26 Oktober 2026

Lykke Aresin, Annelies Müller-Hegemann (Hrsg.): Jugendlexikon Junge Ehe

Vorwort
Mit diesem Buch wenden wir uns jenen jungen Menschen zu, die nach dem Altersabschnitt, den wir im „Jugendlexikon Jugend zu zweit“ umrissen haben, von dem Suchen eines Partners zu einer Ehe übergehen wollen oder diesen Schritt bereits getan haben.
Das „Jugendlexikon Junge Ehe“ richtet sich an junge Paare in den ersten Ehejahren und will Probleme beim Einleben in die neue Zweisamkeit aufzeigen und lösen helfen. Gerade die Anfangszeit erweist sich oft als schwieriger, als man es sich bei der Hochzeit vorstellte. Liebe allein genügt nicht, wenn sie auch eine wesentliche Voraussetzung für eine stabile Partnerschaft darstellt. Das gemeinsame Leben erfordert im Interesse der ehelichen Harmonie meist eine Veränderung bisheriger Gewohnheiten. Es ist notwendig, sich in allen Lebensbereichen aneinander anzupassen und gegenseitig abzustimmen. Dabei muß man auch persönliche Neigungen und Interessen zurückstellen und Kompromisse eingehen können. Die tägliche Verwirklichung der Gleichberechtigung stellt hohe und nicht immer konfliktlos verlaufende Anforderungen an beide Partner. Die Beziehungen zu den Eltern bekommen einen anderen Stellenwert; der Partner hat Vorrang. Aber auch das Verhältnis der Partner zueinander unterliegt einem Wandel. Man lernt sich genauer kennen, sieht den anderen realistischer, und ursprüngliche Erwartungen bleiben häufig unerfüllt. Der Zeit der Illusionen folgt eine Phase kritischer Wertung und Überprüfung, die das junge Paar auf eine echte Bewährungsprobe stellt. Oft hat man sich außerdem bereits noch für die Gründung einer Familie entschieden, und das Kind – und erst recht weitere – bringen neue Aufgaben und sehr große Verantwortung für die jungen Eltern mit sich.
Um Hilfestellung bei der Bewältigung dieser vielfältigen Aufgaben zu geben, haben wir das Buch so angelegt, daß es neben der jungen Ehe die Entwicklung des ersten Kindes bis zum Schulalter und das Hinzukommen von Geschwistern einbezieht.
In manchen Punkten gibt es Überschneidungen mit dem „Jugendlexikon Jugend zu zweit“, wie z. B. im gynäkologischen und sexuologischen Bereich; bei einer Reihe von biologischen und anatomischen Sachbegriffen haben wir uns auf die in diesem Alter fundierteren Kenntnisse verlassen und deshalb auf manche Details verzichtet. Dafür haben wir andere Sachgebiete, wie z. B. das Kind, Wohnungs- und Versicherungsfragen, neu aufgenommen.
Wir hoffen, daß sich die beiden Bücher gut ergänzen und für alle Ratsuchenden informative und nützliche lexikalische Nachschlagwerke darstellen.
Für Hinweise, Verbesserungsvorschläge und Mitteilungen von Erfahrungen bei der Verwendung des Buches sind wir stets dankbar. 
Die Herausgeber 
Der Verlag


