21 Februar 2025

Mulk Raj Anand: Kuli

Buchanfang:
„Munoo, hallo Munoo-o, he Mundu!“ rief Gujri von der Veranda einer flachen, strohbedeckten kleinen Lehmhütte, die abgeschieden am Fuße eines Berges stand, etwa hundert Meter vom Dorfe im Tal entfernt. Mit ihrem Adlerblick durchforschte sie den goldgleißenden Pfad, der sich unter der unbarmherzigen Glut der Sonne Kangras seinen Lauf im Zickzack durch das struppige Buschwerk bahnte.
„Munoo, hallo Munoo-o, he Mundu!“ rief sie noch einmal mit schriller, mißtönender Stimme. « Bist du taub? Wo treibst du dich herum, du Unglücksbengel! Komm zurück! Dein Onkel will gehen, und du sollst mit ihm in die Stadt!“
Ihr alles durchdringender Blick streifte über das Mangowäldchen zu dem silbernen Band des Flusses Beas und durchforschte verdrießlich das grüne Meer von Farnkräutern, Unkraut und Gebüschen, das sich zu beiden Ufern des Stromes bis zu den purpurglänzenden, nicht allzu hohen Bergen erstreckte.
„Munoo, hallo Munoo-o!“ wiederholte sie aufgebracht und verstärkte diesmal ihre Stimme bis zum Äußersten, dessen sie in ihrer Wut und Verärgerung fähig war: „Bist du taub? Wo steckst du, du unglückbringender Waisenknabe? Komm zurück – und dann fort mit dir!“
Ihr schneidender Sopran hallte durch das Tal, erreichte Munoo und erfüllte ihn ganz mit dem Schrecken, der sich mit diesen Worten verband. Wohl hatte er gehört, antwortete aber nicht. Er lugte nur hinter dem Baum hervor, in dessen Schatten er sich verborgen hielt, und sah Gujri in der Hütte verschwinden.
Munoo hatte an den Ufern des Beas das Vieh gehütet und eben zu spielen begonnen. Die Büffel und die Kühe, die seiner Obhut anvertraut waren, hatten sich in dem seichten Sumpfwasser wiederkäuend hingestreckt und genossen mit Behagen die Kühle, die ihnen das Wasser gegen die sengende Hitze der Morgensonne bot.
„Deine Tante ruft dich“, sagte der sauber gewaschene und gut gekleidete Jay Singh, Sohn des Gutsherrn, und stieß mit seinem Ellenbogen in Munoos nackte Rippen. „Hörst du sie nicht? Hast du denn gar kein Benehmen, du Barbar, daß du deiner Tante nicht antwortest und sie rufen läßt, bis sie sich heiser geschrien hat?“ Er war Munoos Rivale im Kampf um die Führerschaft über Bishan und Bishambar und andere Dorfjungen. Er wußte, daß Munoo in die Stadt ziehen mußte, und wollte ihn so schnell wie nur möglich los sein.
„Geh noch nicht“, überredete ihn der dicke Bishan, „deine Tante will dich nur als Laufbursche ausnutzen!“ Dann wandte er sich hänselnd zu Jay Singh und sagte:
„Du nennst ihn Barbar, weil er nicht nach Hause geht, wenn ihn seine Tante ruft. Was bist du denn? Du beschimpfst sogar deine Mutter, wenn sie dich auffordert, zu Hause zu bleiben und in der Mittagsglut nicht hinauszugehen. Du willst nicht einmal in die Schule gehen, obgleich dir dein Vater täglich zwei Annas Taschengeld gibt! Wir gehen in die Schule! Und an schulfreien Tagen hüten wir obendrein das Vieh. Was tust du denn hier, frage ich dich? Nichts als faulenzen! Du hast nicht einmal den Mut, ein paar Mangos zu stehlen. Diese hier hat alle Munoo gebracht, also laß ihn doch ein paar auslutschen, bevor er nach Hause geht.“
„Ich stehle keine Mangos“, antwortete Jay Singh, „ich kaufe sie!“ Und zu seiner Rechtfertigung fuhr er fort: „Ich habe nur gesagt, er soll nach Hause gehen, weil seine Tante so grob ist und uns ausschimpfen wird, wenn wir ihn zurückhalten. Er muß doch mit seinem Onkel in die Stadt.“
„Ist es wahr, daß du in die Stadt ziehst?“ fragte der kleine Bishambar ungestüm.
„Ja, ich muß noch heute früh fort von hier“, gab Munoo zur Antwort, und ein Schauer lief ihm dabei über den Rücken.
„Aber du bist doch erst vierzehn Jahre alt! Und du bist erst in der fünften Klasse!“ rief Bishambar aus.
„Meine Tante will, daß ich anfange Geld zu verdienen“, erwiderte Munoo. „Sie möchte einen leiblichen Sohn. Mein Onkel meint, ich wäre groß genug, um für mich selbst zu sorgen. Er hat Arbeit für mich im Hause eines Babu der Bank in Shampur gefunden, in der er selbst beschäftigt ist.“
„Es muß fein sein, in Shampur leben zu können“, bemerkte Jay Singh, der jetzt eifersüchtig auf das Ansehen war, das Munoo in seinen Augen gewann, weil er in der Stadt wohnen würde, wo es so wunderbare Dinge zu essen, wunderschöne Kleider und wundersame Spielsachen gab.
Munoo lächelte. Aber sein Lächeln schien zu sagen: Wäre es nicht mein letzter Tag hier, versetzte ich dir einen solchen Kinnhaken, daß du niemals mehr danach trachten würdest, Anführer der Jungen zu werden. Obwohl Munoo noch jung war, fühlte er, in welchem Maße Jay Singhs Vater das ihm nahende Unglück verschuldet hatte.

