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27 April 2024

Harry Thürk: „Die Stunde der toten Augen“

Klappentext:

„Die Stunde der toten Augen“ gehört zu den ersten Romanen der DDR-Literatur, deren Handlung im zweiten Weltkrieg spielt.
Heute noch erschüttert die schonungslose Aufrichtigkeit, mit der der Autor Ereignisse im letzten Kriegswinter an der Front darstellt. Seine Gestalten atmen den Hauch der Wirklichkeit. Gedrillt, lautlos zu töten, sind die Fallschirmjäger der Frontaufklärungskompanie bereit, im Hinterland des Gegners zu operieren und jeden Befehl auszuführen, ohne nachzudenken. Der Verlust der Menschlichkeit macht sie zu Maschinen. Sie aber halten sich für Helden, die in schicksalhafter Tragik enden. Wohl kommt ihnen eine Ahnung, dass ihre Einzelerfolge den Lauf des Kriegsgeschehens nicht aufzuhalten vermögen, und Zweifel an der Sache, für die sie ihr Leben riskieren, steigt in ihnen auf – aber da ist es für sie schon zu spät.
Dieses Buch ist Abschreckung und Mahnung zugleich; und es lässt erkennen, dass letztlich nur echte menschliche Größe das Leben bestimmt.

Inhalt:
Die Männer 5
Die Stunde der toten Augen 9
Das Dorf 54
Werner Zadorowski: Ich komme nicht wieder, rothaariges Nachtgebet 89
Die Frau 107
Eine Messe lesen 144
Sternentanz 165
Die gemordete Harmonika 196
Anna: Allein mit dem Schlag meines Herzens 226
Der blutige Schnee 244
Unternehmen „Friedhof“ 292
Thomas Bindig: Es starben alle Träume 338
Die Stunde der Wölfe 357
Klaus Timm: Wo ich bin, wird gestorben 381
Flamme 400

Einband- und Schutzumschlag: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1957
2. Auflage 1958
3. Auflage 1959
4. Auflage 1965
5. Auflage 1966
6. Auflage 1967
7. Auflage 1970
8. Auflage 1977
9. Auflage 1980
10. Auflage 1983
11. Auflage 1987

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Verlag Tribüne, Berlin
Reihe:
Edition Horizonte
Lizenz des Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1989

31 Oktober 2020

Tobias Smollett: Die Abenteuer des Roderick Random


 Roderick Random, aus vornehmer schottischer Familie stammend, wird um sein Erbteil betrogen und in ein abenteuerliches Dasein getrieben. Er wird in Liebes- und Ehrenhändel verwickelt, zum Kriegsdienst gepresst und nimmt an den Unternehmungen der englischen Flotte gegen die französischen und spanischen Kolonien im Österreichischen Erbfolgekrieg von 1741 bis 1748 teil. In London sucht er „einen erträglichen, aber nicht mühsamen Posten“ zu erlangen. Da diese Hoffnung in nichts zerrinnt, leistet er abermals Kriegsdienst, diesmal auf französischer Seite. Nach wechselvollen Schicksalen sieht er sich endlich in eine gesicherte Existenz versetzt.

Dieses 1748 der Öffentlichkeit enthüllte Zeit- und Sittengemälde des Aufklärers Tobias Smollett präsentiert die englische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts in der ganzen Breite ihres vom adligen Gentleman bis zum sozial Ausgestoßenen reichenden Spektrums; zugleich ist hier ein in der britischen Literatur immer wiederkehrender Bereich entdeckt: das Leben zur See mit seinen Drangsalen und Wagnissen. Dabei wird in dem Roman ein ganzes Feuerwerk von Einfällen abgebrannt. Hier begegnen wir staunend „Purzelbäumen des Zufalls, Absurditäten der Verwechslung, aus der Norm verrutschten Typen, menschlichen Quadraturen des Zirkels, quietschenden Maschinendefekten der Gebärden, des Gehens, des Fühlens, des Denkens, verrückten Fangspielen der Worte und Begriffe, alles in nie anhaltender Bewegung (Bernhard Fehr).

Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig
Bibliothek des 18. Jahrhunderts
3. Auflage, 1982 (1. Auflage 1969)
Mit 5 Illustrationen von George Cruikshank.

30 Oktober 2020

Johann Gottwerth Müller: Siegfried von Lindenberg – Komischer Roman


 „Es war einmal ein Edelmann im Pommerlande, der so viel Ahnen hatte als Tage im Monate, und ein Schloss, und ein paar Hufe Landes umher, und ein Dorf, wo Bauren drin wohnten, und etliche hundert Bäume, die er seinen Forst nannte, und sechs oder sieben räudige Köter, die hieß er seine Kuppel, und wer ihm die schief ansah, der griff ihm an die Seele.“ So umreißt Johann Gottwerth Müller (1743 – 1828) bereits im ersten Satz seines „Siegfried von Lindenberg“ (1779) die deutsche politische Szenerie seiner Gegenwart und schlägt sein Thema an: die deutsche Kleinstaaterei, das Duodezsystem und seine Repräsentanten. Er legte mit seinem Werk einen originären deutschen satirischen Roman vor, der an Realitätsfülle, an Drastik in den Details, an sprachlicher Gestaltung und ironisch-kritischer Zielstellung alles überbot, was den deutschen Autoren aufklärerisch-komischer Prosa bisher in die Feder geflossen war, so dass es auch heute noch Vergnügen bereitet, den größenwahnsinnigen pommerschen Krautjunker und seine Einfälle zu belachen.

Gustav-Kiepenheuer-Verlag, Leipzig und Weimar, 2. Auflage, 1984 (1. Auflage 1976)
Bibliothek des 18. Jahrhunderts
Mit Kupferstichen von Daniel Chodowiecki.

Gotthold Ephraim Lessing: Freimäurergespräche und anderes – Ausgewählte Schriften


 Er war die lebendige Kritik seiner Zeit, und sein ganzes Leben war Polemik. Diese Kritik machte sich geltend im weitesten Bereiche des Gedankens und des Gefühls, in der Religion, in der Wissenschaft, in der Kunst. Diese Polemik überwand jeden Gegner und erstarkte nach jedem Sieg. (Heinrich Heine, 1834)

Lessings hier in einer Auswahl vorgestellte kleinere philosophische und poetologische Schriften, entstanden zwischen 1749 und 1780, dokumentieren, dass er Überlebtes unerbittlich attackierte, „das unreine Wasser“ aber doch „nicht eher weggegossen wissen“ wollte, „als bis man weiß, woher reineres zu nehmen“. Seine Polemik schloss kritisches Abgrenzen, Bestimmen, Klarstellen und das Aufstellen von Idealen ein, Idealen, über deren Realisierbarkeit nachzudenken auch uns Heutigen ansteht. Denn ob Lessing nun in seiner Auseinandersetzung mit der orthodoxen Theologie die christliche Lehre auf ihren moralischen Kern zurückführte oder als Literatur- und Kunstkritiker die Autorität der französischen (klassizistischen) Kunstregel sprengte und Grundsätze für eine neue realistische Ästhetik formulierte – immer ging es ihm letztlich um die Vervollkommnung des Menschen, der Menschheit überhaupt. Lessings theoretische Streit-Schriften sind und erfordern „Gedankenarbeit“. Wer sie zur Hand nimmt, sollte nicht auf Endgültiges hoffen, sondern sich auf lebendige Dispute einstellen.