VEB Bibliographisches Institut Leipzig 
Reihe:
Jugendlexikon

1. Auflage 1982
2. durchges. Auflage 1983
3. Auflage 1984
4. Auflage 1985
5. durchges. Auflage 1986 
 

Heinz Schauer, Kurt Starke (Hrsg.): Jugendlexikon Jugend im Studium

Vorwort
Dieses Buch gehört einer Reihe von Taschenlexika für Jugendliche an, die jeweils ein bestimmtes Sachgebiet beinhalten. Wissenschaft und Bildung sind erstrangige Faktoren unserer weiteren Entwicklung geworden, und von der Qualität der Absolventen – der ins Berufsleben oder in die wissenschaftliche Laufbahn entlassenen Studenten – hängt ab, wie der wissenschaftlich-technische Fortschritt durchgesetzt wird. Wenn der Jugendliche sich für ein Studium an einer Universität, Hoch- oder Fachschule entscheidet, legt er sich auf einen sehr anspruchsvollen Bildungsweg fest und wählt einen bestimmten Beruf. Weil die Aufnahme wie auch die Bewältigung eines Studiums sowohl für den betreffenden Studenten eine persönlich äußerst wichtige als auch eine gesellschaftlich bedeutsame Angelegenheit ist, will dieses Lexikon manche Entscheidung – vor und während des Studiums – erleichtern. Es will weiterhin helfen, das Studium so erfolgreich und so effektiv wie möglich zu gestalten und den Start in das Studium wie auch später den in das Berufsleben zu vereinfachen. 
Es enthält insgesamt rund 1000 Stichwörter zur Aufgabe und Organisation des Hoch- und Fachschulwesens, zu Studienarten und Bedingungen für die Aufnahme eines Studiums, über Anforderungen an einen Studenten und an einen Absolventen, mit Hinweisen für ein effektives Studium, zu Techniken geistiger Arbeit, mit Hinweisen für eine rationelle Tages- und Lebensgestaltung, zu rechtlichen Fragen und zu geschichtlichen Aspekten des Studentseins und des Hochschulwesens. Das Buch ist gedacht für den zukünftigen Studenten wie auch für den Studenten selbst. Im Mittelpunkt steht das Direktstudium an einer Universität oder Hochschule, doch zugleich werden auch andere Studienformen erklärt und wird auf das Fachschulstudium eingegangen. Einen breiten Raum nimmt alles das ein, was mit dem täglichen Studienprozeß des Studenten, mit seiner Selbständigkeit und Eigeninitiative, seinen Kommilitonen und Lehrkräften usw., kurz seiner studentischen Welt und Umwelt zusammenhängt.
Für Hinweise, Verbesserungsvorschläge und Mitteilungen von Erfahrungen im Umgang mit diesem Buch sind wir stets dankbar.
Die Herausgeber
Der Verlag



VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon

1. Auflage 1984
2. durchges. Auflage 1987 
 

Lykke Aresin, Annelies Müller-Hegemann (Hrsg.): Jugendlexikon Jugend zu zweit

Liebe junge Freunde!
Das Erwachsenwerden bringt größere und andere Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft mit sich, als Ihr sie bisher hattet oder noch habt. Neben dem Hineinwachsen ins Berufsleben, dem Recht, zu wählen und gewählt zu werden, der vollen Verantwortlichkeit gegenüber dem Gesetz und für Jungen der Pflicht zum Armeedienst und anderem entstehen auch im privaten Bereich eines jeden neue Aufgaben und Probleme.
Dieses Büchlein soll dazu beitragen, eine sehr persönliche Seite des Lebens, die jeder allein – oder besser zu zweit – erlebt, zu verstehen. Wir meinen damit die Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen, die sich mit dem Beginn der Pubertät verändern und von einem kameradschaftlichen Verhältnis und einer Freundschaft bis hin zur Liebe entwickeln. Ihr werdet viel Schönes erleben, das Euch innerlich bereichert und beglückt, manchmal aber werdet Ihr vielleicht auch enttäuscht und traurig sein.
Eine wichtige Voraussetzung dafür, mit den Problemen dieser Zeit fertig zu werden, ist die Kenntnis bestimmter Tatsachen über das Sexualverhalten von Mann und Frau, das Fortpflanzungsgeschehen, einige rechtliche Gesichtspunkte und vor allem die ethische Verantwortlichkeit, die intime Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen mit sich bringen. Mit diesem Buch versuchen wir, Euch einige Grundkenntnisse und Informationen über diesen Bereich zu vermitteln.
Unser Buch will mithelfen, Liebe und Sexualität bewußt zu erleben, unvoreingenommen, offen und sachlich über Probleme zu sprechen und später zu einer glücklichen Ehe zu finden. Manches steht dem aus vergangener Zeit noch im Wege, weshalb wir es im Buch offen darlegen und dagegen angehen – wir denken dabei an spießbürgerliche Verhaltensweisen oder den Gassenjargon.
Der Fotograf hat speziell für dieses Buch die Fotos gemacht. Dabei sind oft auch Momente und Stimmungen eingefangen worden, die sich in Worten nur schwer ausdrücken lassen. Ihr werdet aber die Zusammenhänge zum Text erkennen.
Möge Euch unser kleines Lexikon, das Bestandteil einer größeren Reihe von Taschenlexika zu Meyers Jugendlexikon ist, bei der Vorbereitung und Gestaltung fester Partnerschaften und später der Ehe und Familie helfen.
Die Herausgeber
Der Verlag