Titel der englischen Originalausgabe: COOLIE
Ins Deutsche übertragen von Erika Ziha und Otto Tomschik
Schutzumschlag: Ilse Englberger

Verlag Neues Leben, Berlin
1. Auflage 1953 [1.-30. Tsd.]

20 Februar 2025

Diego Viga: Die Parallelen schneiden sich

Klappentext:
Mit seinem neuen großen Arzt- und Emigrantenroman betritt Diego Viga auch thematisch literarisches Neuland. Gestützt auf die Erfahrungen seines eigenen Lebens, schildert der Autor die bewegten Schicksale jüdischer Menschen, die vorwiegend medizinischen Kreisen entstammen und im Wien der Vorkriegszeit beheimatet sind. Als sich die Nacht des Faschismus über Europa herabsenkt, gelingt es einem Teil von ihnen, unter unsäglichen Schwierigkeiten und auf oft abenteuerlichen Fluchtwegen nach Lateinamerika zu entkommen und sich hier, unter zunächst fremden und widrigen Verhältnissen, ein neues Leben aufzubauen. Im Mittelpunkt des Romans steht die stark autobiographische Gestalt des sympathischen jungen Arztes Johannes Kramer, der nach hartem Erleben die enge Weltsicht des Nur-Wissenschaftlers durchbricht und zur Erkenntnis seiner humanistischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gelangt. Wie für ihn und die liebenswerte Anna Kallay, seine spätere Lebensgefährtin, steht vor allen Personen des Romans unabweisbar die Frage der menschlichen Bewährung. Im Kaleidoskop zahlreicher ergreifender Einzelschicksale versteht es der Autor, zugleich die geschichtlichen Hintergründe einer ganzen Epoche sichtbar zu machen, deren Bewältigung uns aufgegeben ist.

Einband und Schutzumschlag von Hellmuth Tschörtner

Paul List Verlag, Leipzig
1. Auflage 1969
2. Auflage 1974
3. Auflage 1978 - im Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig

Cover der 3. Auflage 1978

16 Februar 2025

Patricia Highsmith: Elsies Lebenslust

Klappentext:
Die zwanzigjährige Elsie, die aus ihrem Provinzstädtchen nach New York gekommen ist und als Serviererin in einer Kaffeebar arbeitet, lenkt ungewollt die Blicke vieler Gäste auf sich. Ihre magnetische Anziehungskraft empfinden auch zwei sehr unterschiedliche Männer: der wohlsituierte, gutaussehende junge Graphiker Jack Sutherland und der ältliche, vereinsamte und verklemmte Wachmann Ralph Linderman. Ralph, ein Moralapostel, versucht Elsie ständig wegen ihres vermeintlich lasterhaften Lebenswandels ins Gewissen zu reden und sie vor den Gefahren der Großstadt zu warnen. Elsies anfängliches belustigtes Staunen weicht bald einer unbestimmten Furcht, als sie merkt, daß Ralph jeden ihrer Schritte belauert, und sie ruft Jack um Hilfe an. Doch Jack kann nicht helfen: die Leidenschaften, die das schöne Mädchen auslöst, brechen mit irrationaler Gewalt in eine nur scheinbar rationale Welt ein, unaufhaltsam rückt das Verhängnis näher, und der Leser sieht sich in jener eigentümlich dichten Atmosphäre wachsender Angst und Beklemmung gefangen, die das Markenzeichen der Highsmith ist.

Einbandgestaltung Andreas Brexendorff

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
1. Auflage 1988

Günter Grass: Katz und Maus

Verlagstext:
»... doch soll nicht von mir die Rede sein, sondern von Mahlke oder von Mahlke und mir, aber immer im Hinblick auf Mahlke, denn er hatte den Mittelscheitel, er trug hohe Schuhe, er hatte mal dieses mal jenes am Hals hängen, um die ewige Katze von der ewigen Maus abzulenken, er kniete vor dem Marienaltar, war der Taucher mit dem frischen Sonnenbrand, war uns immer, wenn auch häßlich verkrampft, ein Stückchen voraus und wollte, kaum hatte er das Schwimmen gelernt, später einmal, nach der Schule und so weiter, Clown in einem Zirkus werden und die Leute zum Lachen bringen.« Mit sarkastischer Ironie erinnert sich der Ich-Erzähler in dieser Novelle, die der Westberliner Schriftsteller Günter Grass, geboren 1927, im Jahre 1961 schrieb, an den einst bewunderten Gymnasiasten Mahlke und seine Geschichte. Die »ewige Maus« – das war dessen herausfordernd großer Adamsapfel, Symbol frühreifer Männlichkeit. Mahlke suchte nach Möglichkeiten, diese »Maus« tanzen zu lassen, ohne die »ewige Katze« herauszufordern. Im faschistischen Danzig während der Zeit des Krieges bietet sich ihm schließlich das Ritterkreuz als angemessene Deckung. Daß Mahlke sich damit etwas an den Hals geholt hat, was ihn doch noch, wenn auch gegen seinen Willen und auf mörderische Weise, zum Clown werden läßt, erscheint als tragischer Bodensatz der Novelle, die dank der hohen Erzählkunst von Günter Grass auch heute noch als gültige künstlerische Auseinandersetzung mit dem deutschen Kleinbürgertum in seiner Anfälligkeit für den Faschismus zu lesen ist.

Buchanfang:
... und einmal, als Mahlke schon schwimmen konnte, lagen wir neben dem Schlagballfeld im Gras. Ich hätte zum Zahnarzt gehen sollen, aber sie ließen. mich nicht, weil ich als Tickspieler schwer zu ersetzen war. Mein Zahn lärmte. Eine Katze strich diagonal durch die Wiese und wurde nicht beworfen. Einige kauten oder zupften Halme. Die Katze gehörte dem Platzverwalter und war schwarz. Hotten Sonntag rieb sein Schlagholz mit einem Wollstrumpf. Mein Zahn trat auf der Stelle. Das Turnier dauerte schon zwei Stunden. Wir hatten hoch verloren und warteten nun auf das Gegenspiel. Jung war die Katze, aber kein Kätzchen. Im Stadion wurden oft und wechselseitig Handballtore geworfen. Mein Zahn wiederholte ein einziges Wort. Auf der Aschenbahn übten Hundertmeterläufer das Starten oder waren nervös. Die Katze machte Umwege. Über den Himmel kroch langsam und laut ein dreimotoriges Flugzeug, konnte aber meinen Zahn nicht übertönen. Die schwarze Katze des Platzverwalters zeigte hinter Grashalmen ein weißes Lätzchen. Mahlke schlief. Das Krematorium zwischen den Vereinigten Friedhöfen und der Technischen Hochschule arbeitete bei Ostwind. Studienrat Mallenbrandt pfiff: Wechsel Fangball übergetreten. Die Katze übte. Mahlke schlief oder sah so aus. Neben ihm hatte ich Zahnschmerzen. Die Katze kam übend näher. Mahlkes Adamsapfel fiel auf, weil er groß war, immer in Bewegung und einen Schatten warf. Des Platzverwalters schwarze Katze spannte sich zwischen mir und Mahlke zum Sprung. Wir bildeten ein Dreieck. ........

