Bücher und Schriftsteller, die in der DDR gelesen wurden. Schaut bitte nicht nur danach, ob hier jeden Tag Beiträge auflaufen, nutzt diesen Blog auch wie ein Lexikon. Er ist ein Langzeitprojekt, da ist es sicherlich verständlich, wenn zwischendurch immer mal wieder pausiert wird. Sei es, um nicht die Lust daran zu verlieren, aber auch, weil die Beiträge auch regelmäßig vorbereitet werden müssen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Stöbern und Erinnern oder neu entdecken.
14 Juli 2023
Humberto Costantini: Von Göttern. Menschlein und Polizisten
Auf ebenso komische wie hintergründig ironische Weise macht Costantini mit diesem Roman auf das Leben in dem von einer Militärdiktatur beherrschten Land aufmerksam, auf eine Wirklichkeit voller alltäglicher Lebensgefahr.
Buchanfang
Widmung
Dieses kleine Buch etwa zwanzig Frauen und Männern zu widmen und zu sagen, daß ich es ohne ihre solidarische und mutige Unterstützung nicht hätte schreiben können, könnte wie ein höfliches Lippenbekenntnis oder zumindest wie eine Übertreibung klingen. Trotzdem bin ich zu der Erklärung verpflichtet, daß dies alles unumstößlich wahr ist: Ohne die schicksalhafte Hilfe jener Frauen und Männer würden das Buch und vielleicht auch dessen Autor nicht leben.
Es entstand in einer für das Land und für mich besonders schweren Zeit, da es sogar fast unmöglich war, über einen Tisch, einen Stuhl, Licht und einen ruhigen Augenblick zu verfügen; und ich muß anerkennen, daß immer jemand da war, der mich mit derartigen Luxusgütern versorgte.
Ich kann zum Beispiel einen Zimmermannstisch nicht vergessen, der in einem kleinen Schuppen stand und sich durch die liebevolle Hingabe der Hausherren in einen wunderbaren, himmlisch bequemen und ewig denkwürdigen Schreibtisch verwandelte und der, im guten oder im schlechten Sinne, an den Kapiteln 34 und 35 schuld ist.
Ich kann ein winziges Zimmer nicht vergessen, wo ein junges Paar, sein Säugling, ein Hund und ich zusammen wohnten; und ich nehme an, daß auch sie jenes lästige Klappern nicht vergessen können, das schon um sechs Uhr früh aus der Küche zu ihnen drang (zu meiner Entlastung schwöre ich, daß ich es nur ganz selten unterlassen habe, die Tür sorgfältig zu schließen und eine gefaltete Decke unter die Maschine zu legen).
Ich kann den Menschen nicht vergessen, der eifrig, Kapitel für Kapitel, einen Durchschlag der Originale in Verwahrung nahm (man erinnerte sich nur zu gut des Schicksals, das Haroldo Conti getroffen hatte), und auch den nicht, der mir in seiner Arbeitszeit half, mit dem Roman voranzukommen, ebensowenig den, der mich mit Papier versorgte, und den, der mir einen seltsamen (noch nicht patentierten) Apparat baute, damit ich mit einem Arm in Gips schreiben konnte, .....
zum Autor
Der heute in Mexiko lebende argentinische Schriftsteller Humberto Costantini, geb. 1924 in Buenos Aires, studierte Veterinärmedizin und debütierte 1959 mit dem Erzählungsband De por aqui nomás. Er schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke, die mehrfach ausgezeichnet wurden, und arbeitet als Journalist für so bekannte Literaturzeitschriften wie „Casa de las Americas“ in Kuba, „Plural“ in Mexiko und „Swesda“ in der USSR. Volk und Welt stellte ihn mit der Erzählung Worüber lachst du? (in Erkundungen, 20 argentinische Erzähler 1975) zum erstenmal in der DDR vor. Für den Roman Von Göttern, Menschlein und Polizisten erhielt Costantini 1979 den bedeutenden lateinamerikanischen Literaturpreis von „Casa de las Americas“.
