04 Juni 2020

Tom Wittgen: Tiefenprüfung



Konrad Wehler, ein schwerkranker Mann, quält sich vor Eifersucht. In einem Moment höchster Erregung beschließt er, seinen Nebenbuhler zu beseitigen, ein für allemal. In der Nacht darauf muß Konrad Wehler ins Krankenhaus eingeliefert werden, seine Frau steht am nächsten Morgen vor Gericht, und der andere Mann wird in einem Lagerschuppen aufgefunden - erschlagen.
Eine Dreiecksgeschichte? Auch das. Wie und wo diese Affäre jedoch noch mit Angelegenheiten anderer Personen in Berührung oder gar Kollision kommt, versucht Astrid Funke, Leutnant bei der Kriminalpolizei, herauszufinden. Dank ihrem Einfühlungsvermögen gelingt es der jungen Frau, jenen Ariadnefaden zu packen, der ihr hilft, ein Knäuel raffinierter betrügerischer Manipulationen größten Ausmaßes zu entwirren.

Verlag Das Neue Berlin, 1. Auflage 1978
DIE-Reihe

Walter Püschel: Die Trommel des Mahdi



1881 - Die Kriegstrommel des Mahdi dröhnt: Sie ruft alle Glaubenskämpfer zur Befreiung des Sudan von der Fremdherrschaft. Mustapha Effendi alias Gustav Sommer wird aus Liebe zu Hassina, der Tochter eines arabischen Kaufmanns, in diesen Krieg und damit in gefährliche Abenteuer verwickelt. Um Hassina zu erringen, übernimmt der junge deutsche Schiffsingenieur einen Auftrag seines künftigen Schwiegervaters, der ihn durch das Kampfgebiet in den Süden des Landes führt. Er befreit eine Negersklavin, wird in seltsame Elfenbeingeschäfte verwickelt und ist als Kundschafter des Mahdi tätig. Daß er zugleich in die Pläne des deutschen und englischen Geheimdienstes einbezogen wird, macht seinen Auftrag nur noch schwieriger. Als er sich endlich am Ziel seiner Wünsche glaubt, gerät sein kleines privates Glück abermals in die Mühle der Kolonialpolitik.

Illustrationen von Horst Bartsch

Verlag Neues Leben Berlin
Spannend erzählt Band 113

1. Auflage 1973
2. Auflage 1975
3. Auflage 1981
4. Auflage 1988

1975 auch erschienen im Buchclub 65

03 Juni 2020

Honoré Balzac: Die Frau von dreißig Jahren



BALZAC (1799-1850) schuf mit dem Roman "Die Frau von dreißig Jahren" eines der meist gelesenen Werke der "Menschlichen Komödie". Trotz einer gewissen Uneinheitlichkeit (der Roman war aus sechs Erzählungen hervorgegangen, die zwischen 1830 und 1834 zumeist unabhängig voneinander veröffentlicht wurden) und trotz einiger Passagen, die an Balzacs Kolportageromane aus den 20er Jahren erinnern, hinterläßt das Werk einen starken Eindruck: In ihm wird mit tiefem psychologischen Einfühlungsvermögen das Seelenleben einer unverstandenen Frau analysiert.
Julie d' Aiglemont, mit Zügen der Madame de Berny, Balzacs mütterlicher Freundin, ausgestattet, sieht sich in ihren Illusionen betrogen und von ihrer Ehe mit einem "mittelmäßigen, egoistischen Mann ohne Zartgefühl" enttäuscht. Sie durchbricht den bürgerlichen Moralkodex und versucht, sich ein glücklicheres Leben zu schaffen.
Balzacs Roman ließ die Frau von dreißig Jahren zu einer literarischen Figur werden, die uns unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zunächst in Flauberts "Madame Bovary" wiederbegegnet.

