03 Januar 2021

Kirill A. Merezkow: Im Dienste des Volkes


 

Als Ausgangspunkt seiner Memoiren wählte Marschall Merezkow seine Entwicklung vom Sohn eines armen Bauern über die Teilnahme am Bürgerkrieg und an der Zerschlagung der ausländischen Interventen zum Berufssoldaten der Roten Armee, der mit 22 Jahren die sowjetische Generalstabsakademie besucht. Ab 1924 arbeitet Merezkow im Stab des Moskauer Militärbezirks und wird 1932 Stabschef des Belorussischen Militärbezirks. Aus diesen Jahren bringt der Autor höchst interessante Fakten zur Entwicklung von Gefechtsausbildung und Kommandeursschulung in der Roten Armee.

Militärverlag der DDR, Berlin (1972), 1. Auflage
398 Seiten
Ins Deutsche übertragen von Arno Specht

Richard Christ: Reisebilder - Ansichtskarten aus der DDR


 "Die Reiseliteratur schwillt gegenwärtig ganz erstaunlich, weil die Welt auf Reisen ist. In der Regel sind Bücher der Touristen eine wahre Landplage." Der dies schrieb, Ferdinand Gregorovius, Kulturhistoriker und Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts, nannte derartige Aufzeichnungen "eine ganz erschreckliche Art von Natur- und Kunstquälerei". Richard Christs Reisebilder sind keine "Touristenliteratur". Seine Ansichtskarten, an die Leser geschrieben, malerisch und farbenfreudig, zeigen Bekanntes, dem durch neue Beleuchtung neuer Reiz abgewonnen wird, und Unbekanntes, das oft überraschende Ausblicke gewährt.

Bad Dürrenberg mit Blick auf Leuna, Halle mit dem Thomasianum und der Burg Giebichenstein, Leipzig mit Kaffeebaum, Messehäusern und der Deutschen Bücherei, Rostock mit Kröpeliner Straße und der "Leuchte des Nordens", der ältesten Universität Nordeuropas, Dresden mit dem Blick von der Brühlschen Terrasse, dem Narrenhäusel und der Prager Straße, Altenberg im Erzgebirge mit dem VEB Zinnerz, Bautzen mit der Alten Wasserkunst und dem Handtuchhaus am Markt, Bad Blankenburg mit seiner Rheumatherapie und einem mustergültig geführten Heimatmuseum, Weimar mit dem Hotel Elephant, dem Haus am Frauenplan und Tiefurt, Hoyerswerda und die "F60" und vieles andere. Die Bilder formen sich aus einer Fülle von Details - aus der Vergangenheit, aus der Gegenwart, bis in die Zukunft hinein.

Menschen beleben die Landschaften: Ludwig der Springer, Goethe und Schiller, Gottfried Semper, Robert Schumann, der kleine Trompeter, Ludwig Renn, der Rotarmist Chanutin, die "herzensgute Wittib" aus Berlin, Kegelpaul, Emigranten aus Griechenland. So impressionistisch solche Reisebilder bleiben müssen: Als Ganzes zeichnen sie Wichtiges und Wesentliches aus dem Leben in unserer Republik auf.

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 3. Auflage 1979

02 Januar 2021

Charles Sealsfield - Das blutige Blockhaus


 

Charles Sealsfield, eigentlich Carl Anton Postl, (3. März 1793-26. Mai 1864) war ein österreichischer und US-amerikanischer Schriftsteller. "Das blutige Blockhaus" stellt eine vom Verlag gekürzte Fassung von "Nathan, der Squatter-Regulator" dar und wurde dem zweiten Teil der "Lebensbilder aus beiden Hemisphären" entnommen. Mit einem Nachwort von Dr. Hans Malberg.

Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar (1965); 296 Seiten

Karl Pioch: Nie im Abseits



Erinnerungen eines KZ Häftlings in Sachsenhausen.

Karl Pioch spielte in der Emigration Fußball gegen die Bergarbeitermannschaft von Lidice, kämpfte als MG-Schütze in den Reihen der Interbrigaden gegen Franco, wurde als Schwerverwundeter in Frankreich vor Gericht gestellt, zwar freigesprochen, aber an die Gestapo ausgeliefert, leistete selbst im KZ Sachsenhausen Widerstand und gehörte zu den Aktivisten der ersten Stunde. Als Angehöriger unserer Volkspolizei hatte er Anteil an der Verfolgung von Kriegsverbrechern. Die Aufzählung der Lebensstationen kann nicht die Dramatik erfassen: Der schwerverwundete Interbrigadist entnimmt einer Bemerkung des tschechischen Arztes Dr. Kisch, daß er kaum eine Chance habe, mit dem Leben davonzukommen. Sie haben sich nach der Befreiung noch oft getroffen, und der Patient hat seinen Arzt überlebt. Fast unglaubhaft mag es dem Leser erscheinen, wenn der Autor davon berichtet, wie er als KZ-Häftling eines Außenkommandos mit seinen Genossen in Hitlers Arbeitszimmer an dessen Schreibtisch sein karges Frühstück verzehrt.

