02 Oktober 2020

Ulrich Bräker: Lebensgeschichte und natürliche Abenteuer des armen Mannes im Tockenburg


 Was hat ein armer Schlucker, Hütejunge, Salpetersieder, zwangsrekrutierter Soldat, Weberknecht und Hausierer schon Großes erlebt, das er als Abenteuer anbieten könnte?…

Dem Mädchen, das er heiß begehrte, galt es zu entsagen. Der Krieg, zu dem man ihn gepreßt hatte und der nicht seiner war, fand bald ohne ihn statt … So einer weiß dann keinen launigen Reisebericht zu geben. Der spricht lieber von der Genugtuung, wieder daheim zu sein. Über die Ehe mit der ungeliebten, aber vernünftigen Frau. Über den Tod von zwei der sieben Kinder. Über Handel und Wandel, die allemal zu leeren Taschen und in den Konkurs führten… Und doch sind wir Zeuge eines atemberaubenden Vorgangs, der seine Aktualität nicht verliert: der Unterwerfung und Erneuerung von für ewig und unwandelbar gehaltenen Ansichten über den Sinn des irdischen Lebens… (Auszugsweise aus der Einführung)

Verlag Neues Leben
Mit einer Einführung von Joachim Nowotny und einem Nachwort von Michael Niedermeier
Illustrationen: Ralf Bergner
9,20 M

Horst Beseler: Im Garten der Königin


 Horst Beselers Roman spielt in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges in Frankreich, als der Vormarsch der Anglo-Amerikaner nach der Invasion schon unaufhaltsam ist. In dieser Atmosphäre voller Nervosität, Drill und Heuchelei entscheidet sich das Schicksal von vier jungen Menschen, die eines gemeinsam haben: Zu spät haben sie den wirklichen Feind erkannt.

Verlag Neues Leben Berlin, 1957

Karl Veken: Jagd ohne Gnade

 


In seiner spannungsgeladenen Romanhandlung verschweigt und erspart der Autor dem Leser nichts; er gestaltet wahrheitsgemäß das Leben und Sterben in jener schrecklichen Zeit des „Tausendjährigen Reiches“ bis hin zur Weltuntergangsstimmung im Führerbunker der Reichskanzlei. Für Walter Blum und seine tapferen Freunde hat die Jagd ohne Gnade begonnen. Das stürmische Leben jener Jahre führt die Helden in viele Länder Europas, stürzt sie in schwere Konflikte und verlangt ihnen das Letzte an Selbstvertrauen, Klugheit, List und Tapferkeit ab.

Verlag Neues Leben Berlin 1977

Ernst Ludwig Bock: Walküre lächelt nicht


 Ernst Ludwig Bock stellt seinen fiktiven Helden, Oberleutnant Northaus, mitten hinein in den historischen Zusammenhang des Attentats auf Hitler im Jahre 1944. Aus der Blickrichtung dieser Figur, die er zu einem engen Mitarbeiter Stauffenbergs macht, durch Erlebnisse, Irrtümer und Bewährungen dieses Oberleutnants läßt der Autor Vorgeschichte, Ablauf, Widersprüche und letztlich das Scheitern der Verschwörung anschaulich werden.

Verlag Neues Leben Berlin, 1977

Thomas Berger: Little Big Man


 Fünfjährig fällt er den Cheyenne in die Hände. Im Indianerlager erzieht ihn Häuptling Alte Zeltbahn. Als Halbwüchsiger flüchtet er aus einem Kampf in der Uniform eines Soldaten. Mr. Pendrake, der Prediger, gibt ihm eine "weiße" Erziehung. Enttäuscht von der hübschen Mrs. Pendrake, die ihre Liebhaber wie ihre Hemden wechselt, reißt er aus. Die Welt der Weißen durchmißt er als Pferdeknecht, Büffeljäger, Goldsucher und Teilhaber eines Ladens. Er wird tüchtig übers Ohr gehauen und verliert auf der Flucht vor seinen Gläubigern Frau und Sohn bei einem Indianerüberfall auf die Postkutsche. Die Suche nach seiner Familie führt ihn zu den Cheyenne und zu seinem Indianervater Alte Zeltbahn zurück. Dort heiratet er die Indianerin Sonnenschein. Abermals verliert er Frau und Kinder bei der Verteidigung gegen die Weißen. Er wechselt wiederum die Fronten. Auf den Spuren General Custers, dessen Armee sein Familienglück zerstörte, treibt er sich in den Staaten herum und gerät schließlich mit Custers Armee in die große Indianerschlacht am Little Bighorn River.

Als Hundertelfjähriger berichtet Jack Crabb oder Little Big Man (Kleiner Großer Mann), wie die Indianer ihn nannten, über sein Leben.

Verlag Neues Leben Berlin, 1. Auflage 1977

Werner Wrage: Jenseits des Atlas


 Dieser Buchtitel ist mehr als eine schlichte geographische Raumbestimmung. Das Atlasgebirge - mit seinen Gipfeln über 4000 m Höhe - ist eines der höchsten Gebirge Afrikas und zugleich eine Landschaftsgrenze, die den mediterranen Teil Marokkos von jenem trennt, der durch die Nähe der Sahara fremdartig und erregend wirkt. "Jenseits" beginnt das Ungewöhnliche, Unglaubhafte, beginnt das Märchen, das Abenteuer. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn man die Farbbilder Dr. Wrages betrachtet. Wo gibt es solche bizarren roten Felsen, solche seltsamen Steppenwüsten in der uns vertrauten Umwelt? Scheinen die ornamentverzierten bunten Bauten von Tafraout nicht aus einem Sagenbuch zu stammen, ebenso wie die frühgeschichtlichen Gemeinschaftsspeicher oder die prägnanten Gesichter der großen Nomaden?

Und doch ist dies alles kein Märchen, nicht einmal ein Bericht aus längst vergangenen Tagen. Dr. Wrage, der oft in diesem Gebiet weilte, hat in seinem Buch die neuesten Studien verwertet und niedergelegt.

Von Marrakech, der "Hauptstadt des Südens" von Marokko, führt uns der Autor in ein Tal des Hohen Atlas. Dann überqueren wir mit ihm den mächtigen Gebirgswall, um in der Präsaharazone dem Oberlauf des Oued Dra zu folgen und die mächtigen "Tighremt" genannten Kasbahs zu betrachten. Über den Dschebel Siroua gelangen wir in das Sous-Tal und damit in den Südwesten Marokkos, in das Reich der Eisenholzbäume und der kakteenähnlichen Euphorbien. Ein Heiligengrab, Reiterspiele an der mittelalterlichen Stadtmauer von Taroudant sind Stationen auf der Reise zu den blau verhüllten großen Nomaden des Südens, in deren Zeltlager wir zu Gast sind.

In der abenteuerlichen Felswildnis des südlichen Anti-Atlas erreichen wir unter Schwierigkeiten die uralte Stammesspeicherburg Id Aissa, weilen als Gäste in den ornamentverzierten Häusern von Tafraout und gelangen endlich in den Agadir Tasguent, der eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben der dortigen Berber spielt. Ein großes Fest mit Reiterspielen und Tänzen gibt uns Gelegenheit, die Atlantikküste westlich des Hohen Atlas kennenzulernen. Bei der Rückkehr über den Hohen Atlas besuchen wir verfallene Feudalschlösser und nehmen an Tanzfesten der dortigen Stämme teil.

So entsteht vor unseren Augen eine wissenschaftlich fundierte Schilderung von Landschaft und Menschen des südwestlichen Marokko, eine Schilderung, die sich bei aller Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt der Darstellung spannend liest, weil hier in einer ungewöhnlichen Landschaft einfache freie Menschen sich eine Lebensform gegeben haben, die sowohl ihrer harten Umwelt als auch ihren frühen Sozialbedürfnissen gerecht wurde. Die menschlich erregendsten Kapitel sind wohl die Begegnung mit den Kamelnomaden des Südens und der Besuch uralter und geheiligter, noch heute bestehender und in Gebrauch befindlicher Gemeinschaftsspeicherburgen. Wie stets in den Büchern Dr. Wrages bereichert eine Fülle von geologischen, botanischen und zoologischen Beobachtungen die völkerkundlichen Schilderungen und Betrachtungen dieser bunten und seltsamen Welt.

Neumann Verlag Radebeul, 1. Auflage 1969

Rudolf Born: Mein Tiger Bombay


 Buchvorstellung von sato

Es war mein tiefstes Kindheitserlebnis und hat mein ganzes Leben geprägt. Es hat mich für immer, bis zum heutigen Tage, in dem Milieu festgehalten, aus dem es kam: aus dem ersten Zirkus, der da eines Herbstmorgens am 'Anger' in Halberstadt seine Zelte aufschlug.

Inhalt:

Der erste Gestreifte; Tiger und Knallfrösche; Bei Rot über die Kreuzung; Löwen, das Gesellenstück; Ich sollte Ranis Opfer werden; Falscher Alarm; Zirkus im Orkan; Tongas Tod; Sahib rächt sich; Begegnung mit Bombay; Satan unter den Schafen; Bombays erster Auftritt; Bombay, Star der Gruppe; Nacht der Prominenten; Der Tiger beim Zahnarzt; Grenadiers letzter Auftritt; Der Apfelschimmel im Tigerkäfig; Bombay im Wohnwagen; Die Jungtiere sind da; Kait und das Plakat; Komplikationen mit Radja; Jolanthe kontra Bombay; Der Tiger ist frei; Bombay macht mir Sorgen; Der reitende Tiger; Mit der ,Junak 2'' überm Zirkuszelt; Mit ihnen unterm Chapiteau; Am Rande bemerkt; Abschied von Bombay; Meine neuen Freunde: die sibirischen Tiger; Gezüchtet, gepflegt und dressiert; Kleines Zirkus-Abc

Published 1969 by Henschelverlag
Paperback, 174 pages