Bücher und Schriftsteller, die in der DDR gelesen wurden. Schaut bitte nicht nur danach, ob hier jeden Tag Beiträge auflaufen, nutzt diesen Blog auch wie ein Lexikon. Er ist ein Langzeitprojekt, da ist es sicherlich verständlich, wenn zwischendurch immer mal wieder pausiert wird. Sei es, um nicht die Lust daran zu verlieren, aber auch, weil die Beiträge auch regelmäßig vorbereitet werden müssen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Stöbern und Erinnern oder neu entdecken.
30 März 2024
Bernard B. Dadié: Das Krokodil und der Königsfischer – Afrikanische Märchen und Sagen
Wie in diesem Märchen, das unserem Band den Titel gab, gestaltet Bernard B. Dadié auch in den anderen Geschichten Motive aus der afrikanischen Folklore. Der 1916 geborene Schriftsteller und Kulturpolitiker aus der Elfenbeinküste wurde mit Romanen, Gedichten und Theaterstücken über die Grenzen Afrikas hinaus bekannt. Die uralten Märchen, Sagen und Fabeln dieser Sammlung erzählt Dadié auf neue Weise, sprachlich reizvoll und mit feiner Ironie. Unaufdringlich, aber deutlich spürbar entstehen Assoziationen zu menschlichen Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Konflikten unserer Zeit.
Inhalt:
Das Krokodil und der Königsfischer ...... 5
Die Herrschaft der Spinne ...... 12
Die Spinne als Rabenvater ...... 20
Die Salzsiederei der Alten aus Amafi ...... 29
Der Hund Coffis ...... 35
Der Tod der Menschen ...... 43
»Seerose«, die Königin der Wasser ...... 49
Der Schein der untergehenden Sonne ...... 56
Das Geständnis ...... 63
Die Legende vom Rauch ...... 70
Attoua, Königin der Sterne ...... 81
Die Schlacht zwischen Vögeln und Tieren ...... 89
Tawêloro! ...... 94
Die Baoulé-Legende ...... 102
Gnamintchie ...... 106
Die Straße ...... 114
Die Beiträge wurden dem Band LÉGENDES ET POÈMES entnommen
Aus dem Französischen von Klaus Möckel
Illustriert von Irmhild und Hilmar Proft
Verlag Volk und Welt, Berlin
1. Auflage 1975
2. Auflage 1977
3. Auflage 1979
4. Auflage 1981
07 September 2021
ohne Autor*in: Hühnchen Kathrinchen
Buchbeginn
Hühnchen Kathrinchen lebte an einem großen einsamen See. In einem Frühjahr fand es wenig zu essen und wurde dünner mit jedem Tag. Ich will zum Schlaraffensee ziehen, dachte das Wasserhühnchen, da finde ich Futter in Hülle und Fülle. Kathrinchen überlegte nicht lange und wanderte los.
Unterwegs mußte Kathrinchen durch einen schwarzen Wald. Da trat auf einmal der Fuchs zwischen den Bäumen hervor.
"Wohin gehst du?" fragte der Fuchs.
"Zum Schlaraffensee", sagte Kathrinchen.
"Laß dich lieber fressen", knurrte der Fuchs", da sparst du dir den langen Weg."
"He", rief Kathrinchen forsch, "siehst du denn nicht, daß ich nur noch Haut und Knochen bin? Warte doch, bis ich zurückkomme! Da wirst du staunen, was für ein köstlicher Happen ich bin."...
Altberliner Verlag, Berlin 1968, 3. Auflage 1987
Bilderbuchfassung: Alfred Könner Übersetzung aus dem Italienischen: Karlheinz Schmidt
Bilder von Irmhild und Hilmar Proft

