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28 August 2025

Inge von Wangenheim: Die Entgleisung

Buchinfo

Thüringen Ende der 70er Jahre, in einem verschlafenen Nest entgleist ein Güterwagon. Der Inhalt, der bald darauf im Ort 'versickert', besteht aus Porno-Magazinen für den Westen. Klar, dass die DDR-Staatsmacht die ebenso moralgefährdenden wie devisenbringenden Hefte wieder zurückhaben will. Doch das ist nicht so einfach … Inge von Wangenheims 1980 erschienene Satire hat jetzt bestimmt schon Kultstatus.


Buchbeginn

In der Mitte des breiten Urstromtals zwischen Saalfeld und Jena liegt Groß-Naschhausen.
Eine Perle thüringischer Siedlungs-Kleinkunst, eingefaßt in sanfte Bergketten, wechselvoll gestaltete Talsichten, freundliche Hänge, deren terrassenförmige Anordnung auf der Südseite noch heute den einstigen Weinanbau verrät. Wer hierher kommt, sei es durch Zufall oder mit Plan, erlebt jene feine, durchkultivierte Natur, die uns Goethe bewußtgemacht hat. Es lohnt also, hierher zu kommen.

Mitteldeutscher Verlag, 1980

Inge von Wangenheim: Hamburgische Elegie

Leseprobe

Was immer ein Mensch in seinem späteren Leben begründet oder bekämpft, gewinnt oder verliert, besitzt oder verwirft - es geschieht im Hinblick auf das Bezugssystem, das er in der Kindheit und Jugend annahm, um von ihm geprägt zu werden.

Die Forschung hat nie versäumt, die ausgezeichnete Bildung zu preisen, die sich der junge Lessing auf St. Afra erworben habe, vernachlässigte dabei aber die erst von Paul Rilla vollzogene notwendige Einschränkung, die sich mir aus eigener Erfahrung geradezu aufdrängt in der simplen Frage: Wie denn? Tausende Auserwählte sind durch St. Afra durchgegangen, aber nur ein einziger Lessing ist dabei herausgekommen.

Mitteldeutscher Verlag, 1981

25 August 2025

Waltraud Ahrndt: Atempause

Buchinfo

Monika Altmann braucht Zeit zur Besinnung. Zusammen mit dem zwanzig Jahre älteren Peter Willke ist sie in eine kleine Stadt im Norden gefahren. Aber wie soll es weitergehen? Wird Monika jetzt, da sie endlich eine Aufgabe im Kinderheim findet, den eigenen Sohn zurücklassen beim Vater in der Stadt? Sie war es doch, die für den Jungen sorgte, die erfüllt lebte, solange Reiner sie ganz brauchte. Die plötzliche Flucht der Mutter löst in dem Vierzehnjährigen Erschütterungen aus, denen er bei allem erwachenden Selbstbewußtsein nicht gewachsen ist. Den Eltern nicht mehr vertrauend, begibt sich der Junge auf die Suche nach dem "Richtigen".
Monika muß sich bald entscheiden, nicht zwischen zwei Männern, wohl aber für ein Leben, das sowohl ihrer Mütterlichkeit als auch ihren beruflichen Ansprüchen Raum gibt.


Buchbeginn

Sie waren in diese kleine Stadt gefahren, und es war wie eine Flucht. Doch daran dachten sie zuerst nicht. Zuerst genossen sie alles. Der Himmel tiefer blau als anderswo. Herber Duft von frischgemähtem Rasen. Auf dem Bahnhofsvorplatz zwei kleine Jungen, die aßen Kirschen aus einer Tüte, daß ihre Wangen sich blähten. Monika Altmann und Peter Willke sahen sich an. "Komm", sagte er schnell.
Der Fluß. Die Brücke. Das Geländer ist neu, dachte Peter Willke. Das alte war aus Holz gewesen, rissig, gefleckt. Doch wie eh und je lagen rötlich schimmernde Steine im flachen, eiligen Wasser.

Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig
1. Auflage 1978 

24 August 2025

Inge von Wangenheim: Professor Hudebraach

Buchinfo
Inge von Wangenheim hat in allen ihren Romanen die großen, menschenverändernden Probleme unserer Zeit zum Gegenstand ihrer literarischen Anliegen gemacht. Diese Bücher wurden viel diskutiert und erregten das Interesse breitester Leseschichten. In diesem Roman gestaltet sie die Liebe zwischen der Dozentin für Politökonomie Toni Berger und dem Kernphysiker Hudebraach, der nach zehnjähriger Tätigkeit in der Sowjetunion in die DDR zurückkehrt.
Beide Menschen stehen im Herbst ihres Lebens, begegnen einander wider Willen im Thüringer Wald und erkennen in schönen Oktobertagen von völlig verschiedenen sozialen und ideologischen Aspekten her die wahre Größe ihrer gemeinsamen moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung vor ihrem Vaterland. Ihre reife und ernste Liebe lehrt sie tiefer und nachdrücklicher, als die Theorie es vermag, zueinander zu finden und den unlöslichen Zusammenhang ihres Wirkens in der Gesellschaft zu erkennen.