Gustav-Kiepenheuer-Verlag, Leipzig und Weimar, 1. Auflage, 1981
Bibliothek des 18. Jahrhunderts

15 Juni 2020

Harry Thürk: „Des Drachens grauer Atem“

Klappentext

Die Reise nach Thailand betrachtete Professor Wilkers als eine willkommene Abwechslung. Doch schon in Bangkok, dem Ausgangspunkt seiner Nachforschungen über die Herkunft der Drogen, deren Missbrauch er als Mitglied einer internationalen Kommission zu bekämpfen trachtet, trifft er auf extreme Widersprüche. Sie zu lösen reizt den Schweizer Mediziner, da die Behauptungen des reichen Seidenfabrikanten Tracy Blake wahrhaftig und bitter, dabei höchst seltsam klingen.
Leo Wilkers entschließt sich zu einem lebensgefährlichen Unternehmen: Er zieht in die Berge nahe der Grenze zu Burma. Dort oben, im Dorf Muong Nan, dessen Vorsteher sich zur selben Zeit im Gefängnis in Bangkok den Kopf darüber zerbricht, wer in der Hauptstadt ausgerechnet an seiner Verhaftung interessiert sein könnte, lernt Wilkers die Notwendigkeit für den Mohnanbau in diesen Gebieten kennen.
Von den abenteuerlichen Erlebnissen und erstaunlichen Erfahrungen des Schweizer Professors erzählt Harry Thürk in diesem spannenden Roman, in dem neben dem Opium auch die CIA eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Buchanfang
„Während die CIA sich nie im Zuge offizieller Politik am Schwarzhandel mit Rauschgift beteiligte, hat ihr Geheimpersonal diesen Handel in seine Dienste einbezogen – wie es sich zur Erreichung seiner Ziele praktisch jeder anderen kriminellen Aktivität, die Menschen bekannt ist, bedient hat.“
Aus “The CIA and the Cult of Intelligence” von Victor Marchetti und John D. Marks, erschienen bei Knopf, Inc., New York, 1974

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage, 1975
2. Auflage 1976

Als Taschenbuch
1. Auflage 1979
2. Auflage 1981

Umschlag- und Einbandentwurf von Thomas Schallnau.

Harry Thürk: „Der Wind stirbt vor dem Dschungel“


Düster und voller Gefahren ist der Dschungel Malayas, aus dem die junge, schöne Ling kommt. Mit schweren Verletzungen wird sie als Gefangene in das Eingeborenenhospital von Kuala Lumpur gebracht. Der englische Arzt Donald Foster, der sie operiert, erkennt in ihr die Spielgefährtin seiner Kindheit. Malaien verbargen ihn damals im Dschungel vor den ins Land eindringenden Japanern, die Jagd auf jeden Engländer machten. Er und Ling waren fast noch Kinder, als sie sich das letzte Mal sahen. Durch die erneute Begegnung mit dem Mädchen erfährt Donald Fosters Dasein eine entscheidende Wendung. Der junge Arzt, der sein Leben der beherzten Tat malaiischer Freunde verdankt, schlägt einen Weg ein, der für einen weißen Mann ungewöhnlich und gefahrvoll ist, aber auch ehrenhaft und vorbildlich.
Da zauberhaft schöne Tropenland Malaya mit seinen undurchdringlichen Regenwäldern, den farbenprächtigen Städten und Dörfern, seinen braunhäutigen Bewohnern ist der Schauplatz der spannenden Handlung.
Harry Thürks Roman zählt zu den wenigen Büchern, die über Malaya geschrieben wurden, jenes geheimnisvolle Land zwischen Singapore und der Grenze Thailands, in dem Engländer und Amerikaner lange Zeit einen erbarmungslosen Kolonialkrieg gegen das malaiische Volk führten, das schließlich doch seine Unabhängigkeit errang.

