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27 November 2025

Ulla Schmidt: Die Straße ist nicht böse

Pappbilderbuch
Für Kinder von 4 Jahren an
Illustration von Manfred Bofinger

Verlag für Lehrmittel Pößneck
1. Auflage 1984
2. Auflage 1986
3. Auflage 1988



27 Dezember 2023

Hartmut Brücher: Das Tangeltingel


Der Morgenwind schleifte graue Wolken über die Wiese, und die Wolken versprühten Wassertröpfchen. Litka stelzte durch das nasse Gras. Mürrisch schaute sie auf ihre Füße. Die Sandalen scheuerten, und Wasser quietschte zwischen den Zehen. Sie lief zum Schuppen, hockte sich unter das Teerdach und starrte in den Nieselregen.

Illustrationen Manfred Bofinger

Für Kinder ab 5 Jahren

Kinderbuchverlag Berlin 1976

1. Auflage 1976
2. Auflage 1977
3. Auflage 1978
 

10 Oktober 2023

Peter Abraham: Meine Hochzeit mit der Prinzessin

In der Phantasie hatte ich mindestens hundertmal geheiratet, und dabei war mir die Spucke niemals weggeblieben. Jetzt war mir der Mund trocken. Aus dem Spiel wurde Ernst, und für Christel und mich würde sich viel verändern.


Verlag Neues Leben Berlin
1972
3. Auflage 1975

Illustrationen von Manfred Bofinger

 




27 September 2023

Niko Grafenauer: Spannelang

Spannelang

Spanne-Hemdchen, Spanne-Höschen,
Spanne-Schuhchen, Schleifchen dran,
ein Stück riesengroßen Kuchen,
daß man es kaum halten kann.

Wie zwei Onkel, die sich streiten,
nach den Seiten stehn die Ohren;
dieser Zeigefinger will doch
immer in der Nase bohren.

Und die Haare wie ein Besen –
so ein Kamm macht sie ganz krank!
Beide Grübchen lachen drüber –
das ist unser Spannelang.

Originaltitel: Pedenjped
Originalverlag: Mladinska Knjiga, Ljubljana 1980
Aus dem Slovenischen von Astrid Philippsen
Illustrationen von Manfred Bofinger

Der Kinderbuchverlag, Berlin

1. Auflage 1989  

06 September 2023

Rudolf Chowanetz, Walter Lewerenz (Hrsg.): Schüleraufsätze

Das ist ein Buch für Schüler, das ist aber auch, vielleicht besonders, ein Buch für diejenigen, die das Schulalter bereits hinter sich haben.
Der Aufsatz: er gehört zur Schule und ihren Aufgaben und ist oft doch etwas, was über das Übliche hinausgeht. Im Literaturunterricht aufgegeben, versetzt er den Schüler in geistige Anspannung oder einige Verlegenheit.
Die eigenen Ansichten und Schlußfolgerungen sind gefragt, Gedanken und Gefühle über sich und die Welt. Alltagserscheinungen oder Kunsterlebnisse sind zu durchdenken. Fragen sollen beantwortet werden: Was ist Glück? Wie soll mein Partner sein? Wie stelle ich mir die Zukunft vor?
Die Herausgeber haben authentische Aufsätze von Schülerinnen und Schülern im Alter von vierzehn bis neunzehn Jahren ausgewählt und in zehn thematische Abschnitte geordnet. Eine Vielzahl persönlicher Stimmen, die Auskunft geben über Ansprüche und Träume, über Lebenserfahrungen und Lebensauffassungen einer Jugend, deren Selbstbewußtsein geprägt ist von der Gewißheit, in einem Land zu leben, das ihr gute Chancen bietet.

