18 Januar 2023

Bruno Retzlaff-Kresse: Illegalität - Kerker - Exil. Erinnerungen

In den Erinnerungen spiegeln sich der von der KPD geführte Kampf und das unermüdliche Tätigsein ihrer Mitglieder und Funktionäre gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg überzeugend wieder. 


Dietz Verlag Berlin 

1. Auflage 1980 

mit 41 Abbildungen


 

Ulrich Berkes: Ikarus über der Stadt - Prosagedichte

 In den sensiblen kunstreichen Prosagedichten des Ulrich Berkes werden Arthur Rimbauds poèmes en prose eigenartig wiedergeboren. Berkes läßt uns wie Ikarus in die Sonne fliegen und Landschaft sehen, Weststrand, Winterdorf, Pferdekoppel und Hohe Tatra. Mit ihm erleben wir Schwimmen, Reiten, Bergsteigen, Kahnfahren. Er skizziert die Stadt als Bauwerk und Behausung des Menschen, porträtiert Hauptbahnhof und Rummelplatz, die Kneipe, die Brücken, Orte der Liebe. Wir begegnen bemerkenswerten Gestalten wieder, entdecken seltsame Gegenstände, außergewöhnliche und alltägliche Ereignisse neu.

1936 in Halle (Saale) geboren. Arbeitete als Dreher, Fräser, Gütekontrolleur, Hilfsarbeiter, Lehrer. 1967 bis 1970 Studium am Institut für Literatur "Johannes R. Becher" in Leipzig. Seitdem freischaffender Schriftsteller.

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
Edition Neue Texte


Gottfried Herold: Ich sammle Spaß in meiner Mütze

Kinder sollen oft lachen
und möglichst nicht weinen.
Läßt sich das machen?
Ich möchte meinen.

Um diesem Spruch gerecht zu werden, wird hier Spaß gesammelt. Spaß, das heißt, es ist vergnüglich, der Hausmaus zuzuschauen, die dicke Ringeltaube und die dünne Tingelraube auf der Rieselwiese zu beobachten, eine Lämmerliebe kennenzulernen und lustige, phantasievolle Geschichten mitzubedenken. Bei alldem gibt es auch manch ernsten Fall, zum Beispiel den des Hundes, der brav an der Leine geht und doch glücklich sein könnte, oder den des Kindes, das einen Freund mit nach Haus bringt.

Der Kinderbuchverlag Berlin
1. Auflage 1979
Illustrationen Petra Wiegand
Buchfink-Reihe

 

Ingerose Paust: Ich sage dennoch

Am Fuße des Erzgebirges, zwischen Zschopau und Flöha, liegt, weithin das Land beherrschend, die Augustusburg. Der Kurfürst August von Sachsen ließ dieses wuchtige Schloß in den Jahren 1556-72 errichten. Aus der nahen und weiteren Umgebung, aus dem Zschopau- und Flöhatal, ja selbst aus der Freiberger Mulde, wurden Bauern zu Dienstleistungen herangezogen. Denn der Bau stellte große Anforderungen: Es galt, Steine und Baumaterial den Berg hinaufzuschaffen, Wasser mußte von weit hergeleitet oder gebohrt werden - und schnell schnell, so wünschte der Kurfürst, sollte die Burg stehen. Im Mittelpunkt des Romans steht der Bauer Brosius Utmann. 

Mit seinen Gedanken erlebt der Leser den Bau der Augustusburg. Die Bauzeit bedeutet für ihn harte Zeit. Utmann, der seine Felder vor dem einbrechenden Wild schützen mußte, wird von den Jagdaufsehern des Kurfürsten als "Wilddieb" festgenommen. Er muß jahrelang mit vielen Schicksalsgenossen als Gefangener ohne Entgelt unter Tage an der Ausschachtung eines Brunnens arbeiten. Utmann meistert diese Zeit aus einem festen christlichen Glauben heraus. Seine Widerstandskraft kristallisiert sich hauptsächlich an einem Wort aus Psalm 73: "Ich bin geplagt täglich ... dennoch bleibe ich stets an dir!"

Evangelische Verlagsanstalt Berlin
4. Auflage 1970 

Bernd Wagner: Das Treffen - Erzählungen

Bernd Wagner, Jahrgang 1948, debütiert mit diesem Band, der die Vielseitigkeit seiner literarischen Begabung ausweist. Neben psychologisch genau und detailreich erzählten Kindheitsereignissen stehen Prosaarbeiten, die phantastische Mittel einsetzen, Alltagsgeschichten, Erzählungen von Künstlern und literarische Adaptionen. Thematisches Zentrum ist das Problem: die eignen Fähigkeiten zu entdecken und sich im Leben zu behaupten.


Aufbau-Verlag Berlin und Weimar

Mit einer Nachbemerkung von Friedemann Berger

Mit 4 Reproduktionen nach Bildern von Veronika Wagner

Edition Neue Texte

 

17 Januar 2023

Arno Holz: Lyrisches Porträt aus dem 17. Jahrhundert

Arno Holz (1863-1929) war - als 1903 die "Lieder auf einer alten Laute" erschienen - bereits ein namhafter Schriftsteller. Er gehörte zu den bedeutendsten Theoretikern und Praktikern im Naturalismus in Deutschland und stand im Mittelpunkt vieler literarischer Fehden. Holz liebte die Superlative - in seiner Sprache und in seinen Projekten. Der "Phantasus" enthält den längsten Satz der Weltliteratur, die "Blechschmiede" wuchs unter seinen Händen ins Unendliche. Hatten die "Lieder auf einer alten Laute" nur wenige Interessenten gefunden, so wurde die wesentlich erweiterte zweite Fassung "Dafnis. Lyrisches Porträt aus dem 17. Jahrhundert" (1904) zu einem großen Erfolg. In köstlichen Versen läßt Holz den Studenten Dafnis aus seinem Leben berichten. Während diesem die Lieder zum Lobe der Venus nur so über die Lippen sprudeln, weiß er von der Göttin der Gelehrsamkeit allerdings nicht viel mehr zu sagen, als daß sie das "Oliwen-Öl" erfunden haben soll - weil man zum Studieren die Lampe braucht.

Reclams Universal-Bibliothek
 

Ich bin das Land

Denkzettel:
die bisher umfassendste Bilanz politischer Lyrik aus der BRD und Westberlin.


Die Autoren: Lyriker, Liedermacher, Agitatoren, Laien. Rund hundert, darunter Astel, Bartock, Bingel, Börn, Born, Bredthauer, die Conrads, Degenhardt, Delius, Enzensberger, Floh de Cologne, Fried, Fuchs, Herburger, Hüfner, Jansen, Karsunke, Kittner, Kuhnke, Lerryn, Limpert, Meckel, Moßmann, Rauner, Reinfrank, Rühmkorf, Schütt, Semmer, Stütz, Süverkrüp, Timm, Törne, Vesper, Walser, Wandrey.


Die Themen: Die nächste Vergangenheit, Tödliche Sicherheit, Für bare Münze, Rechte im Rechtsstaat, Märchen und Zeitungen, Mitlaufpaß, Inbetriebnahme, Frieden auf Amerikanisch, Die Gegenwart der Zukunft u. a.


Die Haltungen: Von Artikulationen des Unbehagens, kritischer Bestandsaufnahme, Protest und Anklage bis zu programmatischen Texten des Klassenkampfes, die den Sozialismus als Alternative begreifen. Allen gemeinsam: das Engagement für progressive Veränderungen des gegenwärtigen westdeutschen Gesellschaftssystems.

Reclams Universal-Bibliothek