Verlag Neues Leben, Berlin

Ferner erschien das Buch beim Verlag Das Neue Berlin, 2. Auflage, 1986 (1. Auflage 1961):

14 Juni 2020

Harry Thürk: „Der Tiger von Shangri-La“


Laos, das „Land der Millionen Elefanten“, ist der Schauplatz dieses Romans. Aus Bangkok bricht Lao Yon auf, Sohn eines laotischen Bauern, Student der Landwirtschaft, um den Tod seines Vaters zu rächen. Er sucht Colonel Shute, den Kommandeur einer amerikanischen Special-Forces-Truppe, die sich in den Bergen von Südlaos versteckt hält, abgelegene Dörfer überfällt und auch den Vater ermordet hat.

Lao Yon kommt nach Tchepone, einer Stadt an der strategisch wichtigen alten Kolonialstraße Nummer neun, die vom Golf von Tongking quer durch Laos bis Thailand verläuft und deren Besitz für die Amerikaner und ihre Pläne von entscheidender Bedeutung ist. Hier in Tchepone, dem Stützpunkt der Pathet Lao, verschmilzt der Vorsatz Lao Yons, den Mörder seines Vaters zu bestrafen, mit der schweren Aufgabe der laotischen Befreiungsbewegung, sich der amerikanischen Intervention zu erwehren. Aus dem zu privater Rache entschlossenen Studenten wird ein umsichtiger, disziplinierter Kämpfer für die Freitheit von Laos. Lao Yon findet Shangri-La, das versteckte Lager des Colonels Shute, und bereitet unter Einsatz seines Lebens dessen Vernichtung vor.

Das alles geschieht zu jener Zeit, da im vietnamesischen Nachbarland erbittert um die Dschungelfestung Khe Sanh gekämpft wird. So fügen sich der Kampf der südvietnamesischen Befreiungsfront und die gefährliche Aktion Lao Yons – einander ergänzend – in die gewaltigen Anstrengungen der Völker Asiens gegen die Bedrohung ihrer nationalen Existenz durch den US-Imperialismus ein.

Wie schon in seinen anderen Asien-Romanen zeichnet der Autor auch hier ein einprägsames Bild von einem kämpfenden Volk, seinem Land, seiner Geschichte und seiner Entschlossenheit, die Zukunft für sich zu erobern.

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
4. Auflage, 1986 (1. Auflage 1970)

13 Juni 2020

Harry Thürk: „Amok“



Djakarta in der letzten Septemberwoche des Jahres 1965. Kapitän Hussar, Eigner eines kleinen Küstentrampschiffes, kann seine Ladung nicht löschen, weil ihr Empfänger ermordet worden ist. Bei diesem Toten, einem Oberst der indonesischen Armee, findet der Seemann Informationen, die von entscheidender Bedeutung für seine Heimat sind. Hussar macht weitere seltsame Entdeckungen, und er begreift: Sein Leben und das seiner Genossen ist in Gefahr, das ganze Land ist in höchster Gefahr. Bestürzt und verwirrt zugleich, erfährt er aber, dass jene Leute, die noch in der Lage wären, die sich anbahnende Katastrophe abzuwenden, sie einfach leugnen. Sie nennen den mahnenden Kapitän einen Schwarzseher.
Ehe Hussar weitere Schritte überlegen kann, hat sich die gespannte Atmosphäre in Djakarta entladen; der Sturm ergreift alle Inseln des Archipels. Der Mob tobt in den Straßen, mordend, blindwütig zerstörend, in einem Amoklauf ungekannten Ausmaßes.
Die eigentlichen Regisseure dieses grausigen Dramas bleiben im Hintergrund. General Omar Yamin ist nur einer von ihnen, seine Partner sitzen in Geschäftshäusern und Palästen. Der Kapitän und seine Mannschaft, Hussars Frau Thira, der Sänger Eddie und dessen Freundin Idaju, der Elektroingenieur Riwu und die Sate-Braterin Sarinah werden wie viele andere Ahnungslose in einen Strudel von Ereignissen gerissen, denen Hunderttausende zum Opfer fallen.
Das Geschehen vor und während des Putsches der indonesischen Militärs bildet den historischen Hintergrund dieses Romans. Harry Thürk fasziniert durch Sachkenntnis, vor allem aber durch die packende und erregende Gestaltung unterschiedlicher Charaktere und ihrer wechselhaften Schicksale in einer bewegten Zeit.

