01 Oktober 2020

Alfred Assolant: Die wunderbaren, aber wahrhaftigen Abenteuer des Kapitäns Corcoran




 Lieber Leser, daß Sie das Gurukaramta kennen, darf man wohl voraussetzen. Nicht kennen jedoch werden Sie Kapitän Corcoran und noch weniger dessen Tigerin Louison. Was denn, das Gurukaramta kennen Sie ebenfalls nicht? Nun Sie werden erfahren was es damit auf sich hat. Aber um auf Kapitän Corcoran zurückzukommen: Wär er nicht Franzose möchte man ihn fast für einen Enkel des Barons von Münchhausen halten, so haarsträubend sind die Abenteuer, die er auf der Suche nach dem Gurukaramta zu bestehen hat. Er und seine Tigerin Louison, die ohne ihr Wollen in die Kämpfe zwischen Indern und Engländern verwickelt werden, denen es gelingt, die Engländer zu schlagen und dem Maharadscha sein Reich zu retten, das Corcoran schließlich erbt samt der wunderschönen Sita, der einzigen Tochter des Maharadschas. Nun glauben Sie jedoch ja nicht, daß es sich 'hier nur um Flunkereien handle, die sind es wirklich nicht! Denn nicht umsonst spricht der Autor, der ein Zeitgenosse Jules Vernes ist, von einer wunderbaren und wahrhaftigen Geschichte...

Verlag Neues Leben Berlin, 2. Auflage 1985
Spannend erzählt Nr. 176
Deutsch von Bernhard Thieme
Der Originaltext ist leicht gekürzt
Illustrationen: Andreas Weißgerber


Krause, Ursula (Herausgegeber): Die Treibjagd. Jagderzählungen


 Sieben sowjetische Autoren, erstmals in der DDR vorgestellt, erzählen in ihren abenteuerlichen und spannenden Geschichten von der Jagd nach Wölfen, Elche, Zobel, vor allem aber von den Beziehungen zwischen Mensch und Tier, die nicht immer ohne Widersprüche sind.

Verlag: Neues Leben, Berlin, 1986; 266 Seiten
Illustrationen von Rainer Schwalbe

Geoffrey Turner: Indianer


 Indianer Nordamerikas - frühe Geschichte eines Kontinents, Kulturen vergangener Zeit, die bis in die Gegenwart hineinragen und mit den der Einwanderer konfrontiert wurde. Eine ungeahnte Vielfalt von Lebensformen wird lebendig. Nicht alle Indianer rauchten die Friedenspfeife, wohnten in Tipis aus Tierhäuten, benutzten Kanus aus Birkenrinde, skalpierten ihre Feinde. Manche kauten Tabak, verwendeten Boote, die aus mit Häuten überzogenem Weidengeflecht bestanden, bauten Mais an, ernteten wilden Reis, jagten, verarbeiteten Felle und Häute, übten kunstvolle Handwerke aus und errichteten Häuser. Andere führten Kriege, zogen nach Beute aus, schnitzten Totempfähle, tanzten und lebten nach ihren Riten oder betrieben Vorratswirtschaft. Keine noch so umfassende Aufzählung in Stichworten vermag den Reichtum der materiellen und geistigen Kultur, die unterschiedlichen Lebensäußerungen der Indianer zu erfassen.