Vorwort
Aufsätze gehören zwar zum Schulalltag, sind aber dennoch etwas Außergewöhnliches, nicht nur, weil sie nicht jeden Tag aufgegeben werden – sie versetzen den Schüler in eine besondere Spannung: Was jetzt abgefragt wird, ist mehr als das tägliche Wissenspensum. Mit dem gründlichen Durchdenken eines Themas ist die Suche nach bester Darstellung, nach logischer Gliederung und Beweisführung und ausdrucksvoller Sprache eng verknüpft. Vor allem: Ein Aufsatz verlangt, die eigene Meinung zu sagen, Gefühle nicht zu verschweigen, sondern sie mitzuteilen.
Aufsätze spiegeln darum auf die ihnen eigene Weise Zeitgeist und Zeitgefühl wider, bewußt oder unbewußt werden Subjektives und Objektives verbunden.
Nun wird aber ein Schüleraufsatz unter besonderen Bedingungen und mit bestimmten Absichten verfaßt. Der Lehrer stellt das Thema, hat manches dazu vorher besprochen und hofft, daß seinen Anregungen Erfolg beschieden ist. Der Schüler wiederum denkt nicht zuletzt auch an das, was der Lehrer erhofft, denkt an die Zensur. Er weiß, was erwartet wird, und hat doch oder gerade deshalb die Chance, schöpferischen Geist anzubieten.
Es gibt keinen Grund, seine Gefühle und Gedanken zu verbergen. Oberstes Erziehungsziel unserer sozialistischen Schule ist nichts Geringeres als die Herausbildung schöpferisch denkender und handelnder Persönlichkeiten. Dieser Maxime ist jeder Lehrer verpflichtet, und jeder ist wohl bestrebt, ihr zu folgen. Niemand wird nun daraus schlußfolgern, jedem Lehrer sei es gegeben, jedem Schüler höchste geistige Anstrengungen im Aufsatz abzuverlangen zu unterschiedlich sind die Fähigkeiten entwickelt, nicht nur die der Schüler, und ebenso die Bereitschaft und die Lust, statt Abgeschriebenem und Abgedroschenem den eigenen guten Ausdruck für den eigenen guten Gedanken zu nehmen. Andererseits wäre es unbillig, an einen Schüleraufsatz Maßstäbe wie an einen literarischen Text anzulegen. Worauf es hauptsächlich ankommt, ist sicherlich nicht mehr und nicht weniger, als daß ein Schüler versteht, sein Wissen und seine Überlegungen, seine Erfahrungen und Beobachtungen, seine Empfindungen und seine Fragen einleuchtend und überzeugend darzulegen. Daß dies auf vielfältige Weise und auf sehr unterschiedlichem Niveau möglich ist, belegt diese Sammlung von Schüleraufsätzen, die hiermit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Zum erstenmal erscheint in unserem Land eine solche Sammlung.
Die Idee zu diesem Unternehmen fand freundliche Unterstützung sowohl bei dem zuständigen Ministerium als auch bei Fachberatern, Fachkabinetten, Lehrern und vor allem bei den Schülern.
Mädchen und Jungen zwischen vierzehn und neunzehn Jahren, Schüler der zehnklassigen polytechnischen und der erweiterten Oberschule, Lehrlinge, die in der Berufsausbildung mit Abitur stehen, sowie Schüler von Spezialschulen – aus den Bezirken Frankfurt (Oder), Gera, Potsdam und der Hauptstadt Berlin – haben ihre Aufsätze vorgelegt. Die Schüler (eigentlich müßte man immer Schülerinnen und Schüler sagen) wußten, daß sie für ein Buch schreiben, das vom Verlag Neues Leben veröffentlicht werden sollte. Sie wurden also zu einer zusätzlichen Arbeit aufgefordert, die bestimmt mit viel Kraft und Mühe verbunden war. Die Aufsätze wurden Ende 1984 geschrieben. Die vorgegebenen Themen waren als Anregung zu verstehen und umfaßten verschiedene Seiten des Lebens: Sie reichten vom Alltag in der Familie und der Schule, von Freundschaft und Liebe über Reisen und Sport, Freizeit und Ferien, Begegnungen mit Kunst und Technik, Erlebnisse in der Natur bis zu Fragen nach dem Beruf, nach dem Glück, nach dem Sinn des Lebens.
Über tausendfünfhundert Aufsätze wurden eingesandt. Bei der Auswahl ließen wir uns davon leiten, den Arbeiten den Vorzug zu geben, die konsequente Problemdarstellung mit einem klaren Standpunkt verbanden und sich durch eigenständige Sicht oder inhaltliche Besonderheiten heraushoben. Die Auswahl fiel nicht leicht. Mancher Beitrag wurde genommen, weil er uns aus thematischen Gründen wichtig erschien; andere mußten, obwohl sie gedankliche Qualitäten aufwiesen, mit Bedauern weggelassen werden, damit größere Disproportionen zwischen einzelnen Stoffkomplexen vermieden wurden.
Es empfahl sich, die Aufsätze nach solchen Komplexen zu gruppieren. So ergab sich eine Gliederung in zehn Abschnitte.
Die meisten Beiträge wurden unverändert übernommen. Flüchtigkeitsfehler oder Abweichungen von der gebräuchlichen Orthographie und den Interpunktionsregeln wurden stillschweigend korrigiert. In einigen Fällen wurden Überschriften modifiziert oder hinzugefügt. Bisweilen schienen uns Kürzungen erforderlich; sie betrafen Längen oder Ähnlichkeiten in der Einleitung oder am Schluß.
Diese Auswahl wird der Öffentlichkeit in der Hoffnung übergeben, den Leser mit Äußerungen bekannt zu machen, die in verschiedener Hinsicht aufschlußreich sind und denen daher Bedeutung zukommt. Natürlich wäre es vermessen, aus dem, was die Aufsätze mitteilen, wissenschaftliche Schlüsse auf das Denken und Fühlen der Jugend der DDR zu ziehen. Das konnte und sollte nicht die Absicht dieser Sammlung sein. Was in diesem Buch vereinigt wurde, sind die Stimmen einzelner, die ihre Erfahrungen und Auffassungen äußern. Dennoch kommt ihnen, so scheint uns, gewisse Repräsentanz zu. Etwas nämlich wird ablesbar oder spürbar, was öffentliches Interesse verdient, etwas wahrscheinlich doch Signifikantes: Wesentliches vom Lebensgefühl unserer Jugend, vor allem ihr Friedensbewußtsein und ihre Zukunftsgewißheit.