Verlag das Neue Berlin, 1. Auflage 1974

Harry Thürk: Dien Bien Phu



Indochina Mitte 1953. Aus Paris erscheint ein neuer Oberkommandierender, General Navarre. Er ist entschlossen, dem Kolonialland Frankreich seine südostasiatische Domäne zurückzuerobern, in der es inzwischen eine Volksregierung gibt. Ihre Forderung nach Respektierung der Unabhängigkeit soll mit Geschützfeuer, Napalm und Fliegerbomben erstickt werden.
Dem ehrgeizigen Militär schwebt eine spektakuläre Feldschlacht vor. Er wählt Dien Bien Phu, nahe der laotischen Grenze, zum Schauplatz.
Dann beginnt um den Talkessel, in dem die Franzosen aus einer bedeutungslosen Siedlung eine Festung machen, das blutige Ringen, mit dem das Ende der französischen Herrschaft in Indochina eingeleitet wird.
Die historische Niederlage der waffenstarrenden Kolonialmacht Frankreich gegen eine Armee, die die Granaten für ihre Kanonen noch auf Fahrrädern an die Front transportiert, ist unabwendbar.
Aber im Hintergrund ziehen die USA ihre Fäden. In die Fußstapfen der abgezogenen französischen Kolonialsoldaten senken sich bereits in Saigon, tausend Kilometer südlich von Dien Bien Phu, die Kreppsohlenschuhe der ersten US-Kommandos, deren Befehlshaber glauben, eine fette Erbschaft angetreten zu haben …

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (VEB), Berlin

Harry Thürk: Saigon



Frühjahr 1975: Panik erfasst die Mächtigen und die Reichen in Saigon, weil im Zentralen Hochland die Befreiungskräfte mit Artillerie und Panzern vorrücken. Nach wenigen Tagen fällt Buon Me Thout, die entscheidende strategische Bastion im Hochland; kurz hintereinander fallen Huê und Da Nang.
Saigoner Truppen fluten desorganisiert südwärts, Richtung Metropole des südvietnamesischen Staates. Hier, im Zentrum des immer noch von den Amerikanern ausgehaltenen Regimes, dessen Verkommenheit alle Rekorde bricht, beginnt die Stunde der Wahrheit. Nach der Parole „Rette sich, wer kann“ packen die Millionäre und ihr Anhang die Koffer, verbrennen die CIA-Leute ihre Geheimakten, fliehen Generale ebenso wie Bankiers und Animiermädchen – ein korruptes System bricht zusammen.
In diesen Stunden tauchen aus dem Untergrund mutige Frauen und Männer auf, junge Leute werden zu Helden, andere sterben vor der nahen Befreiung in Gefängnissen.
Der Autor hat die letzte Etappe dieses Kampfes in packenden Bildern gestaltet, wobei er sich an die von ihm ermittelten Fakten und dokumentarischen Tatsachen hielt, die Aufschluss über die Hintergründe des Geschehens geben.
Ein spannendes Dokument über den Sieg eines Volkes nach jahrzehntelangem Kolonialkrieg.

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (VEB), Berlin
2. Auflage, 1987 (1. Auflage 1985)


07 Juni 2020

Harry Thürk und Prof. Dr. Diethelm Weidemann: Indonesien ’65 – Anatomie eines Putsches

Von den bekannten reaktionären Staatsstreichen in letzter Zeit war der indonesische in bezug auf die massenweise begangenen Morde und die Methoden der grausamen Abrechnung mit den politischen Gegnern der blutigste und erbarmungsloseste.
Prawda, 24. Mai 1970. (In einem Artikel zum 50. Jahrestag der Gründung der PKI unter dem Titel „Ein Weg des Kampfes“.)

