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09 September 2022

Günter Teske: Die verschwundene Mumie

Geht das noch mit rechten Dingen zu?

Kai Thomas, Handballtorwart von Turbine, hält plötzlich jeden Ball. Und wie gelingt es den Blaufalken, hoffnungslosen Absteigern am Ende der Staffel B, die berühmteste Fußballmannschaft der Saison zu werden?

Was erlebt Superartist Kotta im geheimnisvollen Trainingscamp des Gibson Dorsh?

In sieben unterhaltsamen utopischen Geschichten erzählt Günter Teske von gewagten Experimenten, von Zeitreisen und von Sensationen aus der Welt des Sports.

Verlag Neues Leben Berlin 1978, 2. Auflage 1986
Kompaß-Bücherei Band 245

 

21 Februar 2022

Franz Fühmann: SAIÄNS-FIKTSCHEN. Erzählungen

SAIÄNS-FIKTSCHEN? Der Leser begegnet in diesem Band sieben Geschichten aus einer möglichen Zukunft - aus der Welt der Wissenschaftler Janno, Jirro und Pavlo -, die dennoch nicht als "Science-fiction" im gewohnten Sinn verstanden werden möchten. Als Franz Fühmann bei einem Gespräch mit Lesern beiläufig gefragt wurde, ob er SAIÄNS-FIKTSCHEN schriebe, antwortete er "ohne Zögern mit Nein! - Ich dachte an Science-fiction, wovon ich das nicht sehr viele, das ich kannte, nicht mochte und dessen Fundus ich daher nicht zu erweitern gedachte. Später las ich dann mehr, und hie und da gefiel mir schon etwas ... Aber Science-fiction machen wollte ich dennoch nie. Dann, in einer bösen Krise, ich glaube 1974, schrieb ich die erste Geschichte dieses Buches, die ,Ohnmacht'; ich schrieb sie, um eine existentielle Lähmung zu überwinden, und fand in jener irrealen Welt und Weise die mir anders nicht gewinnbare Form, das, was mich quälte, in Worte zu fassen ... ,Sinn und Form' druckte diese Geschichte, und ich wurde bald darauf von einem Leser belehrt, das Genre der Science-fiction arg verfehlt zu haben: das darin enthaltene physikalische Problem sei von mir in einer Weise angepackt worden, die für ernsthafte Science-fiction zu viel Kolportage und für Kolportierendes zu viel Ernst aufwende ... Ein Mißverständnis. Um es nicht zu reproduzieren, beschloß ich, künftig derlei Geschichten als SAIÄNS-FIKTSCHEN zu deklarieren. Denn ich hatte indessen begriffen, daß die Personnage Janno-Jirro-Pavlo mir gerade wegen ihres etwas abstrakten Charakters Gelegenheit gab, auch andere Bedrängnisse und Nöte schreibend zu materialisieren, um ihnen besser begegnen zu können, Bedrängnisse und Nöte jener Art, die sich so schwer darstellen lassen, weil sie zwar der Realität entstammen, sie aber, die Realität, wohl maßlos überschreiten... SAIÄNS-FIKTSCHEN denn -: ein Zwitterwesen; als Science-fiction nicht ernst zu nehmen, als SAIÄNS-FIKTSCHEN vielleicht so ernst, wie es das Schriftbild eines Gesprochenen sagt: als Verfremdung ... Sie sind diese Geschichten, insgesamt Schlußpunkte, im Bereich gestockter Widersprüche, wo Stagnation als Triebkraft auftritt ... Auf die gewißlich zu erwartende Frage eines künftigen Lesers, ob ich weiterhin SAIÄNS-FIKTSCHEN schreiben werde, antworte ich ohne Zögern mit Nein!"

Inhalt
Die Ohnmacht
Der Haufen
Das Denkmal
Die Straße der Perversionen
Das Duell
Bewußtseinserhebung
Pavlos Papierbuch

Hinstorff-Verlag Rostock, 2. Auflage 1983
Schutzumschlagentwurf: Lothar Reher

18 Februar 2022

Eberhardt del' Antonio: Gigantum

Buchanfang

1. KAPITEL

Es war Sommer. Schwer lastete brütender Sonnenschein auf der Landschaft, versengte Felder und Wiesen und löste die Konturen der Gebäude in siedender Luft.

