30 September 2023

Endre Gömöri: Die Wahrheit über Trebitsch – Roman eines großen Abenteurers

Das Leben übersteigt die kühnsten Phantasien, sagt man. In diesem Buch wird ein Mann vorgestellt, auf den diese Redewendung zutrifft: Ignaz Trebitsch-Lincoln. Ein Mann, in Ungarn geboren, um die Welt gereist, in der Welt herumgetrieben. In vielen Ländern hat er gelebt, in keinem war er zu Haus. In Ungarn, Deutschland, Rumänien, in Belgien, England, Kanada, den USA, in China, in... Die Stationen sind nicht zu zählen.
Ein Agent von Format, der überall Vertraute hatte, sich in Vertrauen schleichen konnte. Der sein. Wissen verkaufte an die Gegner dieses Landes, der sein Wissen zwei-, dreimal verkaufte. Ein Doppelagent also. Agenten leben gefährlich, Doppelagenten erst recht. So arbeitet er in England für Deutschland, in Deutschland für England während des ersten Weltkrieges, vor beiden Geheimdiensten flieht er in die USA. Dort muß er untertauchen, wird verhaftet, ausgeliefert, verurteilt, ist auf der Flucht, immer auf der Flucht. Und ist Geheimnissen auf der Spur, Wirtschaftsgeheimnissen und Staatsgeheimnissen und handelt. mit ihnen. Ein Weltenbummler, könnte man sagen, aber einer ohne Lebensversicherung. Ein Abenteurer schon eher. In vielen Ländern sind seine Dossiers noch Verschlußsache, manchen ist sein Name bekannt.
Vielleicht ist die Mata Hari stärker in Erinnerung. Aber sie war eine schöne Frau. Und sie wurde erschossen.
Trebitsch soll in China gestorben sein, in den vierziger Jahren – da hieß er Tschao Kung –, als Mönch und – als Spion für Japan. Niemand weiß, wo er bestattet wurde. Agenten setzt man selten Grabsteine, Doppelagenten schon gar nicht.
Endre Gömöri hat die Spuren Trebitschs aufgenommen und zeichnet dieses bewegte Leben nach. Er orientiert sich an Aufzeichnungen des Spions, an Informationen über ihn, er geht an die Quellen, hat aufgearbeitet, was er finden konnte und läßt schriftstellerische Freiheit walten. So ist ein Bericht entstanden über einen Mann, der der Welt noch heute Rätsel aufgibt.

Originaltitel: Az igazi Trebitsch
Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki
Einband- und Umschlagentwurf: Anneliese Ernst

Verlag Das Neue Berlin, Berlin

1. Auflage 1988

27 September 2023

Natur und Heimat

Natur und Heimat war eine monatlich erscheinende populärwissenschaftliche Zeitschrift in der DDR.

„Natur und Heimat“ wurde im April 1952 im Auftrag des Kulturbundes der DDR gegründet und im Oktober 1962 mit der Zeitschrift "Wissen und Leben" vereinigt.

Inhalte der Zeitschrift waren:
Heimatkunde, Ur- und Frühgeschichte, Geschichte, Wirtschafts- und Kulturgeschichte, Denkmalpflege, Museen, Volkskunde, Dichtung, Literatur und Kunst, Landschaft, Siedlung und Industrie, Landeskultur und Naturschutz, Geologie, Mineralogie, Zoologie, Ornithologie, Botanik[4] sowie Meteorologie, Klimatologie und Völkerkunde[5]. Zudem enthielt die Zeitschrift Buchbesprechungen und Abdrucke von Gedichten bzw. Auszügen aus Prosawerken.

Format     17 x 24 cm
Heftpreis    1 DM
Herausgeber    DEUTSCHER KULTURBUND – Kommission Natur- und Heimatfreunde des Präsidialrates
Verlag:     Urania-Verlag, Verlag für populärwissenschaftliche Literatur, Leipzig

In dieser Ausgabe Nr. 2/1961 sind folgende Beiträge enthalten:
• Johann Wolfgang Goethe: Die Ilme
• Dr. Heinrich Gemkow: Paul Singer vom bürgerlichen Demokraten zum Führer der deutschen Sozialdemokratie
• J. A. Hauf: Wer schreibt die Ortschronik?
• Curt Meißner: Vom Handpuppenspiel
• Dr. Albrecht Krummsdorf: Landeskultur und Agrarlandschaft
• Siegfried Diener: Zeugen des Eiszeitalters im mittleren Brandenburg
• Dr. Gerhard Hofmann: Die Eibe in Mitteldeutschland
• Dieter Weber: Es war einmal ein Riesenfaß... Zur Geschichte des Königsteiner Weinfasses
• Dr. Fritz Kühnlenz: Ilmwanderung
• Dr. H. Schiemenz: Vom Aussterben bedroht: Der Uhu
• Dr. Wolfgang Crome: Conrad Gesner der „Deutsche Plinius“
• Harry Lehmann: Die Europäische Sumpfschildkröte - eine Kostbarkeit unserer heimischen Tierwelt
• Dr. Hanns Kreisel: Zunderschwämme am „Faulen Ort“
• Dr. Hugo Weinitschke: Das schöne sozialistische Dorf und der Naturschutz
• Kritik
• Aus der deutschen Heimat
• Neue Bücher
• Walter von Fritschen: Alte Bauten im neuen Dorf: Kaditz und sein Dorfplatz.
• Bach im Schnee

