EIN WORT ZUVOR
Der Wintersport hatte bei uns gewiß schon Freunde, als gegen Ende des vorigen Jahrhunderts das Fortbewegungsmittel Ski von Norwegen nach Mitteleuropa gelangte, von wo es sich schließlich über die ganze Welt verbreitete. Und heute bedarf es gar nicht erst des medizinischen Hinweises, daß Urlaubstage und aktive Freizeitgestaltung in der winterlichen Natur von höherem Erholungswert sind als solche im Sommer; die Zahl derer, die mit Ski oder Rodelschlitten oder schlicht als sogenannte Fußwanderer dem Schnee entgegenstreben, kaum daß das erste Weiß die Erde bedeckt, ist auch ohne das beträchtlich. Besonders in den Schulferienzeiten und an den Wochenenden erweist sie sich gelegentlich als so groß, daß das Aufnahmevermögen so mancher namhafter Wintererholungsorte erreicht, ja überfordert ist.
Ein solcher Zuspruch hat seinen Grund vor allem natürlich in der Freude am Anblick der verschneiten Natur, die uns Landschaft in einer völlig anderen Weise erleben läßt als in den übrigen Jahreszeiten; Grund auch in dem Spaß, den das flinke Dahingleiten auf den glatten Brettern bereitet; und Grund sicherlich in der schon erwähnten medizinischen Erkenntnis, denn wer empfindet höhe- res körperliches Leistungsvermögen und gesteigerte Widerstandskraft nicht als etwas sehr Angenehmes? Der Winter regt uns in der Tat viel stärker an, in Bewegung zu bleiben. Mit mehrfachem Nutzen: Das wirkt den gesundheitlich nachteiligen Folgen unserer viel zu bewegungsarmen Lebensweise entgegen, wir pumpen uns beim Bewegen in freier Natur, an der frischen Winterluft viel intensiver mit Sauerstoff voll, der beim winterlichen Aufenthalt meist in geschlossenen Räumen nur mangelhaft zu haben ist, und obendrein fördern die Kältereize die Hautdurchblutung.
Das bringt Gewinn an Wohlbefinden und Gesundheit, und dieser ist in der DDR keineswegs nur von privatem Interesse. Es kommt nicht von ungefähr, daß auf ihrem Territorium Wintertouristik, Wintererholung, Wintersport ihre größte Anhängerschar in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten hinzugewonnen haben, just in dem Zeitraum seit Gründung der Republik: seit die Erholungsmöglichkeiten, auch die winterlichen, absichtsvoll, planmäßig und kontinuierlich ausgebaut worden sind; angefangen damit, daß Erholung als ein Recht für alle Bürger in der Verfassung festgeschrieben wurde, bis hin zu den so vielgestaltigen staatlichen Maßnahmen, mit denen dieses Recht verwirklicht wird. Sie sind Teil des erklärten Sozialpolitischen Programms, gerichtet auf das wachsende materielle und kulturelle Lebensniveau des ganzen Volkes.
Und so wächst auch die Zahl der Freunde von Wintertouristik und Wintersport weiter und eilt – trotz oder eigentlich wegen – der gewachsenen Möglichkeiten ihnen noch immer voraus. Das war einer der Gründe, diesen thematischen Ratgeber für die Wintertouristik zusammenzustellen. Er soll ein Kompendium nicht nur der traditionellen Wintersportorte sein, sondern soll gleichermaßen auf eine Vielzahl weiterer Orte in den Wintererholungsgebieten der DDR aufmerksam machen, die – zunächst wenigstens von den natürlichen Bedingungen her – einen Wintertourismus und Winterfreizeitsport ermöglichen. Das könnte beitragen, überlaufene Orte entlasten zu helfen, zum Vorteil aller Beteiligten. Es kann außerdem für manchen Touristen eine kürzere Anreise zum Skihang bedeuten, was besonders im Rahmen der Wochenend- und Naherholung günstig wäre. Wenn es außerdem beitrüge, in den „neuen“ Wintererholungsorten selber Impulse auszulösen zu ihrer weiteren Erschließung für den Wintertourismus, im Sinne des weiteren Ausbaus der Erholungsmöglichkeiten dann wäre das ein besonders erfreulicher Effekt.
Es ist angestrebt worden, möglichst alle in Frage kommenden Orte zu erfassen. Verlag und Autor sind sich aber einig, daß ein Maximum ganz sicherlich noch nicht erreicht ist. Die Vielzahl der Orte machte es unumgänglich, die Darstellungsweise knapp zu halten und bei der Auswahl der Fakten sich auf die speziell wintertouristisch wesentlichsten zu beschränken. Dem Autor ist bewußt, daß zum Beispiel der Verzicht auf Angaben zu einzelnen Sehenswürdigkeiten als Lücke empfunden werden könnte, und verweist auf die deshalb aufgenommene Übersicht über die zahlreichen weiterführenden Publikationen des VEB Tourist Verlag. Besonderer Dank gebührt Herrn MR Dr. med. Rolf Künzel, Oberwiesenthal, für das Einverständnis, seinen Beitrag über Skihangprobleme in dieses Buch aufzunehmen. Dank für wertvolle Hinweise beziehungsweise für Manuskriptdurchsicht gilt auch Herrn Ing. Gerhard Böttger, Eisenach, Mitglied der Zentralen Kommission für Skilehrer beim Staatssekretariat für Körperkultur und Sport, Herrn Dr. med. Harald Runge, Oberwiesenthal, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Skiläuferverbandes der DDR, und Herrn Jochen Seifert, Sebnitz, Vorsitzender der Kommission Bergunfalldienst des Präsidiums des Deutschen Roten Kreuzes der DDR. Bei den Fakten zu den einzelnen Orten stützten wir uns auf Angaben der örtlichen Räte, denen dafür wie auch für eine letzte Überprüfung des Manuskripts herzlich gedankt sei. Angesichts der dynamischen Entwicklung in der DDR ist jedoch eine den neuesten Stand wiedergebende Genauigkeit bis in jede Einzelheit kaum zu erreichen. Verlag und Autor sind deshalb für jeden Hinweis zur Verbesserung unseres Titels „Wintertouristik“ dankbar.
Berlin, Frühjahr 1983
Verlag und Autor
Inhalt:
Ein Wort zuvor ...... 7
Benutzungshinweise ...... 10
Unterwegs auf Wintertour - Tips zu Vorbereitung, Ausrüstung und Verhalten ...... 12
Das Alpine Notsignal ...... 28
Richtig gewachst ist halb gefahren - Wachsen und Aufbewahren der Skier ...... 31
Auf Loipen und Pisten - Verkehrsregeln und Verkehrszeichen für Skiläufer ...... 36
Schleppliftfahren will verstanden sein - Schleppliftregeln ...... 44
Skihangprobleme - Von Skiunfällen, ihren Ursachen und wie man ihnen vorbeugt ...... 46
Helfen ist jedermanns Pflicht - Erste Hilfe im Wintersport ...... 49
Retter aus der Not - Stationen des Bergunfalldienstes ...... 61
Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge - mit Rhön und Frankenwald ...... 65
Erzgebirge und Vogtland - mit Fichtelgebirge ...... 121
Zittauer Gebirge und Lausitzer Bergland - mit Sächsischer Schweiz ...... 187
Harz - mit Kyffhäuser ...... 195
Grenzübergänge in die ČSSR ...... 209
Veranstaltungen - Auswahl...... 210
Wanderkarten und weiterführende Literatur ...... 213
Ortsregister ...... 217
VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig
1. Auflage 1984
2. durges. Auflage 1986
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