Zeichnungen: Gerd Ohnesorge
Fotos: J. Hermann Schütz

VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon
1. Auflage 1978
2. Auflage 1979
3. Auflage 1982
4. durchges.  Auflage 1984
5. durchges.  Auflage 19855
1. Auflage d. Neufassung 1987
2. durchges. Auflage d. Neufassung 1988
3. durchges. Auflage d. Neufassung 1989
 

Klaus Lindner; Karl-Heinz Neumann: Jugendlexikon Astronomie und Raumfahrt

Das Jugendlexikon für Astronomie und Raumfahrt bietet Jugendlichen und Einsteigern einen klaren, faszinierenden Einblick in die Weiten des Universums und die Techniken der Weltraumerforschung. Es erklärt komplexe wissenschaftliche Phänomene in einfacher Sprache und schlägt die Brücke von fernen Galaxien zur praktischen Raumfahrttechnik auf der Erde.

Die Zeichnungen sind von 
Jens Borleis (Astronomie) 
Gerd Ohnesorge (Raumfahrt)

VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon
1. Auflage 1980
2. Auflage 1982
3. durchges. Auflage 1983 

24 Oktober 2026

Vilmos und Ilse Korn: Mohr und die Raben von London

London 1856: Karl Marx, von seinen Freunden „Mohr“ genannt, lernt den dreizehnjährigen Joe Kling kennen, dessen Familie in erdrückender Armut lebt. Der Junge arbeitet in einer Baumwollspinnerei, zwölf Stunden täglich. Sein Bruder Billy geht als Anführer der „Rabenbande“ seinen eigenen Weg. Er meint, Joe über dessen neue Bekanntschaft aufklären zu müssen: „Ein Mann mit Silberknauf am Stock und mit Zylinderhut und allem Drum und Dran … der hat Zaster.“ Dass die Familie des Emigranten Karl Marx mit ihren Kindern von spärlich fließenden Honoraren für Zeitungsartikel lebt, weiß Billy nicht. Trotz der widrigen Umstände schafft es Marx, den Klings auf seine Weise zu helfen.

Klappenzext:
Wer ist dieser Mann, der MOHR genannt wind? fragen Kinder und Erwachsene, die dem ungewöhnlichen Mann begegnen.
Joe und Becky Kling, die aus der berüchtigten Rabenhecke einem der vielen Armutsviertel Londons, kommen, treffen ihn, den schwarzbärtigen Herrn in Frack and Zylinder an der Pferdebushaltestelle und weichen mißtrauisch zurück. Doch er springt ihnen in einer schweren Bedrängnis bei und greift entscheidend in das Leben der ganzen Familie ein. –  Der Fabrikherr der Kreuzspinne denkt grimmig: Wirklich nur ein Zeitungsschreiber? Vergeblich versucht er, vor den scharfen Augen Mohrs zu verbergen, was für ein qualvolles Leben die acht- bis fünfzehnjährigen Spinnereikinder in Zwölfstündiger Nachtschicht unter der Peitsche seines Oberaufsehers führen müssen. Sogar Billy, der fünfzehnjährige Bruder Joes, der als King der Rabenbande in den Londoner Docks ein freies Leben führt und auf seine Art die "Gerechtigkeit" herstellen will, muß sich eingestehen: So einer ist mir noch nie begegnet; sieht aus wie ein Herr, ist klug wie kein Zweiter und hält es doch den Arbeitern. Nur Robin, der Älteste der Klings, ahnt, wer Mohr wirklich ist.
Die Autoren haben in ihrem Roman – nach einer frei erfundenen Fabel voller Abenteuer, heiterer aber auch ernster Begebenheiten – ein Lebensjahr Mohrs biografisch getreu eingefangen und zugleich ein farbenreiches, interessantes Bild der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltet.
Der jugendliche Leser wird mit einer der großartigsten Persönlichkeiten unserer Geschichte vertraut wie mit einem guten Freund. Aber auch Erwachsenen wird Mohr von einer fast unbekannt gebliebenen Seite lebendig gemacht. So oft er mit seiner Familie in der bitteren Not leben mußte, nie versagte seine Lebenszuversicht, sein sprühender Humor. Darum konnte er – der für die Welt arbeitete – seinen Kindern auch phantasiereiche Märchen und Geschichten vom Meister Hans Röckle erzählen, der den Teufel für immer aus der Welt schafft und für die Menschen den Weg in das Land "Morgen und Übermorgen" findet.