Niko Grafenauer: Spannelang

Spannelang

Spanne-Hemdchen, Spanne-Höschen,
Spanne-Schuhchen, Schleifchen dran,
ein Stück riesengroßen Kuchen,
daß man es kaum halten kann.

Wie zwei Onkel, die sich streiten,
nach den Seiten stehn die Ohren;
dieser Zeigefinger will doch
immer in der Nase bohren.

Und die Haare wie ein Besen –
so ein Kamm macht sie ganz krank!
Beide Grübchen lachen drüber –
das ist unser Spannelang.

Originaltitel: Pedenjped
Originalverlag: Mladinska Knjiga, Ljubljana 1980
Aus dem Slovenischen von Astrid Philippsen
Illustrationen von Manfred Bofinger

Der Kinderbuchverlag, Berlin

1. Auflage 1989  

26 September 2023

Charles Dickens: Londoner Skizzen

Charles Dickens, einer der liebenswürdigsten, humorvollsten und empfindsamsten Erzähler der Weltliteratur, begann seine Laufbahn mit Skizzen, die er unter dem Pseudonym Boz in Londoner Zeitungen und Magazinen veröffentlichte. Der zweiundzwanzigjährige Parlamentsreporter überraschte die Leser mit einem humoristisch-kritischen Mosaik von Charakteren und Episoden. In diesen Szenen aus dem Leben der Großstadt um 1830, an der Schwelle der viktorianischen Ära, lächelt der junge Dichter übermenschliche Schwächen und gesellschaftliche Übel, die zum englischen Alltag gehörten. Die Wahl des Gemeindebüttels, das Gebaren der Honoratioren, die Zustände im Gefängnis und in Gin-Kneipen, das Treiben in den Vergnügungsstätten, der feierliche Aufzug einer öffentlichen Kinderspeisung und die Launen von Leuten verschiedenen Schlages, besonders die jener Ärmlich-Feinen, die in bürgerlicher Respektabilität beflissen hochstapeln, während sie das Schicksal schon aus dem Kreise der Wohlhabenden ausgestoßen hat - diese Skizzen entwerfen eine lebendige zeitgenössische Typologie und verraten die Hand des späteren Meisters, der die Kunst der Menschenliebe beherrscht.

Eulenspiegel Verlag Berlin

1. Auflage 1980

DDR 5,40 M

 

Gerhard Dallmann: Logbuch und Agende

Ostsee, Bodden, Haff und Achterwasser ... Sehnsucht des Binnenländers, der sich Wind und Wellen erträumt, dunkle Wolkenfetzen darüber, das unruhige Kreckern der Bleßhühner, Kranichzug...

Klaus Wehrmann ist hier zu Hause. Doch auch ihm bleibt diese Sehnsucht - Tag für Tag. Seine Romantik ist rein, ein wenig schwärmerisch wohl, aber nicht sentimental - herb ist sie wie der Geruch von Tang und Algen, wie die salzigen Güsse, die hoch ins Segel gischen und in grün-weißem Schaumquirl von Lee über Deck seiner "Kehrwieder" kriechen. Wohin der Weg ihn führt, auf Jahre oder auch Stunden nur, nach Dänemark in die Desertation aus der Hitler-Wehrmacht, nach Belgien in harte Kriegsgefangenschaft mit Zwangsarbeit untertage, in kirchlichen Dienst zu Lande (fernab des großen Meeres), in die Ferien nach Oberwiesenthal oder zum Einkauf auf den Alexanderplatz - Klaus Wehrmann blickt zum Himmel, folgt dem Lauf der Wolken und spürt den lockenden "raumen" Wind, der kräftig an Mast und Verstagung schiebt und wie eine geheimnisvolle Kraft sein Schiff vorantreibt. Steifer Wind in den Segeln, das ist gerade das rechte im Leben eines jungen Menschen, wenn es sich mit grenzenlosem Horizont gleich der schillernden See vor ihm ausbreiten will.

