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21 Mai 2025

Lewis Wallace: Ben Hur – Erzählung aus der Zeit Christi

Nach einer alten Übersetzung bearbeitet und gekürzt

Inhalt:
Erstes Buch

In der Wüste .. .. .. 7
Das Zusammentreffen der drei Weisen .. .. .. 9
Kaspar, der Grieche .. .. .. 14
Melchior, der Inder .. .. .. 17
Balthasar, der Ägypter .. .. .. 21
Das Joppe-Tor .. .. .. 31
Josef und Maria .. .. .. 33
Die Höhle in Betlehem .. .. .. 36
Das Licht am Himmel .. .. .. 44
Die Geburt Christi .. .. .. 45
Ankunft der Weisen in Jerusalem .. .. .. 53
Die Weisen vor Herodes .. .. .. 55
Das Christuskind .. .. .. 64
Zweites Buch
Rom und Judaa .. .. .. 69
Ben Hur und Messala .. .. .. 72
Judas Frage .. .. .. 78
Antwort der Mutter .. .. .. 87
Unfall des Gratus .. .. .. 91
Der Gefangene .. .. .. 104
Drittes Buch
Quintus Arrius .. .. .. 108
Am Ruder .. .. .. 114
Arrius und Ben Hur .. .. .. 122
„Nr. 60“ .. .. .. 129
Die Seeschlacht .. .. .. 134
Arrius adoptiert Ben Hur .. .. .. 144
Viertes Buch
Ben Hurs Rückkehr .. .. .. 151
Ankunft in Antiochia .. .. .. 154
Bei Simonides .. .. .. 158
Simonides und Esther .. .. .. 168
Begegnung in der Rennbahn .. .. .. 176
Rachepläne .. .. .. 184
Der Palmenhain .. .. .. 190
Malluchs Bericht .. .. .. 195
Ein römisches Fest .. .. .. 201
Scheik Ilderim .. .. .. 209
Balthasar, der Ägypter .. .. .. 215
Ben Hur und das Wunder .. .. .. 217
Balthasars Auslegung .. .. .. 221
Ben Hurs Zweifel .. .. .. 228
Fünftes Buch
Gratus wird gewarnt .. .. .. 233
Vorbereitungen zum Rennen .. .. .. 237
Messala hält Wache .. .. .. 245
Der aufgefangene Brief .. .. .. 246
Die Probefahrt .. .. .. 251
Die Anerkennung .. .. .. 255
Das verheißene Königreich .. .. .. 261
Esther und Ben Hur .. .. .. 270
Messalas Streich .. .. .. 274
Der Zirkus .. .. .. 278
Der Beginn des Wettrennens .. .. .. 283
Das Wettrennen .. .. .. 289
Eine Einladung .. .. .. 299
Im Palast von Idernee .. .. .. 302
Sechstes Buch
Zelle Nr. 6 .. .. .. 309
Die Aussätzigen .. .. .. 315
Wieder in der Heimat .. .. .. 326
Eine Prüfung der Liebe .. .. .. 329
Amrahs Treue .. .. .. 333
Pilatus – Der Kampf .. .. .. 341
Siebentes Buch
Der Herold .. .. .. 351
Eine Begegnung .. .. .. 353
Unsterblichkeit .. .. .. 358
Bei Bethabara .. .. .. 364
Achtes Buch
Esther .. .. .. 373
Ben Hurs Erzählung .. .. .. 375
Frohe Botschaft .. .. .. 380
Geheilt .. .. .. 387
Am Vorabend des Paschafestes .. .. .. 395
Die Maske fällt .. .. .. 398
Ben Hurs Rückkehr zu Esther .. .. .. 405
Getsemani .. .. .. 407
Der Gang nach Golgota .. .. .. 412
Die Kreuzigung .. .. .. 418
Im Dienste Christi .. .. .. 430
Nachwort
Eine Erzählung aus der Zeit Christi .. .. .. 437

Illustrationen und Einbandgestaltung: Reinhard Minkewitz

St. Benno-Verlag GmbH Leipzig
1. Auflage 1989  



30 Januar 2025

Stefan Heym: Die Schmähschrift Oder Königin gegen Defoe

Cover der 1. Auflage
Einbandtext:
STEFAN HEYM, geb. 1913 in Chemnitz, publizierte erste schriftstellerische Arbeiten in Zeitschriften der Emigration. Zum Studium in die USA eingeladen, verdiente er seinen Unterhalt als Kellner, Tellerwäscher, Sprachlehrer u. a., wurde Chefredakteur des antifaschistischen „Deutschen Volksecho“, nahm ab 1943 im amerikanischen Heer am Krieg gegen Hitler teil. Mitbegründer der „Neuen Zeitung“ München, wurde er wegen kommunistischer Haltungen aus der Redaktion, später auch aus der Armee entlassen. Aus Protest gegen den Koreakrieg sandte Heym dem amerikanischen Präsidenten Offizierspatent und Kriegsorden zurück. 1952 übersiedelte er in die DDR. – Neben Dramen, Reportagen, Essays hat Stefan Heym seit den vierziger Jahren eine Reihe bedeutender Romane vorgelegt: „Der Fall Glasenapp“, „Kreuzfahrer von heute“, „Die Papiere des Andreas Lenz“, „Der König David Bericht“. – Wie Daniel Defoe, der spätere Robinson-Autor, wegen einer Satire von den herrschenden Dunkelmännern seiner Zeit eingekerkert und an den Pranger geschleift, schließlich aber durch die Solidarität des Volkes befreit wurde, schildert Heym in seiner brillianten historischen Erzählung „Die Schmähschrift“ (1970).
ERZÄHLENDE PROSA | Erzählung