Leseprobe:
DER PFERDEOMNIBUS
Sie kamen aus einer finsteren Welt.
Die Rabenhecke mit ihren vor Schmutz starrenden Gassen lag hinter ihnen, aber noch eine Stunde lang führte ihr Weg durch enge, lärmerfüllte Straßen. Erst an den kleinen Vorgärten der Häuser von Maitland Park und Haverstock Hills verlangsamten die Geschwister ihren Schritt. Staunend schaute Becky durch die Gitter der schmiede eisernen Zäune: Zwischen Herbstastern und Goldraute blühten noch späte Rosen. Joe mahnte zur Eile.
Endlich tat sich vor ihnen die Heide auf. Joe dehnte die Brust; er spürte warme Erde und Gras unter den nackten Füßen. Von Zeit zu Zeit warf Becky einen verwunderten Blick auf den Bruder. Sein bleiches Gesicht hatte Farbe bekommen, seine Augen waren weit geöffnet. Oft blieb er stehen. Alles war neu für ihn: Käfer mit schillernden Flügeln, summende Bienen, buntgefiederte Vögel. Auf grauem Stein lag, hingegeben an die Sonnenwärme, ein grünes Schuppentier, reglos. Nur seine schwarzen Perlaugen verrieten Leben. Lange stand Joe versunken.
„Sieh dort!“ Er zeigte auf eine Reihe langhalsiger Vögel, die über ihnen in eiligem Flug der Ferne zustrebten.
„Wildgänse!“ Becky sagte es leise, als könne ein lautes Wort die fliegende Himmelskette zerbrechen.
Die Heide von Hampstead mit ihren sanften Hügeln und Tälern lag am Rande der großen Stadt London. Bäume mit buntem Herbstlaub gab es dort, Sträucher, Ginsterhügel und Brombeerhecken, langgedehnte Wiesentäler und Hänge, dazu eine Luft, die das Atmen leicht machte. Doch man hatte Becky und Joe nicht hierhergeschickt, damit sie leichter atmen konnten. Ihr Aufenthalt diente nützlicheren Zwecken. Die elfjährige Becky mußte mehrmals im Jahr für die Händlerin Quaddle, bei der sie im Dienst stand, Brombeerblätter sammeln.

Inhalt [PDF]

Für Leser von 12 Jahren an
Illustrationen: Kurt Zimmermann

Der Kinderbuchverlag Berlin
1. Auflage 1962
2. Auflage 1963
3. Auflage 1964
4. Auflage 1965
5. Auflage 19?? 
6. neubearb. Auflage 1968
7. Auflage 19?? 
8. Auflage 1969
9. Auflage 19?? 
10. Auflage 1969 
11. Auflage 1971 
12. Auflage 1972 
13. Auflage 1979 
14. Auflage 1980