Buchbeginn
"Der Wissenschaft haben Sie gehorcht, liebe Frau Berger - jetzt gehorchen Sie der Natur!" Der Professor lächelte zwar, aber sein Blick war besorgt. "Sie haben nur eine Aufgabe: gesund zu werden. Jegliche Arbeit, Anspannung und Unruhe sind verboten. Sie brauchen Entspannung, Ruhe, Schlaf und Sauerstoff. Gehen Sie für zwei, drei Monate in unseren thüringischen Wald! Der ist jetzt ein besserer Arzt für Sie als ich."
Toni wollte ihren Dank an die Wissenschaft des Professors in Worte fassen und war doch betroffen. Zwei, drei Monate in einem Wald bedeuteten, so schien es ihr, eine unerlaubt lange Pause. War sie wirklich so krank? Was würden die Genossen sagen?

Mitteldeutscher Verlag, 1961



 

Inge von Wangenheim: Das Zimmer mit den offenen Augen

Buchinfo

Eine ehemalige Fürstenresidenz im Thüringischen, in der die Traditionen der Vergangenheit mitunter noch beängstigend lebendig sind, eine Kleinstadt in anmutiger Umgebung, ein Schloß, in dem einst Goethe oft zu Gast war, das Kunstfaserwerk mitten in dem lieblichen Tal, der Burggasthof der Rethas, die Professorenwohnung der Steffens - das sind die unterschiedlichen Schauplätze dieses Romans. Vor ihrem Hintergrund entwirft die Autorin ein vielfältiges Spiegelbild von zehn Jahren komplizierter menschlicher Entwicklung im östlichen deutschen Staat. Gudrun Retha erkennt, daß die letzte Heldentat ihres Bruders, des Ritterkreuzträgers, nichts war als selbstmörderische Flucht, die neuen Tod veranlaßte. Diese Erkenntnis verhilft ihr zur Klarheit und Entscheidung über ihre Position, sie belastet zugleich aber aufs neue ihre Beziehungen zu Dr. Steffen, dem leitenden Mitarbeiter im Kunstfaserwerk, dessen bürgerliche Ehe zerbricht. Erst in der Auseinandersetzung mit Oskar Becker, der im Werk zäh die Kunst des Regierens und Leitens erlernt, begreift er sein Maß notwendiger Verantwortung. Unbelastet von der Vergangenheit aber vermag die junge Generation, Christine Retha und das Umsiedlerkind Daniel Schlicht, ihre Probleme zu lösen.


Leseprobe

Die Männer seiner bereits aufgeriebenen Einheit, die den Rückzug der Division über den Fluß gedeckt hatten, befanden sich in diesem Augenblick der Auflösung nicht in einem natürlichen Zustand. Sie trachteten, über den Fluß zu kommen, gleich den anderen, denen es noch gelungen war, und hielten ihren Kommandeur, der Anstalten machte, auf dem Platz zu verharren, in einem sehr landläufigen Sinne für "übergeschnappt".

Mitteldeutscher Verlag Halle

 

28 Juni 2025

Rudolf Scholz: Mein lieber alter Lukowski

Klappentext:
Der junge Lehrer Achim Groh kommt nach dem Studium ins Dorf, selbstbewußt, anspruchsvoll, ehrlich. Die Umwelt wird aus der Sicherheit gültiger Normen und Beziehungen aufgeschreckt. Geschichten erzählt man ihm, als Warnung, als Angebot: über den Bürgermeister Lukowski, den Schuldirektor Kuntze, und Geschichte erlebt er mit: den renitenten Großbauern Grunert als vorbildlichsten Wähler, die Grabrede des Pfarrers unter der roten Fahne, die Bedeutung seines öffentlichen Bekenntnisses zu dem Mädchen Helga...
Lebendig werden die Ereignisse zu Beginn der sechziger Jahre in unserem Lande, da nicht selten zeitweilig Verbündete zu Kontrahenten und Gegner zu Partnern geworden sind. Die vergangene Gegenwart befragt die heutige nach Unerledigtem.

Buchanfang:
Lukowski sitzt an diesem Nachmittag an seinem eichenen, breit ausladenden Schreibtisch, als Achim bei ihm eintritt. Doch er blickt nicht auf, und Achim kann sein Gesicht nicht erkennen. Er sieht nur eine massige, wie aus einem Block herausgehauene Gestalt und eine Mähne dichten, schlohweißen Haares, die auf dem Hintergrund der dunkel getönten Wand wie eine Fackel leuchtet. Dabei hat er den Eindruck, als werde der Schreibtisch, sobald sich der Mann dahinter aufrichtet, jäh nach vorn kippen.
Erst als er geräuschvoll den Koffer absetzt, hebt Lukowski den Kopf. Er sieht jedoch nicht auf Achim, sondern auf den Koffer und kneift die Augen zusammen.
»Bist du der neue Lehrer?«
»Der bin ich.«
Lukowski nickt. »Aber eine Wohnung hab' ich nicht für dich.«
Da zieht Achim das Schreiben, das ihm vor wenigen Tagen Kuntze, sein künftiger Direktor, geschickt hat, aus der Tasche, faltet es auseinander und hält es Lukowski wie einen Fetzen vors Gesicht. In dem Schreiben steht, Achim solle sich nach seiner Ankunft zuerst im Gemeindeamt melden. Hier werde ihm seine Wohnung zugewiesen.
»Ja, ich weiß«, sagt Lukowski unwillig. Aber ich kann mir auch keine aus den Rippen schneiden.«
Achim weiß, daß er das nicht kann. Aber die abweisend-unzugängliche Art, in der Lukowski spricht, macht ihn wütend.
»Wenn das so ist, kann ich ja gleich wieder abhaun.«
»Abhaun? Na, dann mal los! Wenn du schon jetzt ans Abhaun denkst, hast du sowieso nicht vor, lange hier zu bleiben.«

