20 Juni 2021

Jürgen Lehmann: Begegnung mit einem Zauberer

Die Begegnung mit dem Zauberer aus dem Wanderzirkus läßt den Lehrer Kampe einen schwerwiegenden Entschluß fassen. Und von diesem Tage an werden die Kinder im Zirkus vergebens auf die kleinen Wunder der Fingerfertigkeit warten. Merin findet ein leeres Haus vor und wollte doch gerade heute seine Frau malen. Aber er ist auf dem Weg zu ihr und zu seinem Bild.

Und was wäre einfacher, als ein Zeitungsporträt zu schreiben von einem Freund. Doch da beginnt der Befragte plötzlich, von einer fremden Frau zu erzählen.

Das Begreifen der Verantwortung für den Mitmenschen, die Suche nach der eigenen Lebensmöglichkeit sind Fragen, die in diesen und anderen Erzählungen immer wieder anklingen.

Poesievoll und mit behutsamer Ironie erzählt Jürgen Lehmann Geschichten über Tage im Leben unterschiedlicher Menschen.

Diese Erzählungen lösen Mitdenken und Mitfühlen aus: Es sind ungewöhnliche Schicksale, die der Autor im Alltäglichen findet. Und vor allem: Es ist unverwechselbare DDR-Wirklichkeit.

Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1976
Schutzumschlag: Volker Pfüller

 

19 Juni 2021

Viktor Rosow: Auf der Suche nach Freude – Stücke


 Viktor Rosow (geb. 1913), sowjetischer Dramatiker: Er hat nur einmal „Eine alltägliche Geschichte“ geschrieben – sie geht auf einen alten Stoff Gontscharows zurück -, aber er hat in allen seinen Stücken Alltagsgeschichten ins Licht der Rampe gerückt, um in der verfremdenden Beleuchtung das Interessante an ihnen zu entdecken und das Falsche, Verdrehte sichtbar und damit überwindbar zu machen. Seine kompromißlosen Helden sind immer „unterwegs“, sie spüren mit instinktiver Sicherheit überall jenen Feind unseres gesellschaftlichen Lebens auf, den wir Spießertum nennen und der als Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, als unschöpferisches Beharren und Feindlichkeit gegen Neues, Unerprobtes in allen Bereichen offen oder versteckt sein Unwesen treibt. Sie finden ihn, bekämpfen ihn, und sie lassen sich nicht entmutigen, „auf der Suche nach Freude“ zu beharren.

Reclams Universal- Bibliothek 578, 1974
Dramatik
Stücke

S. W. Pokrowski: Ao, der Mammutjäger


 Noch heute findet man in dem vereisten Boden der nördlichen Tundra Wohnstätten der Steinzeitmenschen und Skelette riesiger Mammute. Diese Funde sind Zeugen einer Zeit, in der Ao und sein Geschlecht ihr Leben behaupteten.

Das Mammut, das für die Jäger Nahrung bedeutete, jagten sie mit der Kühnheit der Naturmenschen, die nur Furcht vor bösen Geistern kannten. Der schlaue Zauberer Kuolo nutzt diesen Aberglauben für sich aus und hält die Menschen in Angst und Schrecken. Ao und seine Gefährten fliehen vor ihm zu dem Großen Eis und erlegen ein Mammut, dessen blutiges Herz sie essen.

Nun hat, einer Überlieferung zufolge, der Zauberer seine Macht über sie verloren. Sie kehren in ihre Siedlungen zurück und töten Kuolo, der Zwietracht in die Gemeinschaft der Menschen hatte tragen wollen.

Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, 1969

Helmut Bürger: Auf nach Mauretanien


 Rentz war sich ganz sicher, als er Edda beruhigte: „Kollegin Brandt – die kenne ich. Die hat Verständnis.“ Was war denn schon passiert. Eine Kollegin hatte sich verspätet. Und ein Streich war inszeniert worden. Streiche würde es in der Schule immer geben.

Rentz hätte voraussehen müssen, daß Sieglinde Brandt der Absolventin Edda Stein ablehnend gegenüberstehen würde. Noch ahnt er nicht, wieviel Unruhe durch Edda über ihn hereinbrechen wird, wie sehr er sein bisheriges Leben in Frage stellen muß. Erst allmählich begreift er, daß er nahe daran war, seinen Kindheitstraum von Mauretanien aufzugeben: immer wieder Neues zu entdecken und sich neue Ziele zu setzen. Und er braucht lange, ehe er sich für eine der beiden Frauen entscheiden kann und sich darüber klar wird, was für ihn Glück bedeutet.

Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale), 1976
Schutzumschlag: Heinz Handschick

Schönfelder, Wirzberger: Amerikanische Literatur im Überblick

Amerikanische Literatur im Überblick gibt in knapper, allgemeinverständlicher Form eine Darstellung der wesentlichen literarischen Entwicklungslinien der letzten hundert Jahre, die als eigenständigste Epoche in der Literaturgeschichte der USA gelten können. Vom Romantizismus über den kritischen Realismus eines Mark Twain und Howells, den psychologischen Roman eines Henry James und den Naturalismus eines Crane und Norris bis hin zu der „Verlorenen Generation“ nach dem 1. Weltkrieg, den großen bürgerlichen Realisten unseres Jahrhunderts und den vielfältigen heterogenen Strömungen der jüngsten Zeit entsteht das Bild einer reichen Nationalliteratur von Weltgeltung. Dabei werden aus der neueren Zeit neben so bekannten Autoren wie London, Dreiser, Hemingway, Steinbeck, Wolfe, Arthur Miller, Salinger eine Fülle anderer, uns z. T. weniger vertrauter genannt und wie die ersteren in einer Interpretation ihrer Hauptwerke kritisch gewürdigt. Ein Register erleichtert die Orientierung. Eine Auswahlbibliographie gibt Hinweise zur weiteren Beschäftigung mit dem Gegenstand.


Reclams Universal Bibliothek 373, 1968
Sprache und Literatur – Literaturgeschichte

 

Eduard Claudius: Als die Fische die Sterne schluckten

Die Märchen, Sagen und Legenden vom einfachen Leben der Bauern und Hirten aus dem fernöstlichen Annam sind voll wunderbarer Begebenheiten. Tiere vermögen mit menschlichen Zungen zu reden und vernunftbegabt zu handeln, Götter betreten die Erde und werden in menschliche Händel verstrickt, vom „himmlischen Jadekaiser“ bestraft oder belohnt wie Menschen und Tiere. Bauern und Fischer, Kaufleute und Priester, Liebende und Waisen, Mandarine und Könige, Soldaten und Jäger wie Büffel, Tiger und Schlangen agieren in einer faszinierenden exotischen Märchenwelt.

Die schöpferische Phantasie der Erzähler versucht das Geheimnis der Natur und des Menschen durch Tier- und Pflanzensymbole poetisch zu entschlüsseln. In ihrer folkloristischen Substanz geben die Legenden und Sagen zugleich einen tiefen Einblick in Mentalität, Sitten und Gebräuche, in die Vielfalt und Farbenpracht der alten Kulturen Kampucheas, Laos‘ und Vietnams. Eduard Claudius, der diese oft nur mündlich überlieferten Märchen, Sagen und Legenden an den Ufern des Mekong und des Roten Flusses gesammelt hat, trug auch die Drucke in der Art chinesischer Neujahrsbilder zusammen, die den Band zugleich zu einem wertvollen und schönen Beitrag des Verständnisses uns tief verbundener Völker macht.

Mitteldeutscher Verlag Halle 1976

 

Horst E. Rudolph: Angelführer DDR

Vorwort

Die hiermit vorliegende Beschreibung von rund 200 Angelsportrevieren der DDR berücksichtigt Gewässer, die vom Angelsportlichen her interessant erscheinen und auch wegen ihrer Bedeutung für die Erholung zu empfehlen sind. Außerdem wurde die Auswahl davon bestimmt, daß möglichst verschiedenartige Gewässertypen mit den unterschiedlichsten Fischbeständen vertreten sind. Von diesen Gesichtspunkten aus wie auch wegen der geographisch bedingten Verteilung der Gewässer in der DDR ergibt sich, daß einige Landschaften unserer Republik stärker, andere nur in geringerem Maße berücksichtigt wurden. Dazu kommt, daß aus den verschiedensten Gründen über einige an sich interessante Reviere nicht genug oder ungenügend gesicherte Informationen eingeholt werden konnten, andere dem sportlichen Angeln nicht zugänglich sind.

Selbstverständlich ist es im Rahmen dieser Zusammenstellung weder im Text noch in den Karten möglich, stets eine bis ins Detail gehende Darstellung zu geben. Diese Beschreibungen sind auch in erster Linie für Urlauber, nicht aber für die in der näheren Umgebung ansässigen Sportfreunde bestimmt, die sich sicherlich meist besser auskennen dürften.

Verlag und Autor sind sich bewußt, daß eine solche Darstellung Lücken aufweist und in einigen Fällen bei Erscheinen des Buches nicht mehr den aktuellen Stand widerspiegelt. Hinweise aller Art zur Verbesserung des Buches werden daher stets dankbar aufgenommen.

Horst E. Rudolph

Sportverlag Berlin, 1. Auflage, 1982