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27 März 2024

Konstantin Paustowski: Nordische Novelle

Verlagstext:
Konstantin Georgiewitsch Daustowski
wurde im Jahre 1892 als Sohn eines Eisenbahners in Moskau geboren und besuchte das Gymnasium in Kiew. Bereits als Schüler schrieb er seine erste Erzählung, die 1911 in der ukrainischen Zeitschrift „Lichter“ erschien. Er arbeitete in den verschiedensten Berufen, u. a. als Arbeiter, Matrose, Lehrer. Von 1925 an widmete er sich jedoch ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Erst in den dreißiger Jahren, angefangen mit seiner Erzählung Kara Bugas (1932), fand Paustowski das Grundthema seiner späteren schriftstellerischen Arbeit: die begeisterte Schilderung des Aufbaus des Sozialismus mit seinen gewaltigen Veränderungen des Menschen und der Natur.

„Die Nordische Novelle“ (1939) schildert in drei historischen Etappen 1826–1917–1936 das politische Wachsen des russischen Volkes. Das Freiheitsstreben, das im Dekabristenaufstand seinen ersten Ausdruck fand, ist für die Enkel Wirklichkeit geworden. Aber auch das persönliche Glück als Widerspiegelung eines glücklichen Volkes bleibt der dritten Generation vorbehalten.

Originaltitel: СЕВЕРНАЯ ПОВЕСТЬ
Aus dem Russischen übertragen von Maximilian Schick
Umschlag und Titelgestaltung: Hans-Eberhard Ernst

Verlag der Nation, Berlin
Reihe:
Roman für alle Nr. 110
Lizenz des Dietz Verlages Berlin
1. Auflage 1961

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Dietz Verlages Berlin

1. Auflage 1949 [1.-20. Tsd]

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Insel-Verlag, Leipzig

1. Auflage 1967 

31 Dezember 2023

Boleslaw Prus: Angelika


Mit dem harmonischen Bild einer ländlichen Idylle beginnt Bolesław Prus (1847-1912) seinen kleinen Roman aus dem Jahre 1880, und er beschließt ihn mit einer ebenso heiteridyllischen Szene, als wäre nichts Dramatisches geschehen. Was aber der dreizehnjährigen Angelika zu Ohren kommt und was sie am Ende mit eigenen Augen ansehen muß, scheint ihr schon Grund genug zu höchster Beunruhigung. Dem Leser jedoch eröffnen sich erschütternde Einsichten in eine Welt des sozialen Umbruchs, denn er durchschaut, was der ahnungslosen Angelika bis zum Schluß verborgen bleibt.

Über den Autor:
Bolesław Prus, der große polnische Realist des 19. Jahrhunderts, der einige Jahre nach dem Erscheinen der «Angelika» mit seinen Romanen «Die Puppe» (1887/89) und «Pharao» (1895) Weltruhm erlangte, zeigt sich bereits in diesem frühen Werk als ein Meister des Details, des scheinbar Alltäglichen, fast Banalen, und als ein unbestechlicher Chronist seiner Zeit. «Nach dieser Erzählung möchte man gar nichts mehr lesen», vermerkt Stefan Zeromski in seinem Tagebuch, «nur die Augen bedecken, niemanden mehr sehen ...»

Buchanfang:
1. Kapitel

Der Verfasser gibt einen Überblick über die Personen seines Buches

Angelika ist ein hübsches Mädelchen und dabei weder arm noch eine Waise. Sie besitzt alle Voraussetzungen, glücklich zu sein: sie hat Eltern, eine gelehrte Erzieherin, einen eigenen Hund, und – sie wohnt auf dem Lande. Ein Dorf ist, vor allem während des Sommers, der passendste Aufenthaltsort für Kinder. Dort sind sie gesund, können auch frei und besser spielen als in der Stadt.
Auf einer Fläche von einigen hundert Morgen bieten sich ihnen die mannigfaltigsten Ausblicke, die ihre jungen Seelen mit schlichten und ruhigen Eindrücken erfüllen. Hier ist der Himmel kein leerer Raum zwischen Häusern, sondern ein Gewölbe für sich, das der liebe Gott über die Welt gespannt hat und unter dem die wogenden Felder ruhen. Hier sind duftende Wiesen, klare und kühle Bäche, in denen in Hülle und Fülle kleine Fische schwimmen. Wie eine Kinderfrau, die leise eiapopeia vor sich hin singt ... schaukelt der Wind unermüdlich die hellgrünen Ähren auf den Feldern und spielt mit dem blutigroten Mohn und den blauen Kornblumen.
Durch die Felder schlängelt sich ein Pfad, auf dem langsam ein kleines, in graues Leinen gekleidetes Kind geht, das in einem Henkeltöpfchen dem Vater das Essen bringt. Weiter ab liegt eine Landstraße, auf der der Sand, gelangweilt vom langen Liegen, zuweilen plötzlich aufwirbelt und sich auf die Reise macht, um die Leute auf dem Felde zu foppen. Dahinter liegen Kartoffeläcker, in denen ein furchtsamer Hase schlummert, die grauen Flecken der Brachfelder, auf denen ......

Schutzumschlag: Hans-Eberhard Ernst

Polnischer Originaltitel: Anielka
Übertragen von Albert Klöckner
Mit einem Nachwort von Dietrich Scholze

Verlag der Nation, Berlin

1. Auflage 1986
2. Auflage 1989

Im gleichen Verlag auch erschienen als:
Roman für alle ; Bd. 97
1. Auflage 1960

21 September 2021

Joachim Lindner: Annettes späte Liebe – Erzählung vom Leben und Dichten der Annette von Droste-Hülshoff

Auf einer Bank im Park vor dem Rüschhaus sitzt Annette und hält Ausschau nach dem jungen Freund; ein wilder Strauch täuscht ihr in der Bewegung des Windes die Ankunft des Erwarteten vor. In diesem Bild, das sie selbst in einem Gedicht beschreibt, spiegelt sich das Leben der ersten bedeutenden deutschen Dichterin, Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), deren Sehnsucht nach Liebe unerfüllt blieb. Sie wuchs auf dem Gute Hülshoff bei Münster in den Fesseln der harten Moral einer altadligen Familie streng katholisch auf. Was der Autor in seiner Erzählung hier von ihr berichtet, ist die Episode einer großen, verzichtenden Liebe zu dem siebzehn Jahre jüngeren Levin Schücking.

Die Sehnsucht nach der Gegenwart seiner Jugend bestimmt die letzten achtzehn Jahre ihres Daseins, beflügelt sie in ihrem Schaffen und nimmt ihr dennoch bei ihrer zarten und schwächlichen Konstitution allmählich die Kraft zum Leben.

Und Levin Schücking? Schmeichelt dem jungen Literaturwissenschaftler nur der Gedanke an den Umgang mit einer Dichterin und Adligen, oder weshalb sucht er die Verbindung zu ihr? Wir wissen von ihm nur, daß er 1862 die erste Biographie über sie schrieb und sich stets für die Pflege ihres Werkes einsetzte.

Ob er sie liebte? Vielleicht – gewiß aber nicht so, wie sie es sich insgeheim wünschte.

Verlag der Nation Berlin 1984
Illustrationen Hans-Eberhard Ernst