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18 Dezember 2025

Michael O. Güsten: Die Liga der gelben Rose

Einbandtext:
Insgeheim hatte Lars Ballensten gehofft, daß er den Fall seines in Holland unter Mordverdacht stehenden jugoslawischen Freundes Miodrag Marinkovic schnell werde aufklären können, und Benjamin Benedix, der ihm mit dem Schäferhund Chan zur Hand geht, teilte wie immer die Ansichten des Schweden.
Das freilich war ein handgreiflicher Irrtum. Gewiß: Die Unschuld Miodrags war nach einigen Recherchen bald nachzuweisen. Was aber hatte Miodrag mit der Gelben Rose zu schaffen, die sehr dunklen, jedoch höchst einträglichen Geschäften nachgeht.
Neue Morde geschehen, die Schauplätze des Kriminalromanes führen nun die Detektive auch nach München. Wer aber ist der geheimnisvolle Unbekannte mit der metallischen Stimme, der sich hinter dem poetischen Namen, „Die Gelbe Rose“ versteckt? Und weshalb haben alle Beteiligten eine seltsame Vorliebe für das Gilbert-Becaud-Chanson, „L'impor-tant c'est la rose?“ Erst nach vielen Mühen und Gefahren kommen Ballensten und sein Freund Benjamin hinter das Geheimnis, das manches Interessante aus den Machenschaften sogenannter Emigrantenorganisationen in Westdeutschland enthüllt. Ein Kriminalroman also, der nicht nur Spannung und Turbulenz verspricht, sondern deutlich macht, wie Politik und Verbrechen in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft Hand in Hand gehen ...

Buchanfang:
Benjamin Benedix schob den erst halbgeleerten Teller weit von sich, auf dem neben einem ansehnlichen Haufen Kartoffelbrei noch ein völlig intaktes, hübsch in Schinken eingerolltes Würstchen nach Riesengebirgsart vor sich hin träumte.
»Verdammtes Wetter«, knurrte er verdrossen. »Aber dir ist das anscheinend ganz egal«, fügte er hinzu.
Der Vorwurf war an Chan, seinen schwarzbraunen Schäferhund, gerichtet, der neben dem Tisch auf dem Boden lag und wie üblich den schweren Kopf bequem auf die Vorderpfoten gebettet hatte. Er machte tatsächlich einen zufriedenen Eindruck, was freilich bei einem Hund nicht weiter wunder nimmt, der soeben eine volle Schüssel mit Fleichresten aus der Küche des besten Hotels am Platz ausgeschlappt hat.
Benjamin hingegen war in der Stimmung eines Menschen, dessen Erwartungen täglich einen Kopf kürzer gemacht werden. Er war vor acht Tagen bei klirrendem Frost und herrlichstem Winterwetter nach Spindlerův Mlýn gekommen, wo er sich sofort mit Ausdauer dem Skisport widmete. Zwei Tage lang konnte man Benjamin einen glücklichen Menschen nennen, und was das heißt, kann vielleicht nur jemand ermessen, der schon einmal den Steilhang der Hromovka unter seinen Brettern gehabt hat. Doch dann fauchte anhaltendes Tauwetter langsam, aber sicher den Schnee von .....

Schutzumschlag: Rolf F. Müller

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
1. Auflage 1969
2. Auflage 1970

Berechtigte Ausgabe im Buchclub 65
1. Auflage 1970

13 Juli 2025

Curt Letsche: Das andere Gesicht

Cover 4. Aufl. 1990

Einbandtext:

Ist Mr. Patrick Morrison aus Boston einer zufälligen Katastrophe zum Opfer gefallen, als es zur Explosion im Forsthaus unweit des Sanatoriums von Olivet kam? Oder liegt ein Verbrechen vor, wurde der neue, aus der Sowjetunion importierte Analyse-Computer der Pariser Polizei raffiniert getäuscht? – Ein Kriminalroman, der morgen oder übermorgen ein Tatsachenroman sein könnte...

