Freitag

Dorrit Willumsen: Marie


 Wer hat noch nicht von dem Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds gehört! Aber wer war Marie Tussaud?

Dorrit Willumsen verfolgt den Lebensweg dieser ungewöhnlichen Frau, die aus dem vorgegebenen Rollenmuster ausbrach und ökonomische Unabhängigkeit gewann – in einer Zeit, da weibliches Tätigsein sich gemeinhin nur im Dunstkreis von Küche und Familie entfalten konnte.

Marie erlernt bei ihrem Onkel in Paris die Kunst des Wachsmodellierens und begegnet den Berühmtheiten ihrer Zeit: Voltaire, Robespierre, Josephine Beauharnais… Acht Jahre arbeitet sie am Hof Ludwigs XVI., von den Jakobinern wird sie als verdächtige Royalistin eingekerkert… Vierzigjährig geht sie mit ihren Wachsfiguren nach England, auf der Jagd nach dem Geld, das Freiheit bedeutet…

Dieser Roman ist ein Versuch, historische Realität am Schicksal eines schöpferischen Menschen und im Spiegel seiner emotionalen Erfahrungen zu gestalten.

Hinstorff Rostock 1997
Aus dem Dänischen von Irma Entner

Prof. Dr. Olgierd Wolczek: Maria Sklodowska-Curie und ihre Familie


 Buchbeginn

Maria Sklodowska-Curies Leben war seit ihrer Kindheit mit Warszawa verbunden. Ihre Eltern, die beide Pädagogen waren, wohnten und unterrichteten dort. Ihre Mutter, Bronislawa Sklodowska geborene Boguska, stammte aus einer Familie, deren Leben oft von romantischen, stark gefühlsbetonten Begebenheiten bestimmt wurde…

BSG B.G. Teubner Verlagsgesellschaft Leipzig 1977
Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner, Band 29

Louis Armstrong: Mein Leben in New Orleans


 Buchbeginn

In meinem Geburtsjahr 1900 wohnten mein Vater Willie Armstrong und meine Mutter May Ann – genannt Mayann – in der kleinen James Alley; die Gegend heißt „back o’town“ und ist der dicht bevölkerte Hinterbezirk von New Orleans. New Orleans besteht aus vier Bezirken, deren jeder sein Gepräge, seine armseligen Gäßchen und seine reichen Gegenden hat: „uptown“ stromaufwärts, „downtown“ stromabwärtes, „front of town“ in der Mitte und dahinter „back o’town“.

Henschenverlag Berlin 1967

Donnerstag

Ruth Werner: In der Klinik


 „Unbefugten ist der Eintritt verboten“, steht an der Pforte der Klinik für Herzchirurgie. Marianne Mertens ist befugt und würde doch viel darum geben, es nicht zu sein. Die fünfundzwanzig Jahre alte Lehrerin, Mutter eines Mädchens, hat einen schweren Herzfehler und muß operiert werden. Sechs Wochen lang, bis zu Mariannes Entlassung, nehmen wir an ihren Erlebnissen und Gefühlen teil: Angst vor Schmerzen, Ungewißheit über den Ausgang der Operation, bohrende Gedanken über den Zusammenbruch ihrer Ehe, die so glücklich begonnen hatte. Wir lernen die anderen Patienten kennen: die schrullige Frau des Töpfermeisters Meier, die kummerbeladene Frau Weidlich, die prächtige Christa, die vor ihrer Erkrankung selbst Schwester in der Herzstation war, und Birgit, das schwerkranke Kind, das alle liebten.

Groß ist die Kunst Professor Ludwigs und seiner Mitarbeiter, aber ohne die Mithilfe der Kranken ist die Genesung nicht möglich. Woher nimmt Marianne ihren Willen zu gesunden, ihre Lebenskraft, die noch auf die anderen Patienten ausstrahlt?