Umschlaggestaltung: Horst Hussel

Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig
Reihe:
Reclams Universal-Bibliothek, Band 558
1. Auflage 1974
2. Auflage 1992

Cover der 2. Auflage


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Stefan Heym
Die Schmähschrift oder Königin gegen Defoe
erzählt nach den Aufzeichnungen eines gewissen Josiah Creech

Mit 8 Federzeichnungen, illustriert von Horst Hussel
 
Buchverlag Der Morgen, Berlin
1. Auflage 1978
2. Auflage 1988

nach 1989:
im Nachfolgeverlag Morgenbuch Verlags GmbH, Berlin
1. Auflage 1993



23 April 2024

Harald Heinze: Komm mal längsseits

Klappentext:
Da kehrt nach 8 Jahren ein junger Mann in seinen Heimatort zurück zu einer Pause des Atemholens in der Landschaft seiner Kindheit. Aber schon nach wenigen Wochen ergreift ihn Unruhe. Niemand kann verstehen, weshalb es ihn mit solcher Macht zur See zurückzieht – Abenteuerdrang, Mut zum Risiko oder ein für ihn selbst nicht faßbares Wagnis, das er in dem „stinklangweiligen“ Lauenberg, diesem „entlegensten Winkel der Erde“, nicht zu finden glaubt?
Weder die eigenwillige Isis, die ihn durch ihre abweisende Haltung mehr als andere Frauen fesselt, noch die liebenswerte Tante Salla haben Einfluß auf seinen „Seefahrertick“. Immer wieder ringt Jörens mit seiner Sehnsucht nach der Ferne und seiner Verantwortung in dem alten Kraftwerk. Er ahnt nicht, welche gefahrvolle Situation er bewältigen muß, die ihm das Phantastische seiner Vorstellungen bewußt macht.
Harald Heinze erzählt frisch, mit einem Anflug von Ironie und zuweilen mit grimmigem Humor.

Harald Heinze wurde am 11. Oktober 1940 in Schmergendorf/Bez. Cottbus geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Energiemaschinisten. Von 1960-1963 diente er als E-Maschinist bei der Volksmarine und wurde zum Stabsmatrosen befördert. Seit 1964 arbeitet er in seinem Beruf als Maschinist, zeitweilig als Oberheizer und Schaltwärter im Braunkohlenkraftwerk Lauchhammer.
Erste Schreibversuche gehen auf das Jahr 1967 zurück.
Von 1972-1975 war er im Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ Fernstudent.
2Komen mal längsseits“ ist die erste größere Veröffentlichung des Autors. Er gestaltet in dieser Erzählung einen Wirklichkeitsausschnitt, der ihm aus eigenem Erleben vertraut ist.

Schulzumschlag und Einband: Hans-Joachim Petzak

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1977
2. Auflage 1979

29 Januar 2024

Albrecht Franke: Zugespitzte Situation

Buchanfang:
Ich hatte längere Zeit überhaupt nicht an Simone Kreuzner gedacht. Viele Probleme, darunter der Umzug in eine neue Wohnung, beanspruchten meine Aufmerksamkeit. Durch eine zufällige Begegnung mit Simones Vater geriet ich jedoch plötzlich in einen Strom von Erinnerungen.
Kreuzner fuhr mit einem Pferdegespann durch den Neubauring. Daß er in der Schoßkelle saß und kutschierte, sah ich allerdings erst, als wir uns auf gleicher Höhe befanden. Wir erkannten uns fast gleichzeitig. Kreuzner nickte mir knapp zu und trieb dann seine Gäule an. Ich sagte ebenfalls nichts, hob nur die freie Hand zu einer lässigen Grußgebärde. Wahrscheinlich hätte ich ihn angesprochen und mich nach Simone erkundigt, wenn sein Gruß freundlicher ausgefallen wäre. Aber konnte ich das überhaupt erwarten? Ging es um Simone oder um Nuancen der Freundlichkeit? Trotzdem konnte ich mich nicht entschließen, Kreuzner zu folgen. Ich bog sogar in einen tunnelartigen Hausdurchgang ein, als ich sah, daß Kreuzner am Ende der Straße anhielt, um die Kübel zu leeren, die man für die Sammlung von Küchenabfällen im Neubaugebiet aufgestellt hat. Mein Spaziergang endete wie eine Flucht.
Ist also doch nur Unsicherheit geblieben? Oder etwas wie eine Befürchtung, Schaden angerichtet zu haben? Vielleicht würde ich mich sicherer fühlen, wenn man mir Eigenmächtigkeit, Wichtigtuerei oder die Verletzung von Dienstvorschriften unterstellt hätte.
Aber alle hatten schweigend mein Vorgehen akzeptiert: Kreuzners, Simone, der Direktor, selbst Eveline. Ich habe mich nicht rechtfertigen müssen. Auch nicht deswegen jetzt, nach mehr als einem Jahr, der Versuch, die Vorgänge zu rekonstruieren. Vielmehr geht es darum, daß ich, was damals geschah, nicht als endgültig gelöst oder abgeschlossen empfinden kann.
Zurückdenken.
Reminiszenzen. Auch an das Gefühl von Ohnmacht und Sprachlosigkeit. Bezeichnend, daß immer nur von der »Sache Kreuzner« die Rede war, mit einem Wort jongliert wurde, das einen Verstoß gegen die Disziplin assoziiert. Simone Kreuzners Tat als das anzusehen war am einfachsten, auf diese Weise ließ sie sich in den täglichen Schulbetrieb eingliedern, gewann den Schein von Normalität. Es war die Zeit, in der ich allmählich das Ausmaß der indolenten Bequemlichkeit begriff, die ich mir während des Jahrzehnts meines Lehrerdaseins nach und nach zugelegt hatte. Freilich, da waren gute Vorsätze, ein paar Extratouren, der Wille zum Anderssein und Andersmachen. Trotzdem begann ich, mir einzureden, daß allein gute Stoffvermittlung und Ruhe in den Klassen wichtig seien. Ansichten eines im großen und ganzen braven Pädagogen mit pünktlichen Gehaltshöherstufungen, regelmäßigen Prämierungen und einer Bronzemedaille für treue Dienste. Im Trott von Schuljahr zu Schuljahr, von Ferien zu Ferien, ein Leben wie am Schnürchen, in ruhiger, gleichmäßiger Bewegung.
Der Schnitt dann unerwartet, ein Sturz gleichsam. Vor einem Jahr schien es mir, als sei alles ohne jede Ankündigung gekommen. Inzwischen glaube ich, daß die Vorzeichen von mir nicht bemerkt wurden.
Das Bild muß unvollständig bleiben. Geordnete Fakten an Stelle sich überschneidender Abläufe. Heftige Erschütterungen und ausgestandene Schrecken als Erinnerung.