Für diese Jugend gibt es keinen Zweifel, daß Arbeit und Frieden ein wirksames Programm sind und die gesellschaftliche Praxis des Landes, in dem sie lebt, in einem entscheidenden Maße prägen. Vertrauen zu diesem Land, Vertrauen in die eigene Zukunft spricht aus fast allen Beiträgen. Dieser Optimismus kann nicht als platte Wiedergabe eingelernter Weisheiten mißverstanden werden. Dahinter steht erlebter, erfahrener Alltag, ruhige Überzeugung, das Gefühl des Selbstverständlichen. Zugleich werden hohe Ansprüche artikuliert: tiefes Glücksverlangen, Rigorosität im moralischen Urteil, Sensibilität. Sie bezieht sich auf vieles, auf das Erlebnis der Kunst, der Natur, auf den Umgang mit Freunden, mit Älteren. Und immer wieder klingt die Sorge auf, alles, was dem Leben Sinn gibt und dem Menschen seelische Kraft und inneren Reichtum verleiht, gefährdet zu sehen durch jene, die an Konfrontation und Krieg interessiert sind. Und darum auch wird die Bereitschaft betont, das Leben schützen zu wollen, sich mit denen solidarisch zu verbinden, die für ihr Recht zu kämpfen gezwungen sind, und die Haltung jener zu bewahren, die dem Krieg und dem Faschismus Widerstand entgegensetzten.
Die Lebensauffassung, die in den Aufsätzen zum Ausdruck kommt, ist nicht die problemloser Genügsamkeit oder kleinlicher Unzufriedenheit. Ohne daß viele Worte darüber verloren werden, bleibt nicht unreflektiert, was die Dialektik des Lebens ausmacht: Es besteht nicht aus glatten geraden Wegen, bloßen Erfolgen und andauernder Fröhlichkeit. Es ist voller Schwierigkeiten und Fragen. Hindernisse sind zu überwinden. Entscheidungen sind zu treffen. Eine Meinung zu vertreten will gelernt sein. Enttäuschungen, Fehlschläge sind einzustecken. Traurigsein ist ein Gefühl, dessen man sich nicht schämen muß. Das Nachdenken über Tod und körperliche Behinderung, über Krankheit und familiäre Konflikte gehört dazu, führt aber nicht zur Resignation, sondern wird als Herausforderung gesehen, möglicher Gleichgültigkeit entgegenzuwirken und neue Kraft zu gewinnen. Alles indessen durchdringt eine Sehnsucht nach Harmonie, nach Friedlichkeit, nach sinnvollem Zusammenleben. Besonders die Mädchen zeigen derartige Gefühle offen und deutlich.
Diese Aufsätze, vielfach eine eindringliche Art der Selbstbefragung und wohl immer ein Beispiel vertrauensvoller Mitteilung, verdienen nicht nur Interesse, ihnen gebührt Achtung. Wir hoffen, daß die Leser unsere Meinung in dieser Hinsicht teilen und daß sie die Auswahl und Anordnung freundlich und doch nicht unkritisch aufnehmen. –
Das Buch wäre nicht zustande gekommen, hätten uns nicht viele geholfen. Ihnen allen, die an dieser Arbeit, in welcher Form auch immer, beteiligt waren, sei hiermit herzlich gedankt.
Berlin, Mai 1986
Die Herausgeber