Einband: Rolf F. Müller









Cover 1981 und 1986

Greifenverlag zu Rudolstadt
Reihe:
Greifen-Kriminal-Roman
1. Auflage 1981
2. Auflage 1986
3. Auflage 1989
4. Auflage 1990






weitere Ausgaben


Greifenverlag zu Rudolstadt

Leinwand gebundene Ausgabe
1. Auflage 1977
2. Auflage 1978  

30 April 2025

Karl Heinz Weber: Auf lange Sicht

Cover der Taschenbuchausgabe
Buchanfang:
Hans Erpich hatte sich bis vor die Gartentür fahren lassen. Gewöhnlich stieg er schon an der Straßenecke aus, um wenigstens ein paar hundert Meter an frischer Luft zu sein. Aber diesmal saß er wie zerschlagen im Fond des Dienstwagens und hatte nur den einen Wunsch: nichts sehen, nichts hören, nur die vier Wände seines Balkonzimmers um sich haben, die Couch darin, liegen und nicht denken müssen.
Dieser vierzehnte März hatte so ziemlich alles an Aufregung gebracht, was man sich vorstellen konnte. Begonnen hatte der Tag mit der Panne in der Glasschmelzerei. Irgend jemand hatte die Temperaturen versehentlich falsch eingestellt. Dann war Bierthal von der VVB gekommen, besserwisserisch und vorwurfsvoll wie so oft. Und am Nachmittag schließlich die Enttäuschung mit der Datenverarbeitung.
Das war das Schlimmste gewesen. Zehnmal, fünfzigmal überprüft, berechnet, kontrolliert. Von einem Dutzend Menschen, ausgebildeten Fachkräften. Endlich der erste Probelauf: Das Aggregat errechnete die Gesamtlohnsumme des Betriebes mit einundsiebzig Pfennigen! Erst einmal hatte natürlich jeder gelacht.

Umschlagentwurf: Klaus Ensikat

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
Gebundene Lw Ausgabe
1. Auflage 1971
2. Auflage 1972
Taschenbuchausgabe
1. Auflage 1973
2. Auflage 1976

weitere Ausgaben

Auf lange Sicht / Museumsräuber – 2 Kriminalromane

Turbulent und verwickelt gestaltet sich das Geschehen in der Kriminalstory "Auf lange Sicht". Da wird ein Mord begangen, verübt an einer Frau, deren Leben sich der Umwelt jahrelang so geordnet, so frei von jeglicher Belastung dargeboten hat. Die Kriminalpolizei durchleuchtet das Leben der Toten und das ihrer unmittelbaren Umgebung; sie holt Vorkommnisse in die Erinnerung zurück, die längst vergessen und vergeben schienen; sie legt Fäden und Linien bloß, die - mit präziser Methodik entwirrt und geordnet - schließlich auf Täter, Tatmotive und Tatumtände weisen.
"Museumsräuber" ist ein gelungener Versuch, einen leisen Krimi zu schreiben: Aus dem Bestand eines Museums sind drei wertvolle Miniaturen verschwunden. Als die Kriminalpolizei den mysteriösen Tod eines Rechtsanwaltes aufklären muss, in dessen Wohnung zeitweilig eines der gesuchten Kunstwerke hing, gerät sie auf die Spur des Museumsräubers und deckt dabei auf, wie schnell die Grenze zwischen legalem Wirkungsbereich und kriminellem Terrain überschritten werden kan

