13 Februar 2021

Hans-Ulrich Lüdemann: Das verflixte Rollenspiel


 Der vierzehnjährige Roman Moor und sein Vater erfanden das Rollenspiel, um problematische Ereignisse in ihrem Leben zu besprechen. In der Rolle imaginärer Personen fällt es ihnen leichter, über ihre Schwierigkeiten zu reden, kommen sie der Wahrheit am nächsten.

Ein solch fiktives Gespräch führen der querschnittsgelähmte Maler und Bildhauer Karl Moor und sein Sohn Roman. Es geht um familiäre Anliegen und ihre Lösungsfindung – anrührend und von innerer Spannung.

Eine Fülle von Episoden menschlicher Schicksale und interessanter Wirklichkeitsbeobachtungen sind in die Handlung einbezogen, schließen historischen Anspruch nicht aus. Anforderungen, die diese Erzählung an junge Leser stellt, werden durch erheblichen Gewinn an Erkenntnissen und Einsichten aufgewogen.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 1. Auflage 1986

Martin Selber: Hanna und Elisabeth


 Farnholz strich sich über das Kinn, er schien zu überlegen. „Sie wohnen schon lange hier?“, fragte er unsicher. „Fast zwei Jahre“, sagte das Mädchen. Er schüttelte den Kopf. „Donnerwetter. Was man doch in seinem eigenen Revier für Überraschungen erleben kann.“ „Und was werden Sie jetzt tun?“, fragte das Mädchen. „Sie werden anrufen gehen, uns melden und abholen lassen. Eine wirkliche Heldentat, ich gratuliere.“

Wird Farnholz die Löwys verraten? Martin Selber erzählt eine spannende Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, in der sich eine Mädchenfreundschaft bewährt und auch Erwachsene tatkräftige opferbereite Solidarität üben.
 
All jenen tapferen Berlinern gewidmet, die es gewagt haben, jüdische Mitbürger
vor dem Zugriff der nazistischen Mordmaschinerie zu bewahren


Der Kinderbuchverlag Berlin
Illustrationen von Fred Westphal
Für Leser von 10 Jahren an
 
1. Auflage 1981
2. Auflage 1982

Walter Püschel: Das Schulschwein

Einbandtext:
Der frischgebackene Neulehrer Hadubrand Wolke kommt im Frühjahr 1946 in ein märkisches Glasmacherdorf, um den Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Er steckt voller Illusionen, unter anderem hofft er, eine Schulspeisung aufbauen zu können. Einen brauchbaren Tip für die erste Mahlzeit liefert das Mädchen Olly; sie weiß, wo Wildschweine zu finden sind. Um so ein schwarz gefangenes Schwein rankt sich die Geschichte.

Buchanfang:
Hadubrand Klauert war jung, noch keine zwanzig Jahre alt. Trotzdem war alles an ihm umgearbeitet. Seine Hose war aus einer amerikanischen Militärhose zurechtgeschneidert, das Jackett aus einer Uniformjacke, die noch vor einem Jahr im Soldatenjargon „Kaiserwilhelmgedächtnisrock“ geheißen hatte, weil sie bis hoch zum Halse mit Paradeknöpfen bestückt war, am Kragen und an den Ärmeln mit Paspeln und Silberstreifen verziert, einem Adler auf der Brust, also ein rechtes Schmuckstück. Für den, der sie anziehen mußte, war sie eine Zwangsjacke, und als Hadubrand Gelegenheit dazu fand, trennte er die Hälfte der Silberknöpfe ab und nähte sich einen bequemen Kragen. Die Gelegenheit fand er im Kriegsgefangenenlager; dort bekam er auch einen taubenblauen Fliegermantel. Um nach seiner Entlassung aus dem Lager nicht wie ein bunter Hund herumlaufen zu müssen, ließ Hadubrand Hose, Rock und Mantel schwarz färben. Die Mütze war schon schwarz, sie entstammte dem Arsenal einer Panzertruppe. Der feldgraue Holzkoffer war aus einer Munitionskiste umgearbeitet. Mit den Schuhen hatte er Glück, es waren dieselben, die man ihm Ende 1944 in der Kaserne verpaßt hatte, nur die Sohlen waren zweimal erneuert, zuletzt hatte ihm ein Dorfschuster für Zigaretten Stücke alter Autoreifen aufgenagelt. Hadubrand, nach Militärmaß nur einssiebenundsechzig, war nach dieser Umarbeitung genau einssiebzig; darauf war er stolz. Am stolzesten aber war er auf die Umarbeitung in seinem Kopf, die sogenannte Bewußtseinsveränderung. Es war tatsächlich auch die wichtigste Umarbeitung, denn Hadubrand war auf dem Wege nach Dubrauke, um in die Köpfe der Kinder neue Gedanken einzupflanzen. Da mußte man zuvor schon selbst neue Gedanken im Kopf haben.
Im Zug hatte Hadubrand von einem Frühstück aus Rühreiern mit Zwiebeln geträumt, jetzt träumte er von Spiegeleiern mit Bratkartoffeln. Dieser Traum half ihm, ein Bein vors andere zu setzen, die Traghand für den Koffer im Gehen zu wechseln und der Schlaflust zu widerstehen. Beharrlich träumte er sich nach vorn, Dubrauke zu.
„Dort lebst du wie die Made im Speck“, hatte der Schulrat gesagt. Der Vergleich gefiel Hadubrand nicht; denn eine Made kroch, und er wollte seinen Mann stehen. Satt sein, ja, das wollte er, auch .....

Illustrationen von Erich Gürtzig
Für Leser von 10 Jahren an

Der Kinderbuchverlag Berlin
1. Auflage 1981
2. Auflage 1982
3. Auflage 1985
4. Auflage 1986
5. Auflage 1989

12 Februar 2021

Paul Kanut Schäfer: Entdeckungsfahrt mit der "Beagle"


 

Lamarck, Darwin, Haeckel - das kampferfüllte Leben dieser drei großen Männer der Wissenschaft ist in diesem Buch eingefangen. Im Mittelpunkt steht Charles Darwin, der Mann, der die Lehre von der Entstehung und Entwicklung der Arten revolutionierte. Wir verfolgen seinen Lebensweg von den wohlbehüteten Kinderjahren bis zu seiner Weltreise auf der Dreimastbark "Beagle" und erfahren von den jahren unermüdlicher wissenschaftlicher Arbeit, deren Ergebnis einen triumphalen Erfolg über Aberglauben und Mystizismus brachte.
War Lamarck ein Vorgänger von Darwin, so ist Ernst Haeckel ein unerschrockener Verfechter der Darwinschen Lehre gewesen. Er hat nicht nur den Darwinismus weiterentwickelt, sondern sein großes Verdienst ist es, die Erkenntnisse der Wissenschaft durch populärwissenschaftliche Bücher den einfachen Menschen verständlich gemacht zu haben.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 7. Auflage 1963
Illustrationen von Gerhard Preuß
Für Leser von 12 Jahren an

Götz Eckardt: Peter Paul Rubens


 Nie hat ein Künstler eine Stellung eingenommen wie der Maler Peter Paul Rubens, kein anderer hat diese Stellung auch bei der Nachwelt behauptet wie er...

Mit 16 farbigen Tafeln und 50 einfarbigen Abbildungen.

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1979
Reihe "Welt der Kunst"

Karl Rezac: Abenteuer mit Archimedes


 Im Jahre 213 v. u. Z. verteidigte der griechische Gelehrte Archimedes die Stadt Syrakus mit von ihm erfundenen Kriegsmaschinen gegen die Kohorten des römischen Feldherrn Marcellus. Die Römer siegten, und Archimedes fand den Tod. Heute, nach 2000 Jahren, spricht niemand mehr vom Feldherrn Marcellus. Aber in allen Schulen der Welt werden die Lehrsätze des großen Griechen gelehrt.
Archimedes, Leonardo da Vinci, Guericke, Watt und viele andere haben dazu beigetragen, die Kräfte der Natur für die Menschen dienstbar zu machen. Von ihrem Leben und Schaffen erzählt Karl Rezac in packenden, lebensvollen Bildern.

Der Kinderbuchverlag Berlin, 5. Auflage 1970
Illustrationen von Karl Heinz Birkner
Für Leser von 12 Jahren an

Hans Becher; Christian Teller: Wanderatlas Schwarzenberg Johanngeorgenstadt


 Einführung

Landschaft und Klima

Der Kreis Schwarzenberg im oberen Erzgebirge liegt in einer Landschaft, die durch ihren Reiz jährlich viele Erholungsuchende anzieht. Hier zeigt sich dem Urlauber die Vielseitigkeit des Mittelgebirges mit ausgedehnten Waldungen, zahlreichen Flußtälern, aber auch mit Aussichtspunkten und historischen Stätten.

Der Charakter des Erzgebirges offenbart sich am deutlichsten, wenn der Wanderer auf einem der zahlreichen Aussichtspunkte steht und den Blick in die Weite schweifen läßt. Wellenartig reihen sich die grünen Bergrücken aneinander, wie ein wogendes Meer erscheint die Landschaft, hier und da unterbrochen von sauberen Dörfern und glänzenden Wasserspiegeln der Talsperren. 60 % des Kreises sind von Wald bedeckt. Die Sicht in die Täler, auch dann, wenn im Herbst die Nebel ziehen, ist unvergleichlich schön und bleibt in Erinnerung. Nicht umsonst schreibt E. G. Kolbenhever in der „Karlsbader Novelle", in der er die Reise Goethes mit Frau von Stein 1786 durch das Erzgebirge schildert: „Die Bergstadt schien wie ein Denkmal aus der welligen Landschaft gegen den Himmel aufgerichtet."

Der Tourist schätzt vorwiegend die Wanderungen, die von der in einem Talkessel liegenden Kreisstadt durch die nahen Waldungen führen. Ziele wie Morgenleithe, Jägerhaus oder das Erholungszentrum Waschleithe werden bevorzugt. Das hochgelegene Johanngeorgenstadt ist Ausgangspunkt für Wanderungen in die Gebiete Kleiner Kranichsee, Jugel, Auersberg, Riesenberg oder Rabenberg; von Ritters-grün aus erreicht man in kurzer Zeit Halbemeile, Tellerhäuser und den Westteil des Fichtelbergmassivs mit ausgedehnten Fichtenwäldern...

Tourist Verlag, 3. Aufl., 1987