Schutzumschlag, Einband und Illustrationen: Manfred Bofinger

Verlag Neues Leben, Berlin

1. Auflage 1986
2. Auflage 1988

09 Juni 2023

Helga Leistner: (V)Erziehen? – Ein Gespräch mit Eltern und Großeltern

Verwöhnen – vernachlässigen – vernünftig erziehen?
Wer will schon seine Kinder verwöhnen? Es soll ihnen gut gehen, aber verwöhnen, nein, das hat keiner vor. Und vernachlässigen? Erst recht nicht. Wir leben gut und sicher. Warum sollten wir unsere Kinder vernachlässigen müssen? Wir können sie ordentlich kleiden und ihnen auch sonst einiges bieten. Man hört zwar hin und wieder von drastischen Fällen, daß Eltern sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern, aber das sind doch Ausnahmen. So oder ähnlich könnte der Leser denken. Möglicherweise jedoch ist er unsicher geworden. Liegen nicht vernünftige Erziehung und Verwöhnung dicht beieinander? Glaubt man nicht manchmal, den Kindern etwas Gutes zu tun, und erkennt erst später, daß es so gut nicht war? Und überlassen wir die Heranwachsenden nicht mitunter zu sehr sich selbst, weil wir mit tausend anderen Dingen beschäftigt sind?
Gesunde, vernünftige Erziehung in der Familie liegt allen Eltern am Herzen, fast allen. Und ebenso finden sich beinahe bei allen Eltern Ansätze zum Verwöhnen oder Vernachlässigen der Kinder, ohne daß ihnen das immer bewußt wird. Besinnung darauf, was vernünftige Erziehung ist und wie man Verwöhnungs- oder Vernachlässigungstendenzen den Kindern gegenüber begegnen kann, das ist Anliegen dieser Schrift.

Inhalt
Verwöhnen – vernachlässigen – vernünftig erziehen ....... 5
Familienerziehung heute .......6
Taugliche Wege zum Ziel .......12
Abweichungen vermeiden .......15
Erziehen lernen?! .......21

Erziehung ist Mühe und Freude zugleich .......27
Kinder bereiten Mühe .......27
Erziehung bringt Freude .......36
Mühe und Freude in „Minifamilien“ .......44

Leinen los oder straffe Zügel? .......49
Wofür sich entscheiden? .......49
Tugenden und Untugenden eines Erziehers .......52
Erziehung ist „Entwicklungshilfe“ .......54
„Antiautoritäre Erziehung“ – Für und Wider .......61

Zeit und Zuwendung für die Kinder .......66
Zuwendung als zusätzlicher Zeitaufwand? .......67
Zeitliches Opfer wird zum Vergnügen .......73
Geschwister gleich behandeln? .......76

Jemand ist doch da für unser Kind... .......83
Wohl denen, die Großeltern haben! .......84
Fernseher als „Miterzieher“ .......90
Beruf und Familie unter einem Hut .......97

Von Arbeitsfreude und Gemeinschaftssinn .......102
Uralte Tugenden .......102
Für mich, für uns, für euch .......103
Gemeinschaftsgeist wider Egoismus .......110
Streit und Streit ist nicht dasselbe .......114
Familienklima- das A und O .......117

Günstige materielle Bedingungen – angemessene Erziehung .......122
Was uns materielle Werte bedeuten... .......122
Kleidung – ein Stück Lebenshaltung .......126
Materieller Wohlstand – „Sorgenkinder“? .......132
Geld in den Händen von Kindern .......136
Geld fürs Lernen? .......142

Ein Charakter formt sich nur im Leben .......149

Einbandgestaltung und Illustrationen: Manfred Bofinger

Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin

1. Auflage 1989
2. Auflage 1989

18 November 2021

Helmut Sakowski: Wie brate ich eine Maus oder Die Lebenskerben des kleinen Raoul Habenicht

 Warum muß Raoul Habenicht, ein gewitztes Kerlchen mit Igelschnitt und Nickelbrille, noch einmal in die Vierte? Herr Mehlhose bittet den Neuling, sich vor der Klasse zu erklären. Aber Raoul schweigt. Der Autor lüftet das Geheimnis nach und nach. Erzählt wird auf amüsante, oft auch anrührende Weise die Geschichte eines Jungen, der unversehens in die Scheidungssituation gestellt ist und damit nicht zurechtkommt:

Noch einmal darf er Sommerferien in Pälitzhof verleben, einem kleinen mecklenburgischen Dorf. Raoul befreundet sich mit dem alten, fetten Oberkater Munzo, der ihm viele Mäuse fängt und über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Wenn der Junge wüßte, wie man Mäuse brät, käme er vielleicht mit Munzos Hilfe durch die Welt. Denn er braucht Beistand. Von heute auf morgen soll er sich von geliebten Menschen und der vertrauten Umgebung trennen, einen neuen Vater, eine neue Stadt, eine neue Schule akzeptieren.

Begreifen die Erwachsenen, daß sie selber es sich zu leicht, dem Jungen aber viel zu schwer gemacht haben? Was wird aus Raoul Habenicht? Nun, auf den Mund ist er nicht gefallen, und sein Witz und sein Optimismus bleiben erhalten und helfen ihm, sich zu behaupten.

Verlag Neues Leben Berlin 1987
Illustrationen: Manfred Bofinger

03 Juni 2021

Werner Lindemann: Sohn und Vater Rübesam


 Der Schweinemeister und sein Sohn Alto sind oft in Eile. Und auf den Feld- und Waldwegen kommen sie mit ihren Fahrrädern am schnellsten voran. Was aber, wenn ein Ventil am Fahrradschlauch entzweigeht? Solche Kleinigkeit kann Sohn und Vater Rübesam in arge Verlegenheit bringen.

Der Kinderbuchverlag Berlin 1978
ABC Ich kann lesen
Illustrationen Manfred Bofinger

11 Mai 2021

Regine Sylvester: Renate Holland-Moritz: Die Eule im Kino


 Vorwort

Manche Regisseure grüßen sie nicht mehr, einer drohte ihr Prügel an. Leser verlangen ihre Entlassung und fordern damit eine Woge flammender Verehrerpost heraus.

Wie kein anderer Filmkritiker steht Renate Holland-Moritz an der Gefahrenstelle, wo Film, Filmemacher und Filmeseher mit einer Ansicht konfrontiert werden, denn keiner hat so wie sie die persönliche, emotionale Kritik zu ihrer Spezialität, zum Markenzeichen gemacht.

Die Kino-Eule hat Filmpolitik gemacht. Die Leser stecken ihre Nasen in den ,Eulenspiegel', lesen etwa alle vier Wochen die bekannte Rubrik auf Seite 6 und entscheiden sich: Ein Teil geht immer ins Kino, wenn sie etwas lobt, ein anderer dann auf keinen Fall. Ihre Verve verbürgt eine extreme Verläßlichkeit für ihre Kenner, das mittlere Interesse an ihrer Arbeit ist selten. Die Leserbriefe gehören als Beweis ihrer Wirkung in diesen Band hinein: Man mag die Holland-Moritz, oder man mag sie nicht...

Eulenspiegel Verlag Berlin 1983
Illustrationen von Manfred Bolfinger



10 Mai 2021

Renate Holland-Moritz: Das Durchgangszimmer / Graffunda räumt auf / Klingenschmidts Witwen


 Das Durchgangszimmer - Beginn

Ich hatte es satt, unbeschreiblich und endgültig satt. Ich konnte sie nicht mehr sehen; diese arrogante Leidensmiene zerrte an meinen Magennerven. Wenn sie sprach, spürte ich auf meiner Haut so einen infam juckenden Schmerz, wie man ihn bei Nesselfieber hat. Diese penetranten Redensarten, die sie wie philosophische Erkenntnisse von sich gab - nein, es war unerträglich...

Graffunda räumt auf - Beginn

Wie ist es möglich, daß Frauen charmant, liebenswürdig und attraktiv bleiben, wo sie doch dem Stumpfsinn täglicher Hausarbeit ausgeliefert sind? Warum entfällt bei den feierlichen Ordensverleihungen nie auch nur die kleinste Medaille auf eine gewöhnliche Hausfrau? Ich glaube, es liegt daran, daß die Dekorationen fast immer von Männern vorgenommen werden. Und welcher Mann hat schon eine Ahnung von dem Unmaß an Arbeit, das in einem normalen Haushalt täglich bewältigt werden muß?...