Illustrationen, Einband, Schutzumschlag: Peter Nagengast

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1981
2. Auflage 1982

Berechtigte Ausgabe für buchclub 65
Lizenz des Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1982
 

12 Juni 2025

Werner Gilde: Dienstreisen mit Augenzwinkern – Erlebnisse auf 4 Kontinenten

 

Klappentext:
»... In handgroßen Porzellanschalen servierte die Bedienung eine herrliche Fischsuppe. Ich griff zum Löffel, auch aus Porzellan, und schlürfte (das darf man in China!) den ersten Schluck herunter. Nun begann das Unheil. Weil an unserem Tisch Europäer saßen, wurde zusätzlich zum chinesischen Essen noch eine echte deutsche Buttercremetorte aufgetragen. Der Minister sah sich das unbekannte Gericht an. Dann kombinierte er blitzschnell: was zur Fischsuppe aufgetragen wird, gehört auch in die Fischsuppe. Er nahm sein Stäbchen, ein geschickter Griff, und schon lag ein Buttercremetortenstück in meiner Suppe... Zum Glück für meine Geschmacksnerven griff hier die Bedienung ein... Ein Zwischenfall war vermieden...« – Werner Gilde erinnert sich an ein Bankett im Haus des Volkes im Jahre 1960. In seinen Erlebnissen auf vier Kontinenten erzählt der bekannte Wissenschaftler auf ebenso vergnügliche wie originelle Weise von Begebenheiten am Rande seiner Reisen in die ČSSR, die UdSSR, nach England, Polen, durch die VR China, die USA, nach Japan, Australien, Kuba und Italien. Die »Dienstreisen mit Augenzwinkern« fanden zwischen 1953 und 1982 statt.

Buchanfang:
Reisen ist heute nichts Besonderes. Die Düsenmaschinen bringen uns in 60 Minuten 950 Kilometer in irgendeiner Richtung über den Erdball. Die Zeit reicht gerade für einen eiligen Imbiß auf Kosten der Fluggesellschaft. Wenn die Reisenden eine Turboprop-Maschine benutzen müssen, fühlen sie sich deklassiert, weil diese Flugzeuge nur 650 Kilometer in einer Stunde zurücklegen.
Es ist aber erst 25 Jahre her, da galten 350 Kilometer in der Stunde als schnell, und ein großes Flugzeug hatte 25 oder 30 Sitze und nicht wie heute 300 oder gar 700.
Wenn der Reisende heute im Ausland ankommt, zeigt er seinen Reisepaß vor, und jeder Staat erkennt den Paß der DDR an. Ich machte viele Reisen in Länder, für deren Regierungen unser Staat damals juristisch nicht bestand. Inzwischen hat sich die Welt nicht nur in diesem Punkt geändert.
Bei den ersten Reisen in das Ausland ist noch zu bedenken, daß in den fünfziger Jahren der Weltkrieg mit seinen Folgen noch unmittelbar wirkte. Damals waren die Männer, die direkt am Krieg teilgenommen hatten, dreißig bis vierzig Jahre alt. Heute sind Generationen herangewachsen, die das Kriegsgeschehen nur aus Büchern und Filmen kennen.
Für die meisten Leser wäre es sicher sehr langweilig, wenn ich erzählen würde, was ich im Ausland fachlich zu tun hatte. Ich fühle mich auch nicht berufen, über die Kultur und Politik der besuchten Länder ein Urteil abzugeben. Dazu waren meine Aufenthalte viel zu kurz.

Buchende:
Zum Schluß
Wer 30 Jahre lang in jedem Jahr einige Monate reist, legt nicht nur viele Kilometer zurück, er erlebt auch viel. Einiges von diesen Erlebnissen steht in den offiziellen Reiseberichten, über einiges kann aus verschiedenen Gründen auch heute noch nicht gesprochen werden, doch der Rest war immer noch so umfangreich, daß ich eine Auswahl treffen mußte.
Dem aufmerksamen Leser ist sicher nicht entgangen, daß dieser Auswahl bestimmte Tendenzen zugrunde liegen.
Ich dachte, es sei für junge Leute ganz interessant, wie vor 25 oder 30 Jahren die Verkehrsverhältnisse waren und welche Probleme sich daraus ergaben, daß wir an den verschiedenen Landesgrenzen einen Staat vertraten, den es nach Meinung der dortigen Grenzbehörden nicht gab.
Nachträglich scheint es mir, als hätte ich zu oft von Colts und Maschinenpistolen gesprochen. Doch wenn ich überlege, wie angenehm es ist, daß vor meiner Sparkasse und meiner Post keine bewaffnete Wache steht und daß mein Abschnittsbevollmächtigter der VP ohne Handschellen am Hosenbund und ohne dicken Knüppel herumläuft, dann ist es vielleicht gut, über die Sicherheitsbegriffe anderer Völker ausgiebig zu berichten.
Schließlich hoffe ich, daß der Leser merkt, wie ich mit jeder Reise bescheidener und toleranter gegenüber anderen Sitten und Gebräuchen geworden bin.
Dieses Buch ist mit Dankbarkeit meinen Freunden in aller Welt gewidmet.

