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03 Januar 2022

Gisela und Dietmar Winkler (Hg.): Allez hopp durch die Welt. Aus dem Leben berühmter Akrobaten

Vorwort

Artistenmemoiren haben in der Literatur einen gewissen Seltenheitswert, und das wohl aus zwei Gründen: Der Beruf des Artisten ist so hart und beschwerlich, daß die wenigsten Neigung dazu verspüren, sozusagen zwischen zwei Auftritten, die ihre gesamte Energie und die volle physische und psychische Kraft erfordern, auch noch das Erlebte festzuhalten. Zum anderen waren die "Fahrenden" durch Jahrhunderte bei aller Volkstümlichkeit und Beliebtheit so wenig "standesgemäß", daß die Verleger keine Veranlassung sahen, sie durch die Veröffentlichung ihrer Lebenserinnerungen mit den anderen Vertretern der darstellenden oder bildenden Kunst auf eine Stufe zu stellen...


Buchbeginn

Hanlon-Lees: Sechs Brüder als Akrobaten

Die sechs Brüder Hanlon, die sich später nach ihrem Lehrer Lees die Hanlon-Lees nannten, wurden in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts als Söhne eines irischen Schauspielerehepaars in Liverpool und Manchester geboren. Zwei weitere Brüder und eine Schwester starben in jungen Jahren. Thomas, Georg, William, Alfred, Edward und Frederic wuchsen in der Theateratmosphäre auf. Die Eltern unterrichteten sie in körperlichen Übungen, bis der Artist John Lees die Ausbildung der Kinder übernahm und äußerst vielseitige und tüchtige Artisten und Pantomimen aus ihnen machte...

Henschelverlag Berlin, 2. Auflage 1987


 

09 November 2021

Paula Busch: Wasserminna – 2. Teil

Wasserminna hat Wort gehalten, hat sich – wie sie im ersten Teil ihrer Erinnerungen so verschmitzt schließt – ein wenig „kitzeln“ lassen und uns nunmehr auch den vorliegenden zweiten Teil beschert.

Wiederum steht sie mit ihrem unverwüstlichen Humor im Mittelpunkt des Geschehens und plaudert in locker aneinandergereihten Episoden von ihren Erlebnissen in der Liebe, von beruflichen Erfolgen und kleinen Ärgernissen, von Not, Bitterkeit und Leidenschaft, aber auch von all den kleinen und großen Freuden des Zirkuslebens.

Hier redet ein einfacher Mensch, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und damit entsteht ein plastisches Bild des Berlins aus der Zeit vor und nach dem ersten Weltkrieg. Der Krieg greift mit harter Hand in das Leben dieser Menschen, denen ihr „Zirkus“ eine Welt bedeutet. Einer nach dem andern wird eingezogen, der Tod reißt rücksichtslos Lücken und sucht seine Opfer aus diesem festgefügten Kollektiv, aber über allem steht die Pflicht, steht das Programm, das unbedingt gesichert bleiben muß.

Mit lebendiger Anteilnahme verfolgen wir das Schicksal der Artistin und begleiten sie schließlich bis in die Jahre nach dem Kriege, in denen dann auch sie abtreten mußte, um als treue Stütze im Haushalt der Familie Busch mit der Stätte ihrer Erfolge und Triumphe auch weiterhin verbunden zu bleiben.

Ein Buch, das eine ebenso ungeteilte Aufnahme finden wird wie sein erster Teil.

Das Neue Berlin, 1952

 

04 Oktober 2020

Gerhard Zapff: Vom Flohzirkus zum Delphinarium


 Inhalt des Buches:

- Mit Giraffen auf Reisen
- Das Straußenrennen
- Oepidus, der Zirkuskünstler
- Die Vierhänder des Tierreichs
- Das sagenhafte Einhorn
- Gebändigte Urkraft
- Waldbewohner im Roten Ringe
- Trommelnde Hasen und schaukelnde Kaninchen
- Die schlauen Füchslein
- Nachfahren des Rattenfängers
- Ein Storch als Löwenschreck
- Von der Falkenjagd bis zur Adlerdressur
- Die Springgenies
- Kampfstiere ohne Toreros
- Von Borstenvieh und Schweinespeck
- Die große Schau der kleine Katzen
- Von rechnenden, sprechenden und theaterspielenden Hunden
- Wenn Enten und Gänse Klavier spielen
- Tauben fliegen durch das Zirkusrund
- Zügelnde Partner
- Ringkämpfe mit Alligatoren
- Ein Tapir im Fernsehstudio
- Das "sportliche" Känguruh
- Gesprächige Vögel
- Freundliche Herrschaften im schwarzen Frack
- Artisten der Meere

Paperback, 220 pages
Published 1977 by Henschelverlag

03 Oktober 2020

Gerhard Zapff: Pferde im roten Ring


 Aus dem Vorwort:

Zirkus und Pferde

Diese Begriffe erscheinen als untrennbare Einheit. Ob eine Freiheitsdressur oder die hohe Schule, ob ein klassischer Pas de deux oder tollkühne Dshigitenreiterei, kein Zirkusprogramm könnte auf die Vorführung dieser edlen Tiere verzichten, ohne den Charakter echter Zirkuskunst zu verlieren. Neben der Geschicklichkeit der Akrobaten, dem Mut der Dompteure, der Komik der Clowns bewundern die Zirkusbesucher immer wieder die Schönheit der rassigen Pferde, die harmonische Übereinstimmung zwischen Reiter und Tier.

