Denn bereits in der Art des Sichkleidens – von Gleichgültigkeit, unbedachter Nachahmung bis zur bewußten Identifikation – zeigt sich die Persönlichkeit des einzelnen.
Zahlreiche Zeichnungen und Tabellen ergänzen und veranschaulichen den Text. Verweise und weiterführende oder Gegenbegriffe zeigen gedankliche oder thematische Zusammenhänge an und sind empfehlenswerte Wegweiser für alle, die interessiert sind, mehr zu erfahren. Darüber hinaus gibt es einen Anhang mit Literaturhinweisen und Tabellen.
An dieser Stelle möchten wir in Dankbarkeit unsere verstorbene Kollegin, Frau Dr. A. Paproth, erwähnen, die uns mit wertvollen Anregungen bei der Vorbereitung dieses Buches unterstützte.
Wir wünschen den Lesern dieses Jugendlexikons Freude und Nutzen gleichermaßen.
Die Herausgeber
Der Verlag


VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon
1. Auflage 1986
2. durchg. Auflage 1988 
 

Karl-Heinz Hardt: Der englische Funkspruch


HARRI KANDER
UND SEINE GEFÄHRTEN
Harri Kander war ein Mensch, der das Herz auf dem richtigen Fleck hatte. Er, sein Freund Walter Winter und nach dem 2. Weltkrieg auch Kanders Frau Katherine hatten auf den verschiedensten Schauplätzen der Welt Abenteuer zu bestehen, die heiße Herzen und kaltes Blut verlangten.
Mit ihren Berichten in den verschiedensten Zeitungen des Kontinents zeigten sie den Menschen unsere Welt von heute.
Alle drei, der Fliegerei verschrieben, wurden durch ihre Taten zu Fliegerhelden, die zu Lande und in der Luft jederzeit ihren Mann standen.

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Harri Kander und Walter Winter entzogen sich ihrer Verhaftung durch die Flucht in einem Flugzeug. Sie kamen bis in die Nähe Tilburgs, einer Stadt an der holländisch-belgischen Grenze. Die leeren Treibstofftanks zwangen sie zur Landung, und so mußten sie ihre Flucht vor der Gestapo durch das von der faschistischen Wehrmacht besetzte Holland zu Fuß fortsetzen.


Umschlag: Hans Räde

Verlag Sport und Technik Berlin
Reihe:
Abenteuer des Fliegenden Reporters Harri Kander, Heft 1
1. Auflage 1957 

Karl Heinz Hardt: Um 10.30 Uhr ist's soweit

Heftanfang:
Im letzten Heft lasen Sie:
Harri Kander und Walter Winter entzogen sich ihrer Verhaftung durch die Flucht in einem Flugzeug. Sie kamen bis in die Nähe Tilburgs, einer Stadt an der holländisch-belgischen Grenze. Die leeren Treibstofftanks zwangen sie zur Landung, und so mußten sie ihre Flucht vor der Gestapo durch das von der faschistischen Wehrmacht besetzte Holland zu Fuß fortsetzen.

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Zum Glück ist jetzt die Dunkelheit hereingebrochen, aber dafür ist es empfindlich kalt geworden. Wie lange werden sie sich überhaupt verbergen können? Wohin soll jetzt der Fluchtweg gehen? Weit können sie bei ihrem schweigenden Marsch durch den Wald, bei dem sie gespannt auf jedes Geräusch horchen, noch nicht gekommen sein – vielleicht vier Kilometer –, da bemerken sie hinter den Stämmen einen Lichtschein. Ein Dorf liegt am Waldrand.
Die Blicke bohren sich in die Dunkelheit. Beide horchen in die Nacht hinaus, nach Geräuschen, die ihnen verraten, ob deutsche Soldaten sich im Dorf aufhalten.
Fernes Hundegebell, Gelächter, Stimmen, weit, weit weg. Kein Wort ist zu verstehen, kein Wort, das ihnen sagt, was sie wissen wollen. Die Zeit verrinnt. Kälte dringt quälend durch die dicken Anzüge in die Körper ein. Beinahe ist es schon unerträglich. Wie spät mag es sein? Winter, der auf die Uhr schaut, sagt leise: „22 Uhr!“
Weiter starren die beiden in das Dunkel dieser hoffnungslosen Nacht, die ihnen keinen Ausweg mehr zu bieten scheint. Da spürt Winter plötzlich, wie Kanders Hand sich um seinen Arm klammert.
„Siehst du die Schatten dort?“ Winters Blick sucht das Dunkel zu durchdringen. Wo denn? Aber da, jetzt sieht er sie auch. Wieviel sind es denn? Zwei, nein, drei. Drei Gestalten bewegen sich lautlos auf dem Feld. Jetzt gilt es, genau aufzupassen, denkt Winter noch. Aber plötzlich wird seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes hingelenkt.
Aus der Ferne klingt das Geräusch eines Flugzeuges an ihr Ohr, das näher zu kommen scheint. Tatsächlich!
„Das ist ein Tommy!“ flüstert Winter und spannt alle Sinne an, um den Standort des Flugzeuges auszumachen, Es kommt direkt auf sie zu.
Als er wieder auf das nächtlich schwarze Feld hinausstarrt, sind die Gestalten in der Dunkelheit verschwunden. Das Flugzeug ist jetzt gerade über ihnen. Aber was ist das? 

Umschlag: Hans Räde

Verlag Sport und Technik Berlin
Reihe:
Abenteuer des Fliegenden Reporters Harri Kander, Heft 2
1. Auflage 1957