Klingenschmidts Witwen - Beginn

Die Morgensonne hatte schon Stunden damit zugebracht, das Chaos auf dem Wohnzimmertisch zu bescheinen: leere und halbgefüllte Gläser, umgeworfene Flaschen, abgegessene Teller und überfüllte Aschenbecher. Das triste Bild wurde von pfeifenden Schnarchtönen akustisch untermalt. Sie kamen von einer schmalen Liege, auf der Friedbert Klingenschmidt schlief. Die Feierlichkeit mußte sich bis zu einer totalen physischen Erschöpfung hingezogen haben, denn es war ihm nicht einmal gelungen, sich seiner Kleider zu entledigen. Er lag da in weißem, reichlich beflecktem Hemd und schwarzer Hose, die sich an Hosenträgern festhielt. Die Füße steckten in Lackschuhe, aber eine letzte Regung von Ordnungsliebe hatte ihn veranlaßt, ein Exemplar des Familienblattes Wochenpost darunterzulegen...

Eulenspiegel Verlag Berlin 1085
Illustrationen von Manfred Bofinger

Renate Holland-Moritz: An einem ganz gewöhnlichen Abend / Der Ausflug der alten Damen / Bei Lehmanns hats geklingelt


An einem ganz gewöhnlich Abend - Beginn

Es war ein naßkalter Oktoberabend. Die Gesichter der Passanten auf der Frankfurter Allee wirkten im diffusen Licht der Straßenlaternen mürrisch und müde. Niemand konnte sich zu einem Lächeln entschließen, als der junge Mann im wehenden Trenchcoat, einen gewaltigen Chrysanthemenstrauß wie eine Signallampe schwenkend, quer über die Fahrbahn rannte. So ein Leichtsinn! Sicherlich wünschte ihm niemand einen Unfall, aber eine kleine Abreibung durch einen Polizisten wäre ihm schon zu gönnen...

Der Ausflug der alten Dame - Beginn

Frieda und Otti bestiegen die "Heinrich Mann". Daß sie Frieda und Otti hießen, wußte jeder Ausflügler auf dem Oberdeck nach zwei Minuten. Wegen eines offenbar altersbedingten Ohrenleidens sprachen Frieda und Otti laut und artikuliert.
"Sitzte jut, Frieda? Is dir ooch nich kalt? Wenn dir kalt is, mach dir warme Jedanken. Oder mach den Radio an."
"Lord Knut is jut, wa, Otti? Evagrüns. Nach so wat haben wir noch vor zehn Jahre im ,Blumenjarten' jeschunkelt."...

Bei Lehmanns hats geklingelt - Beginn

Die Tour von Niederschönhausen bis zum südlichen Zipfel Berlins war ziemlich lang; ich hätte nichts gegen ein nettes Schwätzchen mit dem Taxifahrer einzuwenden gehabt. Aber der Mann machte einen äußerst verbiesterten Eindruck. Auf Höhe von Pankow-Kirche bot ich ihm eine Zigarette an. Er nahm sie geistesabwesend und starrte weiter vor sich hin. Plötzlich hörte ich ihn etwas murmeln....

Eulenspiegel Verlag Berlin
Illustrationen von Manfred Bofinger

04 Mai 2021

Mark Twain: Von der Kunst, einen Zaun zu streichen


 Tom ist ein pfiffiger, unternehmungslustiger Bengel, der immer weiß, was er will. Noch besser aber weiß er, was er nicht will – einen Zaun streichen zum Beispiel. Und schon gar nicht einen, der zwanzig Meter lang ist und hoch dazu. Doch Tom wäre nicht Tom, wenn er sich nicht zu helfen wüßte.

Diese unvergleichliche Geschichte aus Mark Twains weltberühmtem Roman „Tom Sawyers Abenteuer“ wird den Erstlesern viel Vergnügen bereiten und sie neugierig machen auf das ganze Buch.

Altberliner Verlag
Bunte Kiste
Illustrationen von Manfred Bofinger

03 April 2021

Inge Baumert, Manfred Bofinger: Der grüne Kachelofen und andere phantastische Geschichten


 Mit dem alten grünen Kachelofen hat es eine besondere Bewandtnis, denn er besitzt wundersame Eigenschaften; in Lindwürmelungen wird eine Drachnerei betrieben, wo blauschimmernde Flugdrachen zu bewundern sind, wenn man Augen hat, zu schauen; Karoline muß in Zitterlingen den Fleischermeister von seinem Hausdrachen befreien; Hannchen begegnet dem Riesensaurier Karl-Ludwig einfach auf der Straße, und das Wildkaninchen Ticki Mumm wäre beinahe in ein Ungeheuer verwandelt worden ... Drachen und andere Fabelwesen erstanden durch die Kunst namhafter Autoren zu ihrem zauberischen Leben. In den Geschichten sind Phantasie und Originalität, poetische Kraft und Märchenweisheit versammelt.