Klappentext:
September 1965. Aufrüttelnde Meldungen laufen durch die Weltpresse: Indonesien erlebt eine der größten politischen Erschütterungen seiner Geschichte. Vorerst erfährt man: Ein Oberstleutnant von Präsident Sukarnos Leibwache hat einen Putsch inszeniert, die Armee aber hat zurückgeschlagen. Angeblich hat sich die millionenstarke Kommunistische Partei Indonesiens an dem Putsch beteiligt. Nun jagen Kommandos der Armee die indonesischen Kommunisten.
Ermordete Armeegenerale werden gefunden, die Täter sollen ebenfalls Kommunisten sein. In den Moscheen des Insellandes, dessen Bewohner sich überwiegend zum Islam bekennen, predigen fanatische Vorbeter den Djihad, den Heiligen Krieg, gegen die Kommunisten.
Inzwischen hat die gutorganisierte Armee bereits die Macht im Lande erobert. Sie erklärt den indonesischen Kommunisten den Krieg auf Leben und Tod. Doch was sich da abspielt, ist nicht Kampf, denn die Kommunisten und die Masse der arbeitenden Bevölkerung stehen den Panzern und Maschinengewehren wehrlos gegenüber. Es ist vielmehr ein großes Abschlachten der Kräfte, die sich für eine progressive Entwicklung Indonesiens einsetzen: die Saison der Hackmesser. Bis die Generale keinen Widerstand mehr finden und sich den Freuden der Macht zuwenden, dem Geld, dem Öl, den Luxusautos und den stillen Bankkonten, die sie sich in der Schweiz anlegten. In Indonesien hat der faschistische Terror über das arbeitende Volk gesiegt.
Wie konnte das geschehen? Wie kam es dazu? Wer stand hinter den Generalen? Wieso konnte die PKI so leicht überwältigt werden? Diese und ähnliche Fragen versucht das Buch zu klären. Es bringt Fakten da, wo sie aufspürbar waren, und es bringt fiktive Gestalten dort, wo der Mord keine Zeugen übrigließ.
Der Leser soll über das, was geschah, auf eine Weise informiert werden, die es ihm möglich macht, hinter die äußeren Vorgänge zu blicken. Harry Thürk, ein Erzähler, dessen Bücher über Asien Millionen Leser gefunden haben, hat dieses Buch in Gemeinschaftsarbeit mit Prof. Dr. Diethelm Weidemann geschrieben, einem renommierten Staatsrechtler und Kenner der asiatischen Szene.
Ein Schriftsteller und ein Wissenschaftler präsentieren ein Werk, das dem Leser die Wahrheit vermittelt, spannend und ohne Zurückhaltung: die Anatomie eines Militärputsches, bei dem eine halbe Million Indonesier bestialisch getötet wurde und der die Entwicklung dieses reichen, unvergleichlich schönen Landes zurückdrehte, es wieder zu einem Ausbeutungsobjekt internationaler Konzerne machte, die es als „Gegenleistung“ vor dem „Einfluss des Kommunismus bewahren“ wollen.

Inhalt:
Die Inseln ...... 7
Im Frühlicht geboren ...... 29
Der schwere Aufbruch ...... 62
Madiun – der Weg in die Konterrevolution ...... 82
Gewehre contra Demokratie ...... 96
Den Geist des Büffels wecken ...... 119
Nächtliches Intermezzo ...... 146
Landlords und KABIRS ...... 163
Gerakan Tiga Puluh September ...... 178
Der Sprung an die Macht ...... 215
Bruder, warum? ...... 251
Musim Parang – Die Saison der Hackmesser ...... 268

Schutzumschlag und Einband: Wolfgang Ritter

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (VEB), Berlin
Reihe: Ereignisse - Tatsachen - Zusammenhänge
1. Auflage 1975 [ 1.- 20. Tsd.]
2. Auflage 1977 [21.- 35. Tsd.]