Erzählungsbände: Un Señor alto, rubio, de bigotes 1963, Una vieja historia de caminantes 1969, Libro de Trelew 1973, Bandeo 1975, En la noche 1981;
Kurzromane: Háblenme de Funes 1970;
Gedichte: Cuestiones con la vida 1966, Más cuestiones con la vida 1974;
Theaterstück: Tres monólogos 1964
Originaltitel: De Dioses, hombrecitos y policías
Aus dem Spanischen von Ulrich Kunzmann
Einbandentwurf: Horst Hussel
Verlag Volk und Welt, Berlin
1. Auflage 1984
Rudolf Daumann: Tatanka Yotanka – Ein Roman um Sitting Bull, den großen Häuptling der Sioux
Zur Einführung
Tatanka-yotanka heißt der Held dieses Buches. Die Grenzer nannten ihn Sitting Bull, und dieser Name ist von der Schundliteratur so vielfach mißbraucht worden, daß es wirklich an der Zeit ist, die von tragischer Größe umwitterte historische Gestalt des großen Kriegshäuptlings der verbündeten roten Nationen darzustellen. Hier wird der Versuch unternommen, ein Kapitel aus der Geschichte der Indianerstämme Nordamerikas aufzuzeichnen, die in dem Augenblick der Vernichtung durch den weißen Mann anheimfielen, als sie lernen wollten, von schweifenden Jägern zu fürsorglichen Hirten, von sammelnden Horden zu klugen Ackerbauern aufzusteigen. 1820 starb, 86jährig, der greise Daniel Boone, dem James Fenimore Cooper im Lederstrumpf ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Eine Person aus dem großen Drama der Auseinandersetzung zwischen Weiß und Rot war ausgeschieden, der Vernichtungskampf aber ging weiter. Goethe erkannte, welch ungeheurer Stoff hier noch der Bearbeitung wartete. Er schrieb 1827 in seinen Aufsätzen zur Kultur-, Theater- und Literaturgeschichte:
»Der Bearbeitende müßte den Stolz haben, mit Cooper zu wetteifern, und deshalb die klarste Einsicht in jene überseeischen Gegenstände zu gewinnen suchen. Von der frühsten Kolonisation an, von der Zeit des Kampfes an, den die Europäer erst mit den Urbewohnern, dann unter sich selbst führten, von dem Vollbesitz an des großen Reiches, das die Engländer sich gewonnen, bis zum Abfall der nachher vereinigten Staaten, bis zu dem Freiheitskriege, dessen Resultat und Folgen – diese Zustände sämtlich müßten ihm überhaupt gegenwärtig und im besonderen klar sein... Was den Personenbestand betrifft, so hat weder ein epischer noch dramatischer Dichter je zur Auswahl einen solchen Reichtum vor sich gesehen. Die Unzufriedenen beider Weltteile stehen ihm zu Gebot...«
Der Verfasser des vorliegenden Buches, des ersten Bandes seiner Dakotaschilderung, nimmt für sich nicht die Meinung in Anspruch, er sei immer diesem Ratschlage gefolgt. Was bei Cooper noch echte Wildwestromantik sein konnte, starb hin in den fünfzig Jahren, die auf Boones Tod folgten. Während die ganze Welt Tränen vergoß über den »Letzten der Mohikaner«, rüstete sich der weiße Mann, die Indianer aus den letzten eigenen Wohngebieten der USA zu vertreiben. Um 1870 etwa entbrennt der Kampf an der ganzen Westgrenze zwischen Missouri-
Mississippi und dem Felsengebirge. Das ungeheure Indianerland von der kanadischen Grenze bis zum Golf von Mexiko, rund 4 Millionen Quadratkilometer groß, die Hälfte des Gebietes der USA, wird zunächst einmal durch den Bau der Pazifik-Bahnen in riesige Teilabschnitte zerlegt. 1869 wird am Großen Salzsee in Utah der letzte Hammerschlag an der Zentral-Pazifik-Bahn getan. 1875 wird der durchgehende Verkehr auf der Nord-Pazifik-Bahn aufgenommen.
Dazwischen verwüstet seit dem Schwarzen Freitag des Jahres 1873 eine große Wirtschaftskrisis das aufblühende Leben in den USA. Der Umschlag von der Krise zum Krieg erfolgt diesmal nicht gegenüber ausländischen Konkurrenten; er gewinnt Gestalt an der Indianergrenze im Westen und führt zum großen Indianerkrieg, der im Jahre 1876 in einer schrecklichen Katastrophe gipfelt und dann weiterschwelt bis in die neunziger Jahre hinein, als die Geistertanzbewegung der schoschonischen Völker im Blut erstickt wird.
