26 Juni 2020

Rainer Rönsch: „Mordmuster“



Beim Klassentreffen sehen sie sich nach 20 Jahren wieder: die lebenshungrige Inge, die redliche Gitta, der einst von vielen Mädchen umschwärmte Ziesler, der selbstbewusste „Leo“, auch der oft gehänselte Carlo taucht schließlich noch auf. Kurz nach diesem Treffen geschehen seltsame Dinge – anonyme Briefe werden empfangen, bei einem Überfall wird nichts als ein Foto gestohlen, einer der einstigen Mitschüler fälscht Unterschriften … Und dann geschieht der Mord.

Während die Polizei um die Aufklärung der Tat bemüht ist, spinnt der Mörder die Fäden seines Mordmusters weiter, das die Kriminalisten in die Irre führen soll. Auch der Leser wird auf manche falsche Fährte gelockt, bevor sich endlich alle Fälle entwirren.

Dieser spannende Krimi ist das erste Buch des Autors.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1989
K-Reihe

Klaus Frühauf: „Die Bäume von Eden“



Merkwürdiges geschieht: Horst Bessow, Trainer einer DDR-Mannschaft, belästigt nach einem siegreichen Länderspiel in London öffentlich Frauen und Mädchen und flüchtet, von empörten Menschen verfolgt, in die Krone eines der hohen künstlichen Bäume, wo er sich ein Nest baut, schläft und am Morgen absteigt. Pressefotografen haben das Ereignis festgehalten, Journalisten waren am Tatort. Zufall?
Ähnlich ergeht es einem japanischen Diplomaten, einem Schweizer Weinhändler …
Professor Doktor Roßberg, Biologe, der in London an einem internationalen Kongress teilnimmt, soll den mysteriösen Vorfall aufklären. Ihm geht eine anonyme Warnung zu, er möge alle Nachforschungen im Fall Bessow einstellen; sein Hotelzimmer wird durchsucht; er wird überfallen …

Klaus Frühauf setzt sich in seinem utopischen Roman, der um die Jahrtausendwende spielt, mit den Problemen des Gebrauchs und des Missbrauchs von Drogen, Medikamenten und Phamaka auseinander.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1983
U-Reihe

25 Juni 2020

Maxie Wander: Guten Morgen, du Schöne



Frauen werden befragt, ausgefragt..., man will mehr über sie wissen, da das Wissen beschämend gering ist. Frauen reden, reden über sich und über das, was sie angeht, weil es gut für sie ist, aus sich herauszukommen und zu sagen, was sie bewegt. Frauen, wenn sie sich laut Gedanken machen, wollen verändern, wollen bewußt sich und die Männer und das Leben um sich herum verändern, damit sie besser die Möglichkeiten und Chancen nutzen können, die ihnen ihre Gesellschaft bietet. 19 Protokolle von Maxie Wander über Frauen unterschiedlichen Alters, verschiedener Berufe, Herkunft und Interessen. Die Auskünfte - spontan und ehrlich geäußert, sich oftmals kritisch sezierend - widerspiegeln Lebensgeschichten, offenbaren komplizierte Schicksale und Reaktionen auf wechselvolle Ereignisse vergangener Jahrzehnte, enthalten "glatte" Lebensläufe, die dennoch nicht weniger konfliktreich sind.


"Die Liebeskämpfe und Tragödien der entzweiten Geschlechter haben eine überwältigende Tradition. Sie reichen mit ihren Nachwehen bis in jedermanns Leben. Neu aber und nie dagewesen ist der Wille, der sich dagegensetzt, entschlossen die soziale und existenzielle Trennung der Geschlechter zu beheben. Dort Freundschaft zu setzen, wo Kampf war. Die Erfüllung dieser nie vordem erfüllbaren Sehnsucht kann erst der Sozialismus versprechen. Sie wird möglich erst im Bereich des realen Humanismus. Doch liegt uns solche Bestrebung heute schon so selbstverständlich nah, daß wir Gefahr laufen, dem enormen Druck des Herkommens zu unterschätzen und den Wunsch für die Tat zu nehmen. Wir vergessen, daß, wo Liebe freundlich werden will bis zum Grund, wir zuerst uns selber neu machen müssen. Und daß wir im Freundsein ungeübt sind."
Annemarie Auer