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1980
2. Auflage 1983

22 April 2025

Karl Heinz Berger: Getünchte Gräber | Premiere in N. – Zwei Kriminalromane

Einbandtext:
Wer kennt und bewundert sie nicht, die Krimihelden von Format eines Sherlock Holmes oder Philipp Marlowe. Auch Karl Heinz Berger bevorzugt private Rechercheure zur Lösung der hier präsentierten „Fälle“. Allerdings sind seine Detektive weder Geistesriesen noch Supermänner, sondern Menschen von Fleisch und Blut und mit einer, wie es scheint, nicht ganz reinen Weste.
Immerhin liegt in der gemeinsamen Vergangenheit des Lehrers Fritz Krüger und des Schauspielers Paul Schulte, die sich nach zwanzig Jahren während eines Kuraufenthaltes wiedertreffen, genug Zündstoff, der eine Gewalttat auslösen könnte. Rivalität um eine Frau führte seinerzeit zum Bruch ihrer Freundschaft. Als Barbara, die Frau Schultes und einstige Freundin des Lehrers, auch in dem Kurort eintrifft, wird offenbar: Die damals geschlagenen Wunden sind bei Krüger noch immer nicht vernarbt. Und so richtet sich gegen ihn der Verdacht zuerst, als der andere tot aufgefunden wird.
Um das Ende einer Freundschaft geht es auch in der zweiten Geschichte dieses Bandes. Der gewaltsame Tod des Dramatikers Carl Schanzer bringt den Psychiater Dr. Gammler aus dem Gleichschritt seines Lebens. Denn Carl war für ihn keiner, dessen Tod man zur Kenntnis nimmt und dann zur Tagesordnung übergeht. Carl, das war ein Stück seines Lebens. Die Polizei aber hegt offenbar Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Betroffenheit und Verdacht gegen ihn.

Umschlagentwurf: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1985

17 April 2025

Eduard Fiker: Die drei Koffer

Die Personen und die Orte mußten einen Namen bekommen. Auf diese Weise könnte natürlich eine zufällige und ungewollte Übereinstimmung mit der Wirklichkeit zutage treten, und es wäre dann unschön, wenn eine Gestalt in dem Buch, die einen schlechten Charakter hat, den Namen eines guten Mitglieds unserer Gesellschaft trüge oder wenn ein positiver Charakter im Buch mit einem Gauner unserer Tage identifiziert werden würde.
Möge deshalb jeder die Freundlichkeit haben zu glauben, daß eine solche Absicht nicht bestand, wenn auch die folgende Geschichte auf tatsächlichen Ereignissen beruht.
Eduard Fiker

Klappentext:
In der romantisch gelgenen Skihütte auf dem Himmelsberg stehen in der Ecke des Speisesaals drei große, schwere Schiffskoffer. Niemand weiß, was sich darin befindet. Eines Nachts aber, als die Feriengäste schon schlafen, schleicht sich eine Gestalt hinunter in den Saal und vertauscht die Namensschildern an den Koffern. Bunt ist die Gesellschaft, die sich Anfang des Jahres 1948 auf dem Himmelsberg nahe der westdeutschen Grenze eingestellt hat und einen aufregenden Urlaub verlebt. Schuld an allem ist der ein kleiner Hund Lordik, den Jindra eines Tages in Prag auf der Straße aufgelesen hat und durch den er mit dem Besitzer jener drei geheimnisvollen Koffer bekannt geworden ist. Was es mit diesen Leuten, mit dem mysteriösen Holzkreuz auf dem Himmelsberg, mit den zwei Schlüsseln, die plötzlich in einer Knopfschachtel zum Vorschein kommen und schließlich mit den drei Koffern auf sich hat – das erzählt Eduard Fiker in humorvoller Weise in seinem Kriminalroman "Die drei Koffer", der nach der "Goldenen Vier" gewiß viele Freunde unter unseren Lesern finden wird..

