09 Juni 2022

Siegfried Seidel: Gotthold Ephraim Lessing – Eine Einführung in sein Leben und Werk

Es handelt sich hier um kein „gelehrtes“ Buch … sondern um eine gediegene volkstümliche Gesamtdarstellung vom Leben und Schaffen des Dichters. Der Verfasser … geht ausführlich auf Lessings Entwicklungsgang ein, umreißt die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse, erläutert ungewöhnliche Begriffe und gibt ziemlich detailliert den Inhalt der Hauptwerke an. Er vermittelt ein bemerkenswert umfassendes, plastisches Bild von Lessings Persönlichkeit und Bedeutung. Zu trefflicher Ergänzung finden wir … Auszüge aus Äußerungen von Herder, Goethe, Schiller, Heine, Mehring, Thomas und Heinrich Mann, Arnold Zweig und Anna Seghers. Dadurch kommt der Leser auch in menschlichen Kontakt zu einer Kämpfernatur, die sich durch ein schweres Schicksal nicht beugen ließ. – „Sonntag“, Berlin

Was das Buch so einzigartig macht, das ist sein Bilderteil. In zahlreichen Abbildungen zieht das Leben Lessings an uns vorüber: Da sehen wir Kamenz (um 1720), Lessings Geburtshaus … das alte Rathaus, die Klosterschule und Lateinschule, die Landesschule St. Afra in Meißen, Leipzig mit der alten Universität … die Universität in Wittenberg, Breslau, Weissgerber-Ohle, Hamburger Prospekt und Gänsemarkt, Bibliothek in Wolfenbüttel, Lessings Grab in Braunschweig, dazu Bildnisse von den meisten Persönlichkeiten, die in Lessings Leben eine Rolle spielten.

Eine Zeittafel, 205 Anmerkungen, Bildnachweise und ein zwanzigseitiges aufschlußreiches Personen- und Sachregister machen dieses „Volksbuch“ zugleich zu einem belehrenden Nachschlagewerk. – „Sächsische Zeitung“, Dresden

Verlag Neues Leben Berlin 1963

 

Hans Bach: Germelshausen, 0.00 Uhr

Hans Bach, Jahrgang 1940, Diplompsychologe, seit 1981 freischaffender Schriftsteller, ist bekannt geworden durch phantastische Romane und Erzählungen. In diesem Buch schildert er einen Mordfall in einer verwunschenen mittelalterlichen Stadt, die plötzlich zu ungewöhnlichem Leben erwacht. Erst als Kommissar Gerondet die schöne Tänzerin Esra kennenlernt, findet sich eine Spur in dem gefährlichen Malstrom der Jahrhunderte.

Verlag Neues Leben Berlin 1985
Mit Illustrationen von Werner Ruhner

 

Horst Szeponik: Ho Chi Minh – Ein Leben für Vietnam

Er hatte viele Namen. Als Küchenjunge Ba fuhr er zur See und lernte die Welt kennen. Er war in Spanien und Portugal, in Algerien, Ägypten, Madagaskar und Senegal, in Frankreich und den USA. Als Heizer arbeitete er in einem englischen Mietshaus, als Tellerwäscher im Hotel „Carlton“, als Hilfskoch in der Pastetenbäckerei. Er wurde Nguyen Ai Quoc, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift „Le Paria“ – „Der Geächtete“. Er konnte nie lange an einem Ort bleiben, da ihn die Geheimpolizei ständig beobachtete. So wechselte er auch häufig seine Tätigkeiten, war Student, Dolmetscher, Lehrer, Kaufmann, trug auch manchmal die safrangelbe Robe eines buddhistischen Mönches, nannte sich Ly Thuy, Vuong, Chin, bis er – von seinen Eltern Nguyen Sinh Cung genannt – sich einen Namen zulegte, der um den Erdball ging: Ho Chi Minh. Aus dem ungewöhnlichen Leben dieses Mannes, den man bereits totgesagt hatte, der aber neunundsiebzig Jahre alt wurde und sein Volk in die Freiheit führte, erzählt dieses Buch, das in der bekannten Biografienreihe erschien, in der bereits berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire, Pizarro, Bolivar, Caesar, Fallada, Luther, u. a. vorgestellt wurden.

Verlag Neues Leben Berlin 1981

 

08 Juni 2022

Paul Herbert Freyer: Albert Schweitzer - Ein Lebensbild

Albert Schweitzer hat die "Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben", das "denknotwendige, absolute Grundprinzip des Sittlichen", selbst vorgelebt. Das persönliche Beispiel galt ihm "nicht als beste, sondern als einzige Methode der Überzeugung". Und darauf beruht auch seine bleibende Wirkung: auf der Einheit von humanistischem Denken und praktischer Tat. Die Entscheidungen und Aktionen des aufrichtigen Christen und Menschenfreundes Schweitzer wurzelten tief in der bildungsbürgerlichen Ideenwelt seiner Zeit. Wenn er auch in seiner philosophischen Grundrichtung Idealist war und seine Hoffnungen darauf setzte, daß der Frieden durch den Wandel der Gesinnungen der Menschen herbeigeführt werden könne, wußte er doch, daß der "Geist der Humanität" nur über das bewußte Handeln der Menschen durchgesetzt werden kann. So wendet sich sein Friedensethos an den einzelnen wie an die Völker der Welt.
Durch persönliche Begegnungen mit Albert Schweitzer angeregt und ermutigt durch dessen weltweite Achtung und Verehrung, unternimmt Paul Herbert Freyer den Versuch, dem Leser das Bild dieses Pioniers der Menschlichkeit zu vermitteln. "Es war für mich nicht ganz leicht, seine Lebensgeschichte zu schreiben", bekennt er in einem Interview. "Man hat natürlich alle notwendigen Informationen über sein Leben, kennt die Größe und auch die Schwächen, die einen Menschen liebenswert machen. Entscheidend beim Schreiben ist, meine ich, von welchem Standpunkt schreibt einer die Lebensgeschichte eines anderen auf."

