Buchanfang:
Schwester Johanna stieg langsam die Treppen vom Parterre zum ersten Stock hinauf. Sie kam aus der Kinderstation, wo sie soeben Christel Burg verabschiedet hatten. Die kleine Vierjährige hatte acht Wochen bei ihnen gelegen, wurde bald der Liebling der ganzen Abteilung und hatte sich heute, von sämtlichen Schwestern umringt, wie eine Prinzessin von den glücklichen Eltern in Empfang nehmen lassen. Jetzt war es wieder still im Hause. Die Kinder schliefen um diese Zeit, und die Schwestern waren an ihre Arbeit gegangen. Johanna hatte ihren freien Nachmittag. Trotzdem beeilte sie sich nicht, wegzukommen. Wie immer, wenn einer ihrer Patienten fortging, empfand sie ein Gefühl der Leere, wie man es hat, wenn man auf einem Bahnsteig zurückbleibt. Alle, die wegfuhren, versprachen zu schreiben, viel an einen zu denken und einen bald einmal einzuladen. Aber Johanna hatte es in ihrer bald zehnjährigen Praxis nicht oft erlebt, daß Patienten sich wirklich erinnerten. Christel würde sie wohl schon morgen vergessen haben.
Sie hatte das Schwesternzimmer gerade erreicht, als sie von der Treppe Dr. Haller kommen sah. Er schien wie immer in großer Eile, winkte ihr aber schon von weitem.
Einband: Hans Langenberg
Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig
1. Auflage 1950
2. Auflage 1951
3. Auflage 1953
4. Auflage 1954
5. Auflage 1955
6. Auflage 1956
7. Auflage 1957
8. Auflage 1958
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| Schutzumschlag u. Einband ab 4. Auflage |


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