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26 März 2025

Alfred Könner: Fertig macht sich Nikolaus

Buchanfang:
Fertig macht sich Nikolaus, um die Kinder zu besuchen, hat in seinem langen Bart schon den Duft von Pfefferkuchen.
Paul und Hanne putzen eifrig, und sie wienern, und sie schwitzen, spucken kräftig auf das Leder, daß die Schuhe prächtig blitzen.
Stellen sie dann vor die Tür:
Der von Paul ist ziemlich klein, der von Hannchen dafür groß. Da soll allerhand hinein.
Hanne aber kann nicht schlafen, wälzt im Bett sich hin und her. Was nun, wenn der Schuh zu winzig, wenn der Sack nicht würde leer?

Bilder von Ralf-Jürgen Lehmann 

Altberliner Verlag Lucie Groszer, Berlin
1. Auflage 1967 [1. - 15. Tsd.]
2. Auflage 1968 [16. - 30. Tsd.]

04 Oktober 2024

Ernst Keienburg: Ein Herz für Afrika – Mit Georg Schweinfurth ins Innere des Schwarzen Erdteils

Ich habe Afrika gesehen und habe es noch vor Augen, wie es ist, als das große Haus der Knechtschaft, nicht, wie es sein sollte, als das ungeheuere Gebiet einer freien Mitarbeit an den Gesamtaufgaben der Menschheit. An einem endlichen Siege der guten Sache sowie an der Zukunft des schwarzen Menschengeschlechts werde ich nie zweifeln!
Kairo, 22. März 1878
G. Schweinfurth