Der Kinderbuchverlag Berlin
Illustrationen: Manfred Bofinger
Buchfink-Bücher

08 Februar 2021

Ewald Oetzel, Wolfgang Polte: Der gescholtene Thales


 Anekdoten sind uns aus Jahrtausenden überliefert. Über Gelehrte, Wissenschaftler und Forscher aus 2500 Jahren haben sie Ewald Oetzel und Wolfgang Polte in ihrem Buch zusammengetragen. Eigenartiges über die Persönlichkeit des Gelehrten kommt in ihnen zum Ausdruck, aber auch die Erinnerung an bedeutende Ereignisse, die sich mit der Person des Wissenschaftlers verbinden oder Prozesse und Vorgänge von herausragender Bedeutung widerspiegeln.

Und heute liest sie der Leser schmunzelnd und stellt die sehr menschlichen Züge auch der großen Gelehrten fest, findet Kautziges, Bemerkenswertes oder auch Einmaliges und besonders recht Originelles.

Manches hat sich sicher nicht in der Weise zugetragen, wie es uns die Anekdote überliefert hat. Ist doch vieles mündlich weitergegeben worden. Die es berichteten, dichteten hinzu. Die es hörten und weitertrugen, ließen dieses und jenes weg. In all den Anekdoten jedoch wird das Bild von Persönlichkeiten sichtbar, die wir sonst nur durch ihre wissenschaftliche Leistung kennengelernt haben. Und sichtbar wird auf unterhaltsame Weise ein Ausschnitt aus der Wissenschaftsgeschichte – in Details, in Episoden, in Haltungen von Gelehrten und Gelehrigen, wie es im Untertitel bereits gesagt ist. Die Autoren lassen in ihrem Vorwort die Frage nach dem Wahrheitsgehalt offen und antworten mit Giordano Bruno: „Wenn es auch nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden.“

Urania-Verlag, 1. Auflage 1989
Illustrationen: Manfred Bofinger, Berlin

25 Januar 2021

Mark Twain: Ein Yankee an König Artus‘ Hof


 Es war einmal ein Yankee aus Connecticut, ein schlauer Praktikus, der erwachte eines Tages im tiefen Mittelalter. Durch eine List entrinnt er dem Scheiterhaufen und gelangt nach Camelot, allwo König Artus und die tapfersten Ritter in der Tafelrunde sitzen. Mit einer Prise Dynamit übertrumpft er den bösen Magier Merlin und wird darob ins höchste Amt des Staates berufen. Heimlich will er das Land zivilisieren: Er lässt Schulen, Fabriken und eine Militärakademie errichten, Telefonleitungen legen und eine Zeitung drucken. Aber die höfische Sitte erheischt, dass er die unbequeme Rüstung anlegt und auf Abenteuersuche zieht. Mit Reklameplakaten, Lasso und Pistole ficht er wider Ungeheuer, kühne Recken, Dummheit und die Angst vor Dämonen. Das Schicksal verschlägt jedoch den Yankee und den König ins grausamste Elend ihrer Untertanen – in die Sklaverei. Wundersame Rettung unterm Galgen bringt ihnen eine Radfahrtruppe gepanzerter Helden, aber der Traum eines besseren Zeitalters bleibt noch ein Traum.

Der amerikanische Humorist Mark Twain erzählt eine moderne Satire im Gewande des Märchens. Es ist die bitterernste Verteidigung der Menschlichkeit gegen die Mächte des Rückschritts.

Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1. Auflage, 1965
Übersetzt von Lore Krüger.
Einband und Schutzumschlag illustriert von Elisabeth Shaw und Erich Rohde.