Auf goldreifen Kornfeldern wirbelten elektrische Mähdrescher hochauf flimmernden Staub, auf Landstraßen zogen eilende Lastkraftwagen dichte Staubfahnen hinter sich her, Waldstreifen warfen kühle Schatten, und Flüsse spiegelten gleißend das Sonnenlicht. Mensch und Tier stöhnten, gelähmt durch die drückende Hitze. Nur die Lerche trillerte, über den Feldern stehend, hell jauchzend in den lachenden Tag.

Hoch über ihr huschte, einen pfeifenden Schall nachschleppend, ein Düsenflugzeug dahin und warf einen Schatten, den die Bodenwellen grotesk verzerrten.

Hier oben spürte man die Schwüle nicht, die Klimaanlage der Flugzeugkabine bewahrte eine angenehme Temperatur.

Dennoch ließ das hitzeflimmernde Sommerbild Professor Schlichtmann, den einen der beiden Fluggäste, unbewußt nach dem Taschentuch greifen und sich die kantige Stirn von nicht vorhandenen Schweißtropfen befreien.

Belustigt ertappte sich der hochgewachsene Mann dabei, musterte mit flinken Augen verstohlen seinen Begleiter und steckte schnell das Tuch in die Tasche. Dr. Colmar, sein junger Assistent, hatte jedoch nichts bemerkt, er hielt die schweren Lider unter den starkwandigen Brillengläsern schläfrig gesenkt, sein Bewußtsein dämmerte in das Zauberreich der Träume hinüber.

Glückliche Jugend, dachte der Grauköpfige lächelnd, verschläft unbeschwert die Sorgen und geht dann mit neuer Kraft an die Lösung der Probleme heran. .....


Nachwort

Die Frage, was die Zukunft bringt, ist so alt wie die Fähigkeit des Menschen, über sein Leben nachzudenken. Ihr entspringt der Wunsch, einen Blick in kommende Zeiten zu werfen. Was hätte unsere Arbeit für einen Sinn, wenn sie nicht der Zukunft diente, wenn wir sie nicht als Steinchen im Mosaik der menschlichen Entwicklung betrachten wollten! Wie aber könnten wir in die Zukunft planen, wenn wir nicht versuchten, sie uns mit Hilfe der heutigen Erkenntnisse vorzustellen? Der Traum von heute das ist die Wirklichkeit von morgen.

Einem solchen Traum entspringt dieser Roman. Er erhebt keinen Anspruch darauf, daß alles, was in ihm geschildert wird, der künftigen Wirklichkeit entspricht. Es läßt sich heute, an der Schwelle des Atomzeitalters, noch nicht annähernd voraussagen, was uns die friedliche Verwendung der Energie des Atomkerns - der größten, die bisher vom Menschen entdeckt wurde - und was uns die Raketentechnik bringen wird. Es läßt sich aber schon heute erkennen, daß kein Gebiet des menschlichen Lebens von dieser technischen Umwälzung unberührt bleibt.

Der Roman enthält indessen auch utopische Elemente. Nach unsern heutigen Erkenntnissen wird es kein Mammutum geben, und ein Gigantum mit derart hoher Energieabgabe bei molekularer Reaktion ist ebenfalls utopisch. Das gleiche gilt für die Stoffe Atomoflor und Kosmonit und für die industrielle Herstellung von Kohlenstoff aus Wasserstoff. Auch auf die Kraftstofftabletten werden wir vermutlich verzichten müssen - es ist also nichts mit gefiltertem Elbwasser! Doch es ist bereits heute möglich, neue, in der Natur nicht vorkommende Elemente künstlich aufzubauen, wenn sie auch nicht stabil sind, sondern mit kurzen Halbwertzeiten zu uns bekannten, natürlichen Elementen zerfallen.

Die geschilderte Materialverfestigung und nahtlose Verbindung durch Molekülvernetzung mittels Gammabeschuß ist keine Utopie. Es gelingt heute, auf diesem Wege Kunststoffe durchsichtig, stahlhart und feuerbeständig wie Beton zu machen. Nach Charlesby wurde auch die Elastizität und die Festigkeit durch Gammabeschuß gesteigert (Schenk "An der Schwelle der letzten Dinge").

