15 April 2020

Siegfried Schröder: Lokomotiven der Geschichte

"Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte" (Karl Marx)

Dieses Buch führt den Leser an zahlreiche Orte und in die verschiedensten Gegenden, in denen Geschichte gemacht wurde: in die Ebenen und Gebirge Italiens, in das Paris des 18. Jahrhunderts, nach Petrograd im bürgerlichen Rußland des Jahres 1917, nach Berlin im 19. und 20. Jahrhundert, in den Urwald Boliviens, nach England, nach Kuba.Weit spannt sich der Bogen geschichtlicher Ereignisse, die der Autor in anschaulicher Weise schildert: den Spartacusaufstand, die Große Französische Revolution von 1948, die Pariser Kommune, die Große Sozialistische Oktoberrevolution, die antifaschistisch-demokratische und sozialistische Revolution in der Deutschen Demokratischen Republik, die industrielle und die wissenschaftlich-technische Revolution. Immer geht es dabei um die Frage: Was ist eine Revolution? Wie entsteht eine Revolution, wie wird sie gemacht? Welche sind die treibenden  Kräfte vor, in und während einer Revolution? Ist ein Aufstand schon eine Revolution? Welche Arten oder Formen von Revolutionen gibt es?  Diesen und anderen Fragen geht der Autor in diesem Buch nach.

Kinderbuchverlag Berlin, 1.Auflage 1973
Für Kinder ab 12 Jahre
EVP 9,80

Konstantin Simonow: Erzählungen aus dem Süden

Nicht im Taumel leicht errungener Siege, nicht im Lärm gewaltiger Schlachten lernt der Korrespondent Lopatin Soldaten und Offiziere kennen. Er begegnet ihnen im Schützengraben in vorderster Linie, in zerschossenen Gehöften, im Niemandsland - den Kommissaren Pantelejew und Lewaschow, die in den schweren Abwehrkämpfen an der Südfront im Herbst 1941 ihre Soldaten mitreißen, dem Mädchen Pascha, das unter Beschuß Munition transportiert. Lopatin weiß: Diese Menschen werden siegen, obwohl der Feind im Augenblick militärisch überlegen scheint, obwohl sie sich mit einzelnen Feiglingen und Verrätern in den eigenen Reihen auseinandersetzen müssen - mit dem einstigen Kämpfer des Bürgerkrieges Baburow, der heute die Verantwortung mehr fürchtet als Verluste, mit der von ihren Eltern verstoßenen Kulakentochter, die den Deutschen Spionagedienste leistete, mit dem Karrieristen Bastrjukow, der nach wenigen Kriegsmonaten bereit ist, all das als Phrase abzutun, woran er bisher glaubte.
Simonow schildert in den beiden Erzählungen "Pantelejew" und "Lewaschow", die in diesem Band vereint sind, nicht einfach Heldentaten und Leiden. Er berichtet die Wahrheit über den Krieg, wie hart sie auch sein mag - damit nie wieder Krieg ist.

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1. Aufl., 1965
bb-Reihe Nr. 152
Aus dem Russischen übersetzt von Dieter Pommerenke

Wilhelm Busch: „Wilhelm Busch für Kinder“



Lausejungen und ihre Streiche sind im Werk von Wilhelm Busch immer wieder anzutreffen: Franz und Fritz, die in einer Badewanne alle Möglichkeiten des Unfugs durchprobieren; die beiden Honigdiebe, denen ihre Naschsucht zum Verhängnis wird; Paul und Peter, die gemeinsam mit ihren Hunden Plisch und Plum den Ärger auf die Spitze treiben, und als Höhepunkt die allseits bekannten Abenteuer von Max und Moritz. Vielerlei Missgeschick bei Mensch und Tier hat der Künstler dargestellt, aber auch seine Überwindung durch Witz und kluge Einfälle.

Inhalt:
- Das Rabennest
- Der kleine Pepi mit der neuen Hose
- Das Bad am Samstagabend
- Die Rutschpartie
- Max und Moritz
- Der Affe und der Schusterjunge
- Die beiden Enten und der Frosch
- Der hohle Zahn
- Der Bauer und das Kalb
- Diue kluge Ratte
- Die Maus
- Der Schnuller
- Hänschen Däumeling
- Die beiden Schwestern
- Der kleine Maler mit der großen Mappe
- Die Strafe der Faulheit
- Der Lohn des Fleißes
- Hans Huckebein, der Unglücksrabe
- Der Hahnenkampf
- Plisch und Plum
- Der Sack und die Mäuse
- Die kleinen Honigdiebe

Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 als Sohn eines Krämers in Wiedensahl, einem kleinen Flecken im Hannoverschen, geboren. Er war der Älteste von sieben Geschwistern. Mit neun Jahren siedelte er zum Bruder seiner Mutter nach Ebergötzen bei Göttingen über und freundete sich gleich nach der Ankunft mit Erich Bachmann, dem Sohn des dortigen Müllers, an. Vieles von dem, was die beiden beim gemeinsamen Privatunterricht, beim Spiel und im Umgang mit den Dorfbewohnern erlebten, hat später in die Bildgeschichte „Max und Moritz“ Eingang gefunden. 1847 wurde Wilhelm Busch in die Technische Hochschule in Hannover aufgenommen, wo er sich, nach seinen eigenen Worten, „in der reinen Mathematik bis zur Nr. 1 mit Auszeichnung emporschwang“. 1851 verließ er die Schule und ging nach Düsseldorf, weil er Maler werden wollte. 1852 setzte er seine Studien in Antwerpen fort und begab sich zwei Jahre später nach München. Der hier herrschende Kunstbetrieb enttäuschte ihn. In hohem Ansehen standen die Maler sentimentaler Szenen aus dem Milieu der Wohlhabenden und verlogener Darstellungen von gekrönten Häuptern und wilden Schlachten. Busch folgte nicht dem Weg, der in dieser Gesellschaft Erfolg versprach. Er fand seine Modelle unter den einfachen Leuten und verspottete in seinen Zeichenserien die Moral der Spießbürger. Unter ständigem Geldmangel, ausgenutzt von seinen Verlegern, schuf er zahlreiche Bildgeschichten, die weltberühmt geworden sind. Mit den Jahren weilte er immer seltener in München. Er wohnte bei seiner Schwester in Wiedensahl und zog mit ihr zusammen 1898 nach Mechtshausen am Harz, wo er am 9. Januar 1908 verstarb.

Der Kinderbuchverlag Berlin

1. Auflage, 1979

Wilhelm Busch

Herausgegeben von der Wilhelm-Busch- Gesellschaft e. V., Sitz Hannover, zum Besten des Wilhelm-Busch-Geburtshauses in Wiedensahl, des Wilhelm-Busch- Museums in Hannover und des Sterbehauses Buschs in Mechtshausen
Heinrich Christian Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl bei Hannover geboren. Er hatte sechs jüngere Geschwister. Da es zu Hause zu eng war, wurde er mit neun Jahren zur Erziehung zu seinem Onkel Georg Kleine geschickt. Der war Pfarrer in Ebergötzen bei Göttingen. Die Eltern sah er zum ersten Mal erst nach drei Jahren wieder. Der Onkel gab ihm Privatunterricht. Erich Bachmann, Sohn des Müllers im Ort, war Buschs Freund und durfte an dem Unterricht teilnehmen. Die Freundschaft hielt ihr ganzes Leben lang. Die Familie Kleine zog mit Wilhelm im Herbst 1846 nach Lüthorst am Solling. Pfarrer Kleine konfirmierte ihn 1847. Wilhelm Busch war 15 Jahre alt.

Auf Wunsch des Vaters begann Wilhelm im selben Jahr ein Maschinenbaustudium am Polytechnikum in Hannover. 1851 brach er es allerdings ab. Er interessierte sich für die Malerei. So ging er auf die Kunstakademien in Düsseldorf, Antwerpen und München. Wilhelm Busch trat 1854 dem Kunstverein „Jung München“ bei. Dann wollte er als Bienenzüchter in Brasilien ein neues Leben begonnen. 1858 starb seine Schwester Anna. Er befasste sich intensiv mit Aktstudien, Anatomie, Zeichnen und Malen. Als Student verkaufte er 1865 die Rechte für "Max und Moritz". Von seinem Verleger Kaspar Braun erhielt er 1700 Goldmark (zu seiner Zeit etwa 1000 Gulden). Kaspar Braun verdiente damit ein Vermögen. Erst im hohen Alter erhielt Busch 20.000 Goldmark als Ausgleich. Er spendete das Geld einem wohltätigen Zweck.
1864 entstand "Der heilige Antonius von Padua". Es erschien allerdings erst sechs Jahre später. 900 Gulden erhielt er dafür. In seinen Werken spießte Busch klerikale Bigotterie und amtstheologische Verlogenheit auf.
Busch zog 1872 nach Wiedensahl. Er unternahm häufig Auslandsreisen nach Italien und in die Niederlande. Bis 1884 veröffentlichte er zum Beispiel "Fipps, der Affe..."  oder "Wilhelm Busch - Die fromme Helene". 1898 zog er zu seinem Neffen in Mechtshausen am Harz.

Regenlandschaft, undatiert

Busch malte mehr als 1000 Ölbilder. Sie wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht. Seine Arbeiten werden durch die Stadt Hannover durch eine ständige Ausstellung im Obergeschoss des Wilhelm-Busch-Museums gewürdigt.

