03 Juni 2020

Sigmar Schollack: Der Neue aus der 106



Nickel Bräutigam zieht um, zwar nur wenige Busstationen weiter, doch: Aus dem vertrauten Kietz geht's in ein Neubauviertel, in dem man sich kaum guten Tag sagt; vorher lebte Familie Bräutigam zu dritt, nun haben sich die Eltern endgültig getrennt - Nickel kann das nicht begreifen; und die neue Klasse, Mitschüler wie Lehrer, macht Nickel das Leben schwer. Nein, Sich-Abfinden ist nicht Nickels Art, er wehrt sich, läßt sich nicht von all den Widrigkeiten zur Maus machen, er ersinnt Einfälle und setzt sie in die Tat um. Zugegeben, die klügsten sind es nicht, doch bleiben sie auch nicht wirkungslos. Nickel sorgt für Unruhe im Haus, in der Familie, in der Schule. Es gibt kleinen und großen Ärger. Aber Nickel findet dabei in neuer Umgebung sein Zuhause.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 1. Auflage 1979

02 Juni 2020

Günther Krupkat: Nabou


Hervorragende, aber auch eigenwillige Wissenschaftler nehmen an der ersten geonautischen Expedition teil. Das Schiff Sindhbad soll zehntausend Meter unter den Grund des Mittelmeers vordringen und bei der Untersuchung des Erdmantels die technischen Anlagen und wissenschaftlichen Geräte erproben.
Pertenkamp, der als deutscher Geologe an der Fahrt teilnimmt, faßt eine tiefe Neigung zu Dr. Yamina Farah, der jungen Ingenieurin für Strahltechnik. Yamina aber hängt in schwärmerischer Verehrung an Nabou, dem arabischen Expeditionsleiter, dem genialen Konstrukteur der Sindhbad, dessen übermenschliche Eigenschaften Bewunderung wie Ablehnung hervorrufen.
Phantastische Abenteuer unter der Erde, dramatische Auseinandersetzungen in Konfliktsituationen, Probleme der Wissenschaft und Technik von morgen und eine verblüffende Lösung verleihen dem Geschehen eine starke Spannung.

Verlag Das Neue Berlin, 1. Auflage 1982 (1976)
SF Utopia
DDR 5,80 M

Arkadi und Boris Strugazki: Die dritte Zivilisation

Fern von der Erde formen Arbeitsgruppen irdischer Raumfahrer die Natur eines Planeten um. Er soll zur neuen Heimat für eine menschenähnliche, doch noch wenig entwickelte außerirdische Zivilisation werden. Der beispiellosen Größe dieser kosmischen Hilfsaktion sind die technischen Möglichkeiten angemessen, für die im 22. Jahrhundert interstellare Reisen kein Problem mehr sind.
Kein Wunder also, wenn der Kybertechniker Stas Popow zu Beginn seiner Erzählung mitteilt, wie wenig aufregend ihm die Arbeit am Übersiedlungsprozeß erschien. Was konnte auf solch einem leeren, öden, fast leblosen Planeten schon passieren.
Doch gerade er, Stas Popow, Herr über drei halborganische Arbeitsroboter, wird mit dem Unbekannten konfrontiert: Er hört unheimliche Geräusche, sieht Phantome, zweifelt an seinem Verstand, bis auch andere Kosmonauten seiner Arbeitsgruppe unerklärliche Vorgänge bemerken und schließlich der Urheber jener Rätsel selbst auftaucht - "der Kleine", ein Menschenkind, das als einziger Überlebender eines vor Jahren gescheiterten irdischen Raumschiffs auf dem Planeten aufgezogen wurde. Von wem? Wer hat seinen Körper so grotesk deformiert und ihn mit Fähigkeiten ausgestattet, über die kein Mensch verfügen kann? Ist der scheinbar leere Planet nicht doch bewohnt?
Er ist es, und die Menschen setzen alles daran, den Kontakt zu den Planetenbewohnern zu erzwingen - ebenso hartnäckig, wie jene dem Kontakt ausweichen. In diesem Kampf gibt es keine Sieger, doch beinahe ein Opfer. Beinahe, denn die humanistische Verantwortung der Menschheit läßt kein solches Opfer zu.

Verlag Das Neue Berlin
1. Auflage 1975
2. Auflage 1985
Schutzumschlag und Illustrationen: Jutta Hellgrewe

Alexander Kröger: Sieben fielen vom Himmel




Sieben Kosmonauten sind mit einem Landeschiff in einem fremden Planetensystem unterwegs; sie erkunden den Mond eines Riesenplaneten. Als sie zurückkehren wollen, müssen sie feststellen, daß ihr interstellares Raumschiff plötzlich verschollen ist. Sie steuern einen vermutlich bewohnbaren Planeten des Systems an, werden aber enttäuscht. Erst der der Sonne nächstnähere Planet bietet für sie Lebensbedingungen. Ihre Treibstoffreserven sind jedoch erschöpft; werden sie den wasserreichen, von dichter Lufthülle umgebenen Planeten erreichen? Unter großen Schwierigkeiten gelingt das gewagte, lebensnotwendige Experiment. Mit Fallschirmen gehen sie in unwegsamem Urwald nieder – der Erfahrenste von ihnen, Mangk, landet weitab und bleibt verschollen. Und dann sehen sie die Primaten des Planeten: nackte, ohne jede Technik lebende, aber ihnen ähnliche Wesen. Über Mangk bekommen sie doch noch Kontakt zu intelligenteren, die Raumfahrt schon beherrschenden Bewohnern des Planeten. Zunächst aber sind ihre Erfahrungen mit jenen vernunftbegabten Wesen nicht sehr gut…

Verlag Neues Leben Berlin
Spannend erzählt Nr. 86
Illustrationen: Karl Fischer

Robert Stiller: Der kleine fahlgelbe Haifisch



Buchbeginn
Wie alle wissen, sind Haifische gefährlich, widerwärtig und unbarmherzig. Einen Haifisch kann man nicht zähmen und man kann mit ihm nicht befreundet sein. Das alles ist richtig. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Denn es gibt auch so liebe Haifische wie den fahlgelben Kaehu. Ähnlich ist es unter den Menschen - es gibt gute und böse. Die ganze Schwierigkeit besteht darin, daß es gemeinhin nicht einfach ist, die Guten von den Bösen zu unterscheiden...

Krajowa Agencja Wydawnicza Warszawa 1976
Illustrationen von Gabriel Rechowicz

Lilo Hardel: Der freche Max




Buchausschnitt
Einmal warf er seiner Oma einen Bauklotz an die Stirn, als sie im Lehnstuhl am Fenster saß und ihm seine Strümpfe stopfte. Als der Vater nach Haus kam, sperrte er ihn dafür im Badezimmer ein. Da räumte Max das weiße Schränkchen aus, in dem der Puder, die Zahnpasta und das Haarwasser waren. Er schmierte sich Mutters Puder auf die Backen und bestrich seine Locken mit Zahnpasta, so daß sie ganz weiß wurden. Danach drehte er alle Hähne auf und ließ das Wasser in die Wanne und in das Waschbecken laufen. Dann rief er laut: "Es läuft über, es läuft über, der Max muß ertrinken!"

Der Kinderbuchverlag Berlin  5. Auflage 1955
Illustrationen von Ingeborg Friebel

Rudolf Bartsch: Der Mann, der über den Hügel steigt



Hauptmann Lohm, Mitarbeiter der Morduntersuchungskommission im Präsidium der VP, besitzt nicht nur Erfahrung und Sachkenntnis, sondern auch ausgeprägtes Gespür für Dinge unter der Oberfläche.
Er hat den Mord an einer Frau aufzuklären. Ungewöhnliche Tatumstände deuten darauf hin, dass ein dem Opfer Nahestehender das Verbrechen begangen hat. - Der Ehemann, Zinn, hatte jedoch keine Gelegenheit zur Tat und kein Motiv. Ein Liebhaber scheint im Spiele zu sein. Zinn aber schließt diese Möglichkeit energisch aus; er führte eine harmonische Ehe. Doch warum lebte das Ehepaar in der Großstadt Berlin wie auf einer Insel?
Diese Fragen werden unwichtig, da sich überraschend der Mörder findet. Ist das schon die Lösung? Lohm forscht weiter. Er entdeckt etwas, womit er nicht gerechnet hat, entdeckt Hintergründe, entdeckt ein verborgen gehaltenes Leben...

Verlag Das Neue Berlin 3. Auflage 1974