Die physikalischen und technischen Vorgänge wurden, um besser verständlich zu sein, zum Teil vereinfacht dargestellt.

Bei meiner Arbeit wurde mir von vielen Seiten Hilfe zuteil. Besonderen Dank schulde ich Herrn Werkleiter Georg Mosch, Meißen, für verständnisvolle Förderung (in der Industrie in diesem Maße leider noch ungewöhnlich), der ich vor allem die Zeit für die literarische Arbeit verdanke; Herren Gerhard Eichler, Zentralschule für kulturelle Aufklärung, Siebeneichen, Abt. wissenschaftlich-methodische Aufklärung, und Dr. med. Burkhard, Meißen, für fachliche Auskünfte in speziellen Fragen.

Dresden, Oktober 1956

Eberhardt del'Antonio

Verlag Das Neue Berlin, 4. Auflage 1960, 5. Auflage 1957


23 September 2021

Stanislaw Lem: Eden


 „Eden“ gehört zu den spannendsten utopischen Romanen des weltbekannten polnischen Autors. Nach der Notlandung erkundet die fünfköpfige Besatzung, während sie ihr Schiff wieder startklar macht, den bisher unerforschten opalenen Planeten und stößt dabei auf eine seltsame Zivilisation, die sich scheinbar im Zerfall befindet.

Verlag Volk und Welt Berlin 1973
Roman-Zeitung 275

14 September 2021

Gerhard Branstner: Der falsche Mann im Mond


 Die Schwerkraft ist partiell und nach Wunsch und Belieben aufhebbar. Die freischwebende Katze erreicht die Maus nicht, weil ihre Welt nicht mehr stimmt. Der amerikanische Fabrikant (der letzte) schießt einen Mann in den Äther, um ihn schwerelos zurückkehren zu lassen, doch entgleiten ihm die Dinge zum glücklichen Ende. Die Gravitationsminderung hat Folgen. Dichter und Mathematiker schaffen ohne Beschwernis und Hemmung. Die Millionärstochter (die letzte) liebt den Liftboy. Dieser spricht acht Sprachen und nimmt kein Trinkgeld. Spaziergänger bewegen sich im Skaphander, nur wenn der Draht reißt, hören sie nichts. Eine Frau trägt kilometerweit zwei verunglückte Männer auf den Armen. Ein sprechender Roboter signalisiert als Schutzpolizist die seltenen Unfälle. Einzig Douglas‘ Agenten und Patentdiebe (die letzten) sind für diese Welt nicht richtig programmiert. Wer die Welt nicht mehr versteht, fällt auf. Verbrecher werden nicht mehr mit Freiheitsentzug oder Bewährung bestraft, sondern mit schlichtem Gelächter, das heißt: die anderen lachen.

Der utopische Kriminalroman spielt mit der heiteren Vorstellung einer technisch-physikalisch perfektionierten Welt – ohne Beschwernis und Gewicht.

VEB Hinstorff Verlag Rostock, 1978

13 Mai 2021

Stanisław Lem: Test

 Wünschen Sie, dass Ihre Waschmaschine klüger ist als Sie? Ja, Sie haben richtig verstanden: Wünschen Sie, dass … Sie meinen, eine solche Frage sei absurd, gehöre in den Bereich des Phantastischen und sei es nicht wert, diskutiert zu werden? Nun, was das „Phantastische“ betrifft, so haben Sie zweifellos recht, aber sind Sie absolut sicher, dass es sich nicht lohnt, über diese und ähnliche Probleme nachzudenken? Über die Gefährlichkeit gemeiner Stubenfliegen im Kosmos zum Beispiel, über wirksame Methoden zur Bekämpfung vagabundierender Küchenmaschinen oder über die Verwendung außerirdischer Raketenwracks zur Ausbesserung von Schweineställen? Sie schütteln noch immer verständnislos den Kopf? Das heißt sicher nicht, dass Sie keine Freude an kosmischen Detektivgeschichten, an grotesk-phantastischer Satire haben, dass Sie Mensch ohne Imagination, ohne Sinn für hintergründigen Humor sind. Denn wenn es sich so verhielte, wären Ihnen die utopischen Erzählungen des weit über die Grenzen seines Vaterlandes bekannten polnischen Erfolgsautors Stanisław Lem nicht zur Lektüre zu empfehlen …

