Sonntag

Katharina Kammer: Das Erbe der Eltern

Der Bürgermeister des Erzgebirgsdorfes Tannenbergstal, Hannes Kuhnert, will Margarete Gruber heiraten. Sie aber glaubt nicht mehr an das, was man Liebe nennt und was zwei Menschen zusammenhalten soll. In ihrer Jugend wurde sie, auf Beschluß der Elternpaare, mit dem Nachbarssohn Heinrich Hähnel verlobt. Doch Heinrich liebte Margarete genausowenig wie sie ihn, und sie wehrte sich gegen diese Bindung. Nach dem Kriege kam Richard Gruber nach Tannenbergstal. Der gelernte Mechaniker hatte bisher in der Großstadt gelebt. Es war eine große Liebe zwischen ihm und Margarete, aber er konnte es nicht ertragen, von dem herrischen Wagnerbauern wie ein Knecht behandelt zu werden. Die Ehe zerbrach an Margaretes Besitzerstolz, sie entschied sich für den Hof – gegen ihren Mann. Sechs Jahre später ging sie eine neue Ehe ein, um ihren Hof zu erhalten, um nicht in die Genossenschaft eintreten zu müssen, und der Knecht Kurt Nowak nahm die Chance wahr, zum Hofherrn emporsteigen zu können. Nach der Hochzeit legte er seinem brutalen Egoismus keine Zügel mehr an. Margarete mußte sich, um ihre Würde als Frau wiederzuerlangen, von ihm trennen, obwohl dies für sie auch Loslösung von ihrem Besitz und von den anerzogenen Lebensauffassungen bedeutete. Schrittweise hat sich Margarete vom Erbe der Eltern befreit, das ihr nur Leid und Enttäuschung gebracht hatte. Heute ist sie eine selbständige Frau, hat Erfolge als Genossenschaftsbäuerin und hofft auf eine leitende Stellung. Soll sie noch einmal das Wagnis einer Ehe eingehen?

Verlag Neues Leben Berlin 1969
2. Auflage 1970
Schutzumschlag: Thomas Schallnau

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