08 Juni 2022

Franz Fühmann: Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen

Mitten in der kugelrunden Stadt Käsebrot lag ein großer grüner Platz, mitten auf diesem großen grünen Platz stand ein buckliger brauner Baum, inmitten dieses buckligen braunen Baums fand sich ein kuscheliges blaues Nest, und mitten in diesem kuscheligen blauen Nest saß – das wunderbunte Vögelchen.

Ein Vögelchen, so schön und bunt und einzigartig, dass nicht nur die Kinder im nahen Kinderheim es ins Herz geschlossen hatten, sondern Menschen von weither in die kugelrunde Stadt Käsebrot und auf den großen grünen Platz eilten, um es zu sehen. Bis eines Morgens das Vögelchen verschwunden war und erst nach ereignisreicher Suche und mit Hilfe vieler Kinder sowie der Hauptwachtmeister Löffelholz und Wiesel wiederentdeckt werden konnte – auch, wenn es damit noch längst nicht gerettet sein sollte.

Dieses Buch wurde beim Preisausschreiben für Kinder- und Jugendliteratur des Ministeriums für Kultur 1961 mit einem Preis ausgezeichnet.

1964 wurde die Geschichte unter der Regie von Rolf Losansky mit Lieselott Baumgarten und Fred Delmare verfilmt.

Der Kinderbuchverlag Berlin 1960
ab 8 Jahre
1,75 M
Die kleinen Trompeterbücher Nr. 10

 

Émile Gaboriau: Akte 113


 Buchbeginn

Seit drei Tagen sprach ganz Paris von nichts anderem als von dem Diebstahl im Bankhaus André Fauvel. Dem Täter, der ungemein raffiniert zu Werke gegangen sein mußte und den die Polizei bis zur Stunde nicht gefaßt hatte, war es gelungen, aus der streng gesicherten Kasse 350.000 Franc zu entwenden.
Die Kasse selbst war völlig unversehrt, und es war unerklärlich, auf welche Weise das Geld aus dem einbruch- und feuersicheren Schrank entnommen worden war. Der Kassenraum war Fremden nicht zugänglich, und es waren außerdem solche Sicherheitsmaßnahmen getroffen, daß nur ein Eingeweihter die Kasse öffnen konnte.

Verlag Das Neue Berlin, 1. Auflage 1989

07 Juni 2022

Heinrich von Kleist: Dramen

Heinrich von Kleists (1777-1811) Stücke, durch sprachliche Klarheit, Symbolkraft der Bilder und Plastik der Figuren gekennzeichnet, sind von seltener dramatischer Geballtheit. Sie zerreißen die harmonische Welt, die noch die deutsche Klassik poetisch fixierte, und gestalten den unversöhnlichen Zusammenstoß von Idee und Realität, wie er sich in der Konfrontation zwischen dem einzelnen und dem Staat und dessen sozialem Gefüge im Anspruch auf individuelle Glückserfüllung äußert.

Inhalt

Die Familie Schroffenstein

Der zerbrochene Krug

Amphitrion

Penthesilea

Prinz Friedrich von Homburg


Verlag Philipp Reclam jr. (Leipzig) 1977

 

Nikolai Schundik: Der weiße Schamane

Nikolai Schundik kennt das Leben der Menschen auf der Tschuktschenhalbinsel, hier hat er einige Jahre als Lehrer gearbeitet. Er erzählt die Geschichte des weißen Schamanen Poigin, eines stolzen Mannes und großen Jägers, der den Kampf aufnahm gegen die Mächtigen der Tundra, die reichen Rentierbesitzer und schwarzen Schamanen.

Verlag Neues Leben Berlin 1980
4,80 M
Aus dem Russischen übertragen von Günter Jäniche
Illustrationen: Rainer Schwalbe

 

Omar Saavedra Santis: Die Große Stadt

Die Große Stadt: Universum der „Menschlein“, einer ganz besonderen Spezies, die nichtsdestoweniger genauso sind wie alle Menschen auf der Welt: sie lieben, essen, arbeiten, leben wie woanders auch. Beherrscht wird die Große Stadt seit Jahrhunderten vom Etchepare-Clan, dessen Familienoberhaupt, der apokalyptisch schöne Coronel Bruno Perthel, nicht nur der reichste Mann der Großen Stadt ist, sondern auch die größte Bibliothek besitzt. Eines Tages ändern sich jedoch die Verhältnisse. Zum erstenmal hat eine Regierung die Macht, die die Interessen der Menschlein vertritt. Zu ihrem Programm gehört auch, die Menschlein mit den Segnungen der Kultur vertraut zu machen. Doch wie soll man das, wenn die Analphabetenquote fast achtzig Prozent beträgt? Oliverio Sotomayor, ein kleiner Buchhändler, hat die phantastische Idee, die Bücher „selbst“ erzählen zu lassen. Und zum erstenmal hören die Menschlein von Schicksalen, die den ihren aufs Haar gleichen und doch so ganz anders sind. Eine Welt tut sich für sie auf, die sie zunächst staunend erahnen und überrascht empfinden, bis sie schließlich zögernd begreifen: das ist ja ihre eigene.


Verlag Neues Leben Berlin 1986
Mit einem Nachwort von Svend Plesch
Aus dem Spanischen von Leni Lopez
9,30 M

 

06 Juni 2022

Der Granatapfelbaum – Moderne aserbaidshanische Erzählungen

Weit leuchtende, duftende Blüten und saftig-süße Früchte trägt der Granatapfelbaum, der in Freiheit und Sonne Triebe setzt. Das Märchen, dereinst werde das spärliche Bäumchen, das eng ummauert im Hof eines Stadthauses dahinkümmert, Blüten und Früchte tragen, geht so wenig in Erfüllung wie der Kindertraum von Gerechtigkeit und liebevollen menschlichen Beziehungen des Jungen in einer Umwelt von Egoismus, Schieberei und Brutalität.

Ailisli – hier vertreten mit dem „Märchen vom Granatapfelbaum“ – gehört zu jenen aserbaidshanischen Schriftstellern, die wesentlich dazu beitrugen, daß die aserbaidshanische Prosa in den letzten Jahren internationale Beachtung erlangte. Diese Anthologie gibt Auskunft über den engen Bezug der modernen aserbaidshanischen Prosa zur Lyrik und versucht einen Einblick in die große Themen- und Methodenvielfalt dieser Literatur.

Anars Liebesgeschichte „Ich, du er und das Telefon“ – eine Erzählung von schwebender Leichtigkeit – steht neben Hüssejnows lyrischen Prosaminiaturen, neben der realistischen Erzählung Ahmedows über die Käuflichkeit menschlichen Glücks und M. Ibragimbekows Versuchen, die Geschichte Sowjetaserbaidshans neu aufzuarbeiten.

Vierzehn Autoren verschiedener Generationen erzählen vom Land zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus, von den Menschen Aserbaidshans, von ihren Enttäuschungen, Sehnsüchten und von ihrer Liebe.

Verlag Volk und Welt, 1981

 

Lene und Walter Klein: Das Palmenreich

Lene und Walter Klein haben viele Jahre in Süd- und Mittelamerika verbracht, in Chile, Brasilien und Kuba.

Brasilien ist auch der Schauplatz ihres ersten Romans. Er erzählt von Sumbi, dem Schmied, der als Sklave in die Neue Welt kam, der ins Palmenreich floh und später König dieser N***republik wurde. Er und seine blonde Frau sind in ihrer Heimat heute legendäre Gestalten.

Verlag Neues Leben Berlin 1975
BASAR
Illustriert von Karl Fischer