Stanisław Lem, geboren 1921 in Lwów, während des Krieges Autoschlosser und Monteur, danach Student der Medizin und der Philosophie, debütierte mit Gedichten und kurzen Erzählungen. Für seinen ersten großen Roman „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“ (deutsch 1959), eine Auseinandersetzung mit den Erlebnissen eines bürgerlichen Intellektuellen während des Krieges und in den ersten Jahren nach 1945, erhielt er den Literaturpreis der Stadt Kraków. Zu Beginn der fünfziger Jahre wandte sich Lem, der sich schon während seines Studiums mit Kybernetik befasst hatte, einem anderen literarischen Genre zu: Der Science fiction. Mit den Romanen „Der Planet des Todes“ (deutsch 1954) und „Gast im Weltraum“ (deutsch 1956) wurde Lem zu einem der meistgelesenen polnischen Gegenwartsschriftsteller.

In den folgenden Jahren schrieb Lem mehrere utopische Romane, unter anderem „Eden“ (1959), „Das Verhör“ (1959), „Rückkehr von den Sternen“ (1961), „Der Unbesiegbare“ (deutsch 1968), und mehrere Erzählungsbände, darunter die „Sterntagebücher, Ijon Tichys“ (deutsch 1961) und „Mondnacht“ (1963). Die vorliegenden Erzählungen entstammen diesen Bänden.

Verlag Volk und Welt, Berlin, 4. Auflage, 1971
Übersetzt von Caesar Rymarowicz.

12 Mai 2021

Johanna Braun, Günter Braun: Conviva Ludibundus

Klappentext:
Die Brauns
begeben sich in ihrem neuen utopischen Roman aufs Wasser. Da sticht ein Schiff ins Meer, das es noch nicht gab: schwimmend, fliegend, tauchend, stelzend, schaumschlagend und schaumgebremst. Mit "Totalmobil 01", wie das technische Wunderding heißt, will Professor Dr. Dr. Mittelzwerck die geheimnisvollen Meeresbewohner aufspüren, die in seinem Meeresgarten alle grünen Muscheln abgefressen und damit die Menschen einer Frucht beraubt haben, die Delikatesse und Lebenselixier zugleich bedeutet.
Der greise Meeresgärtner Philemon, Entdecker und Züchter der grünen Muscheln, glaubt die Räuber zu kennen, doch seine umständliche Betulichkeit läßt ihn nicht zum Zuge kommen, und Eitelkeit und Schadenfreude verschließen ihm den Mund - bis die Katastrophe nicht mehr abzuwenden ist.

Die Brauns
geben vor, ein Stückchen Zukunft abzubilden, es scheint jedoch, sie haben vornehmlich die Gegenwart im Auge. Sie fragen nach dem Verhältnis des Menschen zur Natur und gehen dabei, wie sie es immer tun, eindringlich auf das Verhältnis des Menschen zu sich selbst ein. Sie versetzen ihre Personen in eine Situation, die unkonventionelles Denken verlangt, und weisen am Beispiel nach, wie geistiges und charakterliches Mittelmaß, wenn es als unantastbare Spitze bezeichnet wird, vor allem Formalismus produziert, deshalb der ständigen Beweihräucherung bedarf und schließlich im Eigenlob erstickt.

Die Brauns
muten ihrem Alltagshelden einiges zu, Glaubwürdiges und Unglaubwürdiges, Gereimtes und Ungereimtes, und sind auch nicht immer ganz fein, dafür manchmal herzerfrischend drastisch. Sie überschütten den Leser mit einem Sturzbach von Einfällen, deren Respektlosigkeit Lächeln oder Stirnrunzeln auslöst, hier und da wohl auch zu Widerspruch auffordert, jedoch niemanden unbetroffen aus der Lektüre entläßt.