Buchanfang:
JUNGES HERZ AUF REISEN
„Georg... Jörg!“ Wo der Junge nur wieder steckt! Mit leisem Seufzen steigt Frau Luise die breiten Stufen des stattlichen Bürgerhauses am Rigaischen Rathausplatz zum 3. Stock empor, wo die Kinder und die Hausgehilfen ihre Räume haben. Feiner säuerlicher Weingeruch, der aus den Tiefen der Kellergewölbe aufsteigt, umfängt sie in dem lichten Treppenhaus. Vorsichtig klinkt Frau Luise das Zimmer ihres Jüngsten auf, des Gymnasiasten Georg Schweinfurth, um den, „kleinen Professor“, wie sie ihn in Gedanken oft nennt, bei seiner Lieblingsbeschäftigung zu überraschen. Denn sicher hockt der Gesuchte wieder in seine Bücher vergraben oder wie verhext über dem altersschwachen Mikroskop, das er sich neuerdings auf Grund verschwiegener Anleihen bei den älteren Geschwistern verschafft hat. Aber das geräumige Zimmer ist leer.
Kopfschüttelnd hält die Mutter von der Schwelle aus Umschau in dem seltsamen Gemach, das eher der Studierstube eines mittelalterlichen Adepten als der, „Bude“ eines Gymnasiasten gleicht. Bündel mit getrockneten Pflanzen hängen an den Wänden; auf dem Schreibtisch am Fenster geben sich Stapel von Büchern, Herbarien, Zeichengerät, ein Totenschädel, ein ausgestopfter Bussard und Einmachgläser mit Wasserpflanzen und Schnecken ein malerisches Stelldichein. In dem großen Terrarium auf dem Hocker sonnt sich eine schwärzlich-grüne Ringelnatter, Georgs letzte Bekanntschaft vom Düna-Ufer. Auch unter dem Bett regt es sich verdächtig: ein Igel kommt aus seinem Lager hervorgetrollt, hebt windend das spitze Schnäuzchen und trinkt schnalzend aus dem Milchschälchen, ehe er wieder in dem dämmrigen Schlupfwinkel verschwindet, wo er den hellen Sonnentag verschläft.
Frau Luise ist all dies Absonderliche nicht fremd. Die närrische Liebe ihres Jüngsten zu allem, was „Natur“ heißt, das Erwachen eines unbeirrbaren und kaum zu beeinflussenden Triebes Ihres Jungen zu allem, was die Erde sprießen und wachsen läßt – sie hat es vom ersten Tage an beobachtet. Ja mehr noch: sie ist seine Vertraute. Er kommt zu ihr und spricht sich aus, ganz ohne Rückhalt wie zu einem Freund, mit dieser ersten, reinen, hingebenden Begeisterung, die etwas Hinreißendes an sich hat. Ein Forscher will er werden eines Tages, in ferne Länder reisen, in seltsame, von Weißen noch nie betretene Himmelsstriche unter dem Äquator – die Wunder ihrer Vegetation, ihrer Tiere, ihrer Rassen und Landschaften wird er entdecken für die Wissenschaft so wie der große Alexander von Humboldt einst ausgezogen ist in die tropischen Urwälder am Orinoco, fünf Jahre lang durch die Wildnisse streifte oder in schmalem Indianerkanu unbekannte Flußläufe befuhr, die von Krokodilen und Stromschnellen wimmelten – wie er in wagemutigem Unternehmen den Chimborazo bezwang, als erster Mensch dieser Erde eine Gipfelhöhe von 5759 m erklomm, eingehüllt in nadelspitze Eiswolken - wie er dann heimkehrte, mit wissenschaftlichen Schätzen beladen und der Forschung gänzlich neue Wege wies! Ein solcher Mann zu werden, eine solche Tat zu vollbringen – wie schön müßte das sein! Es gibt ja noch so viel zu entdecken auf diesem Erdball!
Die Rätsel des Schwarzen Kontinents haben endlich auch die deutsche Forschung auf den Plan gerufen. Wer doch dabei sein könnte! Die „Terra incognita“, das „Unbekannte Land“, hat sich festgesetzt in dem Gehirn dieses Jugendlichen und geistert erregend durch seine Vorstellungswelt. Frau Luise spürt, wie es ihn gepackt hat, wie etwas in ihm aufgerissen ist, wenn er von seiner Zukunft spricht, mit kühnen, schwingenden Bewegungen seiner Arme und der rauhen, hastigen Knabenstimme. Wie groß und ernst seine Augen sind, die sonst so keck und schalkhaft blitzen können.
Frau Luise kann sich ihnen nicht entziehen. Vielleicht ist dies innere nahe Beieinander zwischen Mutter und Sohn deshalb, weil Georg ein Nachzügler ist, das letzte von neun Kindern, die sie geboren vierzehn Jahre nach der ältesten Tochter. Vielleicht aber steckt auch wirklich etwas Außergewöhnliches, Bedeutendes in dem schmächtigen Knaben mit dem buschigen Haarschopf über der eigenwilligen Stirn und der eindeutigen, oft ans Besessene grenzenden Willensbestimmtheit, die zuweilen etwas Beängstigendes hat. Seine reichen Anlagen, die oft nur allzu stürmisch in die Weite der Welt und des Wissens drängen, müssen mit liebender Sorglichkeit geleitet und geordnet werden, wenn der sonst höchst mittelmäßige Schüler, der außerdem eine anfällige Gesundheit hat, sich im Leben als Mensch und Wissenschaftler bewähren soll. Solche Gedanken bewegen unsere Frau Luise, Gattin des angesehenen Weinhändlers Georg Adam Schweinfurth zu Riga am Rathausplatz, während sie an diesem blaugoldenen Sonnentag des Jahres 1850 in dem „Naturalienkabinett“ ihres Sohnes auf dem Bettrand sich ein wenig Erholung gönnt von den mannigfachen Pflichten eines vielköpfigen Geschäftshaushalts. Die Sonne spaziert gemütlich durchs Zimmer und läßt die großen Blüten des Phyllokaktus auf dem Blumenbrett in prangendem Rot aufleuchten. Die ehrwürdige Domkirche meldet mit hallendem Schlag die elfte Tagesstunde; vom Markt her dringt gedämpfter Straßenlärm dieser betriebsamen Hafen- und Handelsstadt herauf in die dämmrige Kühle der Studierklause. Ein rechter Ort zur Sammlung und zum Sinnen.
Frau Luise ist von Hause aus keine grüblerische Natur. Ihr Leben liegt klar und offen vor ihr. Ihr Denken hat den Zug ins Große, doch stets gezügelt von einem praktischen Verstand, einer Lebenstüchtigkeit, die sie von ihren Vorfahren, meisterlichen Handwerkern der Schuhmacherkunst, die aus der brandenburgischen Altmark eingewandert sind, geerbt hat. Ihre selbsterworbene Bildung ist ungewöhnlich. In dem stattlichen, hohen Haus am Rathausplatz, dessen geistigen Mittelpunkt sie bildet, verkehren erlesene Geister, die auf Kunst- oder Vortragsreisen der regsamen Stadt an der Düna, am Treffpunkt zweier Kulturkreise, ihren Besuch abstatten. Ihr Gästebuch verzeichnet große Namen, und so manches Mal fährt Alexander, Georgs älterer Bruder, mit dem lackblitzenden Landauer zum Bahnhof, um irgendeine Weltberühmtheit als Logiergast abzuholen. Da waren Anton Rubinstein, der gefeierte Franz Liszt und später auch Eugen d'Albert sowie der polnische Geigenvirtuose Wieniawski, der die alte und die neue Welt mit seinem Spiel bezauberte, Henri Vieuxtemps, ein König der Konzertsäle vom Schlage Paganinis, und der urdeutsche Gervinus, der gelehrte Verfasser der „Geschichte der deutschen Dichtung“. Alle diese Männer von Künstlerschaft und Können fassen Respekt vor dem geistigen und menschlichen Rang ihrer Gastgeberin.