Der Machtkampf zwischen den Finanzgewaltigen New Yorks und Philadelphias ist es, der auch das Schicksal der roten Nationen entscheidet. Um die zahllosen Scharen der Betrogenen und Ausgeplünderten von ihrem Kampfe für ihr soziales Recht abzulenken, verspricht man ihnen ein halbes Europa, das Indianerland: »Nehmt, es ist frei! Mit den roten Urbewohnern wird sich die Staatsmacht befassen!«
Wie das geschieht, das hat der Verfasser versucht darzustellen.
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| Cover- und Einbandgestaltung der Ausgaben |
Schutzumschlag, Illustrationen, Einband: Eberhard Binder-Staßfurt
Verlag Neues Leben, Berlin
1. Auflage 1955
2. Auflage 1956
3. Auflage 1958
4. Auflage 1961|Kompass-Bücherei ; Bd. 26/27
5. Auflage 1962
6. Auflage 1966
7. Auflage 1972
auch erschienen im Buchclub 65
Auflage 1966
Wolfgang Schreyer: Der Traum des Hauptmann Loy
Buchanfang
Tripolis
Die Oase schien zu atmen wie ein geschmeidiges junges Tier im Morgenschlaf. Eine schwache Brise wehte aus Nordwest, vom Golf von Gabes her, sie strich über die palmengekrönten Gärten der Menscia, die erfüllt waren vom Schwirren der Vögel. Silberblasse Oliven wiegten ihre gefiederten Blätter in diesem erfrischenden Hauch, die dunkelgrünen Wipfel der Granatapfel- und Orangenbäume regten sich leicht, während Mastixsträucher, hohe harte Kakteen, der Rizinus und die skelettartigen Stämme der indischen Feigen in schweigender Ruhe verharrten. Westwärts, in flimmernder Ferne, dort, wo sich die strahlende Himmelsschale aufs Meer herniedersenkte, dehnte sich, mehr als zwei Wegstunden entfernt, eine weiße Stadt. In schimmernden Glanz getaucht, von Wellen umspült und von Heiterkeit umflossen, schlief sie in verzauberter Erschlaffung: Tripolis – ein riesiger Block zerklüfteten Marmors.
Doris Graves schirmte die Augen mit der gewölbten Hand ab, denn die Luft war durchtränkt von blendendem Licht. Sie stand auf dem quadratischen Turmdach des neuen Hotels der British Overseas Airways Corporation, das sich unweit der libyschen Küste zwischen den Salzgruben und dem Flugplatz von Mellaha aus einem immergrünen Pflanzenlabyrinth erhebt. Trotz der frühen Stunde war es schon warm; kleine Schweißtröpfchen perlten auf ihrer Stirn. Sie lehnte an der steinernen Balustrade, lauschte dem Vogelgekreisch und dem Rauschen der Meeresbrandung, das dumpf-rhythmisch an ihr Ohr drang, und überließ sich der Liebkosung des salzigen Morgenwinds. Er hüllte sie ein mit zarten afrikanischen Düften; sie verspürte plötzlich ein leises Sehnen. Der Geruch der Gärten weckte in ihr ein Gefühl der Freiheit, fast bedauerte sie, daß sie dieses Land in wenigen Stunden verlassen mußte. In all den vielen Monaten ihres Dienstes hier hatte sie nie so tief die Schönheit der Oase empfunden nun war es fast zu spät. Im Spiel der Sonne, des Windes, der Himmelsbläue erschien ihr der Palmenhain an der staubigen Straße nach Suk el Giuma von königlicher Anmut. Das Licht tropfte durch die dichten Fächer seiner Blätter und zeichnete grelle Flecke von erstaunlicher Klarheit in die schwarzlila Schatten der Kronen. „Komm her, Pat“, rief sie, „es ist wunderbar!“
Patricia Binchy, ein bemerkenswert schönes Mädchen mit mattrot getöntem, kurzgeschnittenem Haar, tauchte im Treppenschacht auf. Sie trug nicht, wie Doris, die Tropenuniform der weiblichen USAF-Angehörigen*, sondern ein leichtes Reisekostüm, dessen Olivgrün lebhaft zu ihrem Haar kontrastierte.
