Buchanfang Bd.2:
Fünfle Abhandlung:
Über den Umstand, daß die schönen und ehrbaren Damen die tapfern Männer lieben und die tapfern Männer die mutigen Damen
Es kam niemals vor, daß die schönen Damen tapfre und mutige Männer nicht liebten, wenn sie auch von Natur Memmen und Angsthasen sind; die Tapferkeit aber wird von ihnen so hochgeschätzt, daß sie sie lieben. Das heißt nur, daß sie im Widerspruch zu ihrem eignen Naturell die gegensätzliche Natur lieben! Daß es wahr ist, beweist Venus, vormals die Göttin der Schönheit, der Ehrbarkeit und aller Artigkeit, die, als es ihr im Himmel und am Hofe Jupiters freistand, einen hübschen und schönen Liebhaber zu erwählen und Vulkan, ihren Schwachkopf von Gemahl, zum Hahnrei zu machen, ihre Wahl nicht auf den stutzerhaftesten, spielerischsten oder gekräuseltsten traf, so viele es deren auch gab, sondern sie wählte den. Gott Mars und verliebte sich in ihn, in den Gott des Krieges und der Tapferkeit, wenn er auch ganz schmutzig und schwitzend aus dem Feld zurückkam, wenn er auch ganz schwarz vor Staub war, da er mehr wie ein Kriegssoldat aussah als ein Hofstutzer; und was noch schlimmer war, möglicherweise schlief er sehr häufig, ganz blutig von der Schlacht kommend, bei ihr, ohne sich irgendwie vorher zu reinigen und zu parfümieren. Als die schöne Königin Penthesilea von der Tüchtigkeit und dem Mut des tapferen Hektor Kunde erhalten hatte und sie von seinen wunderbaren Waffentaten erfuhr, die er vor Troja über die Griechen vollbrachte, verliebte sie sich auf das bloße Gerücht hin so sehr in ihn, daß sie mit dem Wunsch, von einem so tapferen Ritter Kinder zu haben, das heißt Töchter, die ihr Königreich erben sollten, sich aufmachte, um ihn in Troja aufzusuchen; sie sah, betrachtete und bewunderte ihn, und sie bot alles auf, um seine Gunst zu gewinnen, sowohl durch die Waffentaten als auch durch ihre seltene Schönheit; ......
Inhalt des ersten Bandes
Vorwort
Erste Abhandlung:
Von den Damen, die der Liebe leben
und ihre Gatten zu Hahnreien machen
26
Zweite Abhandlung:
Darüber, was in der Liebe am meisten befriedigt:
das Gefühl, der Anblick oder das Wort
187
Über die Berührung in der Liebe 188
Über das Wort in der Liebe 196
Vom Sehen in der Liebe 201
Dritte Abhandlung:
Über die Schönheit eines schönen Beines
und über seine Reize
241
Vierte Abhandlung:
Über ältere Damen,
die der Liebe ebenso pflegen wie die jungen
256
Anmerkungen 290
Inhalt des zweiten Bandes
Fünfte Abhandlung:
Über den Umstand, daß die schönen und ehrbaren Damen
die tapfern Männer lieben und die tapfern Männer die mutigen Damen
5
Sechste Abhandlung:
Weshalb man niemals von den Damen übel reden darf,
und von den Folgen, die daraus entstehen
71
Siebente Abhandlung:
Über die verheirateten Frauen, die Witwen und Mädchen,
zur Erkenntnis dessen, daß die einen in der Liebe
feuriger sind als die andern, und welche
117
Einleitung 117
Über die Liebe der verheirateten Frauen120
Über die Liebe der Mädchen 131
Über die Liebe der Witwen 158
Anmerkungen 258
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Einband der einbändigen Ausgabe |
Aus dem Französischen übertragen von Georg Harsdoerffer.
Mit 15 Porträts nach François Clouet u. a.
Einbandgestaltung von Hellmuth Tschörtner
Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig
1. Auflage 1979
einbändige Ausgabe
1. Auflage 1986
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