Inhalt:
Junges Herz auf Reisen .......... 7
Mungo Park, der Stromsucher .......... 23
Der Achte vom Großglockner .......... 31
Reifezeit .......... 38
Männer und Mächte .......... 48
Alfred Brehm Tierfreund am Nil .......... 54
Die „Wissenschaft mit der Dornenkrone“ .......... 62
Traum der Ferne .......... 73
Heinrich Barth der Deutsche, der in Timbuktu war .......... 79
Romantische Nilfahrt .......... 96
Liebe zu einem verfemten Land .......... 105
Wunderwelt des Roten Meeres .......... 112
Auf dem Gipfel der „Geisterburg“ .......... 127
Weiße Paläste schwarzes Elfenbein .......... 138
In den Wildnissen des Südens .......... 146
Über die Schwelle des Unbekannten .......... 169
Abenteuer in Ried und Rohr .......... 175
Der verwunschene Fluß .......... 186
Schwarz und weiß .......... 203
Das hohe Abenteuer .......... 219
Durch das Land der Kannibalen .......... 229
Am Hofe des braunen Cäsar .......... 244
Der Kampf gegen die schwarze Sphinx .......... 258
Nach Jahr und Tag .......... 286
Literaturverzeichnis .......... 297

Schutzumschlag und Einband: Ralf-Jürgen Lehmann

Verlag der Nation, Berlin
1. Auflage 1957 
 

16 September 2023

Götz R. Richter: Die Männer von der "Senegal"

Rudi Rotters Traum war es schon immer, Seemann zu werden. Und eines Tages ist es erreicht. Er geht auf große Fahrt nach Afrika. Nicht als Schiffsjunge zwar, wie er es ersehnt hat, sondern nur als Kajütenjunge, denn man hat ihn mit Schimpf und Schande vom Ausbildungsschiff gejagt. Aber der Ärger über diese Ungerechtigkeit verfliegt bald. Viel gibt es zu sehen, fremde Landschaften, fremde Menschen. Neue Bekanntschaften verdrängen die Erinnerung an die Kameraden. Besonders der Kapitän imponiert Rudi. Ein noch junger Mann, der zum erstenmal das Kommando führt. Dann kommt es zur Auseinandersetzung zwischen Kapitän und Mannschaft, und Rudi wird hineingezogen.

Verlag Neues Leben, Berlin
Spannend erzählt, Band 151


1. Auflage 1979
2. Auflage 1983
3. Auflage 1986
4. Auflage 1989

Illustrationen von Ralf-Jürgen Lehmann

Das Buch erschien 1956 im Paul List Verlag, Leipzig unter dem Titel „Schiffe, Menschen, fernes Land"

01 August 2023

Jan Kozák: Als Jäger in der Taiga

 Jan Kozák lebte mehrere Wochen als Gast eines sibirischen Jägers inmitten der Wildnis. Er lernte das Leben der Taigajäger kennen; im Winter ging er mit ihnen auf die Jagd nach Pelztieren, im Frühjahr jagte er Hirsche, und dabei hatte er viele abenteuerliche Begegnungen mit Wölfen, Bären und dem Vielfraß. Seine Eindrücke und Erlebnisse schrieb er in diesem Buch nieder.