„Schon in Zivil?“
„Ja, für immer.“
„Wirklich?“
„Für immer“, wiederholte Patricia. „Vorausgesetzt natürlich, sie geben mir nicht eine Rolle, für die ich es tun muß.“ „Was tun?“
„Nun, irgendeine Uniform anziehen. Teerose, du träumst.“
„Die Luft ist wunderbar hier oben“, sagte Doris leise. „Weshalb sollten sie dir solche Rolle geben?“
„In Hollywood muß du mit allem rechnen.“
„Schrecklich, Pfefferkorn“, sagte Doris mit sanftem Spott, „aber du wirst deinen Weg schon machen.“
„Verlaß dich drauf... Was meinst du, wahrscheinlich ist mehr als die Hälfte erlogen von dem, was man sich über Hollywood erzählt.“
„Ja, sicherlich. Komm doch hierher, Pat. Was siehst du denn da drüben schon?“
„Na, unsere Maschine! Wo guckst du hin? Dort steht sie doch, da!“
Patricia deutete auf die graugelbe Betonpiste der Startbahn C. Ein schlankes viermotoriges Flugzeug mit dreifachem, eiförmigem Seitenleitwerk ruhte dort, sechzig Tonnen schwer, auf riesigen Reifenpaaren. Silbergrau schimmerte sein Haifischrumpf, ein paar Männer vom Bodenpersonal kletterten, emsigen Käfern gleich, daran herum. Von den prachtvoll geschwungenen, fast hundertsechzig Quadratmeter umspannenden Tragflächen spritzten Sonnenreflexe; der fünfzackige weiße Stern im blauen Feld blinkte auf dem linken Flügel, und rechts stand in meterlangen schwarzen Lettern „USAF“. Es war eine achtunggebietende Maschine, und obwohl ihre Ausmaße von hier oben weniger gewaltig wirkten, blieb es doch ein majestätischer Anblick. Unterhalb der Fenster war der Rumpf leuchtendweiß gespritzt.
„Unsere Connie“, rief Patricia, „ich kann es einfach nicht erwarten.“
„Ich schon.“
„Dein Urlaub – freust du dich nicht ein bißchen?“
„Ach, ich weiß nicht.“
„Kopf hoch, Teerose. Wenn ich erst einmal Fuß gefaßt habe bei der Metro-Goldwyn-Mayer, interessiere ich einen Manager für dich – das ist klar.“
Doris lächelte; dieses Versprechen gab Pat ihr nicht zum erstenmal. Abgesehen davon, daß sie der Gedanke, zum Film zu gehen, gar nicht lockte, war es ebensowenig ernst zu nehmen wie das meiste, was Pat neuerdings sagte oder tat. Seit der MGM-Regisseur Shary sie bei Dreharbeiten am Rande der Sahara „entdeckt“ hatte, war sie wie verwandelt und in mancher Beziehung nicht wiederzuerkennen. Ihre Wege würden sich bald für immer trennen, in ein paar Stunden schon. Pat ging nach Hollywood, sie aber blieb Fernschreiberin auf irgendeinem der zahllosen Flugplätze in Nordafrika, Frankreich oder auf den Azoren; sie würde weiter am Tastzahlengeber sitzen, eine neue Art von Vermittlungsgerät, bei dem eine Batterie Druckknöpfe die altmodischen Stöpsel mit Schnüren und Klinken ersetzte. Ihr Lächeln erstarb; sie atmete tief den Salzhauch der kurzen, lauen Windstöße.
„Warum sie bloß einen weißen Bauch hat?“ fragte Patricia, die noch immer zum Flugzeug hinüberschaute.