Umschlag- und Einbandentwurf: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1978
2. Auflage 1980
3. Auflage 1982
4. Auflage 1989

30 November 2020

Heiner Rank: Die Ohnmacht der Allmächtigen


Auf den ersten Blick scheint es ein Paradies zu sein, in das Asmo, der Mann ohne Erinnerung, verschlagen worden ist, ein Land des ungetrübten Genusses, des pausenlos anhaltenden Glücks. Die Dafotil, Bewohner des Planeten Astilot, kennen weder Mangel noch Sorge noch Krankheit, Alter, Unrecht, Strafe, Zwang, Gewalt. Was sie wünschen, geht in Erfüllung, ihr Gruß lautet: "Viel Liebe! Und dennoch fällt es Asmo schwer, sich einzuleben. Das Aromakonzert auf der Duftorgel läßt ihn kalt, Jonas hemmungslose Hingabe befremdet ihn, die Unterwürfigkeit der Dienstautomaten macht ihn traurig, das zügellose Gebaren auf dem Tanzessen widert ihn an. Was soll er hier, wo er ein Fremdkörper ist und allein durch seine Existenz die ausgeklügelte Harmonie gefährdet? Wem dient es, welche Absicht verbirgt sich dahinter?

Heiner Rank begnügt sich nicht mit Andeutungen, wie es auf  dem Planeten Astilot aussehen könnte, er geht ins Detail, und seine Phantasie ist bis zum letzten Kapitel frisch und unverbraucht. In Landschaften und Bauten, in technischen und sozialen Einrichtungen, in Machtverhältnissen, menschlichen Beziehungen, Gewohnheiten und Anschauungen offenbart sich eine fremdartige Welt, farbig und vielgestaltig, immer wieder neu, überraschend anders, fordert heraus zum Vergleich und zur Wertung.

Die symbolhafte Fabel, eingebettet in eine von starken Spannungshöhepunkten getragene Handlung, stellt Fragen, die in der Utopie traditionell sind: Was ist Glück, worin liegt der Sinn des Lebens? Die Antwort ist nicht endgültig, kann es nicht sein, weil jede Zeit auf eigene Weise zu antworten weiß, doch sie führt dahin, daß wir Probleme wiedererkennen, daß wir Befürchtungen und Hoffnungen entdecken, die auch uns bewegen.

Verlag Das Neue Berlin, Berlin, 4. Auflage, 1978



26 September 2020

Konrad Potthoff: Wilhelmine und der unheimliche Planet


 Am 14. März des Jahres 2387 entdeckt der Astronom Giovanni Vesuv unbekannte Flugobjekte. Sie starten vom blauen Planeten und nehmen Kurs auf den kleinen unbewohnten Planeten Tommy. Dort verbringt der Astronom seinen Urlaub. Vorbei ist es nun mit der Ruhe und Erholung.

Die Familie Schieberbein - Spezialisten für außerirdisches Leben und Raketenflug - nimmt Giovanni mit auf die abenteuerliche Expedition zum unheimlichen blauen Planeten.

Auch die Kinder Tobias und Sabine Schieberbein dürfen an diesem gefährlichen Unternehmen teilnehmen - aber nur deshalb, weil sie von Wilhelmine, dem kuriosen Uraltsicherheitsroboter, beschützt werden. Wie gut für alle, daß es Wilhelmine gibt.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 1. Auflage 1978
Illustrationen von Susanne Kröber

24 September 2020

Tschingis Aitmatow: Der Tag zieht den Jahrhundertweg


 Von einem unbewußten Muttermord erzählt eine alte kasachische Legende. Ein in den Stammesfehden gefangener junger Mann wurde durch grausame Torturen des Gedächtnisses beraubt. Er wurde ein Mankurt, ein willenloser Sklave. Die Mutter versuchte vergeblich, ihm Gedächtnis und Freiheitswillen zurückzugeben. Dort, wo die legendäre Mutter begraben ist, will der Eisenbahnarbeiter Edige seinen verstorbenen Freund beerdigen. Die Legende wird in der Rückerinnerung Ediges an seinen Freund, an das gemeinsam Leben in der kasachischen Steppe zum sittlichen Prüfstein vergangener und heutiger Menschheitsprobleme. Wurde wirklich alles Erdenkliche getan, damit im Volksgedächtnis die Heroik und Tragik unserer Epoche gewahrt bleibt und fruchtbar gemacht werden kann? Von solchen zurück- und vorausblickenden Gedanken erfüllt, währt der Tag der Beerdigung länger als ein Zeitalter. Und während sich die kleine Trauerkarawane durch die Steppe bewegt, startet von dem nahe liegenden Kosmodrom eine Serie kosmischer Raketen. Ein paritätisches sowjetisch-amerikanisches Raumfahrtunternehmen hat zu einer Kontaktaufnahme mit einer höheren, bereits kommunistischen Zivilisation in einem anderen Sonnensystem geführt. Eine dramatische Science-fiction-Geschichte entwickelt Aitmatow in Korrespondenz zu der altkasachischen Legende von dem Mankurt. Sorgenvoll stellt er die Frage: Ist die heutige Welt für solch eine Kontaktaufnahme reif?