Schutzumschlag, Gestaltung: Monika Böhmert

Union Verlag, Berlin

1. Auflage 1987
2. Auflage 1989

27 Januar 2024

Mark Twain: Der Prinz und der Bettlerknabe – Eine Erzählung für große und kleine Leute

Eine Bande von Dieben und Räubern, ein wahnsinniger Einsiedler, ein tapferer, edler Ritter, unschuldig zum Tode verurteilte Frauen und Kinder, gute und hartherzige Bauern, grausame Gerichtsbeamte, geputzte Höflinge, Edelleute und Prinzessinnen ? das sind die Menschen, mit denen Tom und Edward die unglaublichsten und aufregendsten Abenteuer erleben. Wer aber sind Tom und Edward? Ist der kleine Prinz, dem ganz London zujubelt, wirklich der rechtmäßige Prinz von Wales? Warum will der Erzengel den armen, in Lumpen gehüllten Knaben töten? Und wer ist König Prahlhans? Wenn ihr das alles erfahren wollt, dann müßt ihr diesen spannenden historischen Roman lesen, in dem Mark Twain, einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller, die außergewöhnlichen Erlebnisse zweier Kinder erzählt.

Ich will ein Märchen für Euch niederschreiben, das mir von jemand erzählt wurde, der es von seinem Vater gehört hatte, und der wiederum hatte es von seinem Vater gehört und so reicht es weit zurück, dreihundert Jahre und weiter. Väter haben es ihren Söhnen überliefert, und die Söhne haben es in ihrem Gedächtnis bewahrt, Es mag eine geschichtliche Begebenheit sein, es mag auch nur eine Sage, eine Legende sein. Es mag sich so zugetragen haben, es braucht sich nicht so zugetragen zu haben, aber es kann sich so zugetragen haben. Es mag auch sein, daß die klugen und gelehrten Leute in alten Zeiten an diese Geschichte geglaubt haben; es mag aber auch sein, daß nur die Unwissenden und Einfältigen sie geliebt und Nutzen daraus gezogen haben.
Mark Twain

Buchanfang:
TOMS GEBURT
Etwa um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts wurde in der alten Stadt London an einem Herbsttage ein Knabe geboren. Sein Vater hieß John Canty und war ein Bettler. Die Familie war über die Ankunft des Kindes keineswegs erfreut.
Am gleichen Tage wurde in einem reichen und vornehmen Hause Londons ebenfalls ein Knabe geboren, der mit großer Freude begrüßt wurde. Sein Vater hieß Henry Tudor und war der König von England.
Das ganze Land hatte den Thronerben ersehnt, und als er nun tatsächlich da war, wurde das Volk vor Freude fast närrisch. Menschen, die sich nur flüchtig kannten, fielen sich in die Arme und weinten. Alle legten ihre Arbeit beiseite. Hoch und niedrig, reich und arm feierten und ließen es sich wohl sein. Es wurde getanzt und gesungen, und der Wein floß in Strömen. Tage- und nächtelang ging das so fort. Mit den bunten Fahnen, die von jedem Dach und jedem Balkon herabwehten, und mit den festlichen Umzügen, die kein Ende nahmen, bot London am Tage ein farbenfrohes malerisches Bild, und sobald es dunkelte, war die Stadt mit den riesigen Freudenfeuern, die an jeder Straßenecke flammten, und mit den vielen Gruppen fröhlicher Nachtschwärmer wiederum herrlich anzusehen. ......

Inhalt:
Toms Geburt ...... 7
Toms frühe Jugend ...... 9
Tom begegnet dem Prinzen seiner Träume ...... 16
Dem Prinzen ergeht es schlimm ...... 25
Tom Canty findet am Hofe des Königs keinen Glauben ...... 30
Tom bekommt gute Lehren ...... 40
Tom speist zum ersten Male als Prinz ...... 50
Das vermißte Staatssiegel ...... 55
Das Volksfest auf der Themse ...... 59
Der Prinz ist in eine Falle geraten ...... 63
Das Bankett in der Guildhall ...... 74
Der Prinz und sein Erretter ...... 80
Der Prinz verschwindet spurlos ...... 95
Der König ist tot! – Es lebe der König! ...... 101
Tom als König ...... 116
Das feierliche Mahl ...... 131
König Prahlhans der Erste ...... 135
Der König bei den Landstreichern ...... 149
Der König und die Bauersfrau ...... 159
Der König und der Einsiedler ...... 167
Hendon kommt, um den König zu retten ...... 175
Der König wird in eine Falle gelockt ...... 181
Der König soll ins Gefängnis ...... 188
Hendons Plan gelingt ...... 193
Hendon Hall ...... 197
Miles wird um sein Eigentum gebracht ...... 207
Im Kerker ...... 213
Miles nimmt die Strafe des Königs auf sich ...... 227
Miles und der König reiten nach London ...... 232
Tom Canty soll zum König gekrönt werden ...... 235
Tom hat eine Begegnung ...... 239
Tom und Edward sehen sich wieder ...... 247
Edward der Sechste als König ...... 263
Gerechtigkeit und Vergeltung – Ein Nachwort ...... 273

Farbtafeln, Schutzumschlag, Einband von Werner Klemke
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ruth Gerull-Kardas
Für Leser von 12 Jahren an

Der Kinderbuchverlag, Berlin

1. Auflage 1956
2. Auflage 1957
3. Auflage 1958
4. Auflage 1964
5. Auflage 1965
6. Auflage 1966

03 September 2023

Hermann Hesse: Unterm Rad

Hermann Hesse (1877-1962), in schweren Werdejahren zum Dichter gewachsen, zieht in der Erzählung "Unterm Rad" frühe Bilanz: "In der Geschichte und Gestalt des kleinen Hans Giebenrath ... spielte ich ein wenig den Ankläger und Kritiker jenen Mächten gegenüber, denen Giebenrath unterliegt und denen einst ich selber beinahe unterlegen wäre: der Schule, der Theologie, der Tradition und Autorität." Hier ist schon im Keim die Problematik enthalten, die Hesse lebenslang beschäftigen sollte: die Suche nach Möglichkeiten der Menschlichkeit und Kunst in einer ihnen feindlichen bürgerlichen Endzeit. Thomas Mann, die Gesamtleistung des Dichters überschauend, konnte sagen: "Dies keusche und kühne, verträumte und dabei hoch intellektuelle Werk ist voller Überlieferung, Verbundenheit, Erinnerung, Heimlichkeit - ohne im mindesten epigonenhaft zu sein. Es hebt das Trauliche auf eine neue, geistige, ja revolutionäre Stufe - revolutionär in keinem direkten politischen oder sozialen, aber in einem seelischen, dichterischen Sinn: auf echte und treue Art ist es zukunftssichtig, zukunftsempfindlich."

Reclams Universal-Bibliothek
Erzählende Prosa, Erzählung
 

23 Juli 2023

Irina Guro: Das Tor zur Kleinen Erde

Irina Guro wurde 1909 in Kiew geboren. Hier beendete sie auch ihre Schulzeit. Nach Abschluß der Universität – sie studierte Philologie und Jura – legte sie bereits kleinere literarische Arbeiten der Öffentlichkeit vor.
Während des Großen Vaterländischen Krieges kämpfte sie als Offizier der Roten Armee an der Front und im Hinterland des Feindes. Heute lebt sie als freischaffende Schriftstellerin in Moskau. Dem sowjetischen Leser ist Irina Guro durch viele Romane und Erzählungen bekannt geworden.
„Am rauhen Abhang“, „Du bist schon erwachsen“, „Draußen tobt Sturm“, „Allem Tod zum Trotz“, „Moskauer Boulevards“ sind einige der bedeutendsten Werke.
1966 erschien im Verlag Junge Garde in Moskau die vorliegende große Erzählung „Das Tor zur Kleinen Erde“. Als Beitrag zum Jahrestag des Komsomol gab der Verlag dieses Buch 1968 in einer Sonderausgabe zum zweitenmal heraus.
Augenblicklich schreibt die Autorin an einem neuen Roman, der das Schicksal einer jungen sowjetischen Journalistin zum Inhalt hat, die 1926 nach Berlin kommt, ihre erste Begegnung mit deutschen Kommunisten hat, in der sowjetischen Botschaft als Mitarbeiterin tätig ist und schließlich als Diplomatin nach Kopenhagen geht.

Buchanfang
Der deutsche Begriff „wandern“ schien mir immer umfassender, als es das Wörterbuch angibt. Den entsprechenden russischen Ausdrücken fehlt die Hauptsache: der Zauber der Landstraße, das Geheimnis hinter der Wegbiegung, die Vorfreude auf die Aussicht.
Zudem bedeutet „wandern“ in meiner Vorstellung zu Fuß gehen, ja auch ziellos umherstreifen.
Bei Sonnenaufgang verließ ich ein kleines Gebirgsdorf, das jetzt vor Beginn des Kurbetriebes, sauber, still und malerisch war wie auf einer Abbildung im Reiseprospekt. Der Weg wand sich spiralförmig um den Berg, knirschend gab der Kies unter meinen Schritten nach. Bald links, bald rechts von mir floß gemächlich ein geschwätziger Bach.
Ich vergewisserte mich auf der Landkarte, daß ich Schöneberg am Nachmittag erreichen würde. Als ob es nicht einerlei wäre! Und überhaupt: Warum ging mir dieses verdammte Gasthaus am östlichen Dorfrand von Schöneberg nicht aus dem Kopf? Höchstwahrscheinlich war sie längst verschwunden, diese ländliche Wirtschaft mit dem idyllischen Namen „Zur Linde“, dieses gepflegte Häuschen unterm Schindeldach, das ich noch nie gesehen hatte.

Titel der russischen Ausgabe: „Дорога на Рюбецаль“
Ins Deutsche übertragen von Lia Pirskawetz
Schutzumschlag und Einband: Ronald Paris

Verlag Neues Leben Berlin

1. Auflage 1968
2. Auflage 1969 Berechtigte Ausgabe für den buchclub 65

19 Juli 2023

Wolfgang Koeppen: Jugend

Wolfgang Koeppen (geb. 1906 in Greifswald) wird auf der Literaturszene der BRD als Einzelgänger teils beschrien, teils bewundert. Die Erzählung „Jugend“ ist seit seinen gewichtigen Romanen „Tauben im Gras“ (1951), „Das Treibhaus“ (1953), „Der Tod in Rom“ (1954) und einigen literarischen Reisebüchern Koeppens erste größere Arbeit nach langer Zeit des Schweigens.
Eine muffige Kleinstadt, in der nicht nur der Mörtel von den Fassaden bröckelt, untertänig beschränkte Beamtenmoral, eine auf sturen Drill orientierte Erziehung, die Novemberrevolution (als Abenteuer und Keim einer alternativen Zukunft erfahren), die Kintopptraumwelt und expressionistische Literatur – diesen Taumel erregender Eindrücke gestaltet Koeppen als einen Balanceakt zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Hoffnung und Angst.
Hinter dem Titel „Jugend“ verbirgt sich kein autobiographischer Bericht. Das „Ich“ der Erzählung spricht nicht für Koeppen allein, es spricht für die Jugend seiner Generation. „Ich glaubte damals aufzuwachen, aber die Wahrheit ist wohl, daß mein Schlaf sich in einem Traum verlor.“ Dieser Traum ist ein Alptraum, wenn er sich erinnert, und eine düstere Ahnung von „großen Untergängen, die kommen sollten“.
Die Ideale und Hoffnungen der Jugend blieben unerfüllt, die Untergänge kamen. In der Zeit des Faschismus wie in der Zeit des kalten Krieges verstummte Koeppen zeitweise. Aber immer wieder meldet sich der Humanist und Mahner mit bedeutenden literarischen Leistungen zu Wort. Die Erzählung „Jugend“ ist ein Dokument der aufbrechenden bürgerlichen Jugend unseres Jahrhunderts, ihres bedingungslosen Hoffens über die Zeitläufe und zugleich ein Beispiel hoher Sprachkunst.

Verlag Volk und Welt Berlin
Spektrum Nr. 117

1. Auflage 1978

08 Juni 2023

Christoph Hein: Der Tangospieler

Leipzig, Anfang des Jahres 1968. Als der Historiker Dallow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist kalter Winter. Er hat Mühe, sich wieder einzuleben. Er säubert seine Wohnung, setzt sein Auto instand und besucht verschiedene Leute: seinen Nachfolger am Institut, der ihn nicht wieder einstellt, eine Freundin, die ihn abweist. Er macht Zufallsbekanntschaften, Unterstützung wird ihm angeboten, doch er lehnt ab. Einmal hat er eine tätliche Auseinandersetzung mit seinem Richter, die böse Folgen für ihn haben könnte.
Langsam überwindet Dallow seine Verbitterung. War das Kabarett-Liedchen, das er, ohne sich etwas dabei zu denken, auf dem Klavier begleitet hatte, die zwei Haft-Jahre wert, die es ihm und anderen eingebracht hat?
Dallow will als Kraftfahrer arbeiten, im Sommer kellnert er an der Ostsee, doch am Ende erhält er ein überraschendes Angebot, und das nimmt er an. Warum? Vielleicht weiß er es selbst nicht so genau.
Ist Heins neue Erzählung ein Plädoyer für jene, die sich nicht aus Enttäuschung zurückziehen, ins Private ausweichen, sondern sich dem stellen, was das Leben bereithält?

Einbandgestaltung Rolf Xago Schröder

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar

1. Auflage 1989
2. Auflage 1990

20 Januar 2023

Alma Johanna Koenig: Gudrun

Das Gudrun-Epos ist Bestandteil einer drei Generationen umfassenden Heldensage aus dem 13. Jahrhundert, der Periode der höfischen Heldendichtung, deren drei große Ideale Ehre, Treue und Minne sind. Doch wird zu dieser Zeit bereits das Eindringen und der Einfluß christlicher Moralauffassungen deutlich. Gudrun ist die Tochter des Königs Hettel von Hegelingen und seiner Frau Hilda, die einst von einem Greifen entführt wurde. Die moderne, in gehobener Sprache geschriebene Nacherzählung beginnt mit dieser Vorgeschichte und führt die Handlung dann fort mit der Verlobung Gudruns mit Herwig von Seeland, ihrer Entführung, schmachvollen Gefangenschaft und Befreiung.

Verlag Neues Leben Berlin 1963
 

06 Dezember 2022

Walter Gorrish: Fünf Patronenhülsen

Spanien, Frühjahr 1938. Durch das Hinterland der Francofaschisten zieht eine kleine Gruppe halbverdursteter Menschen. Sechs Männer aus den Internationalen Brigaden suchen durch sieben glühende Tage und todesvolle Nächte den Weg zu ihren Kameraden. 

Diesen erbarmungslosen, höchste menschliche Bewährung fordernden Marsch im Kampf gegen Durst und bestialische Feinde erlebte Walter Gorrish selbst, als er vor zwanzig Jahren für Spaniens Freiheit kämpfte. Der Autor dieses eindringlichen Werkes - bereits durch Prosaarbeiten und Filme bekannt geworden - wurde 1909 im Rheinland geboren. Durch das Leben in einer Arbeiterfamilie früh im Klassenkampf geschult, Mitglied des KJVD und der KPD, arbeitete er illegal unter dem beginnenden Faschismus und kam über viele Stationen des Exils zum Tschapajew-Bataillon. Nach dem bitteren Ende des Kampfes begann sein Leidensweg durch die faschistischen Zuchthäuser und das Strafbataillon. Mit der Sowjetarmee, zu der er an der Ostfront mit seiner ganzen Einheit übergegangen war, kehrte er 1945 nach Deutschland zurück.
 

Aufbau Verlag Berlin und Weimar
1. Auflage 1960
die Reihe Nr. 45
Die Erzählung wurde 1960 von der DEFA verfilmt.

28 November 2022

Wilhelm Raabe: Fabian und Sebastian

Die Brüder Fabian und Sebastian, Inhaber einer florierenden Schokoladen- und Süßwarenfabrik, teilen ihre geschäftlichen Kompetenzen recht unterschiedlich auf: skurriler Tausendkünstler der eine, rücksichtsloser Prinzipal der andere. Als ihnen unvermutet die Tochter des in holländischen Kolonialdiensten gestorbenen dritten Sohnes aus der Firma Pelzmann ins Haus schneit, könnte das ein später Sonnenblick im Leben des alternden Brüderpaares sein. Doch während der melancholisch-liebenswürdige Fabian in rührender Sorge Konstanze zugetan ist, drängt für Sebastian schlimme Schuld nach Sühne, als sich vor einem seit zwanzig Jahren gefangenen Schäfermädchen die Zuchthaustore öffnen.

Die humorverklärte Erzählung von Wilhelm Raabe wurde 1881 erstveröffentlicht. Mit den gegensätzlichen Charakteren der Pelzmann-Brüder hält Raabe seinen Zeitgenossen zwei bürgerliche Möglichkeiten im verdeutlichten Spiegel vor. Ein krasses soziales Schicksal seiner Gegenwart, mit einem idyllischen Ausblick.

Greifenverlag zu Rudoldstadt 1. Auflage 1979
Grafiken von Regine Grube-Heinecke 

01 November 2022

Annemarie Reinhard: Wegweiser

Buchbeginn

Die Witfrau Katharina Stüffgen verläßt mit zufriedener Miene das Gebäude des Messeamtes, die Atmosphäre der Geschäftigkeit und Betriebsamkeit, gegen die selbst der lebhafte Verkehr auf dem Platz des Friedens beinahe geruhsam wirkt. Sie geht zu einem Kiosk der Handelsorganisation in der Nähe und kauft, Vorschuß auf den zu erwartenden Verdienst...

Sachsenverlag Dresden
Einbandentwurf: Erich Weber Federzeichnungen von Erika Fuchs

 

14 Juli 2022

Anna Seghers: Der Aufstand der Fischer von St. Barbara

Ein Fremder war nach St. Barbara gekommen, hatte die Fischer der Bucht versammelt, zu ihnen gesprochen und Hoffnung in den zerfurchten Gesichtern und den müden Augen aufleuchten lassen. Nun steht im Morgengrauen eine drohende, dunkle Masse am Kai: die Männer von St. Barbara wollen die Ausfahrt der Schiffe boykottieren, sie wollen die Reeder zwingen, ihren gerechten Forderungen zu entsprechen, sie wollen verhindern, daß Abtrünnige unter militärischem Schutz ausfahren: In St. Barbara, dem sonst so stillen und einsamen Hafen, ist der Aufstand ausgebrochen; Schüsse fallen, Verhaftungen verbreiten Schrecken. Fischer, die ihr Leben lang nur an Fang und Segel gedacht haben, werden von der brutalen, unverhüllten Gewalt bezwungen. "Aber längst, nachdem die Soldaten zurückgezogen, die Fischer auf der See waren, saß der Aufstand noch auf dem leeren, weißen, sommerlich kahlen Marktplatz und dachte ruhig an die Seinigen, die er geboren, aufgezogen, gepflegt und behütet hatte für das, was für sie am besten war."


Aufbau-Verlag Berlin, 1958
bb Nr. 10
 

23 Juni 2022

Kurt und Jeanne Stern: Das Leben beginnt

Keuchend fährt Rolf Gruber mit dem Fahrrad durch die Straßen der kleinen märkischen Stadt. Vor dem Haus von Dr. Schenk springt er ab, läuft zur Gartentür und klingelt. Voller Spannung wartet er, schaut auf die Fassade des Hauses, dessen Fensterläden geschlossen sind. Nichts rührt sich. Er stößt das Gartentor auf, läuft über den Kiesweg zur Haustür, klopft - das Haus ist leer. Seine Befürchtungen werden zur schmerzlichen Gewißheit: Erika Schenk, seine Mitschülerin, mit der ihn mehr verbindet als nur Freundschaft, ist mit ihrem Vater republikflüchtig geworden...

Kurt und Jeanne Stern, denen wir die Filme "Das verurteilte Dorf" und "Stärker als die Nacht" verdanken, haben mit ihrer Filmerzählung "Das Leben beginnt" erneut einen interessanten Stoff aus unseren Tagen gestaltet. 

Aufbau-Verlag Berlin, 1959
bb-Reihe Nr. 57

02 Juni 2022

Willi Bredel: Der Sonderführer - Erzählung

Dieses Buch ist ein Stück deutscher Geschichte. Unter dem unmittelbaren Eindruck der Stalingrader Schlacht, die Willi Bredel auf sowjetischer Seite miterlebte, berichtet es vom Leben und Sterben deutscher Soldaten, die auf Hitlers Befehl in ein friedliches Land eingebrochen waren und deren Siegeszug an der Wolga im Herbst 1942 ein jähes Ende fand. Der Sonderführer Hanns Ulrich Otzhausen, der als Angehöriger einer Propagandakompanie den Krieg bisher nur aus der Distanz der höheren Stäbe beobachtete und glorifizierte, wird mit der sechsten Armee in Stalingrad eingeschlossen und schließlich Augenzeuge ihres Unterganges. Dieser nazistische Durchhaltestratege und "gläubige Gefolgsmann des Führers" entpuppt sich in der Stunde der Niederlage als ein jämmerlicher Feigling und Versager. Der Autor, der durch ungezählte Gespräche mit Kriegsgefangenen und durch das Studium von Briefen und Tagebüchern gefallener deutscher Soldaten einen tiefen Einblick in die Mentalität der Angehörigen der deutschen Wehrmacht gewann, wirft bereits die Frage nach der politischen und moralischen Wandlungsfähigkeit vieler gutgläubiger Anhänger des Faschismus auf.

Verlag der Nation Berlin, 1970
Roman für alle Nr. 200
 

13 November 2021

A. Daudet: Briefe aus meiner Mühle

Vielleicht ahnt mancher gar nicht, welcher Art die Gedanken sind, denen Daudet in einer alten, unbenutzten Mühle im Lande der Tamburine und des Muskatellers, umgeben vom Gesang der Meisen und Grillen, nachhing und welch reizvolle Gebilde diesem Träumen entsprangen. Schwankhaft, derb, volkstümlich, saftvoll und plastisch sind die Geschichten von der nachträglichen Mauleselin des Papstes, vom sündenanfälligen Pater Gaucher, vom trefflich wortgewaltigen Pfarrer von Cucugnan, von den drei Stillen Messen. Doch oft wird die Heiterkeit von leiser Wehmut abgelöst, sobald von guten alten Käuzen wie dem Windmüller Corneille die Rede ist oder von dem erblindeten Bixiou, der ein Leben lang das wohldosierte Gift seines Sarkasmus verspritzte und in dem doch ein menschliches Herz schlägt…

Ja, selbst tiefe Tragik blitzt für Augenblicke auf: vor der Leiche Jans, des unglücklichen Liebhabers, und im Antlitz des Scherenschleifers von Beaucaire, mit dessen Weib es noch ein böses Ende nehmen wird.

Feingewoben, wie duftige Schleier, die der Dichter ewigen Wahrheiten überwirft: die gleichnishafte Erzählung vom Tod des Dauphins, von den Ziegen des Herrn Seguin, vom Mann mit dem goldenen Gehirn. Und wer nicht ergriffen ist vom Geheimnis jener verfallenen Schenke an der staubigen Landstraße von Nimes oder von dem Wunder, das einem schwergeplagten Unterpräfekten in der Gesellschaft von Grasmücken und Grünspechten geschieht – der hat einfach keine Poesie im Leibe!

Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig
Illustrationen: Hanns Georgi


ALPHONSE DAUDET (1840-1897) stimmt in die Lektüre seines heiter-besinnlichen Büchleins mit den Sätzen ein: "Die Kaninchen - ja, die haben gestaunt! ... Solange hatten sie das Mühlentor verschlossen gesehen, Mauern und Plattform von Kräutern überwuchert, daß sie schließlich des Glaubens waren, das Geschlecht der Müller sei erloschen, und da sie den Ort geeignet fanden, hatten sie daraus etwas wie ein Hauptquartier, ein Zentrum für ihre strategischen Operationen gemacht: die Mühle von Jemmapes der Kaninchen ...
Noch einer, der sich sehr wundert, mich zu sehen, ist der Mieter der ersten Etage, ein finsterer alter Uhu mit Philosophenkopf, der seit mehr als zwanzig Jahren in der Mühle wohnt. Ich habe ihn in der oberen Kammer gefunden, wo er steif und regungslos auf der Flügelwelle saß, zwischen Gipsschutt und herabgestürzten Ziegeln. ... Er behält wie früher den ganzen Oberteil der Mühle mit einem Eingang durchs Dach; ich nehme mir den unteren Raum, ein kleines kalkgeweißtes Zimmer, gewölbt und niedrig wie das Refektorium eines Klosters.
Von da also schreibe ich Euch, bei weitgeöffneter Tür und in der lieben Sonne."

Reclams Universal-Bibliothek Band 713
BELLETRISTIK
MIT ILLUSTRATIONEN


 

26 Oktober 2021

Witali Gurbajew: Das Geheimnis des roten Planeten


 Ein in seiner Form ungewöhnliches Buch, es verknüpft Erzählung, Märchen und wissenschaftliche Phantastik zu einer spannenden und dabei belehrenden Geschichte: Ein Zauberer lädt Kinder zu einem Flug nach einem fernen Planeten ein. Auf dem Morgenstern finden sie neben urzeitlichem Leben auch die moderne Technik. Sie begegnen einer Expedition vom Kalten Stern, und sie lernen die schöne Fler kennen, mit der sie aufregende Abenteuer bestehen.

Der Kinderbuchverlag Berlin
Aus dem Russischen von Dagni Dittelbach
Illustrationen: Gerhard Bläser
Robinsons billige Bücher 136

13 Oktober 2021

Corrie ten Boom: Dennoch


 Buchbeginn

Der Eichmann-Prozeß in Jerusalem hat erneut die Welt auf die barbarische Leidensstraße des jüdischen Volkes, die während der Jahre 1933 bis 1945 durch fast alle Länder Europas lief, aufmerken lassen. „Das Tagebuch der Anne Frank“, ein in vier Auflagen erschienener Verlagstitel des Union-Verlages, der diese Leiden ergreifend schildert, hat die bewegte Anteilnahme vieler unter uns gefunden.

„Dennoch“ bringt den Erlebnisbericht der Holländerin Corrie ten Boom, die furchtlos im Dienst der Nächstenliebe stand, wie sie Jesus von seinen Nachfolgern erwartet. Dieses Buch möchte nicht als Belletristik bewertet werden, denn es handelt sich keineswegs um einen Titel der sogenannten „Schönen Literatur“. Es will den Gläubigen beim Lesen Besinnung und innere Einkehr vermitteln. Es bietet auch ein Beispiel dafür, wie unter Gottes Führung ein Mensch zu einem Original heranwächst. Viele kennen heute Corrie ten Boom, diese seltsame, kluge und tiefgründig geistliche Frau, die durch ihre jetzige Vortragstätigkeit durch viele Länder kommt. Wir wollen uns mit der Persönlichkeit der Corrie ten Boom bekanntmachen, soweit dies im Rahmen eines Vorwortes möglich ist…

Union-Verlag 1963



12 September 2021

Alexander Jesch: Vier gegen Napoleon

Eine Erzählung aus den Tagen der Befreiungskriege 1813. Aus den geschichtlichen Vorlagen hat Alexander Jesch eine unterhaltsame Erzählung geschrieben, in der man in die Zeit zurückgeführt wird und mit den Bewohnern von Liebertwolkwitz die Tage um die Völkerschlacht mit den vier mutigen Protagonisten miterlebt. Die Geschichte berichtet in Chroniken meist nur von den mächtigen und erfolgreichen, so ist jedem Napoleon Bonaparte bekannt. Der aus korsischer Familie stammende, stieg während der Französischen Revolution in der Armee auf. Er erwies sich als ein militärisches Talent ersten Ranges. Vor allem die Feldzüge in Italien und in Ägypten machten ihn populär. Dies ermöglichte ihm letztlich, Kaiser der Franzosen zu werden. Der katastrophale Ausgang des Feldzugs gegen Russland ab 1812 führte letztlich zum Sturz Napoleons. Als Befreiungskriege werden die kriegerischen Auseinandersetzungen in Mitteleuropa von 1813 bis 1815 zusammengefasst, mit denen die französische Vorherrschaft unter Napoleon Bonaparte über große Teile des europäischen Kontinents beendet wurde. Nach einem wechselhaften Kriegsverlauf wurde Napoleon im Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen. Er musste sich über den Rhein zurückziehen. Mit dem Rückzug Napoleons endete die französische Herrschaft über Teile Deutschlands (Franzosenzeit). Von historischer Bedeutung ist der zu Liebertwolkwitz gehörende Monarchenhügel, von dem aus der Kaiser von Österreich, der Zar von Russland sowie der preußische König im Jahr 1813 während der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-18. Oktober 1813) ihre Truppen gegen Napoleon I. befehligten. Am 14. Oktober 1813, zwei Tage vor Beginn der eigentlichen "Völkerschlacht", wurde die Gegend südlich von Markkleeberg, Wachau und Liebertwolkwitz zum Schauplatz des berühmten Reitergefechts bei Liebertwolkwitz. Ein Denkmal auf dem ebenfalls zu Liebertwolkwitz gehörenden Galgenberg erinnert daran, dass dort am 16. Oktober 1813 Napoleon seinen Befehlsstand hatte.

Gebr. Knabe Verlag, Weimar
2. Auflage 1980; 95 Seiten
Reihe: Knabes Jugenbücherei, Band 13
Illustration: Hans Wiegandt
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