„Es ist eine Kommandeurmaschine“, sagte Doris. „Ach so! Was ganz Extravagantes, meinst du?“
Inhalt
Erstes Buch Mittag
1 Tripolis ….. 7
2 Roter Kanarienvogel ….. 33
3 Alte Geschichten ….. 63
4 Flirt ….. 99
Zweites Buch Nachmittag
5 Die Wette ….. 135
6 Fürstenreuth Air Force Base ….. 173
7 Rätsel im Heck ….. 223
8 Der zwölfte Mann ….. 255
Drittes Buch. Nacht
9 Auf der Rückseite ….. 293
10 Dritte Runde ….. 323
11 Die Entscheidung ….. 361
12 Saaremaa ….. 405
Nachwort ….. 431
Anmerkungen ….. 463
Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1956
2. Auflage 1957
3. Auflage 1957
4. Auflage 1958
5. Auflage 1959
6. Auflage 1960
7. Auflage 1962
8. Auflage 1964
9. Auflage 1966
13 Juli 2023
David Craig (Hrsg.): Rapunzel, laß dein Haar herunter – Erzählungen aus Großbritannien
Achtzehn Erzählungen, die Auskunft geben über Lebensformen und -probleme junger Leute in Großbritannien.
Inhalt
5 ..... David Marcus • Ein irischer Jude – wer hat denn so etwas schon gehört?
- übersetzt von Gunter Böhnke
20 ..... Alun Richards • Außenseiter - übersetzt von Edda Fensch
37 ..... Iain Crichton Smith • Die Schwarzen und die Roten - übersetzt von Reinhild Böhnke
83 ..... Naomi May • Auf den Geschmack gekommen - übersetzt von Edith Boldt
105 ..... John Singleton • Aber sie ist verdammt schön - übersetzt von Edda Fensch
115 ..... Polly Toynbee • Kuchen - übersetzt von Edith Boldt
132 ..... Nigel Gray • Samstag nacht - übersetzt von Sabine Thieme
146 ..... Alan Sillitoe • Ein Ausflug nach Southwell - übersetzt von Wulf Teichmann
171 ..... Eugene McCabe • Roma - übersetzt von Edith Boldt
186 ..... Chris Culshaw • Still-Leben - übersetzt von Sabine Thieme
204 ..... Jan Webster• Rose wäre ein hübscher Name - übersetzt von Rainer Rönsch
224 ..... David Craig • Keinen Boden unter den Füßen - übersetzt von Rainer Rönsch
250 ..... Ian McEwan • Erste Liebe, letzte Riten - übersetzt von Harry Rowohlt
267 ..... Farrukh Dhondy • Ein guter Künstler - übersetzt von Edith Boldt
292 ..... Peggy Woodford • Das Klavier - übersetzt von Rainer Rönsch
307 ..... Peter Chaloner • Ein cleverer Bursche - übersetzt von Gunter Böhnke
326 ..... Criostoir O'Flynn • Lily - übersetzt von Rainer Rönsch
343 ..... Chris Hawes • Rapunzel, laß dein Haar herunter - übersetzt von Sabine Thieme
351 ..... Nachbemerkung des Herausgebers
354 ..... Nachwort
360 ..... Worterklärungen
362 ..... Bio-bibliographische Notizen
365 ..... Quellenverzeichnis
Schutzumschlagmotiv: Dieter Heidenreich
Verlag Neues Leben, Berlin
NL podium
1. Auflage 1984
Bernt Karger-Decker: Wunderwerke von Menschenhand
Inhalt
7 ..... Das Grabmal des Cheops
32 ..... Die Große Chinesische Mauer
52 ..... Das Haus zur Ewigen Weisheit Die Hagia Sophia
71 ..... Das Münster zu Straßburg
99 ..... Der Dresdener Zwinger
124 ..... Du aller Gärten Zier Der Muskauer Park
144 ..... Die transatlantische Schlange Das Überseekabel
167 ..... Das große Wagnis der Union-Pacific-Bahn
190 ..... Die erste Untergrundbahn Die Londoner Metro
211 ..... Ruhm und Verhängnis des Panamakanals
242 ..... Der lange Lulatsch von Paris Der Eiffelturm
260 ..... Das Wunder der Forth-Brücke
277 ..... Dramatischer Simplon-Durchstich
294 ..... Den Himmel auf die Erde geholt Das Zeiss-Planetarium
317 ..... „Der Gläserne Mensch“
331 ..... Die Eroberung der Tiefe Piccards Tauchschiff
355 ..... Land aus der Zuidersee
375 ..... Gigant an der Wolga Das Wasserkraftwerk Kuibyschew
394 ..... Der Atomeisbrecher „Lenin“
410 ..... Der Mensch im All Das Weltraumschiff
461 ..... Benutzte Literatur
Koehler & Amelang Leipzig
1. Auflage 1963
2. verb. erw. Auflage 1964
3. verb. erw. Auflage 1969
4. erw. Auflage 1971
Helga Standau: Frag das Spieglein an der Wand – Kosmetik und Gesundheit für Kinder
Vorwort
«Ein Kosmetikbuch für Kinder», ihr erstaunt fragen, «gibt es das wirklich? werdet Ist Kosmetik denn nicht nur etwas für Erwachsene? Kinder malen sich doch nicht die Lippen rot, tuschen sich nicht die Wimpern und lackieren sich auch nicht die Fingernägel.»