Wilhelm Busch starb am 9. Januar 1908 in Mechtshausen an Herzversagen.

Werke
Wilhelm Busch für Kinder

14 April 2020

Willi Meinck: Der Neger Jim



Buchvorstellung von Anna Robert
Sie waren allgegenwärtig in den Kinderzimmern: „Die kleinen Trompeterbücher“. Diese Kinderbuch-Reihe aus dem „Kinderbuchverlag Berlin“ für Leser ab 8 Jahren, erfreute sich großer Beliebtheit. Die Bücher im Format 15 x 10,5 kosteten 1,75 Mark bzw. 2,40 Mark für den Doppelband. Einige wurden sogar verfilmt.

  "Der Neger Jim" von Willi Meinck mit Illustrationen von Renate Jessel erschien 1961 als Band 14 im "Kinderbuchverlag Berlin".

  Peter, der von seinen Freunden Pitt genannt wird, wartet auf seine Freunde Siggi, Brigitte und Max, die auch schon um die Ecke gerannt kommen. Die Kinder sind ganz aufgeregt, denn Pitts Vater hat sie eingeladen, um ihnen die Geschichte von Jim zu erzählen. Aber die Familie erwartet noch einen weiteren Besucher: Pjär. Endlich biegt er um die Ecke und Pitt läuft voller Freude auf ihn zu. Pjär ist ein schwarzhäutiger, junger Mann, der von den Kindern mit großen Augen empfangen wird. Bei Kaffee und Kuchen sollen die Kinder endlich die Geschichte von Jim hören. Und was hat Pjär damit zu tun? Der Vater beginnt zu erzählen:

  Der Vater erzählt von einem jungen Mann namens Peter. Er lebte in einer Stadt an der Elbe, und war Lehrling in einer Druckerei. Den geringen Verdienst gab er seiner Mutter, da sein Vater – wie viele andere Menschen in dieser Zeit – arbeitslos war. In seiner Freizeit spielte er Handball in einem Arbeitersportverein. Adolf Hitler schrie fortwährend, dass er allen Leuten Brot und Arbeit verschaffen wollte. Peter und seine Genossen mahnten: „Passt auf! Wer Hitler wählt, wählt den Krieg“. Doch Hitler gewann 1933 die Wahl und die Lage eskalierte. Ein SA-Trupp drang in das Sportlerheim ein. Die Arbeitersportler wehrten sich und Peter warf einen SA-Schläger die Treppe hinunter. Doch es kamen immer mehr SA-Männer, die auch Knüppel und Pistolen hatten. Zwei Arbeitersportler wurden ermordet. Peter entkam mit einem Streifschuss am linken Arm. Auf dem Weg nach Hause wartete seine Mutter in einer Nebenstraße auf ihn. Sie berichtete aufgeregt, dass der Vater verhaften wurde und sie auch ihn suchten. Sie gab ihm ein wenig Geld und Peters Flucht begann.

Friedrich Kaden: Weltall, Sterne und Planeten





"Weltall, Sterne und Planeten - Mein kleines Lexikon" ist eine Einführung in die Astronomie. Es stellt Himmelskörper vor und berichtet von Menschen, die sich um die Erforschung des Weltalls verdient gemacht haben.

Kinderbuchverlag Berlin 1976
Illustrationen von Ludwig Winkler
Mein kleines Lexikon

Klaus Frühauf: "Mutanten auf Andromeda"




Der Sprung des Raumschiffs in eine andere Galaxis ist gelungen. Unter einer grauen Wolkendecke liegt der Planet, die vermeintliche Quelle der verstümmelten Signale. Eine unbemannte Landerakete bestätigt, dass er die Heimat vernunftbegabter Lebewesen ist. Doch dann geschieht das Unbegreifliche: Von einem Gebäude löst sich eine grünschimmernde Kugel und nähert sich pulsierend der Sonde, die kurz darauf in atomaren Entladungen zerbirst. Trotz dieses Angriffs suchen die Kosmonauten den Kontakt mit den Fremden. Sie lernen eine Welt kennen, die den Keim der Vernichtung in sich trägt. Hochaufgeschossene radioaktive Schirmbäume, gewaltige Trompetenbüffel mit verkrüppelten Gliedmaßen und Menschen mit kybernetischen Stelzen deuten auf eine Katastrophe hin. Als jedoch der Planet in einem atomaren Inferno unterzugehen droht, werden die rätselhaften Funksignale erneut empfangen.

Verlag Neues Leben, Berlin, "Spannend erzählt" - Band 162
3. Auflage, 1987 (1. Auflage 1980)
Mit Illustrationen von Werner Ruhner