Verlag Neues Leben 1968

Sigrid Grabner: Hochzeit in der Engelsburg – Frauen in der italienischen Geschichte

Bei Studien in italienischen Archiven, Klöstern und Bibliotheken stieß Sigrid Grabner in Ferrara auf ein Buch aus dem Jahr 1497 über 183 „Ausgewählte und berühmte Frauen“, eine Anregung mehr, sich mit dem Thema Frauen in der Geschichte zu befassen. Das Mittelalter und die Renaissance sind reich an politisch handelnden, künstlerisch tätigen und gelehrten Frauen. Sie spielten eine weit größere Rolle, als ihnen männliche Historiographen zubilligen. War die römische Senatorin Marozia, die ein erneuertes italienisches Königtum anstrebte, wirklich ein „verworfenes Weib“, wie Bischof Liutprand behauptete? Die Markgräfin Matilde von Tuscien nur eine berechnende papistische Fürstin, wie in Geschichtsbüchern steht – wenn sie überhaupt von ihr Notiz nehmen? Caterina Sforza, Cesare Borgias Kontrahentin, ein blutgieriges Mannweib?

Die Autorin entschied sich für acht Frauen. Es sind Geschichten um jeweils eine Situation aus ihrem Leben, in denen sie sich über die Schranken ihrer Umwelt und ihrer eigenen Gewohnheiten hinwegsetzen. Sie begehren auf, kämpfen, werden schuldig, wachsen über sich hinaus. Das zarte Mädchen aus Siena ermutigt nicht nur einen Papst, sondern auch die Nachwelt zu furchtlosem Handeln. Noch in der Todesstunde überwindet die Dichterin Vittoria Colonna ihre Schwäche und führt Michelangelo aus seiner Verzweiflung zu neuer Schaffensfreude. Die Gelehrte Olympia Morata, die auf der Flucht vor der Inquisition in Deutschland Zuflucht findet, ahnt hinter Enttäuschungen und Niederlagen eine neue Zeit mit einer freieren Lebensauffassung, die nicht mehr überschattet wird von den politischen Auseinandersetzungen zwischen Päpsten und weltlichen Herrschern, den widerstreitenden Machtinteressen der Adelsfamilien, von Intoleranz und Ketzerverfolgungen.

Die Frauen in Sigrid Grabners einfühlsamen Erzählungen versuchen sich gegen die herkömmlichen Institutionen der Macht durchzusetzen, sie gewinnen dabei zunehmend an Eigenständigkeit, Charakter und in vielen Fällen an Größe. Ihre Aktionen künden von dem Mut ihres Geschlechts, von Willensstärke und geistiger Konsequenz. Ihre Kühnheit gebärdet sich nicht heldisch, sie erwacht aus tiefer Not – dem Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So sprechen sie noch heute zu uns, werden zu interessanten, die Geschichte mit prägenden Gestalten.

Buchverlag der Morgen 1988

 

Gotthold Gloger: Leb vergnügt! oder Die Ermordung des Hofmarschalls von Minutoli zu Meiningen


Im Süden Thüringens, wo die Wasser der Werra, von den Waldbergen kommend, ihren schäumenden Übermut verlieren und sich zu gleichmäßigem Fließen bequemen, liegt die herzogliche Residenzstadt Sachsen-Meiningen… Alles sieht so beschaulich aus im Meiningen des Jahres 1848 und scheint in Ordnung. – Und trotzdem geschieht hier in einer stürmischen Nacht ein Mord.

Der Kinderbuchverlag Berlin 1983 

Autorenteam: Georgi Dimitroff


 Autoren

Maria N. Tscherwendinewa – Direktor des Nationalmuseums „Georgi Dimitroff“ beim ZK der BKP, Sofia
Professor Dontscho Daskalow, Sofia
W. P. Grusdewa, Moskau
Professor Dr. Hans-Joachim Bernhard – Direktor des Georgi-Dimitroff-Museums Leipzig

Übersetzung: Dr. Wolfgang Gruhn, Leipzig

Am 18. Juni 1882 wurde Georgi Dimitroff geboren. Bald schon wirkte er als Revolutionär über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus. Im Prozeß von Leipzig entlarvte er den Faschismus in seiner Brutalität. Der Angeklagte klagte an: ein System des Verbrechens und des Terrors. Der Held von Leipzig ging in diesem bewegenden Prozeß als Sieger hervor.

Befreit aus faschistischem Kerker, reiste Georgi Dimitroff mit seinen bulgarischen Genossen in die Sowjetunion. Dort wirkte er als Generalsekretär der Komintern und als Funktionär der KPdSU, bis ihn sein Vaterland brauchte, die antifaschistisch-demokratische Entwicklung weiterzuführen zum erfolgreichen Aufbau der sozialistischen Gesellschaft.

Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin 1982