Buchanfang
Auf Jagd an der Bambujka
Das also ist die Taiga! Als ich vor einigen Tagen in Prag das Flugzeug bestieg, wußte ich über sie gar nichts. Auch beim Schriftstellerverband in Moskau konnte man mir über den Ort meines Reiseziels kaum etwas sagen. Der Grund dafür war ganz einfach: Keiner meiner Gesprächspartner war in diesen weiten Räumen Sibiriens gewesen. „Das liegt irgendwo im nordöstlichen Zipfel der Burjatmongolischen Autonomen Sowjetrepublik, weit hinter dem Baikalsee. Dort gibt es Stellen, die noch keines Menschen Fuß betreten hat. Seien Sie daher nicht ungehalten, wenn nicht alles so ist, wie es sein sollte. Sie wollen ja die Taiga und das Leben der Jäger kennenlernen.“
In Ulan-Ude herrschte leichter Frost. Ich hatte bereits eine Reise von fast achttausend Kilometer Luftlinie hinter mir, als ich am 25. Oktober, genau zu Beginn der Pelztierjagd, erneut in ein Flugzeug kletterte.
In der AN-2 gab es keine Stewardeß mehr, die Bonbons angeboten hätte. Gemeinsam mit zwei Jägern, die ihr Gewehr zwischen den Beinen hielten, ihren Hunden und einer Gruppe Geologen saßen wir – mein Begleiter Daba und ich – wie in einem alten, unbeheizten Autobus auf den Bänken längsseits des Flugzeuges, der Innenraum war vollgestopft mit Gepäck, Säcken und Kisten. Die Sitze hatten keine Gurte. Als die Maschine auf Höhe ging, rutschte alles nach hinten weg zum Schwanz.
Kurz nach dem Start schaute ich aus dem Fenster und sah die Taiga. Mäßig hohes zerklüftetes Gebirge, bestanden mit Tanner und Zirbelfichten, stellenweise gähnten Kahlflächen. Daba, ein burjatischer Jäger, der mich bis Bagdarin begleiten sollte (er arbeitete in der Genossenschaftszentrale Burkoopsojus), verschwand in der Kanzel. Nach einer Weile bat mich der Pilot zu sich. Er hatte als Jagdflieger gedient, flog auf dieser Strecke bereits seit neun Jahren und kannte das Gelände genau. Ich saß in seinem Rücken an eine Eisenstange gelehnt, die verhinderte daß ich bei einem plötzlichen Schwanken unter die Mitreisenden und das Gepäck zurückfiel, und betrachtete durch die Glasnase der Kabine die Gegend. Wir flogen in Richtung Nordost. Etwa nach einer Flugstunde änderte sich die Taiga allmählich.
Zwischen zahllosen kleinen Teichen sah man immer häufiger Birken, niedrigen Strauchbewuchs und grasbestandene Ebenen. Der Rauhreif verlieh ihnen einen matten silbrigen Glanz. Die kleinen, von der Sonne beschienenen Flüsse waren noch nicht zugefroren.
Später wurde die Landschaft erneut hüglig, und in der Ferne tauchten Berge auf, deren Gipfel im Schnee glänzten. Jetzt flogen wir direkt gegen Norden, und unter uns breitete sich endloser, kahler, öder Wald aus. Die Taiga wurde spärlicher. Deutlich hoben sich ausgetrocknete steinige Wasserläufe ab, die nach Regengüssen und der Schneeschmelze mit Leben erfüllt werden. Kaum wahrnehmbar schlängelte sich ein schmaler Pfad, von Wild ausgetreten, im Gras zwischen Gebüsch dahin. Nur selten blinkte noch eine von steinigen Ufern gesäumte Wasserfläche. Die Landschaft voller Seen und Teiche lag offenbar hinter uns.
Dann erstarrten die Bäche und kleinen Flüsse, nahmen einen toten, ruhigen Glanz an. Die Taiga schien mir öde und leblos, gar nicht so wild, wie ich vermutet hatte. Sie lag unter mir wie verzaubert, trostlos und schroff. Und dennoch ging eine sonderbare rauhe Kraft von ihr aus. Das empfand ich selbst hier in der Luft, inmitten des Vibrierens und des Motorgeräuschs. Schon hier war ich von der düsteren Schönheit der wilden Natur erfüllt. Was erwartete mich hier?
Die Bergkuppen blieben links liegen, und wir gelangten in verschneites Gebiet. Wir flogen dicht über dem Boden. Ich suchte auf einem sonnigen Plateau nach Fährten und Bewegung. Als ich daheim in der Tschechoslowakei einmal über den Gebirgszug der Niederen Tatra flog, bemerkte ich im Schnee deutlich einen Fuchs; er lief sorglos über die ebene Fläche, die mit Spuren bestickt war wie ein Kopftuch. Äsende Rehe und Hirsche habe ich auf diese Weise mehrmals beobachtet.
Aber hier regte sich nichts. Den ganzen Weg über entdeckte ich nicht eine einzige Spur von Leben.
Nach drei Stunden Flug landeten wir in Bagdarin. Die Maschine setzte leicht, fast unmerklich wenige Meter von den Blockhäusern entfernt, auf. Die Sonne sah frostig weiß aus, und die Luft flimmerte. Aus den Schornsteinen stiegen weiße Rauchstreifen zum blauen Himmel; auf der Straße, von Gehsteigen aus Brettern gesäumt, liefen Laikahunde umher.
In der Siedlung aus gepflegten Blockhäusern gab es ein Krankenhaus und eine Internatsschule. Auch der Rat des Kreises hatte hier seinen Sitz. .....