Buchbeginn

Guten Morgen, du Schöne!
Für einen Blick von dir
sind tausend Dinar wenig.
Für deine Brust
werde ich zehn Jahre zu Fuß gehen.
Für deine Lippen
werde ich die Sprache vergessen.
Für deine Schenkel
gebe ich mich zum Sklaven.
Guten Morgen, du Schöne!
Steig auf den Apfelschimmel und reite Galopp.
Ich warte auf dich im Wald.
Mit einem Zelt ungeborener Kinder.
Mit Nachtigallen und einer Hyazinthe.
Mit einem Bett aus meinem Leib,
mit einem Kissen aus meiner Schulter.
Guten Morgen, du Schöne!

Kommst du nicht,
ziehe ich das Messer aus dem Brot,
wische die Krumen vom Messer
und treffe dich mitten ins Herz.

Buchverlag Der Morgen Berlin, 4. Auflage 1981


Martin Wendland: Gratwanderung



Einst waren sie Geschäftsfreunde, die beiden Antiquitätensammler Manitz und Ullmann. Fünf Jahre später stehen sie sich als Feinde gegenüber. Manitz hat eine fünfjährige Strafe verbüßt, Ullmann konnte weiter seiner Sammelleidenschaft frönen. Manitz braucht Ullmanns Hilfe zum Neubeginn, doch Ullmann versucht ihn abzuspeisen. Manitz gibt keine Ruhe und beginnt schließlich, ihn zu erpressen. Eines Tages wird die Polizei in Ullmanns Haus gerufen. Ullmann ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Die Arbeit der Kriminalisten bleibt lange ergebnislos. Als jedoch kostbare Stücke aus dem Besitz des Alten bei dem Stiefsohn einer Nachbarin gefunden werden, scheint der Fall geklärt. Ein anonymer Anruf durchkreuzt die logischen Schlüsse der Polizei...

Mitteldeutscher Verlag Halle, Leipzig, 1987

Reinhardt O. Hahn und Klaus-Dieter Loetzke: „Noah II“



Am Ende des 21. Jahrhunderts ist ein Raumschiff in geheimer Mission unterwegs ins Weltall. Das Ziel ist Noah II – ein rätselhafter, der Erde entflohener Raumkörper. Nur wenige Spezialisten und die Besatzung der Raumkugel wissen um die Gefährlichkeit des Auftrags – und Babette, die daheimgebliebene Tochter des Raumpiloten Fourier. Unter den Aufzeichnungen ihres Vaters findet sie 40 Jahre alte Erinnerungen eines Klons, eines genetisch duplizierten Menschen. In der letzten großen Krisenperiode der Erde war dieser Mann aus einem Geheimlabor eines amerikanischen Großkonzerns geflohen, der sich mit Genmanipulierung und der Züchtung willenloser Killer befasste. Der spannende Bericht seiner abenteuerlichen Flucht beleuchtet nicht nur ein groß angelegtes Verbrecherprojekt, sondern erleichtert auch, Jahrzehnte später, die endgültige Auseinandersetzung mit dem geheimnisvollen Raumkörper Noah II.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1989