Illustrationen und Einband: Rolf Felix Müller
    
Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1984
2. Auflage 1986
3. Auflage 19??
4. Auflage 1988

Auch erschienen im:
Buchclub 65, Berlin
Lizenz des Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1986

11 Juni 2025

Marianne Bruns: Veit Stoß. Jörg Ratgeb

Klappentext:
Zwei Romane, in deren Mittelpunkt Künstler stehen: der Bildschnitzer Veit Stoß und der Maler Jörg Ratgeb. Beide, verehrt der eine und verfolgt der andere, leben in der Zeit der Bauernkriege und der geistigen Auseinandersetzung mit Renaissance und Reformation. Marianne Bruns spürt die inneren Zwänge und äußeren Bedrängnisse dieser beiden großen Meister auf und erhellt mit großer Einfühlungskraft die psychische Situation der Künstler.

Inhalt:
Der neunte Sohn des Veit Stoß .. .. .. 5
Die Spur des namenlosen Malers .. .. .. 383
Nachwort .. .. .. 571



MARIANNE BRUNS – Ausgewählte Werke
Herausgeber Gerd Noglik

Mitteldeutscher Verlag Halle - Leipzig
1. Auflage 1981
2. Auflage 1984
3. Auflage 1986
4. Auflage 1988

Einzelausgaben der zwei Romane

Marianne Bruns
Der neunte Sohn des Veit Stoß
Roman

Klappentext:
Mit Veit Stoß, dem Schöpfer des berühmten Krakauer Marienaltars, wählte die Autorin einen der Hauptmeister der spätgotischen Bildnerei zur zentralen Gestalt ihres Romans. Das Leben dieses großen Künstlers (1445-1533) fällt in die Zeit gesellschaftlicher Spannungen und gärender Unruhe. Es ist die Zeit der Bauernkriege und der Reformation, des Humanismus und der Renaissance – eine Epoche, angefüllt mit dramatischen Geschehnissen, die sich im Schaffen der großen Künstler, zu denen Veit Stoß gehört, widerspiegeln.
Sein Leben und Wirken steht im Mittelpunkt der Darstellung, wenngleich er selbst nicht die Hauptfigur des Romans ist: Sein Schicksal und seine beherrschende Persönlichkeit bestimmen vielmehr den Lebensweg des jungen Mediziners Bastian, seines „neunten Sohnes“. Marianne Bruns gelingt es, mit feinem psychologischem Empfinden die Charaktere zu zeichnen und vor dem Leser zugleich ein glaubwürdiges und höchst lebendiges Bild der Zeit und ihrer Menschen zu entrollen.

Schutzumschlag- und Einbandgestaltung: Günter Junge
mit schwarz/weiß Abbildungen kirchlicher Bildhauerkunst

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
1. Auflage 1967
2. Auflage 1969
3. Auflage 1971
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Marianne Bruns
Die Spur des namenlosen Malers
Roman

Klappentext:
Marianne Bruns erzählt in ihrem neuen Roman von Werk und Schicksal des lange vergessenen, ja bewußt in die Vergessenheit gestoßenen Malers Jörg Ratgeb. Ratgeb, Geboren um 1480, der revolutionär entflammte Zeitgenosse von Matthias Grünewald, wurde nach der blutigen Niederlage der Bauern als aktiver Sympathisant, vielleicht sogar Mitstreiter im Bauernkrieg von 1525 grausam hingerichtet, sein Name getilgt oder verschwiegen. Gestalt und Bedeutung Jörg Ratgebs, wissenschaftlich neu entdeckt und profiliert durch die unlängst vorgelegte Monographie Wilhelm Fraengers, wird von Marianne Bruns einem interessierten, breiten Leserkreis erstmals anschaulich ins Bewußtsein gehoben. Die bekannte Autorin erzählt von der nachhaltigen Wirkung des Malers in seiner Zeit, indem sie mehrere Persönlichkeiten, Angehörige unterschiedlicher Schichten und konträrer Klassen, mit dem hinterlassenen Werk des Malers Konfrontiert: Ein wurtembergischer Prinz. Ein Haushofmeister und ein Schreiber machen sich im Jahr 1534 auf die Suche nach dem „verschollenen“ Maler, ihre Reise in die Vergangenheit Jörg Ratgebs führt über manche Begebenheiten zur Entdeckung eines auch heute noch weithin unbekannten, dennoch hochbedeutsamen und im Kern seine revolutionären Tendenz erregend aktuellen Meisters seiner Epoche, der Zeit des Deutschen Bauernkrieges.

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
1. Auflage 1975

 

04 Mai 2025

Jan Koplowitz: Karfunkel und der Taschendieb – Drei Geschichten

Klappentext:
»Ich habe Ihnen Besuch in die Zelle gelegt«, sagt im August 1938 der Polizeichef einer mährischen Stadt zu Karfunkel, der wegen illegalen Grenzübertritts inhaftiert wurde. Der Neue entpuppt sich als gewiefter Taschendieb. Koplowitz erzählt diese Gefängnisstory, da zwei zu Schicksalsgenossen werden und zum Schluß gar ihre Rollen vertauschen, mit schwejkschem Witz. Den Band ergänzen zwei weitere Erzählungen: »Buckel zum Anfassen«, ein Porträt voll schlichter Menschlichkeit, und die Filmnovelle »Die Mannschaft hält zum linken Stürmer«.