Titel der Originalausgabe: U tři kufrǔ
Aus dem Tschechischen übersetzt von Gottfried J. Wojtek
Einband, Schutzumschlag, Illustrationen: Heinz Ebel

Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin
1. Auflage 1959

18 Dezember 2024

Steffen Mohr: Blumen von der Himmelswiese


Verlagstext:

„Raum ist in der kleinsten Hütte ...“ Wird sich dieses alte Dichterwort im Leben bewahrheiten –  im Leben der Krankenschwester Roswitha mit ihrem Freund Norbert zum Beispiel?
Als er nach dem tödlichen Unfall seiner Frau Brigitte zu ihr ins Schwesterninternat zog, empfand Roswitha ihr Dasein wie ein Inselparadies. Aber man kann nichts voreinander verbergen auf so engem Raum. Und wenn, wie hier, unerwartete Eigenschaften hervortreten, erscheint Vergangenes in einem anderen Licht. –  Die Frage, ob Brigitte wirklich bei einem Unfall verstarb, mehr noch, welche Rolle Norbert ihr selbst zugedacht hat, stellt sich Roswitha immer quälender. Sie findet die Antwort. Aber um welchen Preis!

Umschlagentwurf: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
Reihe:
DIE - Delikte Indizien Ermittlungen
1. Auflage 1983
2. Auflage 1986 
 

16 Dezember 2024

Raymond Chandler: Die Tote im See

Verlagstext:
Privatdetektiv Philipp Marlowe übernimmt in diesem Kriminalroman den Auftrag, die nymphomanisch veranlagte Ehefrau eines Geschäftsmannes aus Los Angeles zu suchen. In der Nähe des Ferienhauses seines Klienten, in dem sich die Verschollene mit einem Liebhaber getroffen hatte, entdeckt er die Leiche einer anderen Frau. Die Tote im See wird zum Angelpunkt eines verwickelten Geschehens, das Raymond Chandler in einer meisterhaft gebauten Handlung abrollen läßt. Wie in allen Romanen des amerikanischen Kriminalschriftstellers erzählt Philipp Marlowe die Geschichte selbst. In seiner unverwechselbaren ironisch-saloppen, bildhaften Sprache, mit scheinbar rückhaltloser Offenheit schildert er seine Ermittlungen in diesem verzwickten Fall, bei denen er von einem Mörder bedroht und von Polizisten zusammengeschlagen wird. Spannungsgeladene Szenen und eine Anzahl hervorragend charakterisierter Figuren kennzeichnen auch dieses, 1943 erstmals veröffentlichte Werk Raymond Chandlers (1888-1959), der die amerikanische Kriminalliteratur mit realistischen Romanen (»Der tiefe Schlaf«, 1939, »Leb wohl, mein Liebling«, 1940, »Das hohe Fenster«, 1942, »Die kleine Schwester«, 1949, »Der lange Abschied«, 1953, »Playback«, 1958), Kurzgeschichten und Essays bereichert hat.

Originalausgabe: The Lady in the Lake, erschienen bei Alfred A. Knopf, Inc., New York 1943
Einbandentwurf: Brigitte Ullmann

Verlag Volk und Welt, Berlin
1. Auflage 1982
2. Auflage 1983
3. Auflage 1989

Cover der 1. Auflage 1982
Einbandgestaltung: Uwe Häntsch

 

22 November 2024

Karl Heinz Berger: Geschäftsrisiko

Verlagstext:
Schauplatz des Geschehens ist ein exklusiver Kurort in der BRD, dessen reizvolle landschaftliche Lage Anziehungspunkt für wohlhabende Leute von Rang und Namen ist. Doch die Idylle trügt. Gewinnsucht, der Moloch Geld bestimmen auch hier das Denken und Handeln, setzen ethische Grundsätze und moralische Bedenken außer Kraft und lösen eine Kausalkette menschlichen Versagens und kriminellen Vergehens bis hin zum Mord aus.
Den Stein ins Rollen und die Kriminalisten auf die Spur bringt Clemens Frank, ein vorzeitig in den Ruhestand getretener Buchhändler und Bibliophile nach wie vor, der, getrieben von der Sorge um das Befinden seines Patenkindes Franziska, sich unversehens als Detektiv wider Willen in die Ereignisse verstrickt sieht.

Umschlagentwurf: Erhard Grüttner

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
Reihe
: DIE - Delikte Indizien Ermittlungen
1. Auflage 1982
2. Auflage 1989

08 November 2024

Horst Bastian: Nicht jeden Tag ist Beerdigung

Klappentext:
Nach zwanzig Jahren Haft wird Franz Werker aus der Strafanstalt entlassen. Ein Totschläger, der gesühnt hat. Jetzt endlich ist er ein freier Mensch, zum ersten Mal in seinem Leben eigentlich, denn auf die Lehrzeit folgten Krieg und Gefangenschaft. Und dann die unüberlegte Tat, die Ausbruchsversuche, die zwanzig Jahre ...
Mithäftlinge hatten ihm prophezeit: Das draußen hältst du sowieso nicht durch. Dich sehen wir wieder. Für dich ist es zu spät. Aber Werker ist voll wilder Entschlossenheit – auf ihn warten die Eltern, die Mutter frohen Herzens, der Vater verbissen und im Zorn; es wartet die Brigade, in der er arbeiten wird. Die Wiedereingliederung ist nahezu perfekt organisiert, und doch gibt es Probleme, Enttäuschungen, Beleidigungen. Denn nicht alle, die freundlich zu dem Entlassenen sind, meinen es auch so, und nicht alle, die ihn noch meiden, sind gegen ihn. Das muß Franz lernen, er muß überhaupt viel lernen, er muß leben lernen. Doch auch die Brigade mit einem Franz Werker in ihrer Mitte hat es nicht leicht.
Da geschieht ein Mord, und alles spricht gegen Werker. Seine Mithäftlinge scheinen recht zu behalten: Bald ist er wieder „drin“. Verdächtigungen gibt es, Gerüchte keimen, doch schlimmer: Unwiderlegbare Spuren weisen auf ihn hin. Und Werker kann sich nicht wehren. Was er auch macht in seiner Verzweiflung, es wendet sich gegen ihn, wie er auch aufbegehrt, er macht alles noch schlimmer.
Die Kriminalisten ermitteln den Täter. Werker steht wieder vor dem Nichts, er muß wieder von vorn beginnen, denn ihm ist der Mensch genommen, der ihm am nächsten war ...
Ein Roman von Horst Bastian verspricht in jedem Fall eine kräftige, zupackende Geschichte. Der Autor lotet in psychische Tiefen, Verhalten und Fehlverhalten in zugespitzter Situation wird deutlich. Bastian läßt dem Kriminalroman, was dem Kriminalroman gemäß ist, aber er zieht die Grenzen weiter und dringt in menschliche Bereiche vor, die nicht jede Geschichte zu bieten hat.

Umschlag- und Einbandentwurf: Gerhard Bunke

Verlag Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1980
2. Auflage 1981
3. Auflage 1984

Auch erschienen in der
DIE – Reihe; Nr. 202
Das Neue Berlin, Berlin
1. Auflage 1997
2. Auflage 2015

15 Oktober 2020

Wolf D. Brennecke: Mándola

Einbandtext:
Mándola – Südküste Siziliens: Zwei Bosse, der Herr Ferri und der Herr Rossi, beherrschen die Stadt. Aber ihre Macht wird angegriffen, selbst durch die eigenen Söhne, die auch einsteigen wollen in das „Geschäft des Jahrhunderts“. Sizilien – der größte Umschlagplatz für Rauschgift in Europa und ein Hort für Mafia in ihrer patriarchalischen Form. Ein neuer Carbinieri-Kommandant, Di Sardi, kommt nach Mándola, ungewöhnlich jung. Er ist einem Mann wie aus dem Gesicht geschnitten, der vor 12 Jahren zusammen mit zweien seiner Söhne bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kam. Ist Di Sardi wirklich der Adoptivsohn des Ministers? Maria erkennt in ihm ihren Bruder und erwartet von ihm, den „Unfall“ als Racheakt der Mafia aufzuklären, verlangt Vendetta, Blutrache. Doch die Schuldigen kommen plötzlich durch ein Attentat um, und Di Sardi gerät unter Mordverdacht. Sein Auftrag ist in Gefahr: die Fahndung nach dem geheimen Heroinlaboratorium.

„Mándola“ – ein spannender Kriminalroman. Ein erfahrener Autor bürgt für Unterhaltung im besten Sinne.

Umschlaggestaltung: Gerhard Knespel

Mitteldeutscher Verlag, Halle - Leipzig
K-Reihe, Kriminalroman

1. Auflage 1986
2. Auflage 1988
3. Auflage 1990

26 Juni 2020

Gerhard Neumann: Die Reußische Gemme

Einbandtext:
Der Fuhrunternehmer Hermann Haldeweg wird 1951 während einer Premierenfeier des Stadttheaters durch Gift ermordet. Verdächtig sind viele. VP-Rat Rudi Zillgitt ermittelt, dass Orely Wiegleb unrechtmäßig eine Gemme aus fürstlichem reußischem Besitz ihr eigen nennt, dass die Gebrüder Tamm pornographische Bildserien westdeutscher Herkunft illegal vertreiben, dass der Dentist Kindshirt mit Zahngold schiebt, dass Dr. Hopf seine alte Bekanntschaft mit der Ermordeten verschweigt, dass … Sie alle haben gegen die Gesetze der noch jungen DDR verstoßen oder zumindest dem ermittelnden VP-Rat etwas verborgen. Doch die Verstöße kann Zillgitt in keine Beziehung zum Mord bringen. Und: Niemand scheint ein Motiv für diesen Mord zu haben. Wer ist der Täter? Diese alte Frage aller Kriminalliteratur sucht der Autor in einem spannenden Kriminalroman zu beantworten.

Buchanfang:
»Ich konnte doch nicht ahnen«, sagt der Rothaarige am Abteilfenster, »daß es gerade in dieser Minute darauf ankam. Zwei, drei Doppelte, dann gehe ich an den Tisch zurück – aus! Das Mädchen ist weg.«
Sein Gegenüber schüttelt mitleidig die nackenlangen Locken und massiert mit der Linken das Knie. »Laß dir einen Wecker erfinden, der immer kurz klingelt, wenn die Post irgendwo abgeht.«
»Wär ja auch für die Katz«, meint der Dritte bedächtig mit vollem Mund. »Erst wenn was vorbei ist – weißt du, woran du warst. Was stimmt beim Wetterbericht auf Garantie? Das Wetter von gestern.« Sie sind Anfang Zwanzig, vermutlich Monteure, die nach dem Wochenende wieder zu ihrer Arbeitsstelle fahren.
Ich brauche ihr Thema nicht erst aufzunehmen, ich belächle mit einem halben Seufzer die Duplizität. Seit mehr als einer Fahrtstunde krame ich entweder in den Zetteln in meiner Aktentasche, oder ich sehe durchs Fenster auf die vorbeifliegende Landschaft und überlege. Warum bin ich durch jenen Fall damals hindurchgetaucht wie ein Schwimmer durch eine Pflichtstrecke? Habe es nicht bemerkt, wie da für eigene Nachbarn die Stunde Eins eines anderen Zeitalters anfing?
Draußen huscht ein klatschnasses Dorf vorbei, und die drei Abteilgefährten orakeln jetzt über das Herbstwetter und was davon für ihre Schichtleistung in der kommenden Woche abhängen wird. Der mit den nackenlangen Locken ist zuversichtlich: Eule – das muß der Brigadier sein – brauche Geld, da kämen sie auch auf das ihre.
Ich krame wieder in meiner Aktentasche, fische wahllos ein paar Zettel heraus, stoße auf Anhieb auf den Namen Adriani. Wegen seiner Egmont Inszenierung sitze ich hier ......

Umschlagillustration: Ludwig Daume

Mitteldeutscher Verlag, Halle-Leipzig
K-Reihe

1. Auflage 1978
2. Auflage 1980
3. Auflage 1983
4. Auflage 1986

Cover Buchclub 65
Schutzumschlag: Rolf F. Müller
Auch erschienen im
Buchclub 65
1. Auflage 1980