N E U A F L A G E

Im Eulenspiegelverlag – 1. Auflage 2000


Eulenspiegel Kinderbuchverlag

1. Auflage 2014 

Karl Marx, von seinen Freunden "Mohr" genannt, lebt in London im Exil, als er den dreizehnjährigen Joe Kling kennenlernt. Täglich zwölf Stunden muss der Junge in einer Baumwollspinnerei arbeiten, auch in Nachtschichten, obwohl das verboten ist. Sein Bruder Billy hat sich anders entschieden: Als Anführer der "Rabenbande" stiehlt er den Reichen, was sie den Armen nehmen. 
Billy hat auch zu Joes neuer Bekanntschaft eine Meinung: "Ein Mann mit Silberknauf am Stock und mit Zylinderhut und allem Drum und Dran... der hat Zaster."
Da täuscht sich Billy. Aber "Mister Mohr" will den Klings auf seine Weise helfen. Eines Nachts taucht er mit einem Inspektor in der Fabrik auf und überführt den Fabrikbesitzer der verbotenen Kinderarbeit.
Doch der will sich an Joe rächen...



Schulausgabe mit Genehmigung des Kinderbuchverlages
Kein Verkauf über den Buchhandel

Inhalt [PDF]


Umschlag: Erhard Schreier

Verlag Volk und Wissen Berlin 
1. Auflage 1971
2. Auflage 1972
Neuausgabe 1975
3. Auflage 1980







Einbandtext:

Wer ist dieser Mann, der Mohr genannt wird? fragen Kinder und Erwachsene, die ihm begegnen. Man kann ihn, in Frack und Zylinder – in einem der Armutsviertel Londons treffen, man kann ihn auch beim Fabrikherren der Kreuzspinne sehen, der vergeblich vor ihm zu verbergen sucht, was für ein qualvolles Leben die Kinder an den Maschinen führen. Sogar Billy, der als King der Rabenbande aus seine Art Gerechtigkeit üben will, hat so einen noch nie kennengelernt.
Er sieht aus wie ein Herr, ist klug wie kein zweiter und hält es trotzdem mit den Arbeitern...

Illustrationen von Hans Mau

Der Kinderbuchverlag Berlin
Reihe:
Alex-Taschenbücher Bd. 68

1. Auflage 1981
2. Auflage 1983
3. Auflage 1986 

22 Oktober 2026

Harry Trommer (Hrsg.): Deutsche Heimatsagen in 3 Bänden


Klappentext:

BAND I
Diese Sammlung alter deutscher Sagen enthält Schätze, die jedem Leser, ob groß oder klein, viel Freude machen werden. Lustiges, Ernstes und Abenteuerliches, längere Erzählungen, kurze Aufzeichnungen, Gedichte und Balladen wechseln in bunter Reihe ab. Zwerge, Riesen, Bergmännchen und Moosweibchen, Kobolde und der betrogene Teufel sind Gestalten, denen wir in diesem Buch begegnen. Vor allem aber hören wir von den Menschen früherer Zeiten, wie sie lebten, was sie freute, was ihnen Kummer bereitete und wie sie sich gegen Unrecht und Unterdrückung wehrten.

BAND II und BAND III 
Auch diese beiden Bände geben eine mannigfaltige Auswahl an Ernstem und Heiterem und bringen allen jungen Lesern in frischen Farben die Vergangenheit unseres Volkes nahe. Aus vielen alten Sammlungen sind hier die schönsten Sagen ausgewählt worden. Wir lesen von Riesen und Zwergen und vom schlauen Teufel, der nicht nur listig auf seinen Vorteil bedacht ist, sondern Standhaftigkeit schätzt und gerecht straft, wenn man ihn zu sehr ärgert. Im 3. Band sind auch die Sagen von Kaiser Karl und dem alten Barbarossa, dessen Bart durch den Tisch gewachsen ist, enthalten. Von den Untaten der Raubritter erfahren wir und dem Wunsch der Menschen, diesem Unwesen ein Ende zu setzen.

