07 Mai 2023

L. Pantelejew: Der Soldat in der Tundra

Ein Rotarmist ist mit dringender Kurierpost für Budjonny unterwegs und fällt in die Hände der Weißen. Wohin mit der Post? Der Rotarmist ist findig. Was macht es, daß die Weißen glauben, er habe sich die Zunge abgebissen und könne deshalb nicht sprechen!
Aber die Geschichte hat doch noch einen glücklichen Ausgang. Beinahe traurig dagegen hätte das Schicksal eines Verwundeten geendet, wenn die auf Bergung von Menschen in der Schneewüste abgerichteten Hunde nicht gewesen wären. In Gefahr ist auch der kleine Fährmann, der sein Boot mutig durch den Splitterregen der Flak steuert. 

Kinderbuchverlag Berlin 1982
ATB Buch Nr 81

Peter Hacks: Der Flohmarkt - Gedichte für Kinder


Auf dem Flohmarkt zu Paris
Gibt es das und gibt es dies.
Trauriges und Putziges,
Sauberes und Schmutziges,
Neues und Veraltetes,
Wunderlich Gestaltetes,
Häßliches und Hübsches, Heiles,
Doch Kaputtes meistenteiles.
Alles ist auf diesem Markt
Angeschleppt und hingeharkt
Außer einem Flohe, den
Hab ich dort noch nicht gesehn.
Also, werter Kunde, lauf
Zu dem Flohmarkt hin und kauf.
Standbilder von hohen Knaben,
Die wir längst vergessen haben,
Medaillons von Herrscherinnen,
Deren wir uns kaum entsinnen,
Linke Handschuhe und rechte
Stiefel, oft nicht einmal schlechte.
(Wer nur eine Hand und Bein
Hat, kauft dort sehr günstig ein.)
Landkarten für wenig Geld,
Worin manches Land der Welt,
Ob bewaldet, ob behügelt,
Ist zum Kunstwerk eingebügelt.
Ferner: jedwedes Getier,
Was da irgend zwischen vier
Oder tausend Füße trägt,
Eingehegt und ausgelegt.
Achte dort nur nichts gering.
Gut ist auch das dümmste Ding,
Beispielsweise, daß wir lachen
Oder uns Gedanken machen.
Sieh dir alles gründlich an,
Was du magst, behältst du dann.

Inhalt:
Erste Gasse
Barometer

Die Blätter an meinem Kalender .....7
Die Wildgänse .....8
Sommer .....9
Wiese, grüne Wiese .....9
Im Herbst ist Sonnenschein .....10
Der Herbst steht auf der Leiter .....11
Trip, trip, trop .....12
Der Winter .....13
Schneeflöckchen leise .....13
Vogelweihnacht .....14
Es fiel ein Schnee .....15

Zweite Gasse
Alte Hüte

Lebensbeschreibung der morschen Eiche Hulda, von ihr selbst .....18
Leben Neros .....20
Ballade vom schweren Leben des Ritters Kauz vom Rabensee .....22
Ladislaus und Komkarlinchen .....24
Der Monarch .....26
Der Säbelkaiser .....28

Dritte Gasse
Menagerie

Der kranke Laubfrosch .....32
Frau Tausendfuß heut Wäsche hat .....33
Meine Katze Isaho .....34
Der blaue Hund .....35
Der Walfisch .....37
Lied der Ameisen beim Zweigleinheben .....38
Irrtümer .....39
Das Lied vom schnellen Hasen .....40

Vierte Gasse
Schaubude

Der Gletscherzwerg .....44
Ballade vom großen Hut .....46
Pole Mole .....47
Der großen Riesen langer Tag .....48
Das Riesenquartett .....50
Der Gartenriese .....52

Fünfte Gasse
Schurrmurr

Der Trödelladen des Herrn Pâtes .....56
Zwei Erfinder .....57
Der König hat ein Doppelkinn .....58
Himmelssachen .....59
Das Pflaumenhuhn .....60
Der Weltreisende .....62
Nachricht vom Leben der Spazoren .....62
Der Vogel Turlipan .....64
Alphornballade .....65
Königsrondo .....66
Die Dardanellen .....68
Was meine Mutter, sagt sie, erlebte .....69
Der elektrische Strom .....70
Lied der geraubten und in die türkische Sklaverei verkauften Kinder .....70
Der Fährmann von Mautern .....71
Eine dicke Familie .....74

Sechste Gasse
Spielplatz

Es war ein kleiner Junge .....78
Der Drachen .....79
Die kleine Lokomotive .....80
Kaffee-Einladung .....83
Als ich kam durchs Oderluch .....83
Schulstunde spielen .....84
Detektivlied .....87
Höhlenbewohner spielen 88
Der Wunderhengst Caesario .....90
Auf dem Hof zu spielen ist nur Leiermännern gestattet .....93

Der Kinderbuchverlag, Berlin
Illustrationen von Heidrun Hegewald
Für Leser von 12 Jahren an

1. Auflage 1965
2. Auflage 1970
3. Auflage 1976
4. Auflage 1977
5. Auflage 1984

05 Mai 2023

Emil Manow: Der Sohn des Direktors


 


Wieder im Betrieb seines Vaters aufkreuzen? Den "Sohn des Direktors" spielen? Nie wieder! Lieber geht Peter mit Kumpel Pakete schleppen. Da gilt er wenigstens etwas.