Mit dem Anmalen habt ihr schon recht. Das ist wirklich noch nichts für Kinder, höchstens einmal in der Faschingszeit. Aber wer etwa glaubt, die ganze Kosmetik bestehe nur aus Lippenstift, Wimperntusche und Nagellack, der irrt sich gewaltig. Das Schminken ist nur ein ganz kleiner Teil der Kosmetik. Wer von euch schon einmal im Duden oder Lexikon nachgeschaut hat, weiß, daß Kosmetik meist mit Körper- und Schönheitspflege erklärt wird.
Schon von jeher haben Menschen den Wunsch, schön und gesund zu sein. Aber Schönheit und Gesundheit fallen nun einmal nicht vom Himmel, so etwas gibt es höchstens im Märchen. Also muß jeder selbst etwas für seinen Körper tun – und damit soll man so zeitig wie möglich beginnen. Körperpflege und gesunde Lebensweise gehen jeden an, ganz gleich, ob groß oder klein, Mädchen oder Junge. Zu einem großen Teil kann man sogar das Gesundsein lernen.
Wenn wir uns in diesem Buch also mit Kosmetik für Kinder beschäftigen, dann geht es um die Pflege des Körpers von Kopf bis Fuß und viele Dinge, die der Gesundheit dienen. Dazu gehören zum Beispiel eine vernünftige Lebensweise mit ausreichend Schlaf, richtiger Ernährung, Bewegung an frischer Luft und sportlicher Betätigung.
Schönheit beginnt immer mit Körperpflege. Wer gepflegt ist, fühlt sich rundherum wohl, ist schön und hat mehr Freude am Leben. Körperpflege hilft, den Körper gesund und leistungsfähig zu halten.
Vieles, was zur Körperpflege gehört, habt ihr sicher von den Eltern oder bereits im Kindergarten gelernt. Nun seid ihr aber Schulkinder, also in einem Alter, in dem ihr von Tag zu Tag selbständiger werdet. Es ist ganz gewiß nicht mehr nötig, daß Mutti, Vati, Oma oder Geschwister ständig überwachen müssen, ob ihr bei der Körperpflege nichts vergeßt. Es genügt sicher, wenn von den Erwachsenen nur ab und zu jemand kontrolliert, ob ihr alles richtig macht. Aber das ist dann eines Tages auch nicht mehr nötig. Dieses «Kosmetik- und Gesundheitsbuch für Kinder» soll euch bei der selbständigen Körperpflege helfen.
Körperpflege ist eigentlich gar nicht so schwierig. Und wenn ihr am Anfang dieses oder jenes noch einmal vergeßt, ist es auch kein Beinbruch. Mit der Zeit geht dann alles wie von selbst. Ich bin sicher, daß es euch Spaß machen wird, denn den Erwachsenen bereitet die Kosmetik ja auch Freude.
In diesem Buch werden euch in kleinen Geschichten eine ganze Reihe Kinder begegnen, die genau wie ihr die Kosmetik erst für sich entdecken wollen. Es sind durchaus keine «Musterknaben», sondern ganz normale Kinder, die auch hier und da noch etwas falsch machen und dadurch manchmal in eine verzwickte Lage geraten. Sicher könnt ihr manches schon besser als sie. Das Buch enthält aber auch Interessantes und Wissenswertes über euren Körper und gibt kleine Einblicke in die Körperpflegegewohnheiten der Vergangenheit und anderer Völker. Ihr werdet vielleicht staunen, wenn ihr erfahrt, wie sich die Körperpflege im Laufe der Jahrhunderte geändert hat.
Hier soll aber auch über Frisuren, Mode und viele Dinge, die euch interessieren, zu lesen sein.
Nun wünsche ich euch viel Spaß und Er- folg auf dem Weg zu Gesundheit und Schönheit.