Inhalt:
Karfunkel und der Taschendieb .. .. .. 7
Buckel zum Anfassen .. .. .. 63
Die Mannschaft hält zum linken Stürmer .. .. .. 237

Umschlaggestaltung: Dietmar Kunz

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1988

20 Februar 2025

Diego Viga: Die Parallelen schneiden sich

Klappentext:
Mit seinem neuen großen Arzt- und Emigrantenroman betritt Diego Viga auch thematisch literarisches Neuland. Gestützt auf die Erfahrungen seines eigenen Lebens, schildert der Autor die bewegten Schicksale jüdischer Menschen, die vorwiegend medizinischen Kreisen entstammen und im Wien der Vorkriegszeit beheimatet sind. Als sich die Nacht des Faschismus über Europa herabsenkt, gelingt es einem Teil von ihnen, unter unsäglichen Schwierigkeiten und auf oft abenteuerlichen Fluchtwegen nach Lateinamerika zu entkommen und sich hier, unter zunächst fremden und widrigen Verhältnissen, ein neues Leben aufzubauen. Im Mittelpunkt des Romans steht die stark autobiographische Gestalt des sympathischen jungen Arztes Johannes Kramer, der nach hartem Erleben die enge Weltsicht des Nur-Wissenschaftlers durchbricht und zur Erkenntnis seiner humanistischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gelangt. Wie für ihn und die liebenswerte Anna Kallay, seine spätere Lebensgefährtin, steht vor allen Personen des Romans unabweisbar die Frage der menschlichen Bewährung. Im Kaleidoskop zahlreicher ergreifender Einzelschicksale versteht es der Autor, zugleich die geschichtlichen Hintergründe einer ganzen Epoche sichtbar zu machen, deren Bewältigung uns aufgegeben ist.

Einband und Schutzumschlag von Hellmuth Tschörtner

Paul List Verlag, Leipzig
1. Auflage 1969
2. Auflage 1974
3. Auflage 1978 - im Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig

Cover der 3. Auflage 1978

14 Februar 2025

Hasso Mager: Mord im Hotel

Cover bis 3. Auflage
Umschlaggestaltung Rolf F. Müller

Einbandtext:
Plötzlich steht der alte Mann vor dem Kühler. Zum Bremsen ist es zu spät. Der Wagen schleudert ein wenig, als er ihn erfaßt. Das Opfer bleibt verkrümmt vor einem Laternenpfahl liegen. Der Fahrer rast weiter durch die Nacht. Wenig später stirbt das Opfer im Krankenhaus.

Das Stubenmädchen im Hotel "Exzellent" stürzt aufgeregt aus dem Zimmer 1410. Der Gast liegt so eigentümlich bewegungslos in der Badewanne. Der Direktor informiert sofort die Kripo. Die MUK konstatiert: Mord. Bei dem Toten handelt es sich um einen Mann, der Anfang der fünfziger Jahre wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, aber nach 21 Jahren Freiheitsentzug amnestiert worden ist. Seitdem arbeitete er als Monteur.

Die beiden Tötungsverbrechen haben offensichtlich nichts miteinander zu tun. Es bedarf langer, aufwendiger Ermittlungen, bis der Täter einwandfrei identifiziert ist und ein Geständnis ablegt. Dabei erfährt man Erstaunliches, kaum für möglich Gehaltenes.

Hass Mager erzählt in seinem Kriminalroman von einem aufsehenerregenden Fall. Dabei vermittelt er nicht nur tiefgründige Kenntnis von der Arbeit der Kriminalpolizei, sondern gibt auch ein realistisches Bild von der gesellschaftlichen Wirklichkeit unseres Landes und der Psychologie des Täters. "Mord im Hotel" ist ein echter Krimi.

Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig
Reihe:
K-Reihe
1. Auflage 1978
2. Auflage 1979
3. Auflage 1981
4. Auflage 1986

Cover 4. Auflage
Umschlaggestaltung Ludwig Daume


13 Februar 2025

Harald Korall: Die Millionenlady - Sieben Kriminalfälle

Einbandtext:
Sie ist wohl tatsächlich erleichtert, als ihr Schwindel auffliegt: die Millionenlady, die sich diesen Namen wirklich verdient oder besser: ergaunert hat. Dagegen nehmen sich die unredlichen Versuche des flotten kleinen Schwarzen vorerst geradezu bescheiden aus: wer fälscht schon Zweimarkstücke?
Ein aus dem Strafvollzug entwichener Dieb meldet sich freiwillig zurück. Hat seine plötzliche Reue mit dem gewaltsamen Tod der Juwelierswitwe zu tun?
Wer war der letzte Gast des ruhigen Untermieters der Familie Queißer in diesem kalten Februar 1954?
Wieder - wie schon in seinem erfolgreichen Buch "Die Tote an der Waisenhausmauer" - geht Harald Korall authentischen Kriminalfällen aus vier Jahrzehnten nach, ergänzt er die Fakten mit erzählerischer Phantasie. So sind auch dieses Mal spannende Kriminalgeschichten entstanden, in denen dem Leser Zeitgeschichte begegnet.