Vorwort: 
Band I
Wer gern wissen möchte, wie die Menschen früher lebten, was sie dachten, empfanden und taten, wird mit großem Interesse und viel Vergnügen die Heimatsagen lesen. In ihnen werden – wenn auch geschichtlich nicht beglaubigt – viele Einzelheiten aus längst vergangenen Zeiten überliefert. Die Sagen knüpfen häufig an bestimmte, dem Volke bekannte Personen und Örtlichkeiten oder an bemerkenswerte Gegenstände, Ereignisse und Naturgeschehnisse an. Es sind Geschichten, die im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte Eltern ihren Kindern, Großeltern ihren Enkeln über all das Wunderbare erzählt haben, das uns in der Welt umgibt und wofür die Menschen oft keine Erklärung wußten. Meist enthalten die Volkssagen einen wahren Kern. Sie wollen bestimmte geheimnisvolle oder sonst beachtenswerte Tatsachen nicht nur weiterberichten, sondern auch deuten. Dies tun sie auf einfache, schlichte Weise. Dabei werden Vorgänge, die sich an einem bestimmten Ort abgespielt haben, im Laufe der Jahre verändert wiedergegeben. Je mehr die Zeit sich von einem solchen geschichtlichen Ereignis entfernt, desto mehr verblaßt die Erinnerung an den wirklichen Hergang. Die Erzählung des tatsächlich Geschehenen wird durch Hinzufügen und Weglassen, durch die dichtende Phantasie zur Sage, und am Ende weiß niemand mehr recht, was an der Erzählung eigentlich wahr oder was ganz oder teilweise erfunden ist.
Da die Volkssagen sich also stets wandeln, sind sie zwar im allgemeinen nicht als Geschichtsquellen zu betrachten. Jedoch können wir unseren Heimatsagen wertvolle Anhaltspunkte über die früheren gesellschaftlichen Verhältnisse entnehmen. Denn in allen Sagen spiegeln sich Freud und Leid der Menschen alter Zeiten klar und deutlich wider. Viele sonst vielleicht längst vergessene Einzelheiten aus dem Leben unserer Vorfahren sind auf diese Weise unserem Volk erhalten geblieben.
Im vorliegenden Sagenbuch sind Sagen aus ganz Deutschland enthalten. Gerade beim Lesen der Sagen kommt es uns zum Bewußtsein, wie eng die einzelnen Teile Deutschlands miteinander verbunden sind. Die Zwerge aus dem Westharz wandern nach dem östlichen Teil des Harzes. Sie kümmern sich nicht darum, daß eine trennende Landesgrenze dazwischenliegt. Die Riesen so meint die Sage lebten am Rhein, sie lebten in Mecklenburg und in manchen andern Gegenden unseres Vaterlandes. Mit ihren Riesenschritten übersprangen sie ohne Schwierigkeiten alle Grenzen.
Wir wissen, daß die Zerreißung Deutschlands eine willkürliche, unnatürliche Maßnahme ist, die nicht von langer Dauer sein kann. Deshalb hat diese Sagensammlung vor den künstlich geschaffenen Trennungsstrichen nicht haltgemacht, und es finden sich in diesem Band Sagen und sagenhafte Erzählungen aus allen Teilen unserer schönen Heimat.
Die Sammlung enthält viele unbekannte oder vergessene, aber gleichwohl wertvolle deutsche Heimatsagen, in denen das Gute gepriesen und das Schlechte bekämpft wird. Zahlreiche unserer Volkssagen berichten über das Aufbegehren gegen Willkür und Unterdrückung, und sie zeigen, wie die Bösen für ihr Treiben die gerechte Strafe erhalten. Menschliche Schwächen, Fehler und Schandtaten werden ohne Ansehen der Person und des Standes aufgezeigt und streng beurteilt. Heitere, schwankhafte Sagen fehlen nicht. Aus der deutschen Balladendichtung, die vielfach ihren Stoff der Volkssage entlehnt hat, ist gleichfalls einiges beigefügt.
Heimatsagen sind nach Inhalt und Form sachlich, klar und ursprünglich und streben geradewegs ihrem Ziel zu, ohne Nebenumstände breit und behaglich auszumalen. Bei der Bearbeitung ist deshalb mit aller Behutsamkeit vorgegangen worden, um die Eigentümlichkeit der Sprache und die den Sagen eigene, meist sehr glückliche und eindringliche Art der Darstellung zu erhalten.
Bei aller wissenschaftlichen Sorgfalt in Auswahl und Bearbeitung ist jede gelehrte oder nur für wissenschaftliche Zwecke berechnete Einkleidung oder Anordnung des in dieser Sammlung gebotenen Sagenstoffs vermieden worden. Aus diesem Grunde wurde auch davon abgesehen, die Sagen etwa nach Landschaften oder Orten oder abschnittweise unter andern äußeren Gesichtspunkten zu gliedern. Die Ordnung des Stoffs ergibt sich aus dem inneren Gehalt der einzelnen Geschichten. Sie entspricht dem Wunsch, mit diesem Buch den Leser an die reichen und mannigfaltigen Schätze heranzuführen, die in den alten deutschen Heimatsagen verborgen sind und die gehoben werden müssen, weil sie allem Volksfeindlichen abgeneigt und dem Fortschrittlichen zugewandt anregend und
nutzbringend sein können. So möge dieser Band allen jungen und erwachsenen Lesern recht viel Freude machen!
Ich widme dies Buch dem Andenken meiner Mutter.
Dr. Harry Trommer
 
