12 Juni 2025

Joachim Nowotny: Abschiedsdisco

Klappentext:
Angenommen, dieser Henning Marko wachte eines Tages mitten im Urwald auf und könnte sich einen Menschen herbeiwünschen. Mit wem möchte er das Abenteuer bestehen? „Mit Mutter. Sie ließe sich von der Schlange beißen, nur damit sie mich nicht beißt. Mit Vater? Er würde immer vorangehen, immer die Richtung bestimmen wollen. Lutz? Sobald die Batterien des Recorders leer wären, hätte er alle Lust am Abenteuer verloren. Und Gundula Fischer? Das ließe sich denken, wenngleich ich nicht wüßte, wie sie sich angesichts eines ausgewachsenen Ochsenfrosches aufführt. Der junge Polizist fällt mir ein. Mit dem könnte man, falls vorhanden, möglicherweise Pferde stehlen. Der schnauzbärtige MZ-Mann würde vermutlich seiner Maschine nachtrauern, sich aber bei einer überraschenden Begegnung mit dem weiblichen Teil der Ureinwohner als sehr nützlich und umgänglich erweisen. Oder Magda, von der sich lernen ließe, wie man mit der Einsamkeit fertig wird. Und der Mann mit dem Ortsschild? Er würde eine Siedlung gründen, ihr Gesetze und einen Namen geben, sich dann in den Schatten setzen, rauchen und darüber nachdenken, woher er gekommen ist, mehr noch: Wer er eigentlich ist. Mit seiner Art, das Mögliche zu tun, ohne sich aus lauter Ehrfurcht vor dem Geschaffenen selbst auf die Hosenbeine zu treten, müßte sich eigentlich ganz gut leben lassen.“ Das ist das vorläufige Ergebnis der Überlegungen Hennings nach einem Tag voller Eindrücke in dem fast schon toten Dorf Wussina, das der Braunkohle weichen muß. Im Lichte dieses Abschieds verlaufen die Begegnungen mit den wenigen Leuten, die er trifft, überraschend und rätselhaft. Henning muß all seine Kräfte zusammennehmen, um dem Ansturm der Ereignisse und Gefühle standhalten zu können. Er beginnt zu ahnen, wie schwer die Prüfungen des Lebens mitunter sind, und fühlt die Kraft in sich wachsen, sie zu bestehen. Dabei denkt er natürlich auch an Dixie, die hinter ihm läuft, schon Busen hat, immer ein wenig nach Windeln riecht, weil sie kleine Geschwister zu versorgen hat. „Sie wäre der ideale Kumpel; sie müßte nur etwas hübscher sein.“

Schutzumschlag, Illustration: Werner Ruhner
Für Leser ab 13 Jahre

Der Kinderbuchverlag, Berlin
Reihe:
Edition Holz im Kinderbuchverlag
1. Auflage 1981
2. Auflage 1982
3. Auflage 1983

Werner Gilde: Dienstreisen mit Augenzwinkern – Erlebnisse auf 4 Kontinenten

 

Klappentext:
»... In handgroßen Porzellanschalen servierte die Bedienung eine herrliche Fischsuppe. Ich griff zum Löffel, auch aus Porzellan, und schlürfte (das darf man in China!) den ersten Schluck herunter. Nun begann das Unheil. Weil an unserem Tisch Europäer saßen, wurde zusätzlich zum chinesischen Essen noch eine echte deutsche Buttercremetorte aufgetragen. Der Minister sah sich das unbekannte Gericht an. Dann kombinierte er blitzschnell: was zur Fischsuppe aufgetragen wird, gehört auch in die Fischsuppe. Er nahm sein Stäbchen, ein geschickter Griff, und schon lag ein Buttercremetortenstück in meiner Suppe... Zum Glück für meine Geschmacksnerven griff hier die Bedienung ein... Ein Zwischenfall war vermieden...« – Werner Gilde erinnert sich an ein Bankett im Haus des Volkes im Jahre 1960. In seinen Erlebnissen auf vier Kontinenten erzählt der bekannte Wissenschaftler auf ebenso vergnügliche wie originelle Weise von Begebenheiten am Rande seiner Reisen in die ČSSR, die UdSSR, nach England, Polen, durch die VR China, die USA, nach Japan, Australien, Kuba und Italien. Die »Dienstreisen mit Augenzwinkern« fanden zwischen 1953 und 1982 statt.

Buchanfang:
Reisen ist heute nichts Besonderes. Die Düsenmaschinen bringen uns in 60 Minuten 950 Kilometer in irgendeiner Richtung über den Erdball. Die Zeit reicht gerade für einen eiligen Imbiß auf Kosten der Fluggesellschaft. Wenn die Reisenden eine Turboprop-Maschine benutzen müssen, fühlen sie sich deklassiert, weil diese Flugzeuge nur 650 Kilometer in einer Stunde zurücklegen.
Es ist aber erst 25 Jahre her, da galten 350 Kilometer in der Stunde als schnell, und ein großes Flugzeug hatte 25 oder 30 Sitze und nicht wie heute 300 oder gar 700.
Wenn der Reisende heute im Ausland ankommt, zeigt er seinen Reisepaß vor, und jeder Staat erkennt den Paß der DDR an. Ich machte viele Reisen in Länder, für deren Regierungen unser Staat damals juristisch nicht bestand. Inzwischen hat sich die Welt nicht nur in diesem Punkt geändert.
Bei den ersten Reisen in das Ausland ist noch zu bedenken, daß in den fünfziger Jahren der Weltkrieg mit seinen Folgen noch unmittelbar wirkte. Damals waren die Männer, die direkt am Krieg teilgenommen hatten, dreißig bis vierzig Jahre alt. Heute sind Generationen herangewachsen, die das Kriegsgeschehen nur aus Büchern und Filmen kennen.
Für die meisten Leser wäre es sicher sehr langweilig, wenn ich erzählen würde, was ich im Ausland fachlich zu tun hatte. Ich fühle mich auch nicht berufen, über die Kultur und Politik der besuchten Länder ein Urteil abzugeben. Dazu waren meine Aufenthalte viel zu kurz.

Buchende:
Zum Schluß
Wer 30 Jahre lang in jedem Jahr einige Monate reist, legt nicht nur viele Kilometer zurück, er erlebt auch viel. Einiges von diesen Erlebnissen steht in den offiziellen Reiseberichten, über einiges kann aus verschiedenen Gründen auch heute noch nicht gesprochen werden, doch der Rest war immer noch so umfangreich, daß ich eine Auswahl treffen mußte.
Dem aufmerksamen Leser ist sicher nicht entgangen, daß dieser Auswahl bestimmte Tendenzen zugrunde liegen.
Ich dachte, es sei für junge Leute ganz interessant, wie vor 25 oder 30 Jahren die Verkehrsverhältnisse waren und welche Probleme sich daraus ergaben, daß wir an den verschiedenen Landesgrenzen einen Staat vertraten, den es nach Meinung der dortigen Grenzbehörden nicht gab.
Nachträglich scheint es mir, als hätte ich zu oft von Colts und Maschinenpistolen gesprochen. Doch wenn ich überlege, wie angenehm es ist, daß vor meiner Sparkasse und meiner Post keine bewaffnete Wache steht und daß mein Abschnittsbevollmächtigter der VP ohne Handschellen am Hosenbund und ohne dicken Knüppel herumläuft, dann ist es vielleicht gut, über die Sicherheitsbegriffe anderer Völker ausgiebig zu berichten.
Schließlich hoffe ich, daß der Leser merkt, wie ich mit jeder Reise bescheidener und toleranter gegenüber anderen Sitten und Gebräuchen geworden bin.
Dieses Buch ist mit Dankbarkeit meinen Freunden in aller Welt gewidmet.

Illustrationen und Einband: Rolf Felix Müller
    
Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1984
2. Auflage 1986
3. Auflage 19??
4. Auflage 1988

Auch erschienen im:
Buchclub 65, Berlin
Lizenz des Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1986

11 Juni 2025

Marianne Bruns: Veit Stoß. Jörg Ratgeb

Klappentext:
Zwei Romane, in deren Mittelpunkt Künstler stehen: der Bildschnitzer Veit Stoß und der Maler Jörg Ratgeb. Beide, verehrt der eine und verfolgt der andere, leben in der Zeit der Bauernkriege und der geistigen Auseinandersetzung mit Renaissance und Reformation. Marianne Bruns spürt die inneren Zwänge und äußeren Bedrängnisse dieser beiden großen Meister auf und erhellt mit großer Einfühlungskraft die psychische Situation der Künstler.

Inhalt:
Der neunte Sohn des Veit Stoß .. .. .. 5
Die Spur des namenlosen Malers .. .. .. 383
Nachwort .. .. .. 571



MARIANNE BRUNS – Ausgewählte Werke
Herausgeber Gerd Noglik

Mitteldeutscher Verlag Halle - Leipzig
1. Auflage 1981
2. Auflage 1984
3. Auflage 1986
4. Auflage 1988

Einzelausgaben der zwei Romane

Marianne Bruns
Der neunte Sohn des Veit Stoß
Roman

Klappentext:
Mit Veit Stoß, dem Schöpfer des berühmten Krakauer Marienaltars, wählte die Autorin einen der Hauptmeister der spätgotischen Bildnerei zur zentralen Gestalt ihres Romans. Das Leben dieses großen Künstlers (1445-1533) fällt in die Zeit gesellschaftlicher Spannungen und gärender Unruhe. Es ist die Zeit der Bauernkriege und der Reformation, des Humanismus und der Renaissance – eine Epoche, angefüllt mit dramatischen Geschehnissen, die sich im Schaffen der großen Künstler, zu denen Veit Stoß gehört, widerspiegeln.
Sein Leben und Wirken steht im Mittelpunkt der Darstellung, wenngleich er selbst nicht die Hauptfigur des Romans ist: Sein Schicksal und seine beherrschende Persönlichkeit bestimmen vielmehr den Lebensweg des jungen Mediziners Bastian, seines „neunten Sohnes“. Marianne Bruns gelingt es, mit feinem psychologischem Empfinden die Charaktere zu zeichnen und vor dem Leser zugleich ein glaubwürdiges und höchst lebendiges Bild der Zeit und ihrer Menschen zu entrollen.

Schutzumschlag- und Einbandgestaltung: Günter Junge
mit schwarz/weiß Abbildungen kirchlicher Bildhauerkunst

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
1. Auflage 1967
2. Auflage 1969
3. Auflage 1971
............................................................................................................................................................

Marianne Bruns
Die Spur des namenlosen Malers
Roman

Klappentext:
Marianne Bruns erzählt in ihrem neuen Roman von Werk und Schicksal des lange vergessenen, ja bewußt in die Vergessenheit gestoßenen Malers Jörg Ratgeb. Ratgeb, Geboren um 1480, der revolutionär entflammte Zeitgenosse von Matthias Grünewald, wurde nach der blutigen Niederlage der Bauern als aktiver Sympathisant, vielleicht sogar Mitstreiter im Bauernkrieg von 1525 grausam hingerichtet, sein Name getilgt oder verschwiegen. Gestalt und Bedeutung Jörg Ratgebs, wissenschaftlich neu entdeckt und profiliert durch die unlängst vorgelegte Monographie Wilhelm Fraengers, wird von Marianne Bruns einem interessierten, breiten Leserkreis erstmals anschaulich ins Bewußtsein gehoben. Die bekannte Autorin erzählt von der nachhaltigen Wirkung des Malers in seiner Zeit, indem sie mehrere Persönlichkeiten, Angehörige unterschiedlicher Schichten und konträrer Klassen, mit dem hinterlassenen Werk des Malers Konfrontiert: Ein wurtembergischer Prinz. Ein Haushofmeister und ein Schreiber machen sich im Jahr 1534 auf die Suche nach dem „verschollenen“ Maler, ihre Reise in die Vergangenheit Jörg Ratgebs führt über manche Begebenheiten zur Entdeckung eines auch heute noch weithin unbekannten, dennoch hochbedeutsamen und im Kern seine revolutionären Tendenz erregend aktuellen Meisters seiner Epoche, der Zeit des Deutschen Bauernkrieges.

Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
1. Auflage 1975

 

06 Juni 2025

George Eliot: Silas Marner – Der Weber von Raveloe

Klappentext:
Seit fünfzehn Jahren haust der Leineweber Silas Marner einsiedlerisch und schicksalslos in einer Hütte am Rande des Dorfes Raveloe, und längst haben die Dorfbewohner aufgehört, über sein sonderbares Wesen, seinen fanatischen Arbeitsfleiß, seine ersparten Goldfüchse, seine Vertrautheit mit seltenen Kräutern die Zungen zu wetzen. Da rückt ein für Raveloe unerhörtes Ereignis Silas wieder in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses: In einer Winternacht findet er eine junge Frau erfroren im Schnee und in seiner Hütte ihr Kind, ein blondes kleines Mädchen. Niemand ahnt, welche Gefühle den jungen Herrn Godfrey Cass bewegen, als er die Tote und das Kind erblickt; niemand weiß, wie froh er über den Entschluß des Webers ist, die Kleine wie eine Tochter aufzuziehen. Eppie erlöst Silas aus quälender Einsamkeit, bringt Wärme und Freude in sein Leben und dankt ihm achtzehn Jahre später all seine Liebe und Fürsorge, als sie sich für ihn und gegen ihren leiblichen Vater entscheidet, der zu spät versucht, die alte Schuld zu sühnen.
George Eliots berühmter Roman, der in hundert Jahren nichts von seinem Reiz verloren hat, ist eine poetische Legende vom Sieg des Guten über das Böse, von der moralischen Kraft des menschlichen Herzens.

Originaltitel: Silas Marner –The Weaver of Raveloe
Aus dem Englischen übersetzt von Eva Schumann
Mit einem Nachwort von Günther Klotz
Einbandgestaltung Wolfgang Spuler

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
1. Auflage / 1968
2. Auflage / 1979

weitere Ausgaben

Klappentext:
Als Mary Ann Evans, die Tochter eines Farmers aus Warwickshire, mit achtunddreißig Jahren unter dem Pseudonym George Eliot ihre ersten Erzählungen schrieb, begann eine der erfolgreichsten literarischen Karrieren im viktorianischen England. Die emanzipierte, intellektuelle Frau entzückte mit ihren liebevollen Darstellungen des englischen Landlebens, das von den Stürmen der industriellen Revolution noch unberührt war, mit ihren psychologischen Porträts einfacher Menschen in Situationen, die eine moralische Entscheidung fordern, ihr Publikum. Die Geschichte vom Leineweber Silas Marner, den ein Unrecht aus seiner Heimatstadt nach Raveloe verschlug, der Goldmünzen hortet, seinen Schatz verliert und in verwandelter Form wiedergewinnt und die Geschichte seines Gegenparts, des Junkers Godfrey Cass, ist mehr als nur eine Legende von bestraftem Frevel und belohnter Herzensgüte. Es ist ein Roman von der sittlichen Überlegenheit der Geringen und Armen über die Mächtigen und Reichen, das wahre Bild einer vergangenen Epoche, die vielen Zeitgenossen George Eliots im hektischen Getriebe der neuen technischen Ära als eine friedliche Idylle erschien.

Umschlagentwurf: Meinke / Reber

Berechtigte Ausgabe für den buchclub 65
Alle Rechte vorbehalten Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
1. Auflage 1968

04 Juni 2025

Gerhard Wolf: Beschreibung eines Zimmers – 15 Kapitel über Johannes Bobrowski

Klappentext:
»In Anlehnung an Bobrowskis ›Betrachtung eines Bildes‹ baut Gerhard Wolf seine essayistische Darstellung von Bobrowskis Leben und Werk als Beschreibung eines Zimmers auf. Die Grundidee Wolfs, Bobrowskis Methode in jenem Prosastück für seinen Versuch zu übernehmen und, vom Arbeitszimmer des Dichters in dessen Wohnung in Berlin-Friedrichshagen ausgehend, von Gegenständen her – Büchern, Bildern, Möbeln, Manuskripten – ein Bild des Menschen und Dichters zu entwickeln, ist ein äußerst glücklicher Einfall, der es erlaubt, alle Vorteile einer mitgehenden Interpretation zu nutzen (bis hin zur Anlehnung an den Stil und die Einschmelzung von Zitaten) und gleichzeitig doch die Subjektivität des Beobachters, der Kritiker und Bewunderer zugleich ist, überzeugend ins Spiel zu bringen. Es entsteht auf diese Weise eine reizvolle Mischform von künstlerischer Reportage und literarischer Darstellung und Wertung, die alle Züge eines echten Essays aufweist. ...
Das Rühmlichste, was sich über Wolfs Essay sagen läßt, ist: Hier liegt tatsächlich eine Einführung in das Werk Bobrowskis vor. Anhand dieser Beschreibung lernt der Leser Bobrowski verstehen, ohne daß er irgendwie gegängelt wird, weil Gerhard Wolfs Versuch Dichtung als Dichtung vermittelt und sie nicht nur zum Objekt der Analyse macht.«
Aus einem Urteil von Prof. Dr. Siegfried Streller, Humboldt-Universität Berlin

Johannes Bobrowski wurde am 9. April 1917 in Tilsit geboren und starb am 2. September 1965 in Berlin. Sein Gesamtwerk wird vom Union Verlag betreut.

Inhalt:
1 Eintreten .. .. .. 5
2 Vorstellung eines Namens .. .. .. 10
3 Einblick in eine Stadt .. .. .. 15
4 Eine Insel, in ihr eine Welt .. .. .. 28
5 Fortgeführte Kindheit .. .. .. 49
6 Genesis einer Elegie .. .. .. 58
7 Ikone - Erfahrung, Zeichen, Kreuz und Fisch .. .. .. 79
8 Verfolgung eines Bildes 9.. .. .. 2
9 ...dieser brennende Hörnerschall .. .. .. 101
10 Ein altes Clavichord .. .. .. 105
11 Ecke für den Maler Ebert .. .. .. 124
12 Spiritus rector sanctus .. .. .. 134
13 De homine publico .. .. .. 146
14 Rede, daß wir dich sehen .. .. .. 153
15 Fortgehn .. .. .. 162

Fotos von Roger Melis
Buchgestaltung Joachim Kölbel

Union Verlag, Berlin
1. Auflage 1971
2. Auflage 1973
3. Auflage 1975
4. durchges. u. erw. Auflage 1981

30 Mai 2025

Die schöne Wassilissa und andere Märchen

Klappentext:
Irgendwo, vor langer Zeit... so beginnt das Märchen von der schönen Wassilissa und ihrer Puppe. Es ist eine besondere Puppe, sie kann sprechen, und immer, wenn Wassilissa in Not ist, hilft sie ihr.
Aber in diesem Buch lernt ihr nicht nur die schöne Wassilissa kennen. Da ist der faule Jemelja, der auf einem Ofen zum König fährt, und Ilja, der so dumm ist, daß man sich's nicht vorstellen kann; da ist das Pastetenöfchen, das die schönsten Leckerbissen hervorzaubert, und der Kater Kotofei, vor dem alle Tiere Angst haben, und der sogar einen Bären in die Flucht schlägt.
Und das ist noch lange nicht alles!

Inhalt:
Das Pastetenöfchen
Das Märchen vom silbernen Teller und dem goldenen Apfel
Der gefräßige Kater Kotofei
Der kranke Spatz
Der faule Jemelja
Der weiße Schwan
Schneeflöckchen und das Feuer
Anjonuschka und das Brüderchen Iwanuschka
Das Enkelchen
Die drei Zarensöhne
Die böse Bobylicha
Der Spatz, das Mäuschen und der Pfannkuchen
Werlioka
Der kleine dumme Ilja
Die schöne Wassilissa
Mischka, der Bär

Übersetzung aus dem Russischen von Dr. Hans Bruschwitz
Ausgewählt aus dem Sammelband „Der Regenbogen“
Zeichnungen nach A. Jakobskaja von Ingeborg Meyer-Rey

1. Auflage 1950 im Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin
2. Auflage 1955 im Kinderbuchverlag, Berlin

Alberts Bels: Deckname: Karlsons

Klappentext:
„Karlsons war stundenlang auf den Parkpromenaden reicher Nichtstuer umhergestrichen, um Haltung. Manieren, Redeweise der Herrschaften zu beobachten. Hatte Anzüge, Schuhe, Hemdenstoffe, Krawattenknoten studiert. Hatte geübt, ein Monokel, einen Spazierstock zu tragen...“ Unzählige Male veränderte dieser Mann seine Gestalt und seinen Namen. Nur wenige im aufständischen Riga von 1906 wußten, wer er wirklich war, der elegante, rotblonde Lette, der am 13. Januar den Häschern des Zaren in die Hände fiel und in der Präfektur gefoltert wurde: Jānis Luters, Arbeiter, Berufsrevolutionär, erst 23 Jahre alt, ebenso klug wie tollkühn, ein Meister der Konspiration. Sechs dramatische Tage seines Lebens bilden den zeitlichen Rahmen des Romans, der auf Memoiren Luters' und seiner Kampfgefährten sowie auf anderen Zeitdokumenten fußt und oft bis ins Detail authentisch ist. Doch der Autor literarisiert das Faktenmaterial, läßt die legendären Helden der ersten russischen Revolution als künstlerische Gestalten auferstehen. Sein Karlsons ist kein Bilderbuchheld, sondern ein reicher Charakter mit eigenartiger Ausstrahlung. Eigenwillig bunt sind Stil und Erzählton: Lebensgetreu gestaltete Szenen wechseln mit inneren Monologen und nüchterner Reportage, Ironie wandelt sich zu Sarkasmus, intime Empfindung zu revolutionärem Appell. Die teils abenteuerliche Handlung gipfelt in einem historisch verbürgten Handstreich, der zur Befreiung Luters' und seiner Genossen führt. Als sich der Gouverneur tags darauf mit seinem Kurierzug nach Petersburg begibt. um den Zaren zu informieren, ahnt er nicht. daß im Nebenwagen Karlsons reist. Reist, um den Kampf Seite an Seite mit Lenins Genossen fortzusetzen, um eines Tages als Sieger das Winterpalais zu betreten und den. erträumten Augenblick zu erleben, „da sich ein neuer Staat wie ein Phönix aus der Asche erhebt“.

Der Autor:
Alberts Bels, geboren 1938 in einer Rigaer Angestelltenfamilie, lernte am Technikum und an der Zirkusschule, war unter anderem technischer Zeichner, Sportinstrukteur, Artist. In den sechziger Jahren absolvierte er die Höheren Kurse für Szenaristen in Moskau. Heute zählt er zu den namhaften jüngeren Schriftstellern der Lettischen SSR. Außer diesem Roman, mit dem er erstmalig in der DDR vorgestellt wird, veröffentlichte er einen Erzählband sowie die Romane „Der Untersuchungsrichter“ (1967) und „Der Käfig“ (1972).

Titel der Originalausgabe: SAUCĒJA BALSS
Aus dem Lettischen von Welta Ehlert
Schutzumschlag, Einbandentwurf: Rainer Flieger

Verlag Volk und Welt, Berlin
1. Auflage 1976