Inhalt:
Bis ans Ende meiner Tage .. .. .. 3
Er hatte immer eine heitere Natur .. .. .. 37
Kalter Februar .. .. .. 71
Ein Mensch. Kein Mensch? .. .. .. 100
Der kleine Schwarze mit dem flotten Bart .. .. .. 120
Die Millionenlady .. .. .. 165
Im Schwitzkasten .. .. .. 220
Drei Sätze danach .. .. .. 269

Umschlaggestaltung: Erhard Grüttner

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
Reihe:
K-Reihe
1. Auflage 1986
2. Auflage 1987
3. Auflage 1990
 

31 Januar 2025

Elisabeth Schulz-Semrau: Ausstellung einer Prinzessin

Klappentext:
Wie ist das mit der Liebe einer Frau, die erst in der Mitte des Lebens den richtigen Partner findet? Was ist mit dem Vorher, von jenem pubertär-schwärmerischen Tage an, da man sich in romantischen Träumen als Prinzessin dünkte und die Verehrung eines Ritters entgegenzunehmen glaubte? Was liegt dazwischen, was muß man offenbaren und überdenken, um in Liebe und Leben die Selbstverwirklichung zu finden?
Elisabeth Schulz-Semrau geht diesen Fragen nach. Was dabei herauskommt, ist ein Roman über eine Frau, die mit schonungsloser Offenheit ihre Wege und Irrwege, ihre Probleme und Entscheidungen darlegt. Und das alles mit der Sensibilität und dem poetischen Vermögen einer Schriftstellerin, die entscheidende Situationen psychologisch einzuordnen weiß und auf diese Weise die Lebensgeschichte einer Frau nachzeichnet, die in aufrichtiger Auseinandersetzung mit den Forderungen und Förderungen unserer Gesellschaft ihren Standpunkt und damit ihre Selbstverwirklichung findet.

Einband: Erhard Grüttner
 
Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1977
2. Auflage 1977
3. Auflage 1979
4. Auflage 1980
5. Auflage 1981
6. Auflage 
7. Auflage 1985

Auch erschienen bei Buchclub 65
Lizenz des Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig
1. Auflage 1981  

13 Januar 2025

Harald Schleuter: Reklamation

Klappentext:
»Eine Kuh fett machen« ist ein geflügeltes Wort aus seiner Hüttberger Zeit. Unterwegs zu dem Ort, erinnert sich Ingenieur Hannes Machlofski an diese Geschichte, die ihm und anderen. außerdem den Namen »Mitternachtscowboy« eintrug. Die Geschichte gehört ebenso zu seinen Jahren als Jungingenieur wie die Liebesbeziehung zu Karin, die nun Frau des Werkdirektors Bussewitz ist. Jetzt tritt Machlofski unter anderen Bedingungen in Hüttberg an. Einen mehrjährigen Einsatz in Mexiko hat er hinter sich. Von der Kombinatsleitung wird er beauftragt, Ursachen einer Exportreklamation zu beseitigen. Noch immer ist er einer, der Probleme lösen, nicht verwalten will. Davon überzeugt sich Bruno Bussewitz schnell.
Machlofski setzt viel ein, trifft auf scheinbare Partnerschaft, vorsichtiges Taktieren, leere Geschäftigkeit, aber auch auf Verantwortungsbewußtsein und wortlose Aktivität.
Die aktionsreiche Handlung, die Unmittelbarkeit des Geschehens fordern den Leser zur Stellungnahme heraus.

Einbandgestaltung: Gerhard Medoch

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1987

17 Dezember 2024

Joachim Kupsch: Luise

Klappentext:
Ihr Bild war werktags von 9 bis 18 Uhr im zweiten Stock des Versteigerungshauses zu besichtigen, später dann im ersten: ein in reichlich blassen Farben gehaltenes Porträt, mehr gefällig als schön, aber mit einiger Akribie bei der Darstellung modischer Details. Was fängt die Phantasie eines wissenschaftlichen Zeitalters an mit solch einem verblichenen Aquarell aus der Zeit der Großen Queen, des beginnenden Kampfes um den Achtstundentag und der Abgrenzung der revolutionären Arbeiterbewegung gegen das Eindringen syndikalistischer und sozialer Reformbestrebungen? Sollte sie sich nicht aufgerufen fühlen, das blasse Abbild zu enträtseln? Das aber bedeutet Rekonstruktion.
An diesem Vorgang läßt der Roman auf originelle Weise teilnehmen und bietet fünf mögliche Frauenschicksale aus der Zeit der Bismarckschen Reichsgründung und des Sozialistengesetzes an als Modelle: Luise, das Nähmädchen in ihrem Stolz und ohnmächtigen Haß; Luise, das Dienstmädchen auf ihrem Weg nach oben; Luise, die Bibliothekarin zwischen Revolution und Anarchismus; Luise, deren intellektueller Stolz an der Brutalität des Lebens zerbricht; Luise, das Kind aus den Elendsquartieren, das mit dem Leben fertig wird.

Schutzumschlag: Helmut Brade

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1976
2. Auflage 1977
3. Auflage
4. Auflage 1979
   