Militärverlag der DDR, Berlin (1978), 1. Auflage
203 Seiten

Henry de Montherlant: Die Wüstenrose


 

Mehrere ausgedehnte Reisen hatten Henry de Montherlant Ende der 20er Jahre durch Nordafrika geführt, wo er sich »bald für nichts anderes mehr interessierte als für die Eingeborenen«. Hier schrieb er von 1930-1932 "Die Wüstenrose", einen Roman, so bekundet der Autor in der Vorrede zu der 1968 erstmals vollständigen Ausgabe, "in dem eine der Gestalten das Ringen zwischen dem traditionellsten Kolonialismus und dem Antikolonialismus verkörpern sollte".

Verlag Volk und Wissen, Berlin (1984), 1. Auflage,
474 Seiten
aus dem Französischen von Ernst Sander und Karl von der Lieck

Herbert Greiner-Mai (Hsgb.): Der verliebte Zyklop - Humor und Satire der Antike


 

Von Göttern, Helden, Schwätzern und Hetären wird in dieser Blütenlese antiken Humors aus einem über 1000 Jahre umfassenden Zeitraum erzählt. Uns begegnen große Namen der griechischen Dichtkunst wie Homer, Äsop, Lukian, Aristophanes und herausragende Vertreter der römischen Literatur wie Horaz, Seneca, Petron und Juvenal.

Eulenspiegel Verlag, Berlin (1989), 1. Auflage
358 Seiten

Andrei A. Gretschko: Über die Karpaten


 

Nachdem der Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik 1971 die Aufzeichnungen von Marschall Gretschko über die Schlacht um den Kaukasus herausgegeben hat, legt er ein weiteres Buch des Autors vor, das über einen Kriegsschauplatz aus der abschließenden Etappe des Großen Vaterländischen Krieges berichtet. Es handelt sich um die Karpatenoperation, deren Vorbereitung und Durchführung dem Leser an Hand von persönlichen Erinnerungen des Autors und anderer Teilnehmer sowie auf der Grundlage von Archivmaterialien dargelegt werden. Der besondere Charakter dieser Operation ergibt sich zum einen aus dem Zeitpunkt des Geschehens:

Wir schreiben 1944: Die Sowjetarmee hat die strategische Initiative seit mehr als einem Jahr fest in der Hand; sie hat den Gegner vom eigenen Territorium vertrieben; ihre Befreiungsmission gegenüber den unterjochten Völkern Südosteuropas tritt in den Vordergrund. Unter diesem Aspekt gibt der Autor interessante Hinweise für das Zusammenwirken von Sowjetarmee und regulären Truppen beziehungsweise Partisanenverbänden der zu befreienden Völker. Diese Darlegungen stellen gewissermaßen eine Rückblende auf die Anfänge der Waffenbrüderschaft dar, wie sie heute im Rahmen der Vereinten Streitkräfte der Staaten des Warschauer Vertrages ihre Weiterentwicklung erfahren hat und zu einer Grundlage der Unbesiegbarkeit der Armeen der sozialistischen Staatengemeinschaft geworden ist.

Ein weiteres Charakteristikum der Karpatenoperation besteht in den territorialen Bedingungen, unter denen sie durchgeführt wurde. Die Sowjetarmee hatte wertvolle Erfahrungen sammeln können, die ihr jetzt in den Karpaten zustatten kamen, wenn sie auch dem Mittelgebirgscharakter entsprechend modifiziert werden mußten.

Marschall Gretschko hat an der Karpatenoperation als Oberbefehlshaber der 1. Gardearmee teilgenommen. Daraus ergibt sich, daß über die Handlungen dieses Verbandes ausführlicher berichtet wird als über die anderer Armeen.

In seinen einführenden Worten zum Buch schreibt der Autor, daß er keineswegs den Anspruch erhebt, alle Fragen, die mit den Kampfhandlungen in den Karpaten und auf tschechoslowakischem Territorium zusammenhängen, erschöpfend behandelt zu haben. Er geht auch auf die Handlungen der 1. und der 2. Ukrainischen Front nur insofern ein, als sie mit denen der 4. Ukrainische Front, zu der die 1. Gardearmee gehörte, verknüpft sind.

Doch das ist durchaus legitim, wenn man das Anliegen berücksichtigt, das der Autor verfolgt - aus persönlichem Erleben, bereichert durch Archivstudien, einen Einblick in den heldenhaften Kampf der sowjetischen Soldaten und Kommandeure zu geben, die für die Befreiung europäischer Völker vom faschistischen Joch mit der gleichen Selbstverständlichkeit ihr Leben einsetzten, wie sie es für die Befreiung ihrer Heimat getan hatten.

Eine Übersichtskarte über den Raum der Kampfhandlungen befindet sich auf der Innenseite des Schutzumschlags.

Militärverlag der DDR, Berlin (1972), 1. Auflage
476 Seiten
Ins Deutsche übertragen von Arno Specht und Siegfried Weidlich