Einbandentwurf: Lothar Reher

Verlag Volk und Welt, Berlin
Reihe:
›Volk und Welt Spektrum‹ 192
1. Auflage 1984  

15 Februar 2025

G. Skrebitzki u. W. Tschaplina: Tiere im Urwald – Erlebnisse im Naturschutzgebiet von Belowesh

Klappentext:
Wir stellen uns eine Reise in den Urwald vor als Fahrt in eine ferne Welt, in der uns alles neu und fremd, spannend und abenteuerlich ist. Der „Urwald“, den wir in diesem Buch kennenlernen, liegt nicht im fernen Afrika, sondern mitten im Herzen Europas, umgeben von Feldern und Kolchosen, mitten in einem von tätigen Menschen bewohnten Gebiet. Auch hier im Urwald leben fleißige Menschen, die das Naturschutzgebiet hegen und pflegen, die Tiere beobachten und ihre Lebensweise erforschen: Arbeiter und Verwaltungsangestellte, Waldhüter, Studenten und Wissenschaftler. Und sie erleben dabei ständig sehr viel Neues! Sie bestehen große und kleine Abenteuer mit all den vielen Tieren, die hier in der Wildnis leben oder von ihnen gezähmt werden. Schwierig und oft gefahrvoll ist auch das Beobachten. Davon wird so spannend und fröhlich erzählt, daß wir es miterleben, als wären wir selbst dabei. So lernen wir vieles kennen, das jungen Naturforschern neue Anregungen gibt.

Buchanfang:
Aus vergangenen Tagen
(An Stelle eines Vorwortes)
Im Westen der weiten Sowjetunion, direkt an der Grenze nach Polen, dehnt sich ein riesiges, jahrhundertealtes Waldgebiet: der Urwald von Belowesh. Er erstreckt sich über viele Dutzend Kilometer. Wenn man vom Flugzeug auf den Urwald herabblickt, sieht man ein endloses grünes Waldmeer. Es verläuft, soweit das Auge reicht, in der Ferne und verschwindet hinter dem Horizont. Die Wälder von Belowesh überraschen durch ihre Erhabenheit und Mannigfaltigkeit. Man trifft auf Fichtenwälder, schattige Mischwaldungen, helle Laubwälder, auf sumpfige erlenbestandene Mulden und Erlengehölze. .......

Inhalt:
Aus vergangenen Tagen .. .. .. 5
Ankunft .. .. .. 14
Erste Bekanntschaft mit dem Urwald .. .. .. 20
Bei den Wisenten .. .. .. 27
Zahme Tiere im Naturschutzgebiet .. .. .. 42
Milka und Mischka .. .. .. 44
Shurka und Shorka .. .. .. 50
Ein schwarzer Storch .. .. .. 53
Petka .. .. .. 57
Das kleine Lumpennest .. .. .. 71
Wölfe .. .. .. 77
Gefiederte Räuber .. .. .. 87
Ein neuer Anwohner .. .. .. 104
Besuch aus Nikor .. .. .. 111
Ein spaßiger Zwischenfall .. .. .. 129
In der Waldhüterhütte .. .. .. 133
Das Schreien der Hirsche .. .. .. 141
Ein seltsamer Fund .. .. .. 148
Haselhühner .. .. .. 157
Vierbeinige Gäste .. .. .. 165
Im Schnee .. .. .. 167
An der Futterraufe im Wald .. .. .. 180
Mit Fähnchen gegen die Wölfe .. .. .. 185
Frühling .. .. .. 194
In Pererowo .. .. .. 201
Im Forstrevier von Jassen .. .. .. 209
Die Auerhahnbalz .. .. .. 216
Abfahrt .. .. .. 223