Geoffrey Turner, ein anerkannter englischer Forscher, legt ein Buch vor, das unser Wissen um Geschichte und Kultur der Indianer und Eskimos Nordamerikas wesentlich erweitert. Es wird Auskunft geben über Herkunft und Ausbreitung, über Wachstum und Rückgang von ethnischen Gruppen und Stämmen sowie der Sprachfamilien. Größten Wert legt der Autor im Buch auf die Darstellung des "Sichtbaren und Greifbaren", auf Informationen über Nahrungserwerb, Bekleidung, Behausung, Kampfführung, Handwerk und Kunstfertigkeit. Mit reichem, bisher unbekanntem Illustrationsmaterial versucht Turner, indianisches Leben in seiner Vielfalt zu rekonstruieren. Untersucht werden ferner Folgen des Zusammentreffens mit Einwanderern und Kolonisten, des Einflusses durch Handelsbeziehungen oder aus angrenzenden Territorien, Ereignisse und Zusammenstöße, die sich aus der Konfrontation mit der kapitalistischen Entwicklung in den USA ergaben. Der Autor veranschaulicht, wie tiefgreifend die Auswirkungen waren, die Kultur und Lebensweise zerstörten und zahlreiche ethnische Gruppen vernichteten. Nicht zuletzt vermittelt das Buch Verständnis für einige Aspekte der Lebensweise heute noch existierender Stämme, deren starker Lebenswille, deren Kampf für die Sicherung ihrer Existenz und um die Durchsetzung ihrer Rechte schon manche Schlagzeile in Vergangenheit und Gegenwart prägten.

Urania- Verlag Leipzig Jena Berlin, 1. Auflage 1983

Benno Pludra

Potsdam - Bild von Peter Kraayvanger auf Pixabay

 

Bootsmann auf der Scholle, Die Reise nach Sundevit  und Lütt Matten und die weiße Muschel  sind die Titel, an die ich mich zuerst erinnere, wenn ich den Namen Benno Pludra lese oder höre. Was habe ich die Geschichten als Kind geliebt und auch heute noch als Erwachsene gefallen sie mir. Ich habe sie alle hier kurz vorgestellt. 

Pludra wurde am 1. Oktober 1925 in Mückenberg geboren und starb am 27. August 2014 in Potsdam. Mit einer Gesamtauflage seiner Erzählungen und Romane von über fünf Millionen Exemplaren gilt er als der erfolgreichste Jugendbuchautor der DDR-Literatur. Selbst in Westdeutschland waren sie gefragt und mehrere seiner Geschichten wurden verfilmt. 

Pludra war ein Arbeiterkind, hatte die Mittlere Reife, war während des Zweiten Weltkriegs bei der Handelsmarine und machte die Matrosenprüfung. 1944 heuerte er auf dem Erzfrachter "Ditmar Koel" an, der auf dem Weg nach Norwegen von einem Torpedo getroffen wurde und sank. Er kam mit dem Leben davon und bekam kurz danach schneeweiße Haare. 

1945 ging er zu den Eltern nach Sachsen, trat der KPD bei und wurde Neulehrer. Er studierte Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Humboldt-Universität zu Berlin. Nebenbei verfasste er Zeitungsreportagen und Kurzgeschichten. 1951 gewann er ein Preisausschreiben zur Förderung der sozialistischen Kinderliteratur und wurde freier Schriftsteller.

Werner Wrage: Die Straße der Kasbahs


 Marokko, der "äußerste Westen" der islamischen Welt, wendet sich zum Atlantik. Sein Rückgrat bildet der Hohe Atlas, mit Gipfeln über 4000 m eines der höchsten Gebirge Afrikas.

Die Südseite öffnet sich der Sahara, der größten Wüste der Erde. Hier sind Schattentemperaturen von 50 Grad C keine Seltenheit.

In den unzugänglichen Hochtälern des Hohen Atlas und des Anti-Atlas, im Rif und im Mittleren Atlas haben sich die Berber, die immer noch rätselhafte vorislamische Bevölkerungs- und Sprachgruppe Nord-Afrikas, in Typus, Brauch und Sitte weitgehend ursprünglich erhalten.

Dr. Wrage, der erstmalig vor 30 Jahren dieses Land bereiste, um es geographisch-landschaftskundlich zu studieren, wurde von der Eigenart dieser Menschen so stark angerührt, daß er seitdem viele Jahre immer wieder Nord-Afrika und besonders Marokko im Frühling, Sommer und Winter aufsuchte, um Farbbilddokumente ihrer einzigartigen und sterbenden Kultur zu sammeln.