Published 1972 by Henschelverlag
Paperback, 184 pages

02 Oktober 2020

Rudolf Born: Mein Tiger Bombay


 Buchvorstellung von sato

Es war mein tiefstes Kindheitserlebnis und hat mein ganzes Leben geprägt. Es hat mich für immer, bis zum heutigen Tage, in dem Milieu festgehalten, aus dem es kam: aus dem ersten Zirkus, der da eines Herbstmorgens am 'Anger' in Halberstadt seine Zelte aufschlug.

Inhalt:

Der erste Gestreifte; Tiger und Knallfrösche; Bei Rot über die Kreuzung; Löwen, das Gesellenstück; Ich sollte Ranis Opfer werden; Falscher Alarm; Zirkus im Orkan; Tongas Tod; Sahib rächt sich; Begegnung mit Bombay; Satan unter den Schafen; Bombays erster Auftritt; Bombay, Star der Gruppe; Nacht der Prominenten; Der Tiger beim Zahnarzt; Grenadiers letzter Auftritt; Der Apfelschimmel im Tigerkäfig; Bombay im Wohnwagen; Die Jungtiere sind da; Kait und das Plakat; Komplikationen mit Radja; Jolanthe kontra Bombay; Der Tiger ist frei; Bombay macht mir Sorgen; Der reitende Tiger; Mit der ,Junak 2'' überm Zirkuszelt; Mit ihnen unterm Chapiteau; Am Rande bemerkt; Abschied von Bombay; Meine neuen Freunde: die sibirischen Tiger; Gezüchtet, gepflegt und dressiert; Kleines Zirkus-Abc

Published 1969 by Henschelverlag
Paperback, 174 pages

24 September 2020

Georg Weiß: Abschied von der Manege


 Der Raubtier-Dompteur Georg Weiß erzählt in diesem, seinem 2. Buch über die letzten Jahre seiner Arbeit mit Raubkatzen und Bären. In seinem 1. Buch Start in die Manege hat er den Werdegang der von ihm dressierten gemischten Raubtiergruppe geschildert. In Abschied von der Manege setzt der Autor die Lebensgeschichte der Raubtiergruppe fort. Der Autor sieht das Buch nicht als Dressuranleitung, sondern als Weg zu einer humanen Methode im Sinne von Carl Hagenbeck. Er gibt Einblick in die Arbeit eines Tierlehrers und Dompteurs.