Verlag Neues Leben Berlin 1976

Jose Maria Rockafuerte: Der Sohn des Cotopaxi

 

Die Rebellion gegen den Patón Don Hernando ist mißglückt. Sapana, der junge Medizinmann, muß fliehen. Wie wird er nun den Schwur erfüllen, den er Tupacroca, dem großen Fürsten der Indios, geleistet hat?


Verlag Neues Leben 1966

Illustrationen von Günther Goßmann



Lene und Walter Klein: Der Sohn des Sertao

Ja, amigo, ich habe schon 'ne Menge gemacht in meinem Leben. Ich war Viehtreiber und Reporter, Ausrufer bei einem kleinen Geschäftsmann und Sekretär bei einem großen. Im Gefängnis war ich auch. Und Bandit, Mitglied der Cangaca des berühmten Räubers Lampiao. Wie es dazu kam? Zunächst habe ich entdeckt, daß sich hinter dem Namen Lampiao mein Jugendfreund Virgulino verbarg. Ich war auf Reportagefahrt und wurde überfallen. Und weil man bei mir die gesuchten Diamanten nicht fand, brachte man mich zum Chef. Da haben wir uns erkannt. Als mir alles fehlschlug, in der Arbeit, mit Olga, als meine Eltern durch Schuld des Coronels umkamen, da hab ich mich Lampiao angeschlossen. Aber das ist eine lange Geschichte.


Verlag Neues Leben Berlin 1978

Spannend erzählt, Band 184

 

04 Mai 2023

Tudor Arghezi

Einmal habe ich ihn bewußt gesehn, in seinem letzten Sommer: Groß, hager und eigensinnig aufrecht, ein alter einsamer Bergbewohner. Man sagte: "Dort geht Arghezi, er weiß, daß du ihn nachdichtest, er spricht deutsch, komm!" Ich schüttelte den Kopf, weil ich, mitten in seinen Gedichten, schon davon erschöpft war. Ahnen wir doch, wovon ein Werk, um das wir nicht herumkommen, so groß wurde: Daß einer sein Leben lang getragen hat. Später, als sein Haus schon Gedenkstätte war, stahl ich Nüsse aus seinem Garten.

Heinz Kahlau


Arghezis seelische Beschaffenheit ist die eines Empörers. Die Empörung des Dichters, die nach einem lange geduldig ertragenen Druck hervorbricht, nimmt allmählich genaue Umrisse an, findet ihre Bahn. Sie richtet sich innerhalb des Geschichtsabschnitts, dessen Zeuge und Zeitgenosse Arghezi sechs Jahrzehnte lang war, gegen das Unrecht, gegen die eingewurzelten, bequemen und konservativen Vorurteile, die hartnäckig an dem festhielten, was sinnlos war und Logik, Gerechtigkeit und Wahrheit hohnsprachen. Der Empörer Arghezi ist ein Zertrümmerer von Götzenbildern, ein Begründer neuer Werte. Die alten und überlebten zerbricht er, verspottet er, tritt sie mit Füßen. Der Empörer wird zum Apostel, zum Propheten ... zum bewußten Kämpfer für eine neue Welt.

Mihai Ralea


Tudor Arghezi (eigentlich Ion N. Teodorescu), am 21. Mai 1880 in Bukarest als Sohn eines Händlers und kleinen Angestellten geboren; Kindheit auf dem Lande; Arbeiter; Mönch in einem Bukarester Kloster, Diakon; lyrisches Devüt in einer symbolistischen Zeitschrift (Orthodoxe Liga; 1905 Ausbruch und Wanderschaft nach der Schweiz und nach Frankreich, Uhrmacherlehrling; Ende der zwanziger Jahre Journalist in Bukarest...

Verlag Neues Leben Berlin 
Poesiealbum 154 

Kurt Nowak, Dagmar Schwintowsky: Ballon ahoi


Steig ein in den Ballon
Startbahn frei
Leinen los
Schon fliegen wir davon.
....
Am Ziel die Menge winkt
Leicht und schnell
Der Ballon
Zur Erde niedersinkt.



Abel & Müller Verlag, Leipzig

12-seitiges Pappkinderbuch
Bilder: Dagmar Schwintowsky
Text: Kurt Nowak

1. Auflage 1977
2. Auflage 1978
3. Auflage 1979