Reclams Universal-Bibliothek, 1986



Verlag Volk und Welt, Berlin, 1. Auflage, 1982
Übersetzt von Charlotte Kossuth.

22 September 2020

Werner Steinberg: Die Augen der Blinden


 Drei Menschen, eine Biologin, ein Arzt, ein Computerwissenschaftler, sind ausgezogen auf Erkundungsfahrt ins All, weil sie hoffen, unter außergewöhnlichen Bedingungen, frei von den Bindungen des Erdendaseins, Antwort auf ungelöste Fragen ihres Zusammenlebens zu finden; denn beide Männer begehren die Frau, und diese vermochte die Entscheidung bisher nicht zu fällen.
Jahre nachdem sie den blauen Planeten verlassen haben, landen die drei auf dem Dunkelstern Phi, einem bizarren, kristallenen Himmelskörper, wo unter der Herrschaft des Hierarchen Ssajanohs vernunftbegabte Pelzwesen leben. Im Spannungsfeld zwischen dem Hierarchen, der sie erpreßt, ihm zu Willen zu sein, zwischen dem Wissenschaftler, dessen vernunftgesteuerte Aktivität sie fasziniert, und dem Arzt, der im kreatürlichen Lebensgenuß seine eigentliche Daseinsform erblickt, muß die junge Aria Wann sich entscheiden.
Die Begegnung zwischen Mensch und Dunkelsternwesen macht transparent, daß die Zukunft alle Möglichkeiten für die Entwicklung vielfältiger menschlicher Verhaltensweisen bietet und daß gerade diese Vielfalt die moralischen und ethischen Qualitäten des einzelnen zu einem entscheidenden Prüfstein bei der Partnerwahl macht.

Verlag Das Neue Berlin, 1. Auflage 1973

Wolf D. Brennecke: Die Straße durch den Urwald


 Mit diesem abenteuerlichen Roman eilt der Autor seiner Zeit voraus.

In Brasilien haben fortschrittliche Kräfte den Sieg errungen. Die neue Regierung beschließt den Bau einer Hochstraße durch den Urwald und setzt einen gigantischen Straßenbauautomaten, in Gemeinschaftsproduktion sozialistischer Staaten entstanden, hier zum ersten Male ein.

Durch unerforschte Wälder südlich des Amazonas bewegt sich die gewaltige Fabrik und fertigt eine doppelstöckige, überdachte, auf Pfeiler gesetzte Straße aus Kunststoff – die in der Vergangenheit oft projektierte, bisher nie verwirklichte Überlandverbindung von der Urwaldstadt Manaus über zweitausend Kilometer hinweg. Wird dieses risikovolle Vorhaben gelingen?

Der noch immer starken reaktionären Opposition ist klar, daß mit dem Erfolg des kühnen Unternehmens das Prestige der neuen Regierung weiter steigen, der eigene Einfluß hingegen mehr als zuvor geschmälert wird. Also gilt es, den Bau der Hochstraße zu verhindern.

Verlag Das Neue Berlin, 1. Auflage, 1973
Umschlagentwurf: Roland Spörl

Wolfgang Kellner: Der Rückfall


 Hand aufs Herz: Neidet nicht mancher von uns den Menschen der Zukunft ihr Mehr an Freizeit und Freiheit, ihr herrliches sorgenfreies Leben? Aber noch niemand hat je den Gedanken gewagt, daß die nach uns Kommenden bei allem Fortschritt (den wir ihnen gönnen wollen, haben wir doch daran mitgewirkt) auch uns einmal beneiden könnten. Und doch ist es so. Wolfgang Kellner hat die Frage untersucht, und gleich so gründlich, daß eine Geschichte daraus geworden ist.