Band II
Für den zweiten Band der „Deutschen Heimatsagen“ wurden aus dem reichen Schatz alter deutscher Sagen wieder viele der schönsten ausgewählt. Diese kürzeren oder längeren Erzählungen und Gedichte erwecken die Vergangenheit zu neuem Leben und machen uns mit volkskundlich und kulturgeschichtlich wertvollen und fesselnden, oft schon völlig vergessenen Sagen bekannt.
Im vorliegenden Band sind eine Reihe von Sagen enthalten, die sich mit verschiedenen, früher sehr bekannten Räubern, beschäftigen. In diesen Geschichten drückt sich die Unzufriedenheit des Volkes über den Geldhunger und die steigende Macht des Bürgertums und der Kirche aus. So ist es zu erklären, daß trotz allen Schreckens, den die Räuber verbreiteten, das Volk ihnen häufig Zuneigung und Mitgefühl entgegenbrachte. In der Volksdichtung – besonders in den Sagen – wird das böse Ende, das die Räuber schließlich fast stets fanden, vom Volk vielfach mit Bedauern aufgenommen. Ebenso wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Räuber untereinander betont.
Noch eine andre Sagengruppe, nämlich die vom Wilden Jäger oder von der Wilden Jagd, ist in diesem Band mehrfach vertreten. Auch in diesen Sagen spiegeln sich die gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Menschen früher lebten, deutlich wider. Durch die zügellose Leidenschaft, mit der viele Adlige die Jagd ausübten, fügten sie den Landleuten sehr beträchtlichen Schaden zu. So war es kein Wunder, daß sich das Volk gegen die rücksichtslosen Unterdrücker wandte und sie in das Reich des Wilden Jägers verwünschte. Andre Sagen behandeln den Niedergang des Adels, seine Zügellosigkeiten, Schlemmereien und Grausamkeiten.
Neben diesen ernsten Volkssagen stehen viele lustige und heitere sagenhafte Geschichten und Gedichte.
Wie im ersten, so sind auch im vorliegenden zweiten Band, Sagen aus allen Teilen unseres deutschen Vaterlandes zu finden; denn auch dieser Band der „Deutschen Heimatsagen“ will dem Gedanken der Einheit Deutschlands dienen.
Ich eigne dies Buch meinen drei Söhnen zu.
Dr. Harry Trommer