Gerhard Dallmann, in Wieck bei Greifswald Pfarrer und begeisterter Wassersportler (geb. 1926 in Stettin) berichtet in sechs poesievoll gestalteten Abschnitten von einzelnen Lebensstationen eines erstaunlichen Menschen, für den die Harmonie von Gott, Natur und Geschöpf trotz schwerer Anfechtungen unversehrt geblieben ist bis auf den heutigen Tag. "Einkehr zu sich selbst" findet er in seinem Schiffstagebuch, dem Logbuch. Zum Gleichnis für das regelmäßige, im Rundlauf der Jahre nie endende Zwiegespräch mit Gott wird für ihn die Agende, jene gottesdienstliche Ordnung, die den Pfarrer von Woche zu Woche begleitet. Das eine ohne das andere wäre nur eine armselige Hälfte seines Lebens...

Wie es übrigens heißt, sind nicht alle Personen und Handlungen dieser Geschichte frei erfunden.

Evangelische Verlagsanstalt Berlin

3. Auflage 1980

 

Hermann Sudermann: Litauische Geschichten

Hermann Sudermann, einer der erfolgreichsten Dramatiker der Jahrhundertwende, läßt uns in seinen "Litauischen Geschichten" die steife Brise spüren, die von der Ostsee her über die Kurische Nehrung ins Haff weht. Es riecht nach Teer und Tang und Fisch und landeinwärts nach Sumpf und Moor und Torf. Diese herbe Landschaft mit ihren unübersehbaren Wasserläufen, Weiden- und Erlenwäldern, einem Paradies für Elche und Wasservögel, ihren saftigen, mit Sumpfdotterblumen, Wiesenfuchsschwanz Rohrschwingel und Glatthafer bestandenen Wiesen prägt die Menschen zwischen Haff und Memel, die als Bauern oder Fischer - meist aber sind sie beides - durch harte Arbeit ihr Leben fristen und manchmal bescheidenen Wohlstand erlangen. Zu den "Antrininkas", den Knechten der Knechte, dürfen sie allerdings nicht gehören wie Jons und Erdme Baltruschat, die Helden der nach ihnen benannten Geschichte, die sich auf der Moorvogtei an der Szlaszner Brücke, zwischen Heydekrug und Ruß gelegen, als Moorsiedler eintragen lassen und ein Leben lang gegen die jährlichen Schmelzwasser der Memel und die scharfkantigen Eisschollen der großen Sturmfluten ihr Hab und Gut verteidigen müssen.

Litauen sieht heute freilich ganz anders aus: viele Sümpfe sind trockengelegt und haben sich in blühendes Weideland verwandelt. Dämme wurden gegen das Hochwasser gebaut, und die begehrten Aale, Welse, Zander, Stinte und Neunaugen werden gemeinsam gefischt. In Sudermanns volkstümlich-realistischen Erzählungen, nach wahren Begebenheiten 1916/17 niedergeschrieben, spiegelt sich ein Stück Geschichte dieser reizvollen Landschaft und ihrer einfachen, liebenswerten Menschen.

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar

1. Auflage 1979

bb-Reihe Nr. 423, Aufbau-Verlag, 1979
DDR 2,95 M

 

Willy Walther: Der andere Krieg – Geiselnehmer und Animiermädchen in Weiss, Grau und Schwarz

Inhalt
Kapitel I
Manipulation nach innen - Diversion nach außen ....... 7
Giganten der Macht ....... 8
Instrumente des Klassenkampfes ....... 10
Vor sechzig Jahren ....... 11
Die Mahnung Albert Einsteins ....... 14
Ohne Molotow-Cocktails und Maschinengewehre ....... 17
Krieg gegen Denken, Vernunft und Gefühle ....... 19
Herr Köpcke hält es für ausgeschlossen ....... 23
Nervenkitzel und Gerüchte ....... 28
Geschäft mit der Angst ....... 32
Launen des Ministers ....... 35
Krieg im Äther ....... 39
Falsche Schlüsse aus Helsinki ....... 45

Kapitel il
Spielarten imperialistischer Propaganda ....... 53
Weiße, graue und schwarze Propaganda ....... 54
Druck aufs Knöpfchen ....... 68
Vier Paukenschläge und später: Lügen aus dem Bush ....... 74
Animiermädchen »Radio Luxemburg « ....... 77
Ohne Glacéhandschuhe ....... 82
Ätherkrieg öffentlich-rechtlich ....... 88

Kapitel III
Das Abc imperialistischer Propaganda ....... 97
Psychologische Bomben ....... 98
Entstellende Kommentierung ....... 106
Vorlauf mit vergifteten Wörtern ....... 109
Korrespondenten auf Abwegen ....... 117
Konfrontation und Kampagnen ....... 120
Krieg ohne Ende? ....... 124

Anhang der Dokumente ....... 126
Quellenverzeichnis ....... 160
Verzeichnis der Dokumente ....... 162

Urania-Verlag Leipzig,Jena,Berlin