03 August 2021

Gotthold Gloger: Der gestohlene Berg


 Teil 1 und Teil 2

Die Männer und Frauen der Spessart-Dörfer Villach und Lettgenbrunn ziehen über die Felder. Weißgekleidete Ministranten gehen voran und schwenken die Meßgefäße. Der Pfarrer schreitet vor dem Kruzifix einher. Die gelbseidene Fahne der Prozession wird von der zwanzigjährigen Philomela Kleespieß getragen. „Maria, du Mutter Gottes, segne den Boden und beschütze uns.“ Die Bauern beten, daß ihre Dörfer von der Landbeschlagnahme verschont bleiben mögen. Aber in dem Deutschland Wilhelms II. gibt es mächtigere Kräfte als den lieben Gott. Der drohende Krieg, noch ehe er begonnen hat, nimmt den Menschen die Heimat, später nimmt er sie selbst. Auch der Verlobte Philomelas kehrt nicht mehr nach Hause zurück. Ihrer Jugend, ihres Glückes beraubt, geht Philomela nach dem Krieg nach Lettgenbrunn zurück, um die verwüsteten Äcker neu zu bestellen. Aber die Dörfer bleiben bedroht, und es wird noch lange dauern, ehe die Bauern des Spessart Mittel und Wege finden, um sich gegen neuen Landraub und neue Kriegsgefahr zur Wehr zu setzen.

Aufbau-Verlag Berlin 1961
Deutsche Volksbibliothek

Tania Blixen: Schicksalsanekdoten

Der Theologiestudent Saufe, der Kontakt zu den Engeln sucht, verliert durch die Liebe der Tänzerin Thusmu Glauben und Hoffnung und wird doch fortan "der Glückliche" genannt.

Die Meisterköchin Babette bekämpft als Kommunardin die Feinde des Volkes und trägt dennoch an der Sorge, ob die neue Zeit ihre Kunst genauso würdigen könne, wie die zum Genuß erzogenen aristokratischen Feinschmecker.

Mit Hilfe seines Geldes inszeniert der chinesische Teehändler Clay ein teuflisches Spiel. Aber die Gefühle der gekauften Akteure sind nicht feil, und Poul und Virginie erleben ihre eigene Geschichte.

Ungewöhnliche Begebenheiten erzählt Tania Blixen in den kunstreich geformten phantasievollen "Schicksalsanekdoten". Diese letzte - im Jahre 1958 - von der Autorin selbst herausgegebene Sammlung widerspiegelt die humanistische Grundhaltung und die künstlerische Gestaltungskraft der großen dänischen Dichterin.


VEB Hinstorff Verlag Rostock 1980
Aus dem Englischen von W. E. Süskin
Schutzumschlagentwurf: Eberhard Binder-Straßfurt 


02 August 2021

Werner Legère: Der gefürchtete Gaismair


 Buchbeginn

„Die paar Gäste in der Schankstube des Gasthauses ,Krone‘ in Sterzing heben die Köpfe, lauschen und setzen dann ihre Unterhaltung fort. Daß draußen der Wind arg an dem kunstvoll geschmiedeten eisernen Wirtshausschild rüttelt, nun ja, das tut er oft in den Wintermonaten, zu besagen hat es wenig. Er kündigt wahrscheinlich neuen Schnee an, vielleicht sogar in Massen, doch damit wird man fertig werden…“

Union Verlag Berlin, 1981

Wolfgang Kienast: Das Risiko der Perfektion

Sie waren zum Angeln verabredet, der Transportarbeiter Horst Reblaus und der Ingenieur und passionierte Heimelektroniker Manfred Raddatz. Doch Reblaus wartet vergeblich. Und weil die Polizei Ahnungen eines Unheils allein wegen einer versäumten Verabredung nicht als zwingendes Argument für eine Suchaktion akzeptiert, beschließt er, eben selbst nach dem Rechten zu sehen. Er steigt ein in die Wohnung des Freundes, und dort findet er ihn: ermordet und all seiner phonotechnischen »Schätze« beraubt. Wolfgang Kienast erzählt in seinem dritten Kriminalroman von einem beispiellos raffiniert inszenierten Verbrechen und den Problemen der K, den Herausforderer eines Schachspiels mit lebenden Figuren mattzusetzen. Wie in »Gillermanns Tod« und »Das Ende einer Weihnachtsfeier« nutzt er einen fiktiven »Fall«, um Alltägliches auf spannende Weise bewußtzumachen.

Verlag Das Neue Berlin
DIE – Delikte Indizien Ermittlungen

 1. Auflage 1988

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Es sah nach einem Raubmord aus, zweifellos. Manfred Raddatz schien friedlich dagesessen zu haben, hatte getrunken und offensichtlich nichts Böses geahnt. Eben da begannen die Ungereimtheiten. Jemand mußte bei ihm gewesen sein.... Jemand, schlußfolgert Leutnant Detlev Kühl, dem sein Sportsfreund Raddatz vertraute. Ein Bekannter, ein Freund sogar? Jedenfalls sein Mörder. Aber warum hatte der sich die Mühe gemacht, sein Opfer zu fesseln? Hieß das vielleicht, daß der Mord nicht eingeplant war?

Leinengebundene Ausgabe
Umschlag- und Einbandentwurf: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin

 1. Auflage dieser Ausgabe1989

Hans-Otto Dill: Erkundungen - 33 kubanische Erzähler

Moderne kubanische Prosa; entstanden im Laufe der letzten zehn Jahre. Dreiunddreißig Autoren melden sich zu Wort; neben den Altmeistern Alejo Carpentier und Onelio Jorge Cardosa namhafte Vertreter der mittleren Generation, jedoch auch eine Reihe junger Erzähler. Ihre Welt ist jenes Inselland in der Karibischen See, das eine große Revolution durchfocht und seine Errungenschaften gegen äußere und innere Feinde verteidigte. Das Engagement der Menschen und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber dem Neuen schlug sich, allerdings vermittelt und ohne Deklamation, auch in der Literatur nieder. Die Schriftsteller erschließen ihre Alltagsrealität mit wachem Sinn für Kontraste und Schönheiten, greifen, der kubanischen Tradition folgend, gern auf das reiche Volksleben mit seinen Sitten, überlieferten Glaubensvorstellungen, Legenden und Mythen zurück. So vermag eine phantastisch-märchenhafte Erzählung oder eine symbolhaft verknappte Geschichte ebensoviel über das heutige Kuba auszusagen wie eine kritisch-ironische Selbstbefragung oder ein fesselnder Bericht über Kämpfe mit konterrevolutionären Banditen. Die Beiträge, in denen sich Beobachtungsgabe und schöpferische Phantasie zu einer fruchtbaren Einheit verbinden, setzen sich humorvoll-poetisch, sachlich nüchtern oder satirisch mit einer Wirklichkeit auseinander, die, in Entwicklung begriffen, nicht frei ist von Widersprüchen und Problemen.

Verlag Volk und Welt Berlin, 1976
 

Grzegorz Fedorowski: Berühmte Mediziner


 Erste Sätze

Die Geschichte der Medizin ist sehr alt. So alt wie die Menschheit selbst. Das größte Problem des Menschen seit Anbeginn seiner Existenz war die Erhaltung des Lebens; auf ihn lauerten Krankheiten, oft geheimnisvoll und schrecklich, hinter denen sich der Tod, jener unerbittliche Feind, verbarg. Deshalb interessierte sich der Mensch seit langem für seine Krankheiten, obschon er meist nicht in der Lage war, die Ursachen ihres Entstehens zu begreifen und vieles den übernatürlichen Kräften, Dämonen, guten und bösen Geistern zuschrieb…

Verlag Nasza Ksiegarnia Warszawa 1981

Marie von Ebner-Eschenbach: Ausgewählte Erzählungen


 Inhalt des ersten Bandes

Die Großmutter

Die erste Beichte

Bozena

Die Freiherren von Gemperlein

Margarete

Der Kreisphysikus

Krambambuli

Der Muff

Komtesse Muschi

Die Resel

Er lasst die Hand küssen


Inhalt des zweiten Bandes

Das Gemeindekind

Die Spitzin

Ein kleiner Roman

Die Totenwacht

Ein Verbot

Maslans Frau

Der Vorzugsschüler

Eine dumme Geschichte

Die Visite

Unverbesserlich

Der Erstgeborene

Die Sünderin


Rütten & Loening Berlin 1981 (Erster Band), 1985 (Zweiter Band)