In diesem Buch berichtet er über die Berber des Mittleren Atlas, die zeitweise in den typischen schwarzen Nomadenzelten, den Khaimas, leben. Er besucht dann die Oasen an der Südseite des Hohen Atlas, in denen dunkelhäutige Fellachen und hellere Berber wohnen, und steigt in die wilden, einsamen Gebirgstäler zu wenig bekannten Stämmen empor.

Ein auffälliges Merkmal dieser Gegend sind die mehrstöckigen, hohen Lehmburgen der Süd-Berber, die Kasbahs, die mit ihren zinnengekrönten vier Ecktürmen und ihrem rätselhaften Ornamentenschmuck märchenhaft wirken. Nur noch in Süd-Arabien gibt es vergleichbare Bauten. Ihnen galt das besondere Interesse Dr. Wrages, der in vielen dieser bäuerlichen Adels- und Familienburgen zu Gast war und eine Anzahl von Ihnen mit seinen Mitarbeitern vermessen und fotografieren durfte.

Neben diesen wertvollen Dokumenten einer dahinschwindenden, geheimnisvollen Kultur aber berichtet er uns anschaulich vom Berber Süd-Marokkos, von ihrem Glauben, ihren Sitten, ihren Nöten und ihren fröhlichen Festen. Ein Hauch aus einer bezaubernden, fremden Welt, die noch viele Parallelen zu unserer eigenen Vorgeschichte und der altmediterranen Kultur aufweist, berührt uns.

Durch die rasch fortschreitende Arabisierung wird diese Kultur bald verschwunden sein. Gerade dadurch erhält das Buch seinen hohen dokumentarischen Wert. Dr. Wrage hat die allmähliche Umwandlung der alten Feudal-, Stammes- und Wirtschaftsstruktur seit Jahren verfolgen können, aber noch spiegeln Kleidung, Schmuck und Haus die Eigenständigkeit dieser Welt. In einem zweiten Band wird der Autor in ähnlich anschaulicher Weise Landschaft und Mensch des Anti-Atlas und Südwest-Marokkos vor uns erstehen lassen.

Neumann Verlag Radebeul, 1. Auflage 1967

Kurt David: Der schwarze Wolf / Tenggeri, Sohn des Schwarzen Wolfs


 Sie nennen mich Chara-Tschono, den Schwarzen Wolf. Meine Eltern waren arme Hirten. dennoch wurde ich der Freund Temudschins, der ein Sohn des großen Jessughei und Herr in unserem Ordu war. Wir tauschten unsere Dolche und schworen, einander die Treue zu halten, uns nie zu verlassen, bei Strafe des Todes. Temudschin war klug und mutig, die Herzen flogen ihm zu, und der Ewig blaue Himmel sah gnädig auf uns herab.

Published 1980 by Verlag Neues Leben (first published 1972)
Hardcover, Spannend erzählt, 262 pages



Aus dem Inhalt:

Tenggeri ist Krieger im Heer des Dschingis-Chan. Weit führen ihn die Feldzüge herum, er nimmt teil an der Erstürmung der Großen Mauer, und er zieht durch das Reich Chin bis zum Rand der Welt, dem Meer. Er sieht viele interessante Dinge, er schließt sogar Freundschaft mit den Einheimischen. Doch alle neuen Eindrücke vermögen die Frage nicht zurückzudrängen, warum der Schwarze Wolf, der Pflegevater Tenggeris, einst von seinem Freund, dem Chan, getötet wurde. Auf den Höhen des Tienschan, beim Überfall auf das Choresm-Reich, erzählt ihm Bat vom Tod des Vaters; Bat, der jeden Heerzug mitgemacht hat und der einer von jenen war, die den Schwarzen Wolf überfielen. Als der Chan die Eroberung Bucharas feiert, flieht Tenggeri mit einem Mädchen Saran aus dem Heer.

