"Ich liebte ein Mädchen, was ist schon dabei?!" - so etwa schreibt Francois, ein junger afrikanischer Lehrer, über sein erstes Liebesabenteuer, das ihn aus der Bahn geworfen hat. Leidenschaftlich begehrt er gegen die Geschlechtsmoral der Kirche auf, als er seinem europäischen Gymnasiallehrer zum erstenmal schreibt. Und dieser enttäuscht seine geheime Hoffnung nicht, sondern vergilt Offenheit mit Offenheit und redet auch um die heikelsten Fragen nicht mit schönen Worten herum. Darum bleibt er Francois auch wie ein Freund verbunden, als dieser dann das Mädchen trifft, das seine große Liebe weckt. Doch wie Francois und Cecile sich finden, wie sie in heftigste Spannungen zwischen althergebrachter Stammessitte und den Maßstäben einer neuen Zeit geraten, wie sie das unerträgliche Warten lernen, scheitern und schließlich doch wieder Hoffnung schöpfen können - das ist so dramatisch und spannend, daß man es selbst lesen muß.
Der Herausgeber an Francais:
"Wir Europäer meinen immer, wir hätten genug getan, wenn wir bis nach Afrika reisen. Wir begegnen Euch zwar täglich in Gottesdienst und Schule - und doch: Wir bleiben Euch fern. Wir sind zu träge, uns wirklich in Eure Lage zu versetzen, wirklich mit Euren Augen zu sehen. Statt dessen machen wir die Augen zu und speisen Euch mit starren Regeln ab."
Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Berlin, 2. Auflage, 1967 (1. Auflage 1962)
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