Bernd Hartmann: „Die Jupiter“



Robert Claire weiß nicht einmal ungefähr, was auf ihn zukommt, als er von der Erde aus in fast geheimer Mission in Richtung Jupiter geschickt wird. Neben Professor Abele, der die Arbeitsstation im Weltraum seit lamgem selbstbewusst und erfolgreich leitet, gibt es dort auch Larson, den Kyborg, der sich größten Gefahren aussetzt, um die Menschen von seiner Wahrheit über die MEWACONS zu überzeugen. Sollte er recht haben, dass diese Gebilde, aus denen der für die Energiebasis des Heimatplaneten so wichtige metallische Wasserstoff gewonnen wird, einer Zivilisation angehören, hätte das dramatische Folgen für die Menschheit …
Unterhaltsam, anschaulich und mit phantasievoller Sachkenntnis erzählt der Autor von abenteuerlichen, couragierten Unternehmungen und den erstaunlichen Lebensformen einer fremdartigen, möglichen Intelligenz.

Mitteldeutscher Verlag, Halle, Leipzig, 1989
U-Reihe, Science-fiction-Roman

Sergiu Fărcăşan: „Arche Noah im Weltenraum“ – Ein utopischer Liebesroman

Trillionen von Menschen auf Hunderten von Planeten verfolgen über das interplanetare Fernsehen mit atemloser Spannung den Flug der „Arche Noah“, die sich nach jahrtausendelanger Reise durch den Weltraum wieder der Erde nähert – der Erde des Jahres 41 042. Durch den Einsatz märchenhafter technischer Mittel, vor allem aber durch den Opfermut des großen Gelehrten Ols wird ein Teil des Raumschiffs vor der Vernichtung bewahrt. Doch nach der glücklichen Rettung beginnen erst die wahren Schwierigkeiten. Wie sollen sich die Überlebenden, die in Anschauungen und Gewohnheiten ihren Vorfahren von Anno 8 900, dem Startjahr der Arche, gleichen, in dieser Wunderwelt zurechtfinden? Häuser wachsen auf einen Wink aus dem Boden, Kinder reiten auf Panthern durch die Luft, menschliche Körper schweben schwerelos durch den Raum; dennoch ist das Erstaunlichste für die Geretteten die unerreichbare geistige und körperliche Überlegenheit der neuen Menschen, neben denen sie sich wie unwissende, unmündige Kinder fühlen. Zum Glück stellt sich heraus, dass diese hochentwickelten Erdbewohner sich von ihren Brüdern und Schwestern aus der „Antike“ der Menschheit gar nicht so sehr unterscheiden, wenn es um das Allermenschlichste geht – um die Liebe. Und so finden die schöne Lu und der mit seinen 233 Jahren strahlend junge Ols trotz aller inneren Schwierigkeiten doch zusammen.
Man bewundert die Sachkenntnis und Phantasie des Autors, man freut sich über seinen spritzigen Humor und sein zartfühlendes Verständnis für das uns zeitlich so ferne, in seinen Nöten und Sorgen aber so nahe Liebespaar. Vielleicht werden manche Leser an der einen oder anderen wissenschaftlichen Behauptung Anstoß nehmen. Doch wer wollte entscheiden, welche von unseren Vorstellungen in vierzigtausend Jahren noch Gültigkeit haben werden? Und wir sollten dem Autor dafür danken, dass er mit Hilfe einer vielleicht gewagten Konstruktion vor allem zu beweisen sucht, dass der Mensch, mag er in Technik und Wissenschaft noch so phantastische Fortschritte machen, immer im schönsten Sinne menschlich bleiben wird.
Sergiu Fărcăşan, 1924 in Bukarest geboren, ist seit 1947 als Redakteur an der führenden rumänischen Zeitung „Scinteia“ tätig. Obwohl sein literarisches Interesse vor allem der Satire und dem utopischen Roman gilt, hat er auch mit Erfolg für das Theater geschrieben. Seine neuesten Werke sind ein umfangreicher Reisebericht „Amerika bei sich zu Hause“, ein gegen die Atomgefahr gerichteter Roman und ein Novellenband.

Verlag Volk und Welt, Berlin, 1964
Sonderausgabe für die Kleine Hausbibliothek.
Mit Illustrationen von Ruth Knorr.