Published 1968 by Verlag Neues Leben
Hardcover, Spannend erzählt, 343 pages

Paul Herbert Freyer: Der Tod auf allen Meeren

Ein Tatsachenbericht zur Geschichte des faschistischen U-Boot-Krieges

Am 3. September 1939 wurde der britische Passagierdampfer 'Athenia' auf der Fahrt nach Nordamerika warnungslos durch das faschistische U-Boot U 30 versenkt. Über hundert Menschen fanden den Tod. Im Mai 1943 wurde südlich von Grönland der Geleitzug ONS 5 von einem Rudel faschistischer U-Boote angegriffen. Die britischen Sicherungsfahrzeuge orteten mit ihren Radargeräten die Angreifer und vernichteten sieben U-Boote. Damit begann ein entscheidend neues Kapitel in der U-Boot-Abwehr. ... Mit der Schilderung von typischen Episoden aus dem U-Boot-Krieg verdeutlicht der Autor in diesem Tatsachenbericht Wesenszüge der Kriegführung des faschistischen deutschen Imperialismus und seiner gesetzmäßigen Niederlage im zweiten Weltkrieg. Der Autor weist nach, daß der Einsatz der U-Boot-Waffe als Überraschungsfaktor in den Plänen der faschistischen Führung zur Eroberung der Weltherrschaft frühzeitig kalkuliert wurde, er enthüllt den barbarischen Charakter und die völkerrechtswidrigen Seiten des U-Boot-Krieges und zeigt die Kontinuität zwischen der faschistischen U-Boot-Waffe und der Kriegsmarine der BRD.

Inhalt
Die Woge der Verblendung
(September 1939 bis Sommer 1940)

• Die »Athenia«
• Der erste Verlust
• Handelskrieg und U-Boot
• Die wahre Tradition 
• Scapa Flow
• Verhaltener Seekrieg
• Überfall auf Norwegen
• Schwierigkeiten mit dem Torpedo
• Minenkrieg
• Kein PK-Bericht
• Bilanz eines Jahres
Fackeln der Verderbnis
(Sommer 1940 bis Frühjahr 1942)

• Der Selbstbetrug
• Die neuen Stützpunkte
• Die Rechnung geht nicht auf
• »Rudeltaktik« und verstärkte Abwehr
• Die Stahlröhre
• Befohlenes Schweigen
• Heimtückischer Überfall
• Immer maßloser
• Erzwungene Zersplitterung
• Tanker sterben
• Menetekel der Niederlage
Sturm der Vergeltung
(Sommer 1942 bis Frühjahr 1943)

• Pyrrhussiege und Sondermeldungen
• »Flakfallen«
• Radar und »Lut«
• Die Versenkung der »Laconia«
• Höhepunkt und Wende
• Führungswechsel als Ausweg
• Murmansk bleibt offen
• Abschuß der »Milchkühe«
• Jäger werden Gejagte
Triumph der Gerechtigkeit
(Sommer 1943 bis Kriegsende)

• Keine zweite Fahrt
• Verlustreiche Ostasienfahrten
• Schacher um einen Politiker
• Unmenschlichkeit
• Das Nachdenken regt sich
• Der »Schnorchel«
• Das »Wunderboot« bleibt
• Propaganda
• Ins »nasse Dreieck« zurück
• Selbstversenken oder nicht?

• Kein Epilog
• Die U-Boote der faschistischen Kriegsmarine und ihr Verbleib
• Bibliographische Notizen 

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik

1. Auflage 1970 | 1. - 30. Tsd.
2. durchges. Auflage 1971 | 31. - 45. Tsd.
3. durchges. Auflage 1972 | 46. - 65. Tsd.
4. durchges. Auflage 1973 | 66. - 80. Tsd.
5. Auflage 1974 | 81. - 95. Tsd.
6. Auflage 1976 | 96. - 110. Tsd.
7. Auflage 1978 | 111. - 140. Tsd.
8. Auflage 1979 | 141. - 190. Tsd.
9. Auflage 1982
10. Auflage 1983
11. Auflage 1984
12. Auflage 1987
13. Auflage 1988

1. – 7. Auflage: Leinengebunden; ab 8. Auflage: kartoniert


Einband der Leinengebundenen Ausgabe