Auch erschienen im
Buchclub 65

09 Dezember 2024

Werner Steinberg: Wasser aus trockenen Brunnen

Klappentext:
„Wasser aus trockenen Brunnen“ ist der dritte Roman Steinbergs um Jutta Münch, der Roman ihrer Heimkehr. Werner Steinberg ist ein Erzähler innerer Zustände und Veränderungen. Diese innere Bewegung ist oft nur von Millimeter zu Millimeter zu registrieren. Steinberg benötigt einen weiten Personenkreis und viel Raum, um uns die Entwicklung der Jutta Münch während der ersten Friedensjahre mitzuteilen.
Jutta Münch ist an der Grenze zwischen den beiden Deutschland niedergeschlagen worden. Andreas, ihr Mann, wartet in Bitterfeld auf sie. Des Wartens müde, fährt er nach Westdeutschland; sie, in Magerau, einer mitteldeutschen Stadt, von ihrer Verwundung genesen, trifft ihn nicht mehr an. Hilf- und tatenlos bleibt sie, wo sie ist. Betreut vom Krankenhausverwalter Ambros und aufgenommen von der Genossin Irene Taubmann, gewinnt sie allmählich wieder Boden unter den Füßen. Sie arbeitet im Krankenhaus. Ihr einfaches Dasein ist Anstoß weitverzweigter Handlungen, ob sie nun den Chefarzt Professor Bonneval oder den Rechtsanwalt Dr. Hinterhand betreffen. Steinbergs Komposition schlägt einen weiten Zirkel um seine Zentralgestalt, ohne sie je aus den Augen zu verlieren... Jutta Münch wird sich ihrer selbst bewußt. Sie beginnt, nach eigenem Willen sich zu entscheiden. So zum Beispiel, das ist die Lösung des Romans, für unsere Gesellschaftsordnung.
Günter Ebert
in „Neues Deutschland“


Autor:
Werner Steinberg
Geboren 1913 in Neurode/Schlesien, 1933 Abitur in Breslau, während der Lehrer-Ausbildung als Widerstandskämpfer inhaftiert, 1945-48 Herausgeber von Zeitschriften in Süddeutschland, danach Journalist; 1956 Übersiedlung in die DDR, lebt jetzt als freischaffender Schriftsteller in Dessau.

Inhalt:
Erster Teil - Verschnaufen Sie sich nur oder Der Morgen ist noch sehr grau
Zweiter Teil - Aber wo gibt es denn Fisch oder Die Dosis Rizinus .......... 39
Dritter Teil - Wipp du nur, wipp du nur oder Wirst du uns verlassen? .......... 98
Vierter Teil - Großfresse, pack lieber zu! oder Das Kind wirst du nicht schlagen! .......... 194
Fünfter Teil - Pannen bestimmen das Tempo oder Arbeiter sind nüchtern .......... 253
Sechster Teil - Rosen müssen wieder blühen oder Weil es dort um diese Zeit so dunkel war .......... 293
Siebenter Teil - Wir haben kein Paradies zu bieten oder Wasch mir den Pelz! .......... 353
Achter Teil - Es ist Märchenzeit oder In der Nacht sind alle Katzen grau .......... 416
Neunter Teil - Mord an der Brotfliege oder Nun, junge Frau? Sind Sie glücklich? .......... 469
Nachwort .......... 553
Bibliographie .......... 565

Schutzumschlag: Hans-Joachim Schauß
 
Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
Ausgewählte Werke; Band 3 des Deutschland-Zyklus
Herausgegeben von H. D. Tschörtner
Mit einem Nachwort des Herausgebers

1. Auflage 1962
2. Auflage ?
3. Auflage 1963
4. Auflage ?
5. Auflage 1964
6. Auflage 1965
7. Auflage 1967
8. Auflage 1970
9. Auflage 1973
10. Auflage 1978
11. Auflage 1982
12. Auflage ?
13. Auflage 1989

Auch erschienen im
Buchclub 65   
1. Auflage 1982

22 November 2024

Jürgen Lehmann: Strandgesellschaft

Klappentext:
An jedem Wochenende nehmen sie ein Stückchen Strand in Besitz, um durch Nacktheit ihre Blößen zu verbergen: der Gärtner Fährbig seine Angst vor Krankheit; Kunstmaler Röhnig das schwierige Verhältnis zu seiner kritischen Tochter; Lohmann, rechte Hand des alten Generaldirektors, die Sorge um die Karriere. Doch an diesem Wochenende funktioniert der lang erprobte Mechanismus der Verdrängung nicht, denn Küster stört die Scheinidylle: Küster, der eigentlich nur die baufällige Hütte am See niederreißen wollte, Küster mit seinem Schmerz um das verschenkte Leben seiner Freundin Gabi.
Als Küsters Hütte schließlich in Flammen aufgeht, haben die Datschenbewohner ein aufregendes Wochenende hinter sich.
Jürgen Lehmann stellt, wie schon in dem Erzählungsband »Begegnung mit einem Zauberer« bildreich und verhalten-ironisch die Schwierigkeiten menschlichen Zusammenlebens dar. Er will jedoch auf diese Weise dazu anregen, die »lokalen Katastrophen« des Nachbarn nicht unbeachtet zu lassen.

Schutzumschlag: G. Ruth Mossner

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1980
2. Auflage 1982

04 Oktober 2024

Angela Stachowa: Geschichten für Majka

Klappentext:
Irgendwo, irgendwann geschieht etwas, das der Anfang vom Ende sein könnte. Da haben zwei ihre Probleme Wohnung, Eifersucht, Eltern. In einer Kneipe wird die Frau beschimpft. Ein Betrunkener, freilich. Schlimmer ist die Reaktion der anderen, die nichts hören wollen.
Am schlimmsten aber die Hilflosigkeit des Mannes.
Minutiös wird in einer anderen Geschichte dieses Bandes das letzte Stadium einer zerstörten Ehe analysiert. Die Partner verbringen noch einmal einen gemeinsamen Urlaub, des Kindes wegen. Entspringt diesem Ende der Neuanfang oder ist es die totale Kapitulation?
Angela Stachowas Geschichten erzählen von der Liebe und von ihrem Scheitern. Es sind bittere Geschichten, die in ihrer Konsequenz betroffen machen. Aber die Verabschiedung von Täuschungen und Selbsttäuschungen wie schmerzlich auch immer schließt Hoffnung nicht aus. Und so wird hier behauptet: Es sind Geschichten für Liebende.