Vielleicht lesen eure Eltern das Buch mit. Dann können sie euch helfen, wenn ihr Fragen habt. Ganz sicher sind sie überrascht, wenn sie sehen, welche Fortschritte ihr macht, und werden sich mit euch freuen, wenn ihr gepflegt, gesund und schön seid.
Inhalt
5 Vorwort
7 Spieglein, Spieglein an der Wand
9 Es war einmal....
12 Das geheimnisvolle «Kleid»
17 Kleines «Handwerkszeug» zur Körper pflege
19 Wissenswertes über den Umgang mit Wasser und Seife
28 Auf die Hände geschaut
37 Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
46 Mit Bürste und Kamm
59 Auf den Zahn gefühlt
72 Gesundheit, die durch den Magen geht
88 Feinde der Gesundheit
95 Schlafen und Träumen
101 Zwischen Weckerklingeln und Gutenachtkuß
113 Sommer, Sonne, Urlaubszeit
125 Gepflegt und schön von Kopf bis Fuß
130 Schönheitsfehler?
141 Wir bleiben gesund!
154 Gesund durch Sport
162 Kleine Erste Hilfe
172 Einige Tips zum Schönsein und Gesundbleiben
174 Wo ihr was finden könnt
Illustrationen Christine Richter
Verlag für die Frau, Leipzig
1. Auflage 1989
12 Juli 2023
Christiane Grosz: Die Tochter
Diese Prosa ist eine Geschichte der Selbstfindung. Eine Geschichte der Konstruktion von Schuld, vom Herauswachsen aus alten Rollenmustern, vom zähen Alltag, der angenommen und bewältigt werden will. Eine Geschichte von der alles bezwingenden und alles verwirrenden Phantasie, eine Geschichte in Geschichten, die zurückreichen in die Kindheit, geborgen und gefährdet zugleich, und in Lebensumstände der fünfziger Jahre.
Buchanfang
»Könnte ich bei Ihnen Patientin sein?« fragte ich den Arzt. Er packte seine Tasche, er hatte die letzte Vorlesung gehalten, der Lehrgang war zu Ende.
»Leben Sie hier?«
»Nein, in Berlin.«
»Dann ist das schwierig, es gäbe doch in Berlin auch eine Möglichkeit.«
Nein, nicht in Berlin, mit ihm wollte ich reden. Schon während seiner ersten Vorlesung hatte ich Vertrauen zu ihm gefaßt. Und nach dem einen Jahr wußte ich, daß ich krank war, manisch depressiver Pykniker, von Ängsten gequält, zu den zwanghaft Handelnden gehörend, die mehr als zweimal nachsehen, ob sie abgeschlossen haben.
Wenn ich die Werkstatt verlassen wollte, stellte ich mich vor den Brennofen, sprach laut, du hast abgeschaltet, du kannst jetzt gehen, es ist alles in Ordnung. Dann ging ich zur Tür, zog mich an, von der Tür aus ging ich zurück zum Ofen, sah auf den Zeiger, der auf Null stand, strengte mein Gehör an, bemühte mich um Konzentration. Kein brummendes Geräusch. Ich konnte gehen. Vor der Gartentür blieb ich stehen, kehrte noch einmal um, und die ganze Zeremonie begann von neuem. Ich war verrückt, das war nicht normal. In der S-Bahn versuchte ich, mich abzulenken, sah aus dem Fenster auf die großen Bäume des Parks, suchte mit den Augen die Plastik auf dem Friedhof, an dem ich vorbeifuhr. Wenn ich zu Hause angekommen war, ging ich sofort ans Telefon, rief meine ehemalige Lehrmeisterin an, die in dem Haus über der Werkstatt wohnte. Etwas albern lachend sagte ich: »Ich bin gerade zu Hause angekommen, bitte, ich bin sicher, ich habe den Ofen abgeschaltet, aber Sie würden mir einen großen Gefallen tun, wenn Sie nachsähen. Nur wenn es Ihnen nichts ausmacht, sonst fahre ich noch einmal hin. Sie wissen ja, wie das ist.«
Ja, sie kannte das Gefühl der Unruhe und hatte mir davon erzählt, .....
Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
1. Auflage 1987
2. Auflage 1988
3. Auflage 1989