Leo Lex, Mitarbeiter des Komitees zur Klärung schwieriger Fälle, beginnt zu zweifeln. Ist es richtig, wenn der Dienstverantwortliche ihn und seinen Freund Henry mit einem Tag Isolierung bei Wasser und Brot bestraft? Nur, weil Henry unbefugt Leos Dienstinformator betätigt hat, um zu Ernst Bitter vorzudringen, jenem merkwürdigen Menschen aus Saftlburg? Dabei wäre es doch so wichtig gewesen, zu erfahren, warum sich Bitter ein Auto mit Hirschgeweih und Dackelbeinen angeschafft hat. Leo Lex, der Klärer, hätte ihn eigentlich danach fragen müssen, aber gerade das darf er nicht, denn niemand hat das Recht, einen anderen über persönliche Dinge zu befragen. Es ist eben ein Problem, würde Freund Henry sagen und eins seiner gefürchteten Grundsatzreferate loslassen, die bei Menschen Konzentrationsschwäche und bei Pflanzen sogar Schrumpfungsprozesse verursachen.

Doch zurück zur Hauptfrage. Worum beneiden uns die Künftigen eigentlich? Das wird nicht verraten. Wer selber liest, hat mehr davon.

Verlag Das Neue Berlin, 3. Auflage 1979
Schutzumschlag: Hans Tieha

21 September 2020

Erich Schmitt: Karl Gabels sämtliche Weltraumabenteuer


 

Im Jahr 1993 umkreist eine bemannte Raumstation die Erde. Von ihr aus starteten schon mehrere Raketen zur Erforschung des Sonnensystems. Auch das erste Raumschiff mit Atomantrieb wurde hier oben zusammengebaut und erwartet seine Mannschaft zum Start zur fernen Sonne Proxima Centauri.

Ing. Karl Gabel aus Berlin war maßgeblich an der Konstruktion der Raumanzüge beteiligt und machte dabei mehrere Erfindungen. Er wurde als Bordmechaniker eingesetzt…

Eulenspiegel Verlag, Berlin, 1. Auflage, 1980

20 September 2020

Alexander Kröger: Das Kosmodrom im Krater Bond


 Jul Roth hat sich auf diesen Tag gefreut; er selbst leitet die erste Landung eines Raumschiffes im neuen Kosmodrom auf dem Mars. Dazu die Aussicht, bald Urlaub zu haben, Urlaub mit Betty auf der Erde … Plötzlich jedoch schrillt die Alarmanlage. Eine große Raumflotte außerirdischer Herkunft nähert sich unserem Sonnensystem. Doch die Fremden sind gar keine Unbekannten, sie kommen aus dem System Alpha Centauri, und vor vielen Jahren waren sieben von ihnen in Südamerika notgelandet. Diesmal aber ist die Begegnung nicht freundschaftlich. Die Centauren fordern von der Menschheit den Mars zur Besiedlung und lehnen Verhandlungen ab … Ein fieberhaftes Treiben beginnt, Menschen werden evakuiert, und Jul Roth wird zum Verantwortlichen auf dem Mars ernannt. Er soll versuchen, die Fremden zur Umkehr zu bewegen. Aber darf man die Centauren, die anscheinend einen neuen Heimatplaneten dringend benötigen, einfach wegschicken? Jul Roth macht sich die Entscheidung nicht leicht. Sein Handeln wird noch erschwert, als die attraktive Editha van Vorst auftaucht …

Verlag Neues Leben, 2. Aufl., 1987
Spannend erzählt, Band 167

Klaus Frühauf: Das Wasser des Mars


 Über Hunderte von Kilometern erstreckt sich Mortula, die Wüste des Todes, die Bernd Kronert bezwingen muß, um die rettende Marsstation zu erreichen.
Tarzan heißt der Kybernet, der außer Kontrolle gerät und seinen Konstrukteur Jeffer Jefferson vor unlösbare Probleme stellt.
Der junge Stasch ist der letzte Kommandant eines Raumschiffes, das in der Sonne zu verglühen droht.

In sechs Erzählungen gestaltet der Autor Themen der wissenschaftlichen Phantastik aus neuer, origineller Sicht.