Inhalt:
Geschichten für Majka .......... 6
Australische Romanze .......... 30
Sommerspiele .......... 65
Die Meerschweinchen unserer Kindheit .......... 116
In diesem Winter .......... 131
Das Fräulein Bärbel .......... 140
Viraika – Ein Märchen .......... 167

Schutzumschlag, Einband und Illustrationen: G. Ruth Mossner

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1978
2. Auflage 1980
3. Auflage 1982 

06 Mai 2024

Hans Lorbeer: Die Obrigkeit – Ein Roman um Luther und den Ausgang des Bauernkriegs

Klappentext:
Eine dichte Menschenmenge säumt den Marktplatz. Vor dem Rathaus erhebt sich düster das Blutgerüst. Knurren, Fluchen, Schreien! Verwünschungen auf den Hof und den Rat der Stadt werden laut. Die Kette der Absperrung wird durchbrochen. Studenten Wittenbergs rebellieren gegen die geplante Hinrichtung des Bauern Balzer, der als Opfer der Blutgesetze sterben. soll. Die Stadtsoldaten drängen sie zurück. Balzer wird an den Block geführt. Der Henker hebt sein Schwert, Sekunden später fällt das Haupt. Die Obrigkeit hat ihren Willen durchgesetzt. Hans Bachmann jedoch entkommt den Häschern und wird die Lehre des „freien Christenmenschen“ weiter verkünden.
Hans Lorbeer vertieft in diesem abschließenden Band seiner Trilogie „Die Rebellen von Wittenberg“ den groß angelegten Einblick in die komplizierten Klassenkämpfe aus der Zeit der Bauernerhebungen um 1525. An der weiteren Entwicklung der Gestalten, darunter einer Reihe profilierter Schicksale aus den ersten beiden. Bänden, „Das Fegefeuer“ und „Der Widerruf“, zeigt er das vielschichtige Geschehen in und um Wittenberg , das mit dem Namen Luthers seit jener entscheidenden Phase deutscher Geschichte verbunden ist.

Hans Lorbeer wurde 1901 in Kleinwittenberg geboren. Er erlernte den Beruf eines Installateurs, war dann aber als Fabrikarbeiter tätig. 1921 trat er der KPD bei und war 1928. einer der Mitbegründer des „Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“. Während der Zeit des Faschismus arbeitete er in einer Widerstandsgruppe; er wurde verhaftet und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. 1945 wurde er Bürgermeister von Piesteritz, wo er seit 1951 als freischaffender Schriftsteller lebte.
Hans Lorbeer erhielt für sein literarisches Schaffen den Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR, den Vaterländischen Verdienstorden in Silber, den Orden „Banner der Arbeit“, den Heinrich-Mann-Preis, den Händelpreis sowie den Lion-Feuchtwanger-Preis. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verliehen. Der Dichter verstarb 1973.

Einband: Hans-Joachim Schauß, Gruppe 4, Berlin

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
Reihen:
Lorbeer, Hans: Die Rebellen von Wittenberg 
            und Gesammelte Werke in Einzelausgaben

1. Auflage 1963 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
2. Auflage 1964 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
3. Auflage 1964 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
4. Auflage 1967 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
5. Auflage 1968 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
6. Auflage 1971 / Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Lorbeer
7. Auflage 1972 / Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Lorbeer
8. Auflage 1973 / Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Lorbeer
9. Auflage 1975 / Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Lorbeer
10. Auflage 1978 / Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Lorbeer
11. Auflage 1980 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
12. Auflage 1983 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3
13. Auflage 1989 / Die Rebellen von Wittenberg ; Bd. 3

Kassettenausgabe (in Schuber zus. mit Bd. 1 u. 2) 1964

Buchclub 65
Lizenz d. Mitteldt. Verl., Halle, Saale.
1. Auflage 1975

Coverver schiedener Ausgaben (v.l.n.r.: 1964; 1967; 1989)

 

30 April 2024

Werner Reinowski: Hoch-Zeit am Honigsee

Klappentext:
Rings um den Honigsee dehnen sich riesige Obstplantagen aus, üppige Blütenpracht verspricht reiche Ernte, ist Anlaß zu traditionellem Blütenfest.
Dennoch gibt es für Bernhard Höfner, den erfolgreichen Leiter dieses Anbaugebietes, nicht wenige Probleme: Seit kurzem weiß er, daß die zu erwartende Ertragssteigerung das Volkseigene Gut in die roten Zahlen bringen wird. Und Meister Babke, der unentbehrliche Tüftler und Freund, droht mehr und mehr in die Fänge der schönen Apfel-Eva zu geraten. Und Höfners Vater kann sich immer noch nicht von seinem Stückchen Land trennen. Und mit einer Bürgermeisterin soll er sich anlegen, die möglicherweise mehr vom Bett aus regiert ... Doch in der Bezirksstadt erfährt er von einer weiterreichenden Aufgabe. Wird er die Kraft zu nochmaligem Beginn haben?
Nach wie vor sind es die großen Veränderungsprozesse auf dem Lande, denen Werner Reinowski Gestalt gibt.

Schutzumschlag: Heinz Holzgräbe

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1984
2. Auflage 1986