Verlag Neues Leben, Berlin, 1974
Illustrationen von Manfred Bofinger

21 Januar 2021

Uwe Kant: Der kleine Zauberer und die große 5


 Zauberschüler Oliver Schneidewind hat die Kontrollarbeit kräftig verhauen. Nun steht er da mit seiner dicken Fünf und hat nur einen Gedanken; Wie lasse ich die verschwinden! Wegzaubern wäre gut. Oliver kann zwar rotblaukarierte Meerschweinchen zaubern und Gummibälle, die ein bisschen eiern..., aber Zensuren zu verzaubern, das ist zu schwer für einen kleinen Zauberer. Ob es ihm dennoch gelingt, erzählt diese witzige Geschichte

Der Kinderbuchverlag Berlin (1974), 8. Auflage 1983
77 Seiten
Mit Illustrationen von Manfred Bofinger

05 November 2020

Gerhard Holtz-Baumert: Alfons Zitterbacke


 Was dem Alfons Zitterbacke so alles passiert, da kann man nur staunen. Dabei ist er kein bischen frech, sondern hilfsbereit, freundlich, bemüht, alles richtig zu machen - und doch gibt es für ihn immer wieder Ärger.

Kinderbuchverlag Berlin 1977
Illustrationen: Manfred Bofinger



Wer die herzerfrischenden Erlebnisse des naiven Alfons Zitterbacke liest, kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus. Viele Situationen, in die der liebenswerte Pechvogel Alfons gerät, sind von so überwältigender Komik, daß man laut und herzlich lachen muß. Alfons Zitterbacke gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Figuren in der Kinderliteratur. Tausende von Mädchen und Jungen haben die beiden Bücher „Alfons Zitterbacke“ und „Alfons Zitterbacke hat wieder Ärger“, die in diesem Band zusammengefaßt wurden, mit großem Vergnügen gelesen.

Kinderbuchverlag Berlin 1970
ATB Buch Nr 22

26 September 2020

Carlo Collodi: Pinocchios Abenteuer


 „Es war einmal – ein Stück Holz. Es war kein besonderes Holz, sondern ein ganz gewöhnliches Stück Brennholz …“ Vater Geppetto schnitzt daraus eine Marionette – den kleinen Pinocchio. Doch was muss der Alte erfahren! Kaum steht Pinocchio auf seinen Beinchen, da kommt Leben in ihn. Er beginnt sich zu bewegen wie ein richtiger Mensch. Schon macht er sich selbständig und geht auf und davon. Durch Übermut und Leichtgläubigkeit gerät er in geführliche Situationen. Er wird von Räubern aufgehangen und von „guten Freunden“ um sein Geld geprellt, er folgt dem Rat von Faulenzern, verwandelt sich in einen Esel und landet schließlich gar im Bauch eines Wales. Immer wieder aber taucht die gute Fee, das Mädchen mit den blauen Haaren, auf und hilft ihm aus der Bedrängnis. Am Ende wird doch noch eine vernünftige Marionette aus ihm. Und wie Pinnochio ein richtiger kleiner Junge wird, das lesen Sie am besten selbst.

Carlo Collodi (1826 – 1890), dessen eigentlicher Name Carlo Lorenzi ist, wurde durch die Übertragung der Märchen Perraults und seine Kinderbücher bekannt. Das beliebteste, „Pinocchio“, entstand 1883 aus der Mitarbeit an einer Zeitschrift für Kinder. Mit dieser Geschichte bewies Collodi seine glänzende Erzählergabe und das Talent, ohne erhobenen Zeigefinger zu belehren. Humor und Ideenreichtum ebnen dem Buch schnell den Weg in die Herzen seiner großen und kleinen Leser.
Es ist aber auch wirklich aufregend, wenn der kleine Pinocchio, der aus einem Holzscheit geschnitzt wird, allen Warnungen und guten Ratschlägen zuwiderhandelt, von Räubern aufgehangen und von "guten Freunden" um sein Geld geprellt wird, dem Rat von Faulenzern folgt und sich in einen Esel verwandelt und schließlich gar im Bauch eines Wales landet. Aber wie könnte es anders sein, am Ende wird doch noch eine vernünftige Marionette aus ihm. Und wie Pinocchio ein richtiger kleiner Junge wird, das lesen Sie am besten selbst.

Der Kinderbuchverlag, Berlin, Alex-Taschenbücher (ATB, Band 64) sowie Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig (Band 131), 1. sowie 5. Auflage, 1980
Illustrationen von Manfred Bofinger/Rolf F. Müller

09 Juni 2020

Peter Abraham: Komm mit mir nach Chicago



Das Chikago, von dem hier die Rede ist, gibt es auf keiner Landkarte. Es existiert nur in den Köpfen von Anja und Helmuth, die Abenteuer erleben wollen und bald nicht mehr auseinanderhalten können, was Spiel und was Wirklichkeit ist.

Verlag Neues Leben Berlin
2. Auflage 1980
Illustrationen von Manfred Bofinger