Verlag Neues Leben Berlin, 2. Auflage 1986
Spannend erzählt Nr. 135

Alexander Kröger: Der Untergang der Telesalt


 Als irdische Kosmonauten nach Jahrhunderten zufällig auf Spuren einer Raumexpedition stoßen, die einst auszog, um einen Planeten urbar zu machen, können sie kaum ihre Bestürzung verbergen. Die Nachfahren der Planetenerkunder befinden sich auf einer niedrigen Entwicklungsstufe. Niemand kann sich erklären, wie es dazu gekommen ist. Die Zusammenhänge erhellen sich, als man alte Aufzeichnungen entdeckt. Diese berichten von Ereignissen, die nachdenklich stimmen.

Verlag Neues Leben Berlin, 1989
Illustrationen: Karl Fischer

26 Juni 2020

Klaus Frühauf: „Die Bäume von Eden“



Merkwürdiges geschieht: Horst Bessow, Trainer einer DDR-Mannschaft, belästigt nach einem siegreichen Länderspiel in London öffentlich Frauen und Mädchen und flüchtet, von empörten Menschen verfolgt, in die Krone eines der hohen künstlichen Bäume, wo er sich ein Nest baut, schläft und am Morgen absteigt. Pressefotografen haben das Ereignis festgehalten, Journalisten waren am Tatort. Zufall?
Ähnlich ergeht es einem japanischen Diplomaten, einem Schweizer Weinhändler …
Professor Doktor Roßberg, Biologe, der in London an einem internationalen Kongress teilnimmt, soll den mysteriösen Vorfall aufklären. Ihm geht eine anonyme Warnung zu, er möge alle Nachforschungen im Fall Bessow einstellen; sein Hotelzimmer wird durchsucht; er wird überfallen …

Klaus Frühauf setzt sich in seinem utopischen Roman, der um die Jahrtausendwende spielt, mit den Problemen des Gebrauchs und des Missbrauchs von Drogen, Medikamenten und Phamaka auseinander.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1983
U-Reihe

25 Juni 2020

Reinhardt O. Hahn und Klaus-Dieter Loetzke: „Noah II“



Am Ende des 21. Jahrhunderts ist ein Raumschiff in geheimer Mission unterwegs ins Weltall. Das Ziel ist Noah II – ein rätselhafter, der Erde entflohener Raumkörper. Nur wenige Spezialisten und die Besatzung der Raumkugel wissen um die Gefährlichkeit des Auftrags – und Babette, die daheimgebliebene Tochter des Raumpiloten Fourier. Unter den Aufzeichnungen ihres Vaters findet sie 40 Jahre alte Erinnerungen eines Klons, eines genetisch duplizierten Menschen. In der letzten großen Krisenperiode der Erde war dieser Mann aus einem Geheimlabor eines amerikanischen Großkonzerns geflohen, der sich mit Genmanipulierung und der Züchtung willenloser Killer befasste. Der spannende Bericht seiner abenteuerlichen Flucht beleuchtet nicht nur ein groß angelegtes Verbrecherprojekt, sondern erleichtert auch, Jahrzehnte später, die endgültige Auseinandersetzung mit dem geheimnisvollen Raumkörper Noah II.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1989

Bernd Hartmann: „Die Jupiter“



Robert Claire weiß nicht einmal ungefähr, was auf ihn zukommt, als er von der Erde aus in fast geheimer Mission in Richtung Jupiter geschickt wird. Neben Professor Abele, der die Arbeitsstation im Weltraum seit lamgem selbstbewusst und erfolgreich leitet, gibt es dort auch Larson, den Kyborg, der sich größten Gefahren aussetzt, um die Menschen von seiner Wahrheit über die MEWACONS zu überzeugen. Sollte er recht haben, dass diese Gebilde, aus denen der für die Energiebasis des Heimatplaneten so wichtige metallische Wasserstoff gewonnen wird, einer Zivilisation angehören, hätte das dramatische Folgen für die Menschheit …
Unterhaltsam, anschaulich und mit phantasievoller Sachkenntnis erzählt der Autor von abenteuerlichen, couragierten Unternehmungen und den erstaunlichen Lebensformen einer fremdartigen, möglichen Intelligenz.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1989
U-Reihe, Science-fiction-Roman