Published 1978 by Henschelverlag
Paperback, 287 pages

Ernst Günther: 33 Zirkusgeschichten


 Zirkus was ist das? »Das schönste aller visuellen Spiele« nannte der französische Dichter und Kunstkritiker Theophile Gautier den Zirkus, und sein Landsmann und Kollege François Mauriac bezeichnete ihn als »die letzte Insel der Reinheit auf Erden«, während Jean Cocteau formulierte: »Für mich ist der Zirkus eine Schule der Genauigkeit und Strenge bei der Arbeit.« Poetische Urteile, die das Wesen des Zirkus nur andeuten. Was ist Zirkus wirklich? »Der Zirkus ist eine Einheit der Vielfalt«, definierte der sowjetische Theater- und Zirkushistoriker Jewgeni Kusnezow die Kunst der Manege. »Er fügt Darbietungen, die sich in Entstehung, Form, Charakter und Inhalt unterscheiden, zu einem Ganzen zusammen: Akrobatik und Clownerie, Reitkunst und Tierdressur, technische Attraktionen und Pantomimen...«So kennen wir den Zirkus. Wie lange kennen wir ihn so? Jahrzehntelang hat man behauptet, der Zirkus sei antiken Ursprungs, weil das Wort aus dem Lateinischen kommt und weil ja die Römer von »panem et circenses« (Brot und Spiele) sprachen. Doch das ist falsch. Denn obwohl einzelne Elemente bis in die Anfänge der Weltgeschichte zurückreichen ? die Akrobatik beispielsweise und die Dressur, die für die alten Kulturstaaten zwischen China und Ägypten nachweisbar sind ?, ist der Zirkus als Kunst der Unterhaltung in seiner typischen Einheit der Vielfalt erst unter ganz bestimmten gesellschaftlichen und ökonomischen, auch kulturellen Bedingungen entstanden: denen des aufstrebenden Bürgertums. Mit der Formierung dieser neuen Klasse und ihrer zunächst progressiven Veränderung der Produktionsverhältnisse bildeten sich neue Bedürfnisse auch nach Kunst und Unterhaltung heraus, die mit den vorhandenen, einerseits vom Feudaladel okkupierten und degenerierten und andererseits dem »gemeinen Volk« verbliebenen bescheidenen Möglichkeiten nicht befriedigt werden konnten. So mußte sich die Bourgeoisie eigene Möglichkeiten schaffen, deren eine der Zirkus ist. Logischerweise vollzog sich der Übergang von Kunstreitergesellschaften und Jahrmarktsbelustigungen zum modernen Zirkus zuerst in jenem Land, in dem die erste bürgerliche Revolution die Machtstruktur nachhaltig veränderte: in England. Es war der renommierte Reiter Philip Astley, der im Jahre 1768 den ersten Zirkus der Welt gründete. Übrigens hieß der Zirkus zunächst gar nicht Zirkus, sondern Pferdetheater und Amphitheater. Die Wortgleichheit zur Antike, die einige Historiker zur Identifikation verführte, entstand erst, als Napoleon I. 1806 durch Gesetz verkünden ließ, daß »Aufführungen von Raritäten und Kuriositäten« (worunter auch die Pferdetheater zählten) nicht mehr die Bezeichnung Theater tragen dürfen und die tonangebenden Pariser Direktoren Franconi dadurch gezwungen waren, sich einen neuen Namen für ihr schon weltbekanntes Unternehmen auszudenken. Sie richteten sich, wie sie später selbst bekannten, nach dem Geschmack der Epoche, der alles Antikische besonders schätzte, und wählten die Bezeichnung »Cirque Olympique« (Olympischer Zirkus).Entsprechend der Entwicklung des Bürgertums in den fortgeschrittensten Ländern des europäischen Kontinents verlagerten sich die Zentren der Zirkusentwicklung von England nach Frankreich (nach der Revolution von 1789) und von Frankreich nach Deutschland (nach der Revolution von 1848), wobei sich die Abstände zwischen Erlangung der ökonomischen Macht und kultureller Blüte immer mehr verkürzten. Doch wie das Bürgertum mehr und mehr verfiel und seinen ursprünglich progressiven Charakter einbüßte, verfiel auch der Zirkus als Kunstform. Bürgerliche Dekadenz überwucherte seinen humanistischen Inhalt, die herrschende Ideologie machte ihn sich Untertan, der Amüsierzweck triumphierte über das einstige, fast klassizistisch zu nennende Ideal, die Auswirkungen seiner Etablierung als kapitalistisches Unternehmen steuerten ihn trotz formaler Perfektion zunehmend in eine Krise, aus der unter imperialistischen Bedingungen keine Perspektive mehr erwächst. Erst mit dem revolutionären Übergang zu einer neuen humanistischen Gesellschaftsordnung, wie er 1917 in der Sowjetunion mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und 1945 mit der Entstehung des sozialistischen Weltsystems eingeleitet wurde, erhielt auch die Zirkuskunst ihren ursprünglichen Charakter zurück. Staatliche Förderung und Anerkennung gaben ihr eine neue Perspektive als Kunst des Volkes, die sie einst gewesen. So liegt heute in der sozialistischen Staatengemeinschaft und insbesondere in der Sowjetunion das Zentrum der Zirkusentwicklung, von dem die entscheidenden Impulse für den Zirkus der Welt ausgehen. »Vom Zirkus muß man mit großer Hochachtung sprechen«, sagte die berühmteste Ballerina der Gegenwart, die sowjetische Tänzerin Maja Plissezkaja. »Die Zirkusleute verstehen zu arbeiten und erlauben sich nie einen Fehler. «In das historische Auf und Ab der Zirkusgeschichte sind naturgemäß unzählige Geschichten verwoben, tragische und komische, spannende und dramatische Ereignisse, bezeichnend für die Zeit, die Situation des Zirkus oder die Person; Geschichten, die das Leben schrieb, von denen jedoch meist nur wenige Fakten überliefert sind. Und diese Geschichten entrissen wir der Vergessenheit, um sie, frei gestaltet, als farbige Illustrationen der Zirkusgeschichte zu bewahren, als Zirkusgeschichte in Zirkusgeschichten.

Published 1977 by Henschelverlag
Paperback, 237 pages

Filatow Valentin und Alexander Aronow: Mit Bären unterm Zirkuszelt


 Das Buch stammt noch aus einer Zeit, als für den Zirkus abgerichtete Wildtiere (hier: Bären) widerspruchslos als Tatsache hingenommen wurden. Es wurde gemeinhin als große Leistungen der Tiere und ihrer Halter/Dompteure angesehen, was der Besucher in der Vorstellung erleben konnte. Wenige fragten damals, auf welche Kosten all dies möglich wurde. Das Recht des Tieres auf ein artgerechtes Leben war nahezu unbekannt. Entsprechend liest sich dieses Buch des "Henschelverlags für Kunst und Gesellschaft".

Heute können diese Bücher nur kritisch gelesen werden.

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin; 2. Aufl., Auflage (1. Januar 1971)