Leseprobe:
DIE JUNGFRAU AUF DER LORELEI
In alten Zeiten ließ sich manchmal auf der Lorelei um die Abenddämmerung und beim Mondenschein eine Jungfrau sehen, die mit so anmutiger Stimme sang, daß alle, die es hörten, davon bezaubert wurden. Viele, die im Boot vorüberfuhren, gingen am Felsenriff oder im Strudel zugrunde, weil sie nicht mehr auf das Fahrzeug achteten, sondern von den himmlischen Tönen der wunderbaren Jungfrau betört wurden. Niemand hatte noch die Jungfrau in der Nähe geschaut bis auf einige junge Fischer; zu diesen gesellte sie sich bisweilen im letzten Abendrot und zeigte ihnen die Stellen, wo sie ihre Netze auswerfen sollten. Und jedesmal, wenn sie den Rat der Jungfrau befolgten, taten sie einen reichlichen Fang. Die Jünglinge erzählten nun, wo sie hinkamen, von der Huld und Schönheit der Unbekannten, und die Geschichte verbreitete sich im ganzen Lande.
Ein Sohn des Pfalzgrafen, der damals in der Gegend ein Hoflager hatte, hörte die wundervolle Kunde, und sein Herz entbrannte in Liebe zu der Jungfrau. Unter dem Vorwand, auf die Jagd zu gehen, nahm er den Weg nach Wesel und ließ sich stromabwärts fahren. Die Sonne war eben untergegangen, und die ersten Sterne traten am Himmel hervor, als sich der Nachen der Lorelei näherte.
„Seht ihr sie dort, die verwünschte Zauberin; denn das ist sie gewiß!“ rief einer der Schiffer.
Der Jüngling hatte sie aber bereits erblickt, wie sie am Abhang des Felsenberges nicht weit vom Strom saß und einen Kranz für ihre goldenen Locken band. Jetzt vernahm er auch den Klang ihrer Stimme und war bald seiner Sinne nicht mehr mächtig. Er nötigte die Schiffer, am Fels anzufahren. Dort wollte er ans Land springen …..

Inhalt:
Link zur Inhaltsangabe auf der Seite der DNB (pdf)
Band I 
Band II

Mit Illustrationen von Alfred Will 
Für Leser von 11 Jahren an

Der Kinderbuchverlag Berlin


Band I
1. Auflage 1954 
2. Auflage 1954 
3. Auflage 1955 
4. Auflage 1956 
5. Auflage 1957 
6. Auflage 1960 
7. Auflage 1963 
8. Auflage 1964 
9. Auflage 1966 




Band II
1. Auflage 1954 
2. Auflage 1955 
3. Auflage 1955 
4. Auflage 1957 
5. Auflage 1960 
6. Auflage 1962 
7. Auflage 1964 
8. Auflage 1966 




Band III
1. Auflage 1955 
2. Auflage 1956 
3. Auflage 1957 
4. Auflage 1958 
5. Auflage 1960 
6. Auflage 1963 
7. Auflage 1965 
8. Auflage 1966 
 

20 Oktober 2026

Joachim Herrmann, Joachim Voss (Hrsg.): Jugendlexikon Archäologie

Vorwort:
Das vorliegende Buch gehört zu einer Reihe von Taschenlexika für Jugendliche zu ausgewählten Sachgebieten.
Das Interesse der jungen Generation, zu den Wurzeln der heutigen gesellschaftlichen Entwicklung vorzudringen, ist groß. Archäologisch und kulturhistorisch orientierte Bücher werden gern gelesen. Das Lexikon soll daher wichtige Forschungsergebnisse der Archäologie für einen jugendlichen Leserkreis aufbereiten und ein wissenschaftliches Bild theoretischer und praktischer archäologischer Forschung entwerfen.
Natürlich kann ein Lexikon nicht alles enthalten. Die einzelnen Gebiete werden unterschiedlich stark nachgeschlagen. Auch der Stand ihrer Erforschung ist nicht einheitlich. Dementsprechend ist im Lexikon nicht jeder Bereich gleich stark vertreten. Schwergewicht wurde auf die Menschwerdung, die Ur- und Frühgeschichte, den Alten Orient und die griechisch-römische Antike entsprechend ihrer welthistorischen Rolle gelegt. Wir nehmen an, daß sie besonders starkes Interesse finden werden.
Möge dieses kleine Lexikon seine Leser zur weiteren Beschäftigung mit der Archäologie und den ältesten Perioden der Menschheitsgeschichte anregen und zur Vertiefung eines wissenschaftlichen Weltbildes unter der jungen Generation beitragen.
Die Herausgeber
Der Verlag


VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Reihe:
Jugendlexikon
1. Auflage 1988
2. Auflage 1990