Reclams Universal-Bibliothek Nr. 189, 4. Aufl., 1964
Erzählende Prosa

Peter Lovesey: Detektiv in Boxerhosen



Peter Lovesey schreibt Kriminalromane besonderer Art. Es sind „Historiokrimis", in der Sportwelt, dem Schaugeschäft oder der Vergnügungsindustrie um 1880 in England angesiedelt. Ein Bild der spätviktorianischen Epoche mit ihrem Expansionsdrang und ihrer Prüderie, ihrem Erfindungsgeist und ihrer doppelten Moral entsteht, dessen Echtheit durch die Detailkenntnisse des Autors verbürgt wird. Die Verbindung dieses ungeschminkt dargestellten historischen Milieus mit einer spannenden, geschickt angelegten Kriminalhandlung verleiht den Romanen einen eigenen Reiz.
Mit Sergeant Cribb und Konstabler Thackeray hat Lovesey ein Detektivgespann geschaffen, das zwar weder so berühmt ist wie Sherlock Holmes und Dr. Watson noch deren nachtwandlerische Sicherheit besitzt, aber in seiner nüchternen und manchmal auch etwas biederen Tüchtigkeit um so lebensechter wirkt.
Der „Detektiv in Boxerhosen" allerdings heißt Henry Jago und wird von Cribb in dieser seltenen Verkleidung in das Landschloß Radstock Hall eingeschleust, wo Kämpfer für das zwar bereits verbotene, aber illegal und gewinnbringend weiter betriebene Preisboxen ohne Handschuhe trainiert werden. Schon damals gedieh die unheilige Allianz von Sport, Geschäft und Unterwelt, die noch heute dem Berufsboxen nicht ganz fremd ist. Die Spur nach Radstock Hall begann mit einer aus der Themse gefischten Leiche ohne Kopf. Der schlagfertige Detektiv spielt (und boxt) seine Rolle gut, doch am Schluß ist es wieder Cribb, der dem richtigen Mann die Handschellen anlegt, die Jago schon an den eigenen Gelenken zu spüren glaubte.

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1. Auflage 1974
bb-Reihe, Nr. 306, 1974

Johannes Tralow: Malchatun



In diesem Roman erleben wir die Gründung des Türkischen Reiches im ausgehenden 13. Jahrhundert. Der Aufstieg des kleinen Stammesfürsten Osman ist eng verknüpft mit seiner Liebe zu Malchatun, der Tochter des großen islamischen Gelehrten Edebali. Die ruhige und entschlossene Frau hilft durch Tapferkeit und Klugheit, die Macht des Herrschers zu vergrößern, und legt mit ihm den Grundstein zu dem großen Osmanischen Reich. Noch eine andere Frau spielt in dem außergewöhnlichen, abenteuerreichen Leben Osmans eine hervorragende Rolle. Es ist Nilufer, die christliche Nichte des seldschukischen Großgrundbesitzers Kir Salmenikos, die ihrer Liebe zu Osman freiwillig entsagt.
Tralows Darstellung erinnert oft an die Erzählungen aus "Tausendundeiner Nacht". Auf einer gründlichen Sachkenntnis fußend, die er sich auch auf früheren Reisen durch persönliche Anschauungen erworben hat, vermag der Dichter die uns fremde, aber heute mehr denn je interessierende Welt des Vorderen Orients in packende Einzelszenen, die sich zu einem imposanten Gemälde von kolossalem Ausmaß zusammenfügen, vor Augen zu führen. Auch die Eigenheiten seines um die Ausschöpfung und Plastizität unserer Sprache bemühten Stils ergeben einen besonderen Reiz. Tralow behält die wichtigsten Fäden seiner Fabel immer in der Hand und vermag den Leser daher zu einem vielleicht überraschenden, aber doch verständlichen und befriedigenden Ende zu führen.

Verlag der Nation Berlin, 8. Auflage 1981

Piotr Guzy: Der nächste fährt 22.25



Stefan Soltecki ist nervös. Immer wieder blickt er auf die Uhr. Er muß schnell handeln. Soltecki kennt keine moralischen Bedenken. Es ist Angst, die ihn nervös macht. Schon über ein Jahr steckt er in der Sache...
Während Wrona den kleinen Fotoapparat in die Tasche zurücklegt, warnt ihn Janina, „keine Dummheiten zu machen". Er solle den Ingenieur in Ruhe lassen. Sie liebt Soltecki.
Es ist 22.25 Uhr. Der Zug nach Szczecin setzt sich in Bewegung. Kommissar Skiba springt auf...
Im Dunkel der Nacht ringen verbissen zwei Männer auf dem Dach eines D-Zug-Wagens. Ein Schrei des Entsetzens - Wrona stürzt ab. Endlich frei! denkt Soltecki. Da erblickt er Kommissar Skiba über sich.

1. Auflage 1957
Ins Deutsche übertragen von Kurt Kelm
Kompass-Bücherei 66

Horst Boas: Der Mörder kam aus dem Toten Mann



Ein Verbrechen an einem ungewöhnlichen Tatort ist geschehen: ein Bergmann wurde unter Tage getötet. Nach der Aufnahme der Ermittlungen werden weitere Verbrechen begangen.Die Vorgänge werden zu einer bitteren Erfahrung und harten Probe für den jungen Kriminalbeamten Stephan, der gezwungen ist, auf eigene Faust Aufklärung in die mysteriösen Vorfälle zu bringen.

Greifenverlag Rudolstadt