Aus dem Russischen übersetzt von Helle Kronenberg
Titel der Original-Ausgabe: в беловежской пуще
Schutzumschlag, Einband und Textillustrationen: Fritz Bäuerle

Der Kinderbuchverlag, Berlin
1. Auflage 1952 [1.-30. Tsd.]
2. Auflage 1952 [31.-50.Tsd.]
3. Auflage 1953 [51.-70.Tsd.]
4. Auflage 1955 

Emeli, Kili und ein roter Elefant – Drei Tiermärchen


Inhalt:

Emeli, das Saurierkind .. .. .. Seite 3
Kili, der Rüsselaffe Seite .. .. .. 33
Hinter den blauen Bergen Seite .. .. .. 65
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1. Märchen:

Lilo Hardel
Emeli das Saurierkind
Illustrationen: Renate Göritz
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2. Märchen:

Ursula Ullrich
Kili der Rüsselaffe
Illustrationen: Gisela Röder
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3. Märchen:

Hannes Hüttner
Hinter den blauen Bergen
Illustrationen: Gerhard Lahr
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Für Leser von 8 Jahren an

Verlag Junge Welt, Berlin
1. Auflage 1984

14 Februar 2025

Janusz Meissner: Die Abenteuer des Jan Kuna, genannt Marten

Cover ab 3. Auflage / Illustrationen: Günter Lück
Buchanfang:

Jan Kuna, genannt Märten, Kapilän des Kaperschiffes »Zephir«, sland auf dem Deck und sah zur Spitze des Großmastes empor, wo sich die schwarze Flagge mit dem Bild eines sprungbereiten goldenen Marders im Winde entfaltete. Unter dem scharfen Nordostpassat rollte sie sich auf wie eine Schlange oder ein langschwänziger Drache und ballte sich dann wieder zusammen. Die goldglänzende Stickerei funkelte in der Sonne. Am Fockmast, dicht unter dem in Form eines Adlers geschnitzten Topp, wehte eine andere Fahne, Sie zeigte in dem vierfeldrigen Wappen der Tudors die englischen Leoparden und die irische Davidsharfe.
Als sich Märten davon überzeugt hatte, daß das schwarzgoldene Emblem der »Zephir« richtig befestigt worden war, wandte er sich ab und überflog mit einem Blick die vier anderen Schiffe, die zum Teil noch von den Rauchwolken der Geschützsalven verhüllt wurden.
Zwei große Dreimastkaravellen manövrierten im Seitenwind und versuchten, ein schlankes, beträchtlich kleineres englisches Schiff mit niedrigen Aufbauten zu umkreisen, offenbar um die Geschütze der anderen Breitseite gegen den Gegner abfeuern zu können. Auf ihren Masten wehten die gelbroten Flaggen Spaniens. Der Engländer, »Golden Hind« hieß er, wie Märten am Heck entziffern konnte, lief unter vollem Wind geradewegs zwischen den Spaniern und einem großen Frachtschiff mit vier Masten hindurch, das, mit von Kugeln zerfetzte n Segeln dem Wellengang preisgegeben, seitlich driftete.

Inhalt:
Erstes Buch
DIE SCHWARZE FLAGGE
Castro Verde ….. Seite 7
Im Hafen der Flüchtlinge Seite ….. 99

Zweites Buch
DIE ROTEN KREUZE
Armada Invencible Seite ….. 233
Maria Francesca Seite ….. 290

Drittes Buch
DAS GRÜNE TOR
Im Dienste Heinrichs des Guten Seite ….. 419
Das grüne Tor Seite ….. 534

Originaltitel: Czarna Bandera/Czerwone Krzyze/Zielona Brama © Janusz Meissner
Aus dem Polnischen übersetzt von Rudolf Pabel
Illustrationen von Günter Lück

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin
1. Auflage 1973 [1. - 35. Tsd.]
2. Auflage 1979 [36. - 55. Tsd.]
3. Auflage 1984 (1. Aufl. in neuer Ausstattung)
4. Auflage 1987 (2. Aufl. in neuer Ausstattung)
5. Auflage 1989 (3. Aufl. in neuer Ausstattung)

Cover der 1. und 2. Auflage
Illustrationen: Erhard Schreier