Bücher und Schriftsteller, die in der DDR gelesen wurden. Schaut bitte nicht nur danach, ob hier jeden Tag Beiträge auflaufen, nutzt diesen Blog auch wie ein Lexikon. Er ist ein Langzeitprojekt, da ist es sicherlich verständlich, wenn zwischendurch immer mal wieder pausiert wird. Sei es, um nicht die Lust daran zu verlieren, aber auch, weil die Beiträge auch regelmäßig vorbereitet werden müssen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Stöbern und Erinnern oder neu entdecken.
09 Mai 2023
Gisela Karau: Familienkrach
Verlag Neues Leben, Berlin 1988
Schutzumschlag und Einband: Gerhard Medoch
1. Auflage 1988
2. Auflage 1989
08 Mai 2023
Hermann Hesse: Der Steppenwolf
Ich kann und mag natürlich den Lesern nicht vorschreiben, wie sie meine Erzählung zu verstehen haben. Möge jeder aus ihr machen, was ihm entspricht und dienlich ist! Aber es wäre mir doch lieb, wenn viele von ihnen merken würden, daß die Geschichte des Steppenwolfes zwar eine Krankheit und eine Krisis darstellt, aber nicht eine, die zum Tode führt, nicht einen Untergang, sondern das Gegenteil: eine Heilung.
Hermann Hesse (1942)
Aufbau-Verlag Berlin und Weimar2. Auflage 1986
Taschenbuch der Weltliteratur
Abbildung: Paul Klee "Offenes Buch"
Fjodor Dostojewski: Der Spieler
Dostojewski trennte sich später vonh Polina Suslowa. Er heiratete die Stenografin Anna Snitkina, der er diesen Roman im Oktober 1866 in sechsundzwanzig Tagen diktierte.
Reclams Universal-Bibliothek
Belletristik
Helle Carola Gärtner-Scholle: Der Tag beginnt
Buchvorstellung von Anne Robert
"Der Tag beginnt" ist nicht nur mein liebstes Kinderbuch, sondern war auch mein Erstes. Soweit ich mich erinnern kann. Leider sieht es auch dementsprechend aus: Die Seiten sind schon etwas lädiert, auch etwas vergilbt. Kein Wunder: Es war in der Kindheit mein treuester Begleiter, ganz besonders wenn ich krank war... und ich war als Kind sehr oft krank...
Der Titel sagt eigentlich alles: Die Stadt erwacht zum Leben und die Hauptfiguren sind Maus und ihr jüngerer Bruder Märten, die sich für den Kindergarten fertigmachen und dabei einige (alltägliche) Dinge erleben. Das Ganze ist in Reimform erzählt und beim wiederholten Lesen prägt man sich das Ganze wunderbar ein... einige Zeilen beherrsche ich auch heute noch...
Abel & Müller Verlag
1. Auflage 1956
5. Auflage 1963
Illustrationen: Fritz Baumgarten
Anita Wagner: Der Spatz in der Hand bin ich
Ich heiße Karoline, bin achtzehn und arbeite beim Jugendfunk. Daß Alexander und Michael mich für einen Spatz halten, stört mich nicht, aber daß sie mich nicht für voll nehmen, mißfällt mir sehr.
Verlag Neues Leben Berlin 1975
Illustrationen von Gisela Wongel
Theodor Fontane: Der Stechlin
"Wir kommen da eben von Ihrem Stechlin her, von Ihrem See, dem Besten, was Sie hier haben. Ich habe mich dagegen gewehrt, als das Eis aufgeschlagen werden sollte, denn alles Eingreifen oder auch nur Einblicken in das, was sich verbirgt, erschreckt mich. Ich respektiere das Gegebene. Daneben aber freilich auch das Werdende, denn eben dies Werdende wird über kurz oder lang abermals ein Gegebenes sein. Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben. Und vor allem sollen wir, wie der Stechlin uns lehrt, den großen Zusammenhang der Dinge nie vergessen. Sich abschließen heißt sich einmauern, und sich einmauern ist Tod. Es kommt darauf an, daß wir gerade das beständig gegenwärtig haben."
Reclams Universal-Bibliothek
Belletristik
07 Mai 2023
Ernst Weiß: Georg Letham - Arzt und Mörder
Buchanfang:
Es bleibt uns unvollkommenen Menschen nicht erspart, entweder als Angeklagte oder als Zeugen dem noch viel unvollkommeneren Weltprozeß beizuwohnen. Grausamkeit und Sinnlosigkeit sind das Ergebnis unserer Erfahrungen, und diese Beobachtungen wiederholen sich während der kärglichen Zeit unseres Daseins zum Überdruß. Dieser Grundwissenschaft gegenüber stellt sich keiner blind. Ewige Not des einzelnen, vergeblich durch rücksichtslosen Kampf aller gegen alle bekämpft – Schmerz, Leid der Seele, Qual des Körpers in unvorstellbarem Ausmaß, und dabei idiotische Kraft- und Materialvergeudung der Natur in dieser wohlgeordnetsten aller Welten – wer soll daraus klug werden?
Klug werden, wissend werden – man versucht es vom ersten bis zum letzten Tage – versucht es und erreicht es nie. Was soll ein denkender und willenskräftiger Mann also dann anstreben außer den augenblicklichen Genuß? Und was kann denn dieser Genuß anders sein als ein Rausch, den man, will man ihn wiederholen, ein jedesmal mit viel größeren Mengen des Rauschmittels herbeizwingen muß? Muß man aber jedesmal von neuem immer brutalere Anstrengungen machen, um sich das Dasein auch nur erträglich zu gestalten, dann wird jener Augenblick sehr bald gekommen sein, in welchem man sich gegen das Gesetz der Sozialität und menschlichen Solidarität vergeht, da man in die Rechte der anderen rücksichtslos eingreift, und nichts ist natürlicher, als daß sich diese anderen dagegen wehren und den Rechtsverbrecher unschädlich zu machen versuchen. .....
Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
Mit einem Nachwort von Dieter Kliche
Einbandgestaltung Peter Nagengast
1. Auflage 1982