Union Verlag Berlin, 3. Auflage 1982

Freyer zeichnet aus seiner Sicht, aus der Sicht eines Bürgers der DDR, entscheidende Lebensstationen dieser vorbildhaften Persönlichkeit nach, macht Motive ihres Denkens und Handelns verständlich. Er vermittelt einen wirklichkeitsgetreuen  und unverfälschten Eindruck von der Lebensarbeit und der Ausstrahlungskraft des großen Humanisten, frei von Mythen und Legenden, die "der Parteien Haß und Gunst" inzwischen gewollt oder ungewollt um dieses Leben, um dieses Werk gewoben haben. Klug und gerecht differenziert Freyer zwischen dem, was uns mit Schweitzers aktiver Menschlichkeit verbindet, und dem, worin die sozialistische Gesellschaft theoretisch wie praktisch über den bürgerlichen Humanismus hinausschreitet, indem sie die Gemeinsamkeiten mit ihm nicht leugnet, sondern sie auf breiter Grundlage verwirklicht.

Gerhard Fischer in: Neue Zeit, Berlin


Das Buch folgt dem Leben Schweitzers chronologisch und läßt diesen auch selbst prägnant zu Worte kommen. Voll herausgearbeitet wird die phänomenale Universalität dieses Mannes - der Philosoph und Historiker, auf höchstem Niveau praktizierender Musiker und Musikwissenschaftler, Arzt und Schriftsteller zugleich war -, dabei genial-schöpferisch in jedem dieser Berufe. Über der ganzen Darstellung liegt auch der Schimmer der persönlichen Bekanntschaft des Autors mit Albert Schweitzer, mit Lambaréné, das längst zum Symbol eines leidenschaftlichen Humanismus und der Sehnsucht nach einem dauerhaften Frieden geworden ist.

Werner Neubert in Berliner Zeitung

Michael Szameit: Alarm im Tunnel Transterra

Emanuel Pyron, stellvertretender Unterinspektor für Raumsicherheit, hat den Tunnel TRANSTERRA materiefrei gemeldet. Doch unvermittelt taucht scheinbar aus dem Nichts ein gewaltiger Brocken auf, tödliche Gefahr für die sechshundert Expeditionsschiffe der Formation HELIOS, die in wenigen Tagen diese Einflugschneise zur Erde passieren soll. Rettung könnte Magister Spinks mit seinem neuen Raumkreuzer bringen, aber Spinks stammt aus Korenth, jenem Staatengebilde, in dem auf grausame Weise künstliche Menschen gezüchtet werden. Mit zwiespältigen Gefühlen begibt sich Pyron an Bord des Korenthers. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Zwei gefährliche Flughunde operieren im Einsatzgebiet, auch ist da plötzlich ein fremdes Raumschiff, und eine Gravitationsfront schüttelt den Kreuzer durch. Erst viel später begreift Pyron die Zusammenhänge des dramatischen Geschehens, das nicht nur in seinem und Spinks' Leben gravierende Spuren hinterläßt.

Michael Szameit, Jahrgang 1950, wohnt in Markkleeberg. Nach Abitur und Facharbeiterausbildung als Elektromechaniker mehrere Semester Physikstudium, danach Tonassistent, Regievolontär, später Leiter eines Tonstudios, ab 1981 Lektoratsmitarbeiter, seit 1984 freischaffender Schriftsteller.

Verlag Neues Leben Berlin
Kompaß-Bücherei Band 358
 

Dorothy Uhnak: Ein abgekartetes Spiel

Dorothy Uhnak arbeitete vierzehn Jahre bei der New Yorker Polizei. Intime Milieukenntnis, verbunden mit einer spannungsreichen Story, zeichnet ihre Kriminalromane aus. In „Ein abgekartetes Spiel“ ermittelt Detective Peters gegen die attraktive Kitty Keeler, verdächtig des Mordes an ihren zwei kleinen Söhnen.

Verlag Neues Leben Berlin 1980
Mit Illustrationen von Rainer Schwalme
Deutsch von Margarete Längsfeld

 

Aina Broby: Aina, das Mädchen aus Sibirien

Die kleine Aina lebt unweit von einem sibirischen Dorf. Sie hat einen Vater, der eine Dampfmühle besitzt, eine schwedische Großmutter, die lettische Lieder singt, und einen Jungbären, mit dem sie spielt. In ihrer Umgebung ereignen sich geheimnisvolle und aufregende Dinge: Fremde tauchen auf und verschwinden wieder. Polizisten durchsuchen das Haus. In der Kleidertruhe der Gouvernante liegen Gewehre. Und eines Tages steigt Aina mit ihren Eltern und Geschwistern in einen Güterzug, um nach Europa zu fahren. Sie lernt Hunger und Not kennen und erfährt, wie unterschiedlich Menschen in Krisensituationen reagieren.

Der Autorin, die seit 1937 in Dänemark lebt, gelang mit diesem Buch eine dichte, unsentimentale Darstellung eigener Kindheitserlebnisse im "Rußland der Oktoberrevolution".

VEB Hinstorff Verlag Rostock, 1983