Titel des tschechischen Originals: „Lovcem v tajze“  
Ins Deutsche übertragen von Bruno Liehm
Einband und Illustrationen: Ralf Jürgen Lehmann
 
Verlag Neues Leben, Berlin
BASAR

1. Auflage 1975
2. Auflage 1982

01 Februar 2021

Rudi Wetzel: Der Mann im Lodenmantel


 Dieser Bernhard, von dem er angenommen hatte, daß er einer der Ihren sei, hat ihm schon einmal vor Wochen einen Schreck eingejagt, der Mann mit dem Lodenmantel und dem Gamsbarthut, der aussieht wie der Prototyp eines Kriminalkommissars. Und jetzt lassen ihn die Polizisten ungestört passieren? Ist er also doch ein Verräter?

Der Autor erzählt authentische Geschichten: von einem wichtigen Verbindungsmann, der so erfolgreich Schwejk nachahmte, daß er als harmloser Dummkopf entlassen wird; von seinem eigenen blindwütigen Haß, der ihn fast handgreiflich werden ließ, und das nur, weil sein Zellennachbar, dieses geistig und charakterlich schwach entwickelte, kriminelle Individuum, ihn wochenlang beim Schachspiel matt setzte; von Franz, dem Großbauernsohn, der im Zuchthaus das politische Alphabet erlernte…

Wetzel bevorzugt das Anekdotische. In seinen fünfzehn Erzählungen beschreibt er, wie einfache Menschen Größe und Kraft entwickeln in ihrem Protest gegen den Faschismus.

Verlag Neues Leben Berlin 1978
Illustrationen von Ralf-Jürgen Lehmann

27 Mai 2020

Sieglinde Dick: Sattel im Gepäck



Als beste Nachwuchsreiterin beendet Sylvia Robin die Lehre im Rennstall Hoppegarten. Sie kann sich fortan ihr Leben ohne ihren Beruf und ohne Pferde nicht mehr vorstellen. Und doch läßt sie beides im Stich, als sie begreift, daß er zu Ende ist, der Traum vom großen Jockei.

Verlag Neues Leben Berlin 1975
Illustrationen von Ralf-